HVV stellt 335 Schwarzfahrer an einem Tag

12.390 kontrollierte Fahrgäste, 335 gestellte Schwarzfahrer: Das ist die Bilanz nach dem Prüfmarathon 2016 im Hamburger Verkehrsverbund. 200 Fahrkartenprüfer hatten gestern den ganzen Tag über an 13 Haltestellen und in zahlreichen Bahnen und Bussen Tickets kontrolliert.
Fahrkarten-Schild an einer AKN-Station im HVV

Einen Großteil der Kontrollen hatte der HVV vorab öffentlich angekündigt, trotzdem lag die Schwarzfahrerquote bei 2,7 Prozent, was nur knapp weniger als der übliche HVV-Durchschnitt  ist.

Sechs Personen waren gestern mit einer gefälschten Fahrkarte unterwegs.

Die meisten Schwarzfahrer wurden laut HVV am ZOB in Pinneberg gestellt. Dort lag die Quote bei 5,8 Prozent. Auf Platz Zwei folgte der Knotenbahnhof Jungfernstieg mit 3,7 Prozent.

Gar keine Schwarzfahrer wurden dagegen am AKN-Bahnhof Eidelstedt Zentrum festgestellt.

“Das Ziel, durch die Vorankündigung des Prüfmarathons öffentlichkeitswirksam für die Notwendigkeit von Fahrkartenkontrollen zu werben, wurde erreicht”, so HVV-Sprecher Rainer Vohl.

Ab sofort wird im HVV wieder unangekündigt kontrolliert.

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22 Antworten auf „HVV stellt 335 Schwarzfahrer an einem Tag“

Bei einer grossangelegten, ganztägigen Kontrolle wurden “nur” 335 Schwarzfahrer erwischt? ich hätte mit wesentlich mehr gerechnet.

Auf der einen Seite:
335 x 60€ = 20.100€ Einnahmen durch erhöhtes Beförderungsentgelt.

Auf der anderen Seite:
200 x 8 x 2.000€ = 3.200.000€ Personalausgaben – wenn man unterstellt, eine Personenstunde kostet 2.000€ und alle haben acht Stunden gearbeitet.

Ob diese Werbeveranstaltung für eine völlig auf der Hand liegende, äußerst logische Tätigkeit des HVV – nämlich das Kontrollieren der Fahrkarten – tatsächlich runde 3 Mio € wert ist?

Wenn man also nur den Tag betrachtet ein deutliches Verlustgeschäft.
Wie wäre es mit einer Automatisierung über NFC o.ä. ist doch kein Aufwand…

@ Josef: 2000 EUR für eine Personenstunde? Wo kann ich unterschreiben, den Job will ich auch.

Maximal kannst du mit 100 EUR rechnen, und das ist schon viel.

@Josef: wie kommst Du denn auf Kosten für eine Personenstunde in Höhe von 2000€? Etwa 80€ dürfte realistisch sein.

Eine Personenstunde für 2.000 Euro???
Damit können jeden beliebigen Vorstandsvorsitzenden einen internationalen Großkonzerns zum Fahrkartenkontrollieren bewegen! Die Wahrheit wird wohl eher bei 15-25 brutto aus inkl. aller Nebenkosten liegen.
Also: 200 x 8 x 20 = 32.000€

Eine Personenstunde für 2.000 Euro???
Damit können jeden beliebigen Vorstandsvorsitzenden einen internationalen Großkonzerns zum Fahrkartenkontrollieren bewegen! Die Wahrheit wird wohl eher bei 15-25 brutto aus inkl. aller Nebenkosten liegen.
Also: 200 x 8 x 20 = 32.000€

2,7 % ohne gültigen Fahrausweis finde ich bemerkenswert wenig, insbesondere wenn man bedenkt, dass darunter sich auch solche Fälle befunden haben werden, bei denen der kontrollierten Person nicht bewusst gewesen sein wird, dass der Fahrschein fehlte (vergessen?) oder ungültig gewesen ist.

Grundsätzlich sollten sukzessive die Fahrscheine vergünstigt werden, um steigende Einnahmen bei der Parkraumbewirtschaftung innerhalb der Innenstadt, aber auch innerhalb des Rings. Denn Hamburg hat von allen Großstädten die billigsten Parkplätze und mit die teuersten Ticketpreise – Wien: 365 Euro für ein Jahresabo!

Vorschlag: Im nächsten Jahrzehnt jedes Jahr Verteuerung der Parkplätze um 10 % und Reduzierung von Fahrkarten um genau die anfallenden Einnahmen. Des Weiteren Einführung von kostenpflichtigen Anwohnerparken insbesondere in der City, aber auch innerhalb des Rings. Bisher ist das kostenlose Nutzung von öffentlichem Raum (in der Regel von Besserverdienern, bereitgestellt von allen).

Die Kontrolleure werden nicht nur für einen Tag eingestellt und bekommen daher mit oder ohne Kontrollmarathon Gehalt. Was sollen also diese Rechnungen?

Da merkt man doch sofort, das das Vorneeingeteige völlig sinnlos ist. Die Leute fahren trotzdem schwarz. Der Schwachsinn gehört abgeschafft und Kontrolleure sollten rund um die Uhr im Einsatz sein. Das erhöht dann auch die Sicherheit im Fahrzeug.

@ alle Nicht-genau-hin-Leser:
Das sind natürlich die Einnahmen der Kontrolleure sondern – wie zu lesen ist – die Personalausgaben. Also mit allem, was der Arbeitgeber für seine Leute ausgibt.

Bei den “2.000€ pro Stunde” ist allerdings tatsächlich eine Null zu viel reingerutscht. Macht also runde 300.000€ Personalkosten für die Aktion, verändert aber meine Argumentation von oben nicht. Denn – so jedenfalls meine laienhafte Einschätzung – bei unangekündigten Kontrollen sollten mehr als 2.7% und damit mehr € beim HVV hängenbleiben. @ Sascha: Und damit sollte der Preisanstieg der Fahrkarten nicht ganz so schnell gehen. Deshalb die Rechnungen.

@Severin: Warum sind die Vorneeinstiege völlig sinnlos, wenn trotzdem noch Leute schwarzfahren? Dann wäre ja auch ein geschlossenes System völlig sinnlos. Und Fahrkartenkontrollen sowieso. Und der Fahrkartenverkauf. Denn immer fahren noch Leute schwarz. So einfach kann man sich das nicht machen. Das sind alles einzelne mögliche Bausteine, um die Quote niedrig zu halten.

@Josef: Die Schwarzfahrerquote beträgt im HVV 2,5% – 3%. Viel mehr bleibt auch bei anderen Kontrollen nicht hängen. Und nicht jede Aktion hat als Ziel, möglichst viele Schwarzfahrer zu finden. Um die Quote zu senken, braucht es auch andere Maßnahmen.

@ bicyclerepairman:
Genau das meine ich ja auch: Wozu eine so große Werbeaktion, wenn die Schwarzfahrerquote ohnehin so niedrig ist? Meines Erachtens liegt das Problem beim HVV, der sich ja fast schon dafür entschuldigt, dass er sein ureigenes Interesse verfolgt und seine Fahrgäste kontrolliert.

Aber genau das sollte er dauernd machen. Ohne Ankündigung. Als Standard. Nicht um die Quote zu senken, was bei 3% ja ohnehin schwer ist. Sondern um zu zeigen, dass es ihm nicht egal ist, dass seine Fahrzeuge ohne Gegenleistung genutzt werden.

Bei den Gelenkbussen gehören Vordereinstiege abgeschafft. Bei einigen Gelenk-Buslinien ist das ja auch so.
Eine Mutter mit Kinderwagen, eine Dame mit Rollator. Hinten bleibt alles leer.
Der vom HVV propagierte Fahrgastfluss ( das hat man mir mal so erklärt) “fliesst” eben nicht.
Fahrkartenkontrolle kann man auf dem 170/270 machen 😉
Die Fahrgäste sind genervt, die Busfahrer sind genervt. Es geht nicht voran.
Gott sei Dank sind die meisten Busfahrer vernünftig und machen die Hintertür 😉 auf.
Beispiel :
In Klein Flottbek steigt keiner zu sondern die Leute steigen um !

Tja, in Hannover wird es richtig gemacht: Kein zwangseinstieg vorne, dafür aber Kontrolle rund um die Uhr. Und genau das hält das schwarzfahren wirklich ab. Der Einstieg vorne ist eine lachnummer! Im schlimmsten Fall kostet es dann eine Kurzstrecke oder man steigt aus. Super Einnahme!

@Foltereinstiegszwang abschaffen: In Hannover betrugt die Quote im Jahr 2015 gut 2,1%. Das ist jetzt nicht so dramatisch niedriger als in HH.

@Josef: Zu deinem 2. Absatz: Also ich meine, dass dieser Marathon mehr Menschen gezeigt hat, dass dem HVV das schwarzfahren nicht egal ist, als regelmäßige Kontrollen. Denn das Presseecho ist ja groß. Wir hier z.B. diskutieren darüber. Das machen wir nicht, wenn ein Kontrolltrupp auf dem Ring unterwegs ist. Und deswegen kann es sein, das so ein Marathon ein sinnvolles Element bei der Fahrkartenkontrolle ist.

@ bicyclerepairman:
Sind Ihre Diskutanten denn auch Schwarzfahrer, oder doch nur Otto-Normal-Büro-Menschen, die bestenfalls eine Jahreskarte haben? Dann ist Ihre Diskussion völlig irrelevant.

Ich bin recht oft im ÖPNV unterwegs und muss sagen, dass ich sehr wenig kontrolliert werde. Dadurch entsteht der starke Eindruck, dass sich das Erschleichen von Beförderungsleistungen rechnet. Dagegen hilft kein in bester Werbemanier angekündigter Prüfmarathon. Meines Erachtens kann das nur stete Kontrolle.

Bicyclerepairman: deine Argumente sind sehr schwach bzw ergeben keinen Sinn. Wenn die schwarzfahrerquote in H nicht weit niedriger ist als in HH, dort allerdings kein Foltereinstieg gilt, heißt es doch, dass es ohne auch sehr gut geht.
Und wenn trotz zeitraubendem Foltereinstieg das schwarzfahren immer noch möglich ist ist diese aktion zum scheitern verurteilt

Auch bei den “Wiener Linien” liegt der Schnitt bei 2,1 %.

http://www.wienerlinien.at/eportal3/ep/contentView.do?pageTypeId=66526&channelId=-47186&programId=74577&contentTypeId=1001&contentId=77034

@bicyclerepairman:

2,1 % in Wien und Hannover ist um ein Viertel niedriger als die Kennziffer im HVV. Der HVV sagt, er habe 20 Mio. € Verlust pro Jahr durch Schwarzfahren. Das heißt, wäre das HVV-Prüfkonzept so erfolgreich wie das der Üstra oder der Wiener Linien, hätten sie den Verlust um etwa 5 Mio. € pro Jahr reduziert. Das ist doch schon eine Hausnummer.

@Josef: Ich weiss nicht, ob hier auf nahverkehrhamburg.de eher Büro-Menschen oder eher Schwarzfahrer unterwegs sind. Ist aber auch egal. Denn Fahrkartenkontrollen richten sich ja eben auch an diejenigen, die zwar eine Fahrkarte haben, aber auch in Versuchung kommen, vielleicht mal ohne zu Fahren.

Es braucht eben für verschiedenen Gruppen von Nutzern verschiedenen Ansätze bei der Fahrkartenkontrolle. Das geht von notorischen Schwarzfahrern, die man gar nicht dazu bekommt, eine Fahrkarte zu lösen, bis zu Leuten wie mir, die immer eine kaufen und wo es gar keine Kontrollen braucht. Darum ist aus meiner Sicht mal ein Prüfmarathon ok, mal mitfahrende Kontrolleure, mal abgeschlossene Haltestellen, mal anonym, mal offen usw. Den einen Königsweg gibt es nicht. Und das man selber eine Aktioen doof findet, heisst nicht, dass das nicht für andere die richtige Ansprache ist.

Schwarzfahrerquote in Hamburg / im HVV liegt also bei 2,8%.
Entspricht 20 Mio. Euro.

Und weniger als 10% der Fahrgäste insgesamt nutzen Einzelfahrscheine. Diese sind auch die potentiellen Schwarzfahrer, bzw. die Schwarzfahrer wären in erster Linie potentielle Einzelfahrer (außer sie fahren notorisch täglich schwarz).

Dennoch interessant, dass sozusagen mindestens jede*r 5. Fahrgast Schwarzfahrer ist.

Vielleicht doch Mehrfahrtenkarten (die das Gelegenheitsfahren deutlich akzeptabler machen!) einführen, lieber HVV?

Die Hochbahn schikaniert ihre Fahrgäste. Als jahrzehntelanger Abonnent bin zweimal in eine „Abgangskontrolle“ geraten: am Hauptbahnhof-Süd, Linie U1, zur Hauptverkehrszeit um 16:30 Uhr. Auf der Treppe (Richtung Hauptbahnhof) ist es beängstigend voll. Die Rolltreppe ist nämlich “aus Sicherheitsgründen” extra für diese Abgangskontrolle abgeschaltet worden. Gehts noch? Wenn hier mit der Sicherheit argumentiert wird: Diese Abgangskontrolle darf an diesem Ort in der Hauptverkehrszeit gar nicht stattfinden, weil es ist sowieso zu eng ist. Dass die Rolltreppen und Fahrstühle oft genug defekt sind, müssen die Fahrgäste hinnehmen. Aber dass dieses Verkehrsunternehmen die zahlenden Fahrgäste für eine Fahrkartenkontrolle zwingt, mit Sack und Pack die feste Treppe zu benutzen oder Umwege zur Rolltreppe am anderen Ende des Bahnsteigs zumutet, ist eine Frechheit. Liebe Hochbahn: Wir sind Menschen mit Koffern und Taschen, kaputten Knien, Rücken- und Herzproblemen und möchten entsprechend behandelt werden.

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