Junge Hamburger für Busbeschleunigung – Ältere dagegen

Junge Menschen in Hamburg bewerten das Busbeschleunigungsprogramm des Senats positiver als Ältere. Das geht aus einer repräsentativen HVV-Umfrage hervor. Unterdessen hat der Senat nun angekündigt, auf bestimmte geplante Baumaßnahmen im Zuge des Programms zu verzichten.
Von Christian Hinkelmann
Busbeschleunigung an der Staatsbibliothek in Hamburg
Busbeschleunigung in Hamburg: Ein Metrobus der Linie M4 an der im Jahr 2013 komplett umgebauten Haltestelle Staatsbibliothek. Busse haben an dieser Ampelkreuzung Vorrang.

Junge Menschen in Hamburg stehen dem Busbeschleunigungsprogramm des Senats offenbar deutlich positiver gegenüber als Ältere. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des HVV hervor, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.

Demnach bewerten unter den 16- bis 29-jährigen Befragten 46 Prozent das Projekt als “eher positiv”. Zehn Prozent vergeben ein “sehr positiv” und 18 Prozent sind unentschieden (“teils, teils”).

Je älter die Befragten werden, desto kritischer stehen sie laut Zeitungsbericht dem Busbeschleunigungsprogramm gegenüber. Bei den über 60-Jährigen entscheiden sich nur 19 Prozent für ein “eher positiv”, und nur neun Prozent für ein “sehr positiv”. 16 Prozent bewerten das Bus-Programm als “sehr negativ” und weitere 16 Prozent als “eher negativ”.

Auch bei der Geschlechterverteilung gibt es laut Abendblatt Unterschiede: Männer urteilen über das 259 Millionen Euro teure Busbeschleunigungsprogramm negativer als Frauen. 14 Prozent der Frauen vergeben das Urteil “sehr positiv”, bei den Männern sind es nur elf Prozent.

Für die repräsentative Umfrage hat die Forschungsgruppe g/d/p im Auftrag des HVV nach Angaben der Zeitung…

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7 Antworten auf „Junge Hamburger für Busbeschleunigung – Ältere dagegen“

Das Ergebnis der Umfrage ist doch kaum verwunderlich, entspricht es doch im groben der Struktur der ÖPNV Nutzer sowie auch der Struktur der MIV Nutzer.
Die Autofahrer sehen nur die angeblichen Nachteile für sich durch die Baumassnahemen und den reduzierten Platz auf der Strasse. Dass das meiste Geld im Rahmen der Busbeschleunigung für den Strassenbau ausgegeben wird, bleibt von den Kritikern gerne unerwähnt und der Senat ist auch nicht in der Lage diese Fakten zu verbreiten.
Die ÖPNV Nutzer, besonders die Busfahrgäste sind froh, dass überhaupt mal großflächig etwas in den Ausbau der ÖPNV Infrastruktur investiert wird. Es ist immerhin besser als nichts und auf U- oder Strassenbahn müssen wir noch lange warten.

@ifs: bitte nicht die Tatsachen verdrehen: Es gibt nur noch keine Stadtbahn/Straßenbahn, weil die SPD sie gestoppt hat, sonst würden jetzt schon die ersten Züge fahren!!!! bei aller berchtigten kritik an den grünen (die ich durchaus teile), aber die stadtbahn ist einfach alternativlos, und die ursprüngliche stadtbahnplanungen waren so schlecht nicht. die investitionen in den busverkehr sind nur bedingt sinnvoll, da kapazität, akzeptanz und komfort der busse nur sehr schwierig zu steigern sind. den bus kann man im übrigen auch durch weit weniger geld beschleunigen, vorrangschaltung und busspuren, geht eigentlich ohne große baumaßnahmen recht schnell. die spd will nur parallel auch den pkw-verkehr beschleunigen bzw. nicht behindern, und da beißt sich die katze dann gewissermaßen selbst in den schwanz.

@michael Ich ollte mit meine Post auch nichts gegen eine Planung einer Stadtbahn oder einer U-Bahn sagen, davon hatten wir in Hamburg schon einige. Ich wollte nur damit ausdrücken, dass eine gebaute Busbeschleunigung, so wenig sie auch am Ende zur Verbesserung des Busverkehrs beitragen wird, besser ist, als Planungen von letztendlich viel sinnvolleren Verkehrsmittel, die aber nur Planungen bleiben. Die NIMBIES oder Wutbürger werden sich gegen die deutlich umfangreicheren Bauarbeiten für Bahn schon zu positionieren.
Frei nach Rio Raiser: wenn ich Verkehrsenator in Hamburg wäre, würde ich U-, S- und Stadtbahnen bauen und Expressbusse wie z.B. in Berlin einführen, aber …

Klar, daß die Jüngeren die Busbeschleunigung gut finden, sie haben ja auch nicht den bitteren Nachgeschmack der Straßenbahn, die man ihnen gegen ihren Willen weggenommen hat. Jeder unter den Älteren, der noch damit gefahren ist, weiß, daß jede Straßenbahn, noch so alt, bequemer ist als der modernste Bus.

@spm9153
Darf ich Sie so interpretieren: “Jüngere sind FÜR eine Busbeschleunigung und Ältere sind FÜR eine Stadtbahn”?

@ Holger
Ich denke schon… Inzwischen sind es doch nur noch die weit über 40 Jahre alten, die sich noch an die Straßenbahn erinnern können. Aber wenn ich mit denen rede (bin selbst 49), dann höre ich immer wieder “Straßenbahn fahren war schön !” Tatsächlich ist man auch recht weite Strecken mit der Straßenbahn gefahren, heute steigt man lieber auf U- und S-Bahn um, sobald es geht. Diejenigen unter den Älteren, die heute gegen die Stadtbahn sind, sind es nur, weil sie der Politik nicht mehr Vertrauen, nach 35 Jahren hohlen Versprechen (1979 war die Wiedereinführung der Straßenbahn/Stadtbahn das erste mal zur Diskussion gekommen).
Die Jüngeren dagegen haben doch neben U- und S-Bahn nur den Bus gekannt, Straßenbahnen kennen sie nur vom sagen oder aus anderen Städten und alle scheinen tatsächlich davon überzeugt zu sein, daß das in Hamburg nicht geht, die Straßen zu eng sind, usw. Denen möchte ich nur entgegenhalten, daß eine Busspur breiter und unschöner ist als ein Stadtbahngleis (heute oft als Rasengleis). Ein weiterer negativer Aspekt von Busspuren ist, daß sie sehr schnell ausgefahren werden, da der Bus immer auf dem selben Streifen fährt und den Asphalt rinnenförmig ausfährt. Dies kann man nur durch betonierte Busspuren verhindern, die aber wiederum viel lautere Fahrgeräusche verursachen.

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