Idee für Stadtbahn zwischen Uetersen und Tornesch wird konkret

Die Pläne für eine "Stadtbahn" zwischen Uetersen und Tornesch werden konkreter. Ende März treffen sich Land, Kommunen und Streckenbetreiber. Minister will Gutachten.
Hamburger S-Bahn in Tornesch
So könnte ein Personenverkehr mit Hamburger S-Bahnen bis nach Uetersen aussehen. Das Bild zeigt einen Sonderzug der Hamburger S-Bahn im Jahr 2008 auf dem Bahnhofsvorplatz von Tornesch

Lange sah es so aus, als würden auf der Güterstrecke zwischen Uetersen und Tornesch im Kreis Pinneberg nie wieder regelmäßige Personenzüge fahren, doch seit Kurzem kommt Bewegung in die seit Jahren andauernde Reaktivierungs-Debatte.

Vergangenen Donnerstag hat die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (NEG), die den Güterverkehr und die Gleise betreibt, im Bauausschuss in Uetersen ihre Pläne für einen modernen Nahverkehr auf der Strecke präsentiert.

Demnach könnten in einem ersten Schritt auf der 2,8 Kilometer langen Strecke zwischen dem Tornescher Bahnhof und Uetersen Ost zwei Zwischenstationen “Tornesch Rathaus” und “Uetersen Bierbahnhof” entstehen.

Fahrt soll nur sechs Minuten dauern – Bus braucht 19 Minuten

Nur sechs Minuten soll die Fahrzeit laut NEG dauern. Damit würde die Bahn die beiden Kleinstädte sehr viel schneller verbinden als der heutige Busverkehr, der 19 bis 26 Minuten benötigt.

Trotzdem sieht die NEG keine Konkurrenz zwischen den beiden Verkehrsmitteln – im Gegenteil: Da die Buslinie 6661 Uetersen sehr weiträumig erschließt und andere Gegenden als die Bahn ansteuert, würden sich laut NEG beide Angebote ergänzen.

Auch die Befürchtung, dass ein regelmäßiger Per…

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8 Antworten auf „Idee für Stadtbahn zwischen Uetersen und Tornesch wird konkret“

In Hamburg müßte man den Roman umtaufen in “Im Osten nichts neues”.
Während im Hamburger Westen in Puncto Bahnreaktivierungen alles möglich scheint, erst Kellinghusen, jetzt Uetersen, so stößt man im Osten nur auf Widerstand. Die leben scheinbar auf einem anderen Planeten.
In Tornesch muß man, wenn man aus Hamburg kommt, die Gleise mit der Fußgängerbrücke überqueren, deren Fahrstühle seit Jahren kaputt sind. In Nettelnburg findet man es unzumutbar, daß die Fahrgäste vom S-Bahnsteig durch den bestehenden Tunnel laufen müßten, um zum neuen Bahnsteig der BGE zu gelangen.
Zwischen Tornesch und Uetersen Ost gibt es 6 BÜ (plus zusätzlich 4 reine Fußgänger BÜ) auf 3,005 km, d.h. ein BÜ alle 501m, diese zu modernisieren scheint kein Thema zu sein. Zwischen Nettelnburg und Geesthacht sind es 19 BÜ auf 13,966 km, d.h. ein BÜ alle 735m, und dort behauptet man es wäre “unmöglich” und “würde ein Vermögen kosten” diese BÜ zu modernisieren.
Bei der Uetersener Eisenbahn müßte man auf dem Weg nach Hamburg auf jeden Fall einmal umsteigen, entweder in Tornesch oder in Pinneberg. Für die Geesthachter dagegen scheint es unzumutbar zu sein, in Nettelnburg umsteigen zu müssen.
Und zu guter letzt : Gibt es in Tornesch und Uetersen keine “lieben Anrainer” der Bahnstrecke, die den Ausbau wegen ihres Lärmwahns unbedingt verhindern wollen ? Soweit ich beide Strecken gut kenne, verläuft die Uetersener Eisenbahn genauso dicht an der Gärten entlang wie die BGE. Aber dort ist man, durch das ewige Möwengeschrei vielleicht besser abgestumpft. Im Falle Billstedt – Glinde wäre das schon mal kein Argument, da verläuft die Bahnstrecke so weit von jeder Bebauung entfernt, daß man die Züge mit einem Fernglas betrachten müßte.

… die Menschen sind eben unterschiedlich. Für manche ist so etwas möglich, andere sehen nur Probleme. Fängt dort einer an zu meckern wird er mit Sicherheit auch Mitstreiter finden. Es lassen sich immer Hürden vergrößern oder verkleinern.

Welche Züge sollen auf dem neuen Abschnitt fahren? Die Neg oder lieber die nordbahn die wahrscheinlich besser das bestehende Netz anbindet. Und sie sollte gleich bis Pinneberg oder Hamburg fahren damit diese Leute aus Uetersen nicht noch lange umsteigen müssen.

Somit würde Tornesch auch mehr Zughalte bekommen.

@K.G.
Denken Sie doch mal ehrlich nach ! Wer die Präsentation der NEG gelesen hat, findet daran nichts über eine anstehende Elektrifizierung der Strecke, welche nötig wäre wenn die Strecke von der Nordbahn oder der S-Bahn kurzfristig übernommen werden sollte. Fazit: Eine kurzfristige Wiederaufnahme des Betriebs kann nur mit Dieselfahrzeugen der NEG (ggf. Nordbahn oder AKN) durchgeführt werden. Somit ist maximal eine Durchbindung bis Pinneberg denkbar; eine Verlängerung der S3 oder S4 (West) ist unter diesem Aspekt nicht möglich; ein konfliktfreier Verkehr zwischen Tornesch und Pinneberg nicht unbedingt gewährleistet.

Eine Verlängerung der S3 im 20-min-Takt fände ich schön! Mit 96 cm hohen Bahnsteigen an den Gleisen 3 und 6 in Pinneberg, den genannten vier, später fünf Halten in Tornesch und Uetersen, sowie einem weiteren Halt Tornesch-Bockhorn nordwestlich des dortigen Bahnübergangs am westlichsten Gleis (ggf. inkl. Buswendeplatz). Bis zur Elektrifizierung könnte eine Diesellinie “zu S3” bis Pinneberg mit 96-cm-Fahrzeugen ähnlich jenen Talenten der Regiobahn verkehren.

Zwingende Folge des dichten Verkehrs und der Bahnsteige wäre wohl Aufgabe des Güterverkehrs auf der Uetersener Eisenbahn. Wäre dieses Konzept im Bahnhof Pinneberg möglich, insbesondere mit Blick auf die hohen Bahnsteige an bislang auch für Durchfahrten genutzten Gleisen? Sprich: Würden auch die Gleise 4 und 5 für alle Regionalzüge und Güterzüge ausreichen?

Oder sind 96-cm-Bahnsteige illusorisch, und man muss auf der ganzen Strecke mit 76-cm-Bahnsteigen auskommen?

Ich glaube das weder der Bedarf noch die Notwenigkeit eines 20-Minutentaktes oder einer Elektrifizierung besteht, zumindest nicht in den nächsten 5-10 Jahren. Sowas würde sich anbieten, wenn die Verträge mit der Nordbahn auslaufen und das ist noch ziemlich lange hin. Wenn denn eine S-Bahn bis Wrist bzw. Itzehoe fährt wäre das bei ausreichender Auslastung natürlich angebracht. Im selben Moment dürften dann auch alle Bahnsteige auf besagten Strecken angepasst werden.

Ob der Haltepunkt Bockhorn dann noch Sinn ergibt? Der Vorteil dieser Stadtbahn wäre ja die kürzere Anbindungszeit an Pinneberg, die ja bisher nur mit längeren Busfahrten besteht. Ich kann durchaus verstehen, dass diese Bahn an den von der NEG vorgeschlagenen Punkten hält, aber wenn noch mehr dazukommen, wird genau dieser Zeitvorteil zunichte gemacht.

Zwingend sehe ich eine Aufgabe des Güterverkehrs überhaupt nicht!
Nachts dürfte diese Strecke auch eingleisig kaum ausgelastet sein und ich bezweifle stark das von Anfang an ein 20 Minuten Takt gefahren wird, dafür ist die Nachfrage noch nicht ausreichend. Meines Erachtens wäre zu den Stoßzeiten (6-9/15-17 Uhr) ein 30 Minutentakt bis Pinneberg sinnvoll. Außerhalb dieser Zeiten wird ein 60 Minutentakt definitiv ausreichen und zum Start reicht es dann vielleicht erstmal bis Tornesch weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Züge in dieser Zeit viele Personen befördern, dafür soll ja der Bus und die RB61/71 erhalten bleiben. Da wären also durchaus noch gute Lücken für Güterzüge und in Tornesch stehen sogar Zeitweise 4 Gleise zur Verfügung, wenn auch nur für kurze Güterzüge.

Insgesamt sind wir uns doch alle einig. Es wäre einfach schön, wenn diese Bahn in irgendeinerweise in absehbarer Zeit zustande kommt. Eine Bereicherung für die Region wäre es allemal!

Für mich ergeben 4000m x 500€/m Gleissanierung einen Betrag von 2 Millionen und nicht 500.000 wie in der Rechnung der NEG…

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