Hoffen, zögern, warten – Kieler Stadtbahn kommt nicht vom Fleck

Die geplante Stadt-Regional-Bahn bewegt sich nicht vom Fleck: Die beteiligten Landkreise zögern, taktieren und prüfen. Die Landesregierung wirft zwischenzeitlich alte Finanzzusagen über den Haufen. NahverkehrHAMBURG erklärt, wo das Projekt genau stockt.
Christian Hinkelmann
Eine moderne Stadtbahn in der französischen Hafenstadt Le Havre in Frankreich
Eine moderne Stadtbahn in der französischen Hafenstadt Le Havre in Frankreich

Die Wirtschaftlichkeitsprognosen sind sensationell, Gutachten sprechen von einem Erfolgsmodell und trotzdem kommt sie einfach nicht voran: Die Kieler Stadt-Regional-Bahn (SRB). Seit genau zehn Jahren wird an dem Projekt herumgeplant, aber noch immer sind sich die beteiligten Landkreise und Städte nicht einig, ob sie die Bahn überhaupt wollen. Aktuell wird um eine gemeinsame Planungsgesellschaft gerungen.

Die Landesregierung hat die Regio-Straßenbahn inzwischen auf der Prioritätenliste weit nach hinten geschoben und will das Projekt nur unterstützen, wenn alle Beteiligten deutlich „Ja“ sagen.

NahverkehrHAMBURG erklärt die aktuellen Positionen der Beteiligten:

Stadt Kiel:

In Kiel ist die Entscheidung für die Gründung einer Planungsgesellschaft bereits gefallen. Die Ratsversammlung hatte am 17. März 2011 grünes Licht gegeben. Seitdem wartet die Stadt auf die anderen Projekt-Beteiligten.
Wiebke Bonow, Leiterin der Angebotsplanung für den ÖPNV in Kiel, zu NahverkehrHAMBURG: „Im Moment können wir nichts mehr tun. Wir hoffen, dass die Kreise Rendsburg-Eckernförde, Plön und die Stadt Neumünster zu einer schnellen Entscheidung kommen“.
Bonow befürchtet, dass bei weiteren Verzögerungen fest eingeplante Zuschüsse des Bundes verfallen könnten, da der entsprechende Fördertopf – das so genannte Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) – im Jahr 2019 ausläuft und bislang noch keine Nachfolgeregelung in Sicht ist.
Kiel würde mit 5,7 Millionen Euro den Löwenanteil der Stadtbahn-Pl…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Abgeschaltet wegen Erfolglosigkeit: HVV Any. (Foto: Christian Hinkelmann)

HVV Any: Warum das automatische Ticket wirklich sterben musste

Der HVV nennt das Deutschlandticket als Grund. Doch Daten zeigen: Woanders boomen ähnliche Systeme. Das waren die eigentlichen Hintergründe für das Ende von HVV Any und deswegen wurden durch eine bestimmte Technik-Wahl möglicherweise Millionen verschwendet.

Symbolbild: Blockierte Bushaltestelle in Hamburg.

Best-of: Wo Falschparker Hamburgs Busverkehr ständig im Weg stehen

Tausende Male blockierten falsch geparkte Autos im Jahr 2023 Haltestellen und Busspuren. Exklusive Datenanalysen von NAHVERKEHR HAMBURG zeigen erstmals, welche Orte besonders betroffen sind – und einige der Hotspots überraschen. Welche Folgen hat das für Fahrgäste, und wie könnten die Probleme gelöst werden?

"Jede Minute, die der Bus außerhalb der Haltestellen nicht fährt, ist eine verlorene Minute, in denen die Fahrerinnen und Fahrer Geld kosten, keine Leistung erbringen können und an anderer Stelle fehlen", meint der Hamburger Verkerhsplaner Arne Witte.

Best-of: Busverkehr in Hamburg: „Rote Ampeln verschärfen den Personalmangel“

Zu langsam, zu teuer, zu unattraktiv: Hamburg verschwendet mit seinem derzeitigen Bussystem viel Steuergeld und wertvolles Personal, meint der Verkehrsplaner Arne Witte im NAHVERKEHR HAMBURG-Interview und glaubt, dass die vorhandenen Ressourcen viel effizienter für die Verkehrswende eingesetzt werden könnten. Das sind seine Ideen und Vorschläge.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner