Immer mehr Fahrgäste, Einnahmen und E-Tickets

Neue Rekordergebnisse im HVV: Fahrgastzahlen und Ticketeinnahmen sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen – die Zuwächse der Fahrgäste haben sich allerdings zum zweiten Mal in Folge erkennbar abgeschwächt. Trotzdem will der Verbund die Ticketpreise im kommenden Jahr weiter erhöhen.
Christian Hinkelmann
Zahlreiche Menschen drängen sich am Hamburger Hauptbahnhof auf einem U-Bahnsteig
Zahlreiche Menschen drängen sich am Hamburger Hauptbahnhof auf einem U-Bahnsteig

Der Hamburger Verkehrsverbund hat im vergangenen Jahr wieder Rekorde eingefahren. 738,3 Millionen Fahrgäste waren im vergangenen Jahr im HVV unterwegs. Das ist ein Plus von 9,7 Millionen, beziehungsweise 1,3 Prozent gegenüber 2013 und damit ein neues Rekordergebnis.

Auffallend ist: Der Zuwachs der Fahrgastzahlen nimmt seit zwei Jahren erkennbar ab. In 2013 lag er noch bei 1,5 Prozent in den Jahren davor sogar regelmäßig bei rund 3 Prozent (siehe Grafik). Im aktuellen Jahr rechnet der HVV nur noch mit einem Fahrgastzahlanstieg von 1 Prozent.

Auch die Fahrgeldeinnahmen sind im vergangenen Jahr gestiegen – um 29,5 Millionen Euro (4,1 Prozent) auf 755,7 Millionen Euro. Ein Großteil davon – knapp 20 Millionen – resultiert laut HVV aus der Tarifanhebung im Januar 2014.

Trotzdem will der HVV die Ticketpreise im kommenden Jahr weiter anheben. Nach Medienberichten ist der Antrag für die nächste Preisrunde, der bei der zuständigen Verkehrsbehörde gestellt wird, bereits in Arbeit. Wie hoch die nächste Preisanhebung ausfallen wird, ist noch unklar. In den vergangenen Jahren lag sie regelmäßig deutlich über der Entwicklung der allgemeinen Verbraucherpreise (siehe Grafik).

Sehr gut entwickelt hat sich laut HVV der Verkauf von elektronischen Fahrkarten per Handy-App. Me…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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15 Antworten auf „Immer mehr Fahrgäste, Einnahmen und E-Tickets“

@ Dirk

Sorry Dirk, aber auf so einen Satz wie diesen hier von Ihnen (ZITAT):
” (…) es gibt z.B. noch viel besserer Möglichkeiten, wie das zu Fuß gehen (…) um Mobilität innerstädtisch sicherzustellen und umweltfreundlich zu machen.” kam bei mir ganz automatisch eine gewisse allergische Reaktion “typischer egoistischer Autofahrer” darauf. Ok, dem ist ja offensichtlich nicht so.

Gruß
Mr.C

@Mr. C: Wer hat behauptet, dass sich alle Mobilitätsbedürfnisse zu Fuß erledigen lassen? Ich jedenfalls nicht. Insofern geht Ihre EInleitung völlig ins Leere. Natürlich benötigt man _auch_ einen funktionierenden ÖV. Es gibt allerdings gegen Treibhausgase aus dem Verkehr effektivere Methoden, als den ÖV. Und die sollten m.E. vorgehen.

Ich verwehre mich streng dagegen, dass ich etwas “mit (meinem) Auto Kilometer für Kilometer schon heute zu verantworten (habe)”. Ich habe die Konsequenzen im privaten schon vor Jahrzenten gezogen, und nicht mal einen Führerschein.

Ansonsten bin ich bei den Rezepten bei Ihnen, ausser alles was mit mehr Subventionen zu tun hat. Das fördert immer Zersiedelung, Umweltbelastung usw.

@ Dirk

Ich möchte mal sehen, wie Sie zu Fuß gehen würden, wenn 1.) Sie 15 Kilometer von dem einen Ende der Stadt zum anderen müssten (ggf. ja sogar noch ne Strecke schwimmen (?) würden, wenn Sie z.B. von Finkenwerder nach Langenhorn müssten, wie wärs ? Das hält fit ! ) und 2.) der Liter Super mehr als 5-6 Euro kosten würde, denn das ist irgendwo der wahre spätere Preis, wenn nicht sogar noch viel höher, der uns (wenn Sie schon älter sein sollten, ihre Kinder) die Umweltzerstörung und Klimaerwärmung kosten wird. Der Flüchtlingsstrom aus Afrika, nebenbei gesagt ist nur der Anfang. Es wird auch Kriege u.a. wegen des Wassers geben, was auch Sie mit Ihrem Auto Kilometer für Kilometer schon heute zu verantworten haben !

Das Rezept dagegen lautet nunmal:
-ÖPNV ausbauen
-ÖPNV stärker subventionieren

und darüber hinaus u.a. auch folgendes:
-Home-Offices subventionieren
-Spritpreise (auch die Kerosinpreise) deutlich anheben und daraus Rücklagen bilden, die aber nicht irgendwo wieder zweckentfremdet verschleudert werden
-Dem MIV keine Sonderrechte / Sonderrolle zukommen lassen (also dem MIV auch mal nicht immer dem Vorrang beim ÖPNV-Ausbau gewähren, wie es unser jetziger, aber auch schon frühere Bürgermeister bewerkstelligt haben)
-Logistikoptimierungen nach CO2 Bilanz (z.B dass die Krabben auf dem Fischbrötchen in Büsum nicht extra nach Marokko zum Pulen hin und zurück transportiert werden)
-Regionale Produkte fördern, aber z.B. den Apfel aus Neuseeland deutlich höher besteuern
-Kohlekraftzeitalter umgehend beenden
-Auch die Industrie erheblich an der EEG Umlage beteiligen, dabei Stromsubventioniereungen vollständig einstellen
-Pendlerpauschale nur noch für umweltfreundliche (ÖPNV und Bahn) Verkehrsmittel

und vieles vieles mehr, was mir jetzt nicht alles in 3 Minuten einfällt.

@HVV-Kennxpertert: Das weiss ich alles. Aber es gibt z.B. noch viel besserer Möglichkeiten, wie das zu Fuß gehen und den Radverkehr um Mobilität innerstädtisch sicherzustellen und umweltfreundlich zu machen. Und den ÖV zu subventioieren, nur weil der MIV (noch viel mehr) subventioniert wird, und damint die noch besseren Möglichkeiten ins Abseits zu drängen, ist noch viel mehr “Wahnsinn in Reinstform”.

@Dirk:

Gegen Hamburg laufen Klagen, weil sie notorisch nicht in der Lage ist, EU-weite Schadstoffgrenzwerte innerstädtisch einzuhalten. Wesentlicher Verursacher dieser gesundheitsschädlichen Schadstoffe ist in weiten Teilen des Stadtgebietes der Autoverkehr, insbesondere um die Meßstellen Max-Brauer-Allee und Habichtstraße. Weiterhin werden innerstädtisch auch Lärmgrenzwerte entlang von Straßen großzügig überschritten.

Die Stadt will den Autoverkehr nicht einschränken, das ist ihre definitive Aussage. Gleichzeitig den ÖV durch die wahrscheinlich höchsten Preise Europas in dieser Stadtgröße unattraktiv zu machen, das grenzt dann nicht mehr nur an Schizophrenie. Das ist Wahnsinn in Reinstform.

Von den sozialen Folgen mal abgesehen: Die Wiener “Normalfamilie” zahlt jedes Jahr 2.000 € weniger an ihre Wiener Linien, als der HVV für seine Leistungen aufruft. Das sind 170 € monatlich und davon lässt sich manche Ausgabe zahlen. Wir brauchen einen bezahlbaren Nahverkehr. 300 €/Monat bei 2 Erwachsenen und 2 Kindern sind davon so weit entfernt wie Hamburg vom Meer.

Ich finde es völlig ok, wenn Verkehr ohne Subventionen auskommen muss. Auch rumfahren mit dem HVV belastet die Umwelt verursacht Lärm und erzeugt Unfälle. Außerdem fahren die Leute ja mit dem HVV, wie man an der Steigerung sehen kann.

Als besser: Statt die Subventionen für den HVV höher zu schrauben, konsequent auch die für den MIV runterfahren.

@ Busfahrer

Moinsen Busfahrer !
“maximaler Gewinn bei geringstem Einsatz” eigentlich genauer gesagt bei “möglichst geringstem Einsatz” ist das Prinzip der Betriebswirtschaftslehre, deswegen steht das oben auch in Klammern. Das Prinzip der Betriebswirtschaft beabsichtigt immer das Ziel des betriebsinternen “maximalen Profits”.
Das ist aber der Unterschied zur Volkswirtschaftslehre, wo der maximale Nutzen und Profit in einer Volkswirtschaft erreicht werden soll.

Das bedeutet, man muss nicht immer den maximalen Verkaufspreis einer Leistung – wie in der Privatwirtschaft – erzielen. U.a. spielen dabei Steuereinnahmen, Wirtschaftswachstum und Investitionen sowie die Beschäftigung auch eine erhebliche Rolle.
Soweit hier nun der kleine Crashkurs zum Thema BWL und VWL.

Der HVV mach zwar keinen “Gewinn” das ist korrekt, war oben aber auch von mir so nicht behauptet, es ist nur das Prinzip der Betriebswirtschaft.
Kann ja auch ein wenig verstehen, dass Du da leicht gereizt bist, da es schließlich hier um die Generierung Deines eigenen Gehalts geht. Aber aus welchen Kassen dieses generiert wird, kann Dir doch letztendlich eigentlich egal sein. (Ich wäre da an Deiner Stelle eher darüber sauer, dass die bei der Bahn mehr verdienen, aber das liegt eben auch u.a. am System der Betriebswirtschaftlichkeit !)

Falls es Dich noch näher interessiert, empfehle ich Dir, Dich mal über “Gewinnmaximierung im Monopol” zu informieren. Und was das schönes ist, weiss ich sonst aber auch noch aus meinem früheren Wirtschafts-LK.

Gruß
Mr.C

Früher hat der HVV sich wenigstens noch die Mühe gemacht, irgendwelche Ausreden zu erfinden. Das war wirklich kreativ. Die Energiepreise konnten sich ja auch nicht wehren.

Und wenn die Arbeitskosten stiegen, dann konnte man im Steinzeitdamm in Jahren mit Streik auch immer sagen – tja, wir haben euch zwar wochenlang nicht gefahren, aber unterm Strich müssen wir euch den Preis jetzt ein paar Cent weniger erhöhen, weil wir so tolle Verhandlungsstrategien hatten. Freut euch doch mal!

Jetzt sinken die Energiepreise tendenziell seit Jahren, die Arbeitspreise sind auch nicht mehr so das Wahre und die Inflation, dritter Prügelknabe, geht mehr die in Breite.

Aber nix.

PS:
“Erst kürzlich flatterte so eine PR-Aktion “Wer macht das Rennen? Ihr Auto oder Fahrrad gegen den HVV” in meinen Briefkasten”

Oh, ich stelle mich! Freitag Nachmittag und ich würde zu Fuß das Rennen gegen den HVV machen. Damit es spannend bleibt. Mein Fahrrad zeigt dem HVV schon heute mehr das schlaglochgestählte Rücklicht. Die Karre fährt nämlich dann doch mit etwas mehr als den lahmen

Fahrpreiserhöhungen bei den Öffis müssten eigentlich an die Inflationsrate gekoppelt werden… das hiesse dann aber im nächsten Jahr PREISSENKUNG!!

Wie ich schon woanders geschrieben habe: Bei Promotion und Fahrpreiserhöhung ist der (vermutlich) teuerste Verkehrsverbund Deutschlands einfach unschlagbare Spitze!

Erst kürzlich flatterte so eine PR-Aktion “Wer macht das Rennen? Ihr Auto oder Fahrrad gegen den HVV” in meinen Briefkasten, wo es darum geht ein HVV-Abo abzuschließen. Und das wohlgemerkt adressiert, obwohl ich schon seit Langem Inhaber einer ProfiCard bin (sein muss). Selbst da weiß beim HVV offensichtlich nicht die Linke, was die Rechte macht.
Spaßeshalber habe ich mal auf die Wette gedrückt und da wurde mein Standort mit “Kamerunweg 11” angegeben. Das war’s dann! Naja, eine Positionierung im Osten Hamburgs (Rahlstedt, Tonndorf) würde ja auch korrekter Weise zu einem Sieg des Autos über den HVV führen. Wäre PR-mäßig nicht so doll. Da man ja beim HVV keine wirkliche Abstimmung über das Verkehrsmittel machen kann, bleibt bloß die berühmte “Abstimmung mit den Füßen”: einfach nicht hingehen, auch nicht zu den 50-Jahre-PR-Veranstaltungen.

Ansonsten bleibt alles beim alten: Die Fahrpreise werden wieder erhöht, es werden alle möglichen Forderungen an die Fahr”gäste” (besser: Beförderungsfälle) gestellt, wie sie sich zu verhalten haben – getreu nach dem Motto “Was uns (wahlweise: HVV, Hochbahn, DB) alles an unseren Fahr”gästen” nicht passt!” – und garantiert wird sich wieder etwas am Angebot – zumindest im Osten Hamburgs – verschlechtern. Wie das Amen in der Kirche.

Detaillierte Vorschläge, die ich gemacht hatte, wie Angebot und Kundenfreundlichkeit auf bestimmten Linien verbessert werden könnte, werden zwar vom zuständigen HVV-Bereich beantwortet. Aber die Antwort besagt, dass sich nichts ändern wird: “(angeblich) zu teuer, (angeblich) am Bedarf vorbei, usw.”. Vielen Dank für gar nichts!

Ich frage mich bloß, wo das ganze Geld der Fahrpreiserhöhungen hinfließt?

Es werden immer nur Pläne gemacht und dann wieder verworfen.
Die wenigen Neubauten (z.B. U4) sind im Grunde nur Prestigebauten am wirklichen Bedarf vorbei. Man ist nicht mal in der Lage, endlich die Bahnsteige der Nostalgielinie (U3) auf eine vernünftige Länge zu erweitern, damit auch dort ganz normale U-Bahn-Züge verkehren können, und nicht nur diese “Weder-Fisch-noch-Fleisch-Zwischendinger”. Die Wünsche und Einwände der “heiligen” Geschäftsleute der Mönckebergstraße sind eben heilig. Eigentlich sollte es ja so etwas wie das Allgemeinwohl (z.B. attraktiver Nahverkehr) geben, das eigentlich Priorität haben sollte. Nicht jedoch in Hamburg und beim HVV.
Neue Fahrzeuge gibt es erst nach langem Hin-und-Her, so dass selbst immer noch DT2 aus den 60ern mit dafür notwendigen speziellen Fahrern und die schrottigsten DT3 fahren müssen. Das überteuerte Hamburg hat vermutlich nicht nur den Rekord der überlastesten Buslinie Europas, sondern auch des längsten Einsatzes von Fahrzeugen, die noch mit Muskelkraft geöffnet werden müssen.
Das irgendwann einmal die “Heilige Kuh” zuschlagpflichtiger Schnellbus abgeschafft wird, davon kann man nur träumen. Im VRR gibt es auch SchellBusse und CityExpresse, die teilweise schneller als die Hamburger sind und nichts zusätzlich kosten.
Über die RB81 oder die Planung zur “S4” möchte ich gar nicht erst sprechen, das ist sowieso jenseits von Gut und Böse…

Der öffentliche Nahverkehr in der reichsten Stadt Deutschlands – einfach nur schäbig.

ECHT NERVIG !!! Als ob die Fahrkarten nicht schon teuer genug sind, werden sie trotz steigender Fahrgäste im HVV immer höher geschraubt. Eine Einzelfahrt (Erwachsener) kostet mittlerweile 1,45 € im normalen Busverkehr eine Tageskarte (3 Ringe) kostet für eine Person ab 16 Jahre 11,40 €. Wenn ich die Gruppenkarte ab 17,20 € kaufe für zwei Personen ist sie noch günstiger als wenn sich jeder eine Tageskarte holt. Aus diesem Grund bin ich nicht so oft mit dem HVV unterwegs, es sei denn es ist schlechtes Wetter dann nehme ich auch gerne mal den Bus.

Da kann der HVV und der Bürgermeister ja richtig stolz auf sich sein ! Von Betriebswirtschaft (maximaler Gewinn bei geringstem Einsatz) hat man beim HVV eine Menge Ahnung. Deutlich mehr noch, als so manch anderer Verkehrsverbund in Deutschland. Von Volkswirtschaft offensichtlich leider eher nur weniger !!!
Einfach nur traurig für die Hamburger Bürger.

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