Immer mehr Hamburger fahren offenbar auch im Winter mit dem Rad

Trotz Kälte, Schnee und Eis: Auch im Winter fahren offenbar immer mehr Menschen mit dem Fahrrad in der Innenstadt. Das belegen neue Zahlen vom Ostufer der Alster.
Fahrrad-Zählsäule am Ost-Ufer der Hamburger Alster
Fahrrad-Zählsäule am Ost-Ufer der Hamburger Alster

In der Hamburger Innenstadt gibt es offenbar auch in den kalten Wintermonaten immer mehr Fahrradfahrer. An der Zählsäule am östlichen Alsterufer (Gurlittinsel) wurden im ersten Quartal dieses Jahres deutlich mehr Radfahrer registriert als in den vier vergangenen Wintern.

Das geht aus einer Antwort des rot-grünen Senats auf eine Anfrage des Grünen-Verkehrspolitikers Martin Bill hervor.

Demnach wurden in diesem Jahr zwischen Anfang Januar und Ende März insgesamt 370.461 Fahrradfahrer am Ostufer der Alster gezählt  die meisten von ihnen in Richtung stadteinwärts.

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Im Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum noch 285.884 Radfahrer – also rund 85.000 weniger.

In den weiter zurückliegenden Wintern schwankte die Zahl stark – lag aber immer deutlich unter den aktuellen Werten: Im ersten Quartal 2017 wurden 357.166 Radfahrer gezählt, 2016 waren es 296.603 und im ersten Quartal 2015 registrierte die Fahrradzählsäule an der Gurlittinsel 334.283 Radfahrer.

Seit der Installation der Zählsäule im Oktober 2014 wurden bereits 9,76 Millionen Radfahrer am Ostufer der Alster gezählt. Davon waren rund zwei Drittel in Richtung stadteinwärts unterwegs, ein Drittel fuhr stadtauswärts.

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4 Antworten auf „Immer mehr Hamburger fahren offenbar auch im Winter mit dem Rad“

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, in welchem Ausmaß die Hamburger Politik die Bereitschaft der Bevölkerung, mit dem Rad und dem ÖPNV zu fahren, unterschätzt. Seit Jahren tut man dann immer wieder ganz erstaunt, dass – wenn es sie überhaupt seriös gibt – die Zählungen ihre Prognosen übertroffen haben. Dabei ist doch nichts einfacher als an 100 zentralen Kreuzungspunkten elektronische Zählsäulen aufzustellen, dann kann man automatisch die Frequenz der Radfahrer, ihre Verteilung über den Tag und das Jahr erfassen und die Planungen entsprechend danach ausrichten.

Der Radweg östlich der Alster ist für die Verkehrsbelastung eindeutig zu schmal, mit einem zu unebenen Belag ausgestattet, Säuberung und Vegetationsschnitt finden nur unregelmäßig statt. In der Pflege und Belagerneuerung der Bestandsradwege liegt die vordringliche Aufgabe, sowie im Ausweis von Fahrradvorrangstraßen (wie in den Niederlanden, wo es so schön für die Autofahrer heißt: “Hier sind wir nur zu Gast”) liegt die Hauptaufgabe, die auch schnell zu lösen wäre, statt in dem Millionenschweren und zeitaufwendigem Umbau von großen Straßenkreuzungen. Wenn mehr mit dem Rad fahren, müssen dann logischerweise auch die eine oder andere Autospur und ein paar Parkplätze daran glauben, aber soweit ist man in der Freien und Autostadt Hamburg in den Planungsbehörden noch nicht.

In den Planungsbehörden ist man längst so weit, dass auch mal Parkplätze geopfert werden können. Aber Wegen des großen aufschreiß in der Presse und von der CDU traut sich eine Regierungspartei da nicht ran. DAS ist das Problem.

Das gleiche gilt auch für die Zählstellen. Schon die Errichtung von einer führte zu einem medialen Aufschrei. Da gibt es dann eben in der Politik einige, die trauen sich nicht daraufhin 100 aufzustellen. Und ein wenig kann ichdas auch verstehen…

Und ein radweg wie An der Alster lässt sich mit ein bisschen Pflege und Belagserneuerung auch nicht retten. Dann ist er immer noch zu schmal und zu verschwenkt. .Der muss schon grundsätzlich neu konzipiert werden, um alleine den Anforderungen von heute zu genügen.

Dazu muss man sagen, dass diese Zählsäule dort nur teilweise repräsentativ ist. Durch den Ausbau des Harvestehuder Weges und jetzt der Fahrradstraße “An der Alster” weichen immer mehr Radfahrer aus um nicht diesen viel zu schmalen Radweg an der Alster nutzen zu müssen.

Dieser Radweg am Ostufer gehört aufgrund von Ende und Verkehrsaufkommen zu den größten Risikostrecken in Hamburg. Es wird Zeit, dass der morgendliche Hütchenmann in Rente geschickt wird und eine Fahrspur mit den Parkplätzen zum Radweg umgewandelt wird.

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