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Hoffnung für stillgelegte Bahnlinie bei Neumünster

Für die stillgelegte Bahnlinie zwischen Neumünster und Ascheberg bei Plön gibt es neue Hoffnung. Ein Techniker für Verkehrsmanagement aus Wankendorf hat mehr als 3.600 Unterschriften für eine Reaktivierung gesammelt und Anfang Januar an den Kieler Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele übergeben. Das berichtet der Holsteinische Courier.
Christian Hinkelmann
Stillgelegte Bahnstrecke nach Kellinghusen im Bahnhof Wrist in Schleswig-Holstein
Noch enden die Gleise Richtung Kellinghusen in Wrist
Foto: Christian Hinkelmann

Demnach hat der 39-jährige Martin Schlünß in seiner Freizeit ein Konzept für einen Bus- und Bahnverkehr zwischen Neumünster und Plön ausgearbeitet, bei dem zwei Züge auf der gut 30 Kilometer langen eingleisigen Strecke pendeln sollen. Die Züge sollen sich in Wankendorf treffen. Von dort sollen Busse in die umliegenden Dörfer fahren.

Bei einem Halbstundentakt rechnet Schlünß laut Zeitung mit mindestens 2.000 Fahrgästen täglich. Bei der Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1985 seien es 700 Menschen gewesen.

„Sehr geehrter Herr Staatssekretär, fragen Sie bitte nicht nur danach, was das kostet. Fragen Sie auch, was es bringt“, so Schlünß in dem Zeitungsbericht.

Vom Staatssekretär gab es der Zeitung zufolge daraufhin zwar kein Versprechen aber immerhin Hoffnung: „Dass wir diese Trasse gerettet haben, war kein Unfall und kein Zufall“. Außerdem kündigte Nägele eine Machbarkeitsstudie an, die im Rahmen eines Mobilitätskonzepts für die Landesentwicklungsstrategie erstellt werden soll.

„Ich bin guter Dinge, dass wir uns in zwei bis drei Jahren in die Augen gucken und darüber sprechen können, wie wir das realisieren können“, erklärte Nägele in der Zeitung.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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5 Antworten auf „Hoffnung für stillgelegte Bahnlinie bei Neumünster“

Am 31.05.1866 wurde die Strecke „Neumünster – Ascheberg – Eutin – Neustadt“ eröffnet. Nachdem der Abschnitt „Ascheberg – Eutin“ Teil der Bahnstrecke „Kiel – Lübeck“ geworden war, erschien sie in den Kursbüchern in 3 Teilen. Im aktuellen Streckenverzeichnis der DB Netze bilden die Strecken 1023 „Kiel – Ascheberg – Eutin – Neustadt(Holst)“, 1041 „Neumünster – Ascheberg“ und 1042 „Neumünster – Heide“ zusammen mit der Strecke 1206 „Heide – Büsum“ eine Ost-West-Achse zwischen den Küsten von Schleswig-Holstein.

Eine perspektivische Neubewertung der Strecke „Neumünster – Ascheberg“ hat die Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels und die damit verbundenen Änderungen im Kernnetz (Core Network) und im Gesamtnetz (Composite Network) des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) einzubeziehen. Das Logistik-Zentrum Neumünster ist derzeit Knoten des Kernnetzes TEN-V auf der Achse „Jütland – Hamburg“. In Neumünster zweigt die Zubringerstrecke des Gesamtnetzes TEN-V nach Kiel ab.

Nach einer Reaktivierung des 16 km langen Streckenabschnitts „Eutin – Neustadt“ würde der Strecke „Neumünster – Ascheberg“ nicht nur eine lokale, sondern auch eine regionale Bedeutung für Schleswig-Holstein bis hin zum Ableiten von transnationalen Güterzügen der Vogelfluglinie von der Öresund-Region in das Logistik-Zentrum Neumünster zukommen. Die Strecke Neumünster – Ascheberg – Eutin – Neustadt(Holst) sollte deshalb, um die nach Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels erforderliche Verbindung der Achsen Puttgarden – Hamburg und Flensburg – Hamburg des TEN-V-Kernnetzes zu unterstreichen, in das Composite Network TEN-V eingebracht werden.

Das ganze Ost West Netz in SH ist Schrott. Wie soll man eigentlich von Neumünster oder Kiel zur Fehmarnbelt Achse kommen ? Neben dieser Strecke sollte gleich weiter bis Neustadt gedacht werden. Büsum Neumünster Neustadt Kopenhagen. Dann wird sogar etwas Güterverkehr zur Umfahrung von HH denkbar.

Vergleich der geplanten Reaktivierungsprojekte in SH :
Da wäre wohl eines Reaktivierung des Streckenstummels Wrist – Kellinghusen und der Strecke Flens ZOB/ (-Weiche) – Risum-Lindholm (-Niebüll) eher angesagt.
Die paar Hundertmeter bis Kellinghusen würden auch für eine bessere Auslastung der Züge ausserhalb des Berufsverkehrs nördlich von Elmshorn sorgen, dem HVV-Eintritt des Städtchens Nachdruck verleihen und man bräuchte keine zusätzlichen Züge. Flensburg – Niebüll spricht für die hohe Bahnaffinität der Fahrgäste von/nach Sylt im Berufs-(!) und Freizeitverkehr und die Triebwagen würden die ITF-Knoten genau treffen ohne (wieder einmal) am Marschbahnfahrplan herumbasteln zu müssen.
Außerdem hätte man einen zusätzlichen Umleiter für die Strecke Jübek-Husum, die jetzt schon „dicht“ ist.
Ich kann mich nur noch ganz dunkel erinnern daß die Züge zwischen NMS und Wankendorf einigermaßen gut besetzt waren mit Schülern. Ascheberg ist dagegen nach Eutin/Lübeck orientiert. Auch im Gv. macht diese Strecke keinen Sinn.

Toll! Auch die Tourismusregion Holsteinische Schweiz sollte gebündelt dafür sein, denn von Hamburg über Neumünster nach Ascheberg und Plön zu fahren geht ein ganzes Stück schneller als über Lübeck – wenn die Strecke wiedereröffnet ist.

Daumendrücken!

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