1.500 Menschen testen Probe-Bahnfahrten nach Geesthacht

Nach mehreren Jahrzehnten ist am vergangenen Wochenende erstmals wieder ein moderner Triebwagen auf der weitgehend brachliegenden Bahnstrecke zwischen Bergedorf und Geesthacht gefahren. Geschätzt rund 1.500 interessierte Menschen waren mit dabei. Fahren dort bald wieder reguläre Züge? Die Chancen sind gestiegen.
Sonderzug auf stillgelegter Bahnstrecke in Geesthacht
Ein Sonderzug der AKN auf der stillgelegten Bahnstrecke in Geesthacht in der Haltestelle "Geesthacht Freibad"

Großer Andrang an den Haltestellen, fröhliche Gesichter und erstaunte Autofahrer: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist am vergangenen Wochenende ein moderner Triebwagen auf der weitgehend brachliegenden Bahnstrecke zwischen Bergedorf und Geesthacht gefahren.

Der zweitägige Probebetrieb sollte demonstrieren, wie ein moderner Schienennahverkehr in Geesthacht aussehen könnte. Und der war offensichtlich ein großer Erfolg. Die Bahnsteige in Bergedorf, Geesthacht und Krümmel waren vor allem am Sonntag gut gefüllt. “Überschlägig hatten wir etwa 1500 Fahrgäste”, so Gerhard Boll vom Umweltverband BUND zu NahverkehrHAMBURG. “Die Stimmung war außerordentlich positiv, viele bedankten sich ausdrücklich bei uns Organisatoren”.

Die Umweltverbände BUND und Nabu hatten die Fahrten mit dem AKN-Triebwagen anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums organisiert. Die Stadt und der Verkehrsverbund NAH.SH hatten die Fahrkosten übernommen.

Unter den Fahrgästen waren demnach auch vier Bundestagsabgeordnete: Norbert Brackmann (CDU), Nina Scheer (SPD), Manuel Sarazzin (Grüne) und Herlind Gundelach (CDU). Sie sollen laut Boll ihre Unterstützung für eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke zugesagt haben.

Doch wie realistisch ist die Möglichkeit, dass aus dem Schnupperbetrieb ein reguläres modernes Nahverkehrsangebot entstehen könnte?

Höher als noch vor wenigen Jahren! Nachdem eine Machbarkeitsuntersuchung aus dem Jahr 1998 noch zu dem Ergebnis kam, dass eine Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr nicht rentabel wäre, kommt der schleswig-Holsteinische Verkehrsverbund NAH.SH inzwischen zu einem anderen Ergebnis.

Statt einer damals untersuchten S-Bahn-Direktverbindung von der Hamburger Innenstadt bis nach Geesthac…

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24 Antworten auf „1.500 Menschen testen Probe-Bahnfahrten nach Geesthacht“

Tolle Bilder zum 2.7. und der beste Beweis, dass eine Reaktivierung sinnvoll ist. Die Streckengeschwindkeit sollte jedoch nicht nur auf 60-80 km erhöht werden. Wenn die Bahnübergänge gesichert werden, sollten in Abstimmung auf den Unterbau höhere Geschwindigkeiten geprüft werden. Auch die Elektrifizierung und ein Flügelzugkonzept mit Doppelstocktriebzügen zusammen mit der Strecke nach Büchen im 30-min-Takt hätte sicher gute Aussichten auf Erfolg und würde mit einer eingleisigen Strecke im Bereich Nettelnburg – Geesthacht eine kostengünstige Variante des Ausbaus darstellen. Perspektivisch wäre dann langfristig der Sprung über die Elbe möglich und die Verknüpfung mit der Strecke nach Winsen und Bispingen. In Winsen würde ein kleiner Bahnknoten entstehen.

Wäre schön, endlich im Norden eine Stadtbahn nach Karlsruher Modell einzuführen. Auch Kassel und Saarbrücken haben es geschafft. Fängt doch mal ENDLICH an, auf dieser Strecke Nettelnburg — Geesthacht zu einer modernen Stadtbahn zu bauen – es wird garantiert eine lohnende Investition werden. Eine Stadtbahn wird viel mehr Fahrgäste (und Autofahrer) anlocken als mit lahmen (und ziemlich lauten) Dieseltriebwagen, so dass andere Stadtväter im Norden auch daran interessiert sind, sowas zu haben. Unser Bürgermeister Olaf Scholz ist viel zu feige, endlich in HH eine Stadtbahn einzuführen. Durch “Druck” bzw. Vorbildcharakter der Umländer wird auch HH irgendwann nachziehen müssen. Dann wird HH eine saubere Stadt.

@Alexander Montana:

Ja, richtig, in Zukunft werden an jedem Wochenende Stadtjubiläen gefeiert. Da auch Winsen und Umgebung Jubiläum feiern möchte lohnt sich hier sicher eine Anbindung. MAl ehrlich….Die Bilder sind ein Beweis für eine sinnvolle Reaktivierung ??

Eine sinnvolle Reaktivierung wäre es, wenn der alltägliche Pendlerverkehr auf die Schiene kommt…
Aber dann noch jenseits der Elbe jedes Kaff anzuschliessen würde ja dann darauf hinaus laufen, dass das ganze zu teuer wird.

SINN: Da auf dem Lande ja sowieso jeder ein Auto hat, größere Städte wie Geesthacht anschliessen und P+R Parkhäuser zur freien Benutzung mit Monatskarte des HVV hinstellen.

Wenn die Strecke Eigentum der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) hat doch die DB damit nix zu tun.
Auf der Strecke kann gefahren werden, muss nicht instand gebracht werden also wo wäre das Problem die in Betrieb zunehmen? AKN und VHH fahren doch für HVV Tarif. Die Strecke selber ist im HVV Bereich

Kostenlose Probefahrten und ein Museumsbahnbetrieb sind geeignete Maßnahmen um bestehende Strecken nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mehr nicht.
Jedoch muss erst mal eine Fahrgastpotential-Analyse her.
Vor 2 Jahren bin ich dort für einige Zeit regelmäßig mit dem Bus gependelt. Meiner zugegeben subjektiven Beobachtung nach wollen ca. 2/3 aller Fahrgäste entweder nur bis Bergedorf bzw. weiter Richtung Billstedt und nur 1/3 aller Fahrgäste nach Hamburg.
Nur für letzteres Klientel ist die Bahn mit einer Verknüpfung in Nettelnburg interessant.
Auch für die Lauenburger bringt die Bahn keinen Nutzen.
Schließlich wurde die BGE hauptsächlich als Güterbahn und für den Arbeitertranssport zu den Munitionsfabriken konzipiert. Und wenn “besorgte Bürger” aus Börnsen schon jetzt protestieren ist das ganz schlecht, siehe das Beispiel “Hein Schönberg”.

leider habe ich die Möglichkeit am vergangenen Wochenende verpasst, die Strecke kennenzulernen. Das große Interesse lässt aber ein Ernst zu nehmendes Potenzial erwarten. Die Anliegergemenden Börnsen, Escheburg und Geesthacht haben ihre Einwohnerzahl in den Nachkriegsjahren stark erhöht (Börnsen verdoppelt, Escheburg verdreifacht und Geesthacht von 20.00 auf 30.000 Ew. gestiegen), und der Trend ist nicht gebrochen. Die starke Nutzung der Buslinie 8800 spricht für sich, und diese würde durch die Streckenreaktivierung nicht überflüssig werden sondern dient der Feinerschließung.

Eine Fahrgastpotenzialuntersuchung ist natürlich wichtig, bloß darf sie nicht vom Status quo ausgehen, denn durch eine schnellere ÖPNV-Verbindung erhöht sich automatisch die Attraktivität der Verbindung in Richtung Hamburg. Dass längst nicht jeder Fahrgast bis HH-Zentrum durchfahren möchte ist korrekt. Deshalb bedarf es für den Verkehr in Richtung Billstedt natürlich eines schnellen Anschlusses in Nettelnburg. Auch an die Pendler zwischen Geesthacht und Bergedorf muss gedacht werden, wenn die Bahnstrecke nicht direkt den Bergedorfer Bahnhof ansteuert.

Fazit: Die Initiative von BUND/Nabu finde ich super, es scheint auch einen parteiübergreifenden Konsens für die Strecke zu geben, und deshalb sollten im Fahrwasser der aktuellen Zustimmung dringend ernsthafte Schritte in Richtung Potenzialanalyse und Machbarkeit unternommen werden.

@Jan: Sowas kann man zumindest als Zukunftsmusik bezeichnen. So eine Lokalbahn nach Winsen hätte schon was…

…aber klar, ein Schritt nach dem anderen, nichts überstürzen…

@gonger: Das Problem ist, dass eine Direktverbindung zum Fernbahnhof Bergedorf recht kostspielig wäre. Zumal Nettelnburg auch Potenzial hat. So trist muss man es nich sehen. Jedoch wäre die Idee trotzdem charmant, morgens eins, zwei Züge bis nach Hauptbahnhof durchzubinden…

…und man redete damals gar von Brennstoffzellenzügen. Ich hätte eher bevorzugt, man verlegt eine Stromschiene und kann dann komplett elektrisch den Pendelbetrieb machen. Sowas wie die Stromschienennetze in UK.

Wenn ich mit dem Zug zum Bahnhof Bergedorf Süd fahren muss und von dort aus zu Fuß oder mit einem Bus weiter nach Bergedorf zum umsteigen fahren muss, dann würde ich gleich in einen Bus einsteigen der direkt zum Bergedorfer Bahnhof fährt.

Gleiches gilt wenn ich nach Nettelnburg fahren muss um dort in eine S-Bahn einsteigen muss und eine Station zurück nach Bergedorf fahren muss.

Mit dieser Streckenführung macht eine Reaktivierung wenig SINN und die ganze Strecke wenig attraktiv.

Tolle Bilder, toller Bericht. Danke!

Das ist genau der richtige Weg! Weiter so. Die Pendelzug-Lösung wäre doch erst einmal ein sehr guter Anfang. Bei massivem Erfolg kann ein weiterer Ausbau dann ja in einer nächsten Phase erfolgen.

Auf jeden Fall wäre es wichtig, eine direkte Busverbindung zwischen Bergedorf Süd und Mümmelmannsberg/Billstedt einzurichten, über den Bahnhof Bergedorf, damit das Ganze auch für Fahrgäste direkt nach Bergedorf (siehe Kommentar von gonger) und nach Billstedt entscheidende Vorteile bringt.

Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Geesthacht (Stand 23.08.2012) und die dort erhoben Fahrgastzahlen rechtfertigen meiner Meinung nach die Inbetriebnahme nicht.
Die dezentrale Lage des Geesthachter Bahnhof gibt sein übriges (auch dieser Punkt wird im oben gennanten ausgiebig erläutert.
Als direkter Anwohner (die Trasse liegt keine 15 Meter von meinem Haus) lehne ich die Betriebnahme ab. Wer die Probefahrten oder eine Fahrt mit der Karoline mitgemacht hat, weiß, wieviele Häuser und Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur Trasse liegen. Hinzukommen unzähliege unbeschränkte Bahnübergänge, Stallungen, Pferdewege, fehlende Lärmschutzwende etc..
Der einzige Pluspunkt ist die existierende Trasse. Wäre diese nicht vorhanden gäbe es aufgrund der (dann) hohen Investitionskosten überhaupt keine Diskussion…

Nostalgiker-Träume! Es stehen zu viele kleine Häuser zu nah an der Strecke. Die Anschluss-Situation in Nettelnburg wäre unterstes Niveau, die Mehrzahl der Fahrgäste will nach Bergedorf. Die Bahnhöfe der Strecke liegen im Abseits! Bergedorf Süd liegt am Rand der Bebauung, fast nur Gewerbegebiet. Börnsen ist ein Dorf und Escheburg liegt zum größten Teil von der Bahn abgewandt. Hier sind 50 Jahre Raumentwicklung ohne die Eisenbahn gelaufen! (Ganz anders als an der AKN-Strecke, wo die Bahn immer weiter aufgewertet wurde.) Geesthacht hat seine Schwerpunkte ebenfalls nicht an der Bahn.

Auch die S-Bahnpläne sind Utopie, wenn entlang der Strecke nicht 50.000 neue Einwohner angesiedelt werden. Wie immer in Hamburg eine teure Tunnellösung, weil keine Trassen frei gehalten wurden.

Straßenbahn für Bergedorf? Kann man nicht ernst nehmen Ein isoliertes System in Bergedorf macht überhaupt keinen Sinn. Es ließe sich nicht sinnvoll mit einer anderen Strecke verbinden, denn für Lohbrügge ist die direkte U-Bahnanbindung immer deutlich besser. Außerdem sind die Preise für Zwei-Systemfahrzeuge seit den Karlsruher Anfängen quasi explodiert.

Das Interesse an Geesthacht kommt doch wohl eher daher, das die AKN überlegt, wo sie nach Inbetriebnahme der S21 nach Kaltenkirchen noch neue Verkehre her bekommt. Da ja alle Ausschreibungen gelaufen sind, geht das nur über reaktivierte Strecken, die noch nicht ausgeschrieben wurden.

Wenn man entlang einer bestehenden Bahnstrecke (günstig) ein Grundstück oder Haus kauft, muß man damit rechnen, daß irgendwann über diese Bahnstrecke auch Züge fahren, das ist den Käufern entlang der BGE immer wieder gesagt worden. Die Reaktivierung der BGE ist überfällig, das Pokern jeden Morgen, wie lang die Staus auf der B5, A25 und den Zubringerstraßen in Bergedorf an jenem Tage sind, ist sehr nervend, egal ob man mit dem PKW oder dem Bus fährt. Anders als manche behaupten, liegt die BGE recht ideal und erschließt große Gebiete. In Geesthacht liegt der Bahnhof gerade mal 400m von der Bergedorfer Straße entfernt, das Bahnhofsareal ist so groß, daß sich unproblematisch ein großer P+R Platz schaffen läßt. Am Bahnhof Düneberg liegen neben dem Wohngebiet die Geesthachter Schulen. Escheburg und Börnsen werden ideal von der Bahnstrecke erschlossen, diese liegt im Schnitt nur 50m von der B5 entfernt, erschließt also dieselben Gebiete wie der heutige Bus 8890 (und sie würde öfter fahren als der Bus). Auch der Süden Bergedorfs im Bereich Holtenklinke, Pollhofsbrücke mit seinen vielen großen Etagenhäusern würde enorm von der Bahn profitieren, die heutigen Busse (im 10-Minutentakt !) sind ab Pollhofsbrücke recht voll. Ganz zu schweigen von den Pendlern aus den Vierlanden, die nicht mehr bis Bergedorf oder Nettelnburg fahren müßten. Mit einem Haltepunkt am ehemaligen Güterbahnhof Bergedorf könnte auch das dortige Neubauviertel von der Bahn profitieren.
Natürlich ist es schade, daß die BGE den Bahnhof Bergedorf nicht (mehr) bedient, aber die direkte Führung nach Nettelnburg bedeutet auch einen großen Zeitgewinn für all diejenigen, die in die Hamburger Innenstadt wollen. Anders als manche hier behaupten, fährt während der HVZ die Mehrzahl der Busfahrgäste wohl Richtung Hamburg. Am Tage kann es gut sein, daß 2/3 nur bis Bergedorf wollen, aber in der HVZ stimmt das überhaupt nicht.
Neben den heutigen Fahrgästen der Businien 8800, 8890, 228 und 225 würden auch sehr viele neue Fahrgäste dazukommen, die es heute bevorzugen, mit ihrem Wagen nach Bergedorf, Nettelnburg oder Tiefstack zu fahren und von dort aus weiter mit der S-Bahn. Tatsache ist doch, daß viele die bereit sind mit einer Bahn zu fahren und dafür auch den Mehrpreis für den Ring C zu zahlen , das nicht tun für einen Bus. Das Fahrgastpotenzial der BGE liegt also deutlich höher, als das der heutigen Buslinien.
Nettelnburg als Umsteigepunkt sehe ich nur als Übergangslösung (das heutige Eidelstedt des Südostens). Sobald der Erfolg da ist, und der wird nicht ausbleiben, wird man sich überlegen, eine Ausfädelung aus der S-Bahnstrecke zu bauen und die BGE zweigleisig auszubauen, was kein großes Problem sein dürfte, da die Strecke bis nach dem 2. Weltkrieg bereits zweigleisig war. Die Bahnübergänge müssen natürlich modernisiert werden, es sind pro Km nicht mehr als auf der AKN.

Eine sinnvolle Reaktivierung wäre die Strecke nur mit einer Regionalbahn Geesthacht – Bergedorf.
In Bergedorf gibt es Anschluss an den RE nach Hamburg.

Nettelnburg ist kein günstig gewähltes Ziel einer RB aus Geesthacht. Nach Nettelnburg möchte kaum jemand aus Geesthacht. Ein Umstieg in Nettelnburg die S-Bahn nach Hamburg wäre zeitaufwändiger als der RE von Bergedorf nach Hamburg.

Einzig sinnvolles Ziel ist also der Bahnhof Bergedorf. Dafür muss man die alte Verbindungskurve wieder errichten. Das ist weniger eine Kosten- als vielmehr eine Willensfrage.

Die Verbindungskurve in Bergedorf kann leider in ihrer alten Form nicht wieder hergerichtet werden, da die Trasse komplett überbaut wurde. Eine Anbindung des Bergedorfer Bahnhofes kann nur über einen sehr teuren Tunnel geschehen, oder stadtbahnmäßig über die bestehenden Strassen.
3 Möglichkeiten bieten sich für eine Stadtbahn zum Bergedorfer Bahnhof:
1. Die Bahn verläßt die BGE am BÜ Weidenbaumsweg, als Straßenbahn über den Sander Damm bis zur Busrampe die sie mitbenutzt, Endhaltestelle am Bergedorder ZOB.
2. wie (1) aber weiter unter der Bahnbrücke durch und über eine neue Rampe in den Bergedorfer Bahnhof. Gleis 5 wäre dann Endhaltestelle der Stadtbahn.
3. Am BÜ Weidenbaumsweg über den Weidenbaumsweg bis vor den Bahnhof.

Solange die RB Büchen – Hamburg nur alle 60 Minuten fährt, betrachte ich die BGE nicht als Zubringer für die RB, sondern als Zubringer für die S-Bahn. Demnach wäre mir eine Anbindung in Nettelnburg eigentlich lieber als in Bergedorf (Zeitgewinn ugf. 4 Minuten). Aber am Ende ist es mir egal, ob die BGE in Bergedorf oder Nettelnburg endet, Hauptsache sie fährt wieder !

In der erfreulich regen Diskussion zu diesem Artikel dominiert bei den Kritikern der Hinweis auf die ungünstige Anknüpfung der Geesthachter Strecke in Nettelnburg statt am Bahnhof Bergedorf. Dabei fehlt mir eine klare Differenzierung: Wer aus Richtung Geesthacht das Zentrum von Bergedorf ansteuern will, erreicht dies über Bergedorf-Süd genau so gut wie vom Bergedorfer (Haupt-)Bahnhof. Ein befriedigender Busanschluss an den neuen Bahnhof wäre leicht zu realisieren. Und der Übergang auf den Fernverkehr? Würde der Geesthachter wirklich den bestenfalls stündlichen und verspätungsanfälligen RE ab Bergedorf der S-Bahn ab Nettelnburg vorziehen? Richtung Osten wiederum dürfte Schwarzenbek dem Umweg über Bergedorf vorgezogen werden. Fazit: Es gibt aus meiner Sicht keinen zwingenden Grund für eine kostenintensive Anknüpfung der Strecke an den Bahnhof Bergedorf!

U2 verlängern über
– Lohbrügge
– Bergedorf Bf
– B-Dorf Fußgängerzone
– BGE
– Geesthacht

Großer Aufwand, aber beste Lösung.

@ spm9153: Sie Lösung lautet wie folgt:
Die BGE wird ab dem Schleusengraben auf eine Rampe Richtung Weidenbaumsweg geführt.
Dann führt ein Brückenbauwerk über den Sander Damm in einer Kurve zum Bergedorfer Bahnhof. Die Einfädelung erfolgt nach Gleis 1. Dort besteht bahnsteiggleicher Anschluss an den RE nach Hamburg.

@ spm9153: Die Lösung lautet wie folgt:
Die BGE wird ab dem Schleusengraben auf eine Rampe Richtung Weidenbaumsweg geführt.
Dann führt ein Brückenbauwerk über den Sander Damm in einer Kurve zum Bergedorfer Bahnhof. Die Einfädelung erfolgt nach Gleis 1. Dort besteht bahnsteiggleicher Anschluss an den RE nach Hamburg.
Zeitgewinn des RE gegenüber der S-Bahn: 10 Minuten.

Eine Verlängerung der U2 bis S-Bergedorf gehört zum Langzeitplan. Der Zielschacht soll sogar am Frascatiplatz sein. Aber wenn man sich den Stadtplan ansieht, dann wäre die Weiterführung als Tunnelstrecke über Mohnhof nach Wentorf besser.

Eine Bahn auf der BGE-Trasse ist wie die U2-Führung über Hagenbeck nach Niendorf – sie führt an den Menschen vorbei.

Interessant in der ganzen Diskussion mit vielen Illusions-Seifenblasen ist, dass keiner über Investtitions- und Betriebbskosten redet. Daher hat bei einer wünschenswerten Realisierung nur die Variante ‘Eingleisige Srecke mit Ausweich/Kreuzungs-Bahnhöfen und Dieselbetrieb und Anbindung an die S- Bahn in Nettelnburg´ die Chance schnell umgesetzt zu werden, und darauf kommt es an. Ein Inselstadtbahnbetrieb wäre sicher auch wünschenswert, käme allerdings nur als Vorlaufbetrieb für einen weiteren Stadt-/Straßenbahnausbau in Hamburg in Frage.

Das Thema bleibt aktuell.

gestern berichtete die Bergedorfer Zeitung unter der Überschrift “GEESTHACHT – BERGEDORF: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer will die Bahnverbindung”, dass Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die AKN-Bahnstrecke reaktivieren will. Dies sei ein zentraler Punkt in seinem Investitionspaket.

Im Übrigen heißt es dort eindeutig: “Geesthacht-Bergedorf”, nicht “Geesthacht-Nettelnburg” oder gar “Geesthacht-Hamburg”!

@ Michael Jung:
Man muss dankbar sein über jeden Meter neu genutzte ÖPNV-Schiene. In so weit gebe ich Ihnen recht. Allerdings wäre es mal an der Zeit, nicht nur Teilstrecken zu betrachten, sondern das Gesamtnetz in den Blick zu nehmen. Daher mein Appell, die U2 bis zur BGE (oder meinswegen bis Wentorf) zu verlängern. Das ist zwar teuer, hat aber den größten Effekt.

Leider ist auch mir klar, dass das nie passieren wird. Denn man plant man in Hamburg aus Gewohnheit stets nur Krücken-Lösungen wie die nach Nettelnburg mit jahrzehntelanger Bestandsgarantie.

Um mal einen Vergleich zu haben, wie eine Streckenattraktivierung im ländlichen Raum laufen kann, verweise ich immer wieder gerne auf die Hohenlohebahn:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Crailsheim–Heilbronn
Nachdem die Bahn die Strecke auf <1000 Fahrgäste/Tag abgewirtschaftet hatte, hat ein neuer Betreiber mit Elektrifizierung und neuen Haltestellen die Zahl der Fahrgäste innerhalb kurzer Zeit auf knapp Faktor 25 erhöht.

Wenn mit Öhringen als Endpunkt (~23k Einwohner) ohne vergleichbar starkes Gegengewicht (Heilbronn hat nur ca. 120k Einwohner) solche Fahrgastzahlen möglich sind, gibt es sicher Szenarien für einen Betrieb mit üblicher Wirtschaftlichkeit. Die Frage ist aus meiner Sicht, ob Dieselmöhren mit max. 80km/h hier das Optimum darstellen – 120km/h könnte vielleicht auf einigen Teilstrecken drin sein.

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