HVV Switch-App: Warum sie so wenig genutzt wird

Eigentlich soll die alte HVV-App längst abgeschafft und durch die modernere Switch-App ersetzt werden. Doch die meisten Fahrgäste wollen nicht wechseln oder nutzen die neue App anders, als von den Machern einst geplant. Eine Analyse in acht Grafiken.
Christian Hinkelmann
Ein Mietwagen an der Switch-Station an der Kellinghusenstraße in Hamburg. (Foto: Christian Hinkelmann)
Ein Mietwagen an der Switch-Station an der Kellinghusenstraße in Hamburg. (Foto: Christian Hinkelmann)

Es ist eine Kuriosität, die vor allem auswärtige Hamburg-Besucher immer wieder verwirrt und den Einstieg in die Welt der Bahnen und Busse nicht unbedingt erleichtert: Seit vielen Jahren leistet sich der Hamburger Verkehrsverbund zwei Smartphone-Apps nebeneinander – eine klassische HVV-App, die seit 2012 existiert, und eine neuere HVV-Switch-App, die es seit 2020 gibt.

Nur wenige Hamburgerinnen und Hamburger dürften klar sagen können, was die beiden Apps unterscheidet. Beide verkaufen HVV-Tickets, beide geben Fahrplanauskünfte und decken somit die am meisten nachgefragten Funktionen im Kern parallel ab.

Unterschiede gibt es für Fahrgäste nur im Detail. Das Deutschlandticket verkauft der HVV beispielsweise nur in der Switch-App, spontane Ticketkäufe ohne Registrierungszwang gibt es wiederum nur in der klassischen HVV-App.

Außerdem enthält die Switch-App exklusiv die Möglichkeit, neben HVV-Tickets auch Moia-Shuttles, Carsharing-Autos und E-Scooter zu mieten. Dazu kommen zahlreiche kl…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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10 Antworten auf „HVV Switch-App: Warum sie so wenig genutzt wird“

Also ich benutze die HVV-App. Ich habe mir die HVV-Switch-App ein paar mal angesehen, und habe nie einen Grund gesehen zu wechseln.

Ich hätte gerne einige Verbesserungen, unter anderem eine Karte die mir jederzeit den Standpunkt aller Busse & Bahnen anzeigt (und nicht nur einer Verbindung). Die VBB-App kann das, beim HVV ist die Funktion entweder zu versteckt für mich oder sie gibt es nicht.

Am besten wäre es wenn alle Betreiber alle Fahrplan- und Echtzeitdaten einfach ins Netz stellen würden, damit andere damit bessere Apps programieren könnten. Klar, der HVV sollte eine App haben, für alle die gerne eine offizielle wollen. Aber die Idee dass es nur eine App für alles geben soll halte ich für zimelich dumm.

Der aus meiner Sicht größte Vorteil in der switch-App ist die inzwischen doch ziemlich gute Echtzeitanzeige von Bussen auf der Karte. Der Standort aktualisiert sich alle paar Sekunden und man kann sehr gut abschätzen, sei es auf dem Fußweg dorthin oder noch in der U-Bahn, ob man einen Bus noch schafft.
Nach und nach wird diese Funktion gerade auch für die U-Bahnen ausgerollt, auch wenn da die Aktualisierung momentan deutlich seltener erfolgt.

Spannend dürften in Zukunft auch die Echtzeit-Auslastungsanzeigen je Wagen werden.

Verstehe nicht so wirklich, warum man sich diese Informationen mit der alten App entgehen lässt, aber vielleicht sind sie auch einfach noch zu wenig bekannt?

Die spannende Frage ist doch, warum braucht jeder Verkerhsbetrieb, jeder Verkehrsverbund oder Aufgabenträger eine eigene App. Ein Standardisiertes Modell in das jeder Anbieter seine DAten einpflegen kann, würde es doch tun. Noch besser wäre ein App, auf der automatisch alle relevanten Daten und Ticketfunktionen angezeigt werden, die in der Region, in der man sich gerade aufhält, verfügbar sind. Aber das dürfte angesichts der Kleinstaaterei mit den regionalen Egoismen im deutschen ÖPNV ein Wunschtraum bleiben.

Ich bin mit der Switch App zufrieden, sie zeigt mittlerweile zuverlässig Verspätungen und Ausfälle an. Finde auch, der HVV sollte einfach alles per Update auf Switch aktualisieren.

Wer die Kern-Funktion einer Auskunfts-App braucht, um mit einer belastbaren Fahrplan-Auskunft sein Ziel zu erreichen, wird einen Bogen um beide HVV-Apps machen und lieber den DB-Navigator oder die Fahrplanauskunft von NAH-SH nutzen. Die Schwächen des Systems werden seit Geofox-Zeiten mitgeschleppt: falsche Umsteigepunkte, 0-Minuten-Übergänge ohne Anschlusssicherung. Für Zufalls-Anschlüsse braucht man keine digitale Auskunft. Für den Reisenden gibt es keine Möglichkeit, Pufferzeiten vorzugeben, um in kritischen Fällen ein vertretbares Maß ein Zuverlässigkeit zu sichern. Und Optionen auf Mietwagen und e-Roller stehen in der Wunschliste für die HVV-App unter solchen Umständen nun wirklich ganz hinten.

Spannende Auswertung! Man fragt sich, warum seit Jahren der Mut fehlt, allen HVV-App-Nutzer:innen per Update Switch aufzuspielen. Stand jetzt kann man in Switch nach wie vor nicht alle HVV-Ticketvarianten kaufen, kann das sein?

Mittlerweile hat Switch aufgeholt. Allerdings gelingt es nicht komfortabel einen Fahrschein für jemand anderes zu kaufen und den Namen aus dem Adressbuch zu importieren. Auch findet sich nur in der HVV-App ein Tarifplan. Die SwitchHH App brauch lange, bis man sie routiniert bedienen kann und bei Kontrolle muss man drei Ebenen wieder runter und die Fahrplanverbindung ist weg.

Danke für die spannende Analyse aus der Drucksache und für die politische Einordnung!

Kleine Anekdote zum Werbefoto der Hochbahn zu „switchh“ (2012/13 noch mit Doppel-H):
Vom silbernen Auto musste damals das Logo des großen deutschen Herstellers retuschiert werden. Denn an car2go war damals ein anderer großer Hersteller beteiligt, und dessen PR-Abteilung zeigte sich nicht begeistert, als das eigene innovative Mobilitätsangebot mit einem Auto der Konkurrenz beworben wurde.

Als ob man nicht auch so sieht, dass es sich um einen Audi handelt. Aber die Mädels hättet ihr gern ein wenig stilvoller kleiden dürfen.

Einfach zu schön zu erleben, wie in dieser Stadt immer wieder versucht wird, die Leute zu irgend etwas zu animieren (oder anders gesagt: etwas aufzudrängeln), aber „niemand geht hin“. In der DDR hieß das „Abstimmung mit den Füßen“. (Entweder nicht zu erzwungenen Veranstaltungen hingehen, oder sogar „ganz weggehen“.)😉
Jetzt muss nur noch „Olympia“ zum dritten Mal durchfallen, auch ohne recyceltem „Feuer und Flamme“.

Vielleicht haben die Leute auch einfach nur keine Lust auf einen schlechten Schufa-Score?

Ich bleibe jedenfalls bei der >hvv App. Bei der anderen hatte ich nicht mal den Versuch einer Installation gemacht. 😄

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