Keine zusätzlichen S-Bahnen nach Bergedorf

Auf der chronisch vollen S-Bahn-Strecke nach Bergedorf werden keine zusätzlichen Züge eingesetzt. "Nicht nötig", und "zu teuer", sagt der Senat und kassiert damit innerhalb weniger Wochen die zweite mögliche Angebotserweiterung im Hamburger S-Bahn-Netz.
Christian Hinkelmann
Historische Weihnachts-S-Bahn in Bergedorf neben einer S21
Eine historische S-Bahn der Baureihe 471 mit Weihnachtsdeko im Bahnhof Hamburg-Bergedorf neben einem Planzug der Linie S21

Der S-Bahn-Verkehr von der Innenstadt nach Bergedorf wird nicht ausgebaut. Der Hamburger Senat hat ein entsprechendes Angebot der S-Bahn Hamburg GmbH abgelehnt. Das geht aus der Antwort auf eine kleine schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Dennis Gladiator hervor.

Demnach sind die S-Bahnen nach Bergedorf nicht voll genug, um zusätzliche Züge zu rechtfertigen. Erst, wenn während des Berufsverkehrs weniger als 57 Prozent der Fahrgäste einen Sitzplatz bekämen (zulässiger Grenzwert des HVV), gäbe es Handlungsbedarf, so der Senat. Auf der Strecke nach Bergedorf sei dies aber noch nicht der Fall.

Die S-Bahn Hamburg hatte der Stadt im Frühjahr angeboten, den Fünf-Minuten-Takt im Feierabendverkehr nach Bergedorf um eine Stunde zu verlängern – von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Die Taktverdichtung wäre bereits zum Fahrplanwechsel am 12. Juni 2011 möglich gewesen und hätte im Jahr rund 473.000 Euro gekostet.

Hintergrund für das Angebot sind die massiv gestiegenen Fahrgastzahlen. Seit 2005 gab es auf der Strecke einen Zuwachs von 14 Prozent. Allein im letzten Jahr waren pro Werktag in Richtung Bergedorf durchschnittlich 28.240 Fahrgäste unterwegs. Die „Bergedorfer Zeitung“ hatte im Januar über chronisch überfüllte Züge während der Hauptverkehrszeiten berichtet…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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