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HVV-Garantie soll einfacher werden – das ist geplant

Vor anderthalb Jahren hat die Bürgerschaft beschlossen, dass die Rückerstattung von HVV-Tickets bei großen Verspätungen einfacher werden soll. Bis heute ist das offenbar nicht passiert. Das sind die Gründe - und die weiteren Planungen.
Lars Hansen
Eine U-Bahn-Haltestelle in Hamburg aus Sicht eines U-Bahn-Fahrers
Eine U-Bahn-Haltestelle in Hamburg aus Sicht eines U-Bahn-Fahrers

Pünktlich oder Geld zurück! Mit diesem schmissigen Slogan wirbt der HVV für seine Pünktlichkeitsgarantie. Wer mehr als 20 Minuten zu spät an seinem Ziel ankommt, weil beispielsweise ein Anschluss verpasst wurde, kann sich – so das Versprechen – die Hälfte des Fahrpreises zurückholen.

Klingt einfach – ist aber in der Praxis ziemlich kompliziert. Fahrgäste, die von der so genannten „HVV-Garantie“ Gebrauch machen wollen, müssen nämlich innerhalb von drei Tagen die Verspätung über ein Onlineformular melden, bei dem rund 30 Pflichtfelder auszufüllen sind. Nach Prüfung durch den HVV müssen sie mit einem Beleg persönlich eine HVV-Servicestelle aufsuchen und dort die Fahrkarte im Original vorlegen. Dann wird der Betrag bar ausgezahlt.

Von Seiten der Fahrgäste gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik an dem Verfahren, bei dem selbst Abo-Kundinnen und -Kunden bei jeder einzelnen Erstattung ihre Stammdaten erneut eingeben müssen, obwohl diese dem HVV bestens bekannt sind. Auch eine Erstattung per Überweisung oder eine Verrechnung mit einem Fahrkarten-Abo ist nicht möglich.

Bis heute kein Ergebnis in der Bürgerschaft

Auch den Regierungsfraktionen von SPD und Grünen war das komplizierte Procedere vor anderthalb Jahren aufgefallen. Per Antrag wurde der Senat im Herbst 2019 von der Bürgerschaft aufgefordert, auf den Verkehrsverbund einzuwirken, dass die HVV-Garantie „modernisiert und vereinfacht“ würde (siehe hier). Außerdem wurde der Senat gebeten, im ersten Quartal 2020 der Bürgerschaft über ergriffene Maßnahmen und Ergebnisse zu berichten.

Doch das ist offenbar bis heute – anderthalb Jahre später – nicht passiert, wie Recherchen von NAHVERKEHR HAMBURG ergeben haben.

Demnach befindet sich in der Parlamentsdatenbank der Stadt Hamburg seit Ende 2019 kein Dokument, das auf eine weitere Befassung der Bürgerschaft mit diesem Thema hinweist.

Und auch der Verkehrsverbund selbst kann auch Nachfrage kaum Vereinfachungen bei der HVV-Garantie für die Fahrgäste vermelden.

Demnach habe der Verbund seit dem Bürgerschaftsbeschluss im Herbst 2019 zwar immer wieder im Austausch mit der Verkehrsbehörde gestanden und neue Strichcodes auf den Auszahlungsbelegen eingeführt, die die Barauszahlung der Erstattungen beschleunigen sollen. Zudem sei das Antragsformular zwischenzeitlich um einige zusätzliche Auswahlfelder zu den Verspätungsgründen ergänzt worden. Doch diese meisten Anpassungen hätten hauptsächlich das Ziel gehabt, die Überprüfung der Fahrgastangaben zu vereinfachen. In diesem Zusammenhang betonte HVV-Sprecher Rainer Vohl gegen…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Lars Hansen wuchs im ländlichen Raum nahe der dänischen Grenze auf. Daher kann er sehr gut nachvollziehen wie sich ländliche Mobilität ohne Auto anfühlt. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Transformation der Mobilität und studierte interdisziplinär Philosophie, Politik, Wirtschaft und Informatik in Hamburg, München und London.

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Eine Antwort auf „HVV-Garantie soll einfacher werden – das ist geplant“

In der Tat schade, dass trotz der hohen Preise der Service in einigen Abschnitten sehr mangelhaft ist.
Mein bisher schlechtester Monat lag Anfang 2020 bei 31 € und als Abo-Kunde bekommt man nur für 2 Verspätungen / Ausfälle am Tag jeweils 1 € gutgeschrieben.

Dass es ein echtes Thema ist, sieht man an Apps wie „Lateback“.

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