Kiel nimmt neuen Anlauf für den Bau einer Stadtbahn

Nur viereinhalb Monate nach dem endgültigen Aus der jahrelang geplanten Stadtregionalbahn gibt es in Kiel einen neuen Anlauf. SPD, Grüne und SSW fordern den Oberbürgermeister dazu auf, die Planungen für eine erste Strecke von Schönberg quer durch die Innenstadt bis Schilksee anzuschieben. Heute wird sich der Bauausschuss im Rathaus mit dem Thema beschäftigen.
Von Christian Hinkelmann
Die Stadtbahn von Aarhus befährt eine der wichtigsten Einfallstraßen der Stadt. Rasengleise sollen für ein gutes Klima sorgen
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In dem interfraktionellen Antrag bitten die Parteien darum, einen Planungsauftrag für die erste Stadtbahnstrecke an den schleswig-holsteinischen Verkehrsverbund NAH.SH zu vergeben und die Finanzierung dafür abzustimmen.

Die Linie soll von Schönberg über den Kieler Ostuferhafen, Hauptbahnhof, Universität, Holtenauer Hochbrücke und Friedrichsort nach Schilksee führen.

In dem Antrag kritisieren SPD, Grüne und SSW, dass der Öffentliche Nahverkehr in Kiel nur 10 Prozent Anteil am Gesamtverkehr hat. Zum Vergleich: In Hamburg sind es 19 Prozent. Außerdem habe der Kieler Busverkehr im vergangenen Jahr rund 800.000 Fahrgäste verloren. “Kiel braucht dringend eine Zukunftsperspektive für den ÖPNV, das kann nur eine Schienenlösung sein”, heißt es in dem Antrag.

Seit Einstellung der Straßenbahn im Jahr 1985 gab es in Kiel mehrfach Versuche, eine moderne Stadtbahn einzuführen. So wurde zuletzt mehr als zehn Jahre lang an einer Stadtregionalbahn geplant, die in der Kieler Innenstadt als normale Straßenbahn und außerhalb auf bestehenden Eisenbahnstrecken bis nach Eckernförde, Rendsburg, Neumünster und Plön fahren sollte.

Doch das Projekt konnte in den Landkreisen rund um Kiel nie wirklich überzeugen. Mitte Ma…

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8 Antworten auf „Kiel nimmt neuen Anlauf für den Bau einer Stadtbahn“

Ich bin ja weiterhin gegen die Stadtregionalbahn (Reaktivierung der Strecke nach Schönberg gerne, aber als normale RB) und für eine einfache Stadtbahn mit 3 Linien:
1) Schilksee – Friedrichsort – Hochbrücke – Wik – Innenstadt – Hbf – Gaarden – Ellerbek – Dietrichsdorf
2) Mettenhof – Kronshagen – Exer – Hbf – Gaarden – Elmschenhagen (- Ostseepark)
3) Suchsdorf – Uni – Innenstadt – Hbf – Südfriedhof – Hassee – Russee
Damit wären fast alle bevölkerungsreichen Gegenden Kiels abgedeckt, die restlichen ließen sich dann wunderbar per Bus erschließen. Und für die Giebiete um Kiel herum gibt es Regionalbahnen…ich versteh überhaupt nicht, was viele Leute an einer Stadtregionalbahn so toll finden. Wenn ich von außerhalb komme, will ich doch möglichst schnell zum Hbf oder in die Innenstadt gelangen…und das ist bisher bestens gegeben. Wer aus Gettorf z.B. will denn nach Suchsdorf (sollte er das wollen, gäbe es dort ja bereits einen Bahnhof) oder wenn er zum Hbf will, erstmal gemütlich durch Suchsdorf oder an der Uni vorbei juckeln.

Komisch, in Hamburg will die SPD tunlichst keine Stadtbahn, hat die Straßenbahn selber abgeschafft…

und in Kiel will sie genau diese dann umso mehr, irgendwie lustig ^^

@Jan-Christian

In Hamburg wird es auch keine “Reine Stadtbahn” geben.
In erster Linie geht es das Bussystem in Hamburg zu optimieren und den Radverkehr dafür zu verbessern.
Wird sich irgendwann die Politik entscheiden die U4 von den zukünftigen Elbbrücken bis HH-Harburg zu verlängern würde sie als Stadtbahn rollen.

Kiel wächst ja auch und mit ca 300.000 Einwohner die bevölkerungsreiche Stadt in Schleswig-Holstein . Der Busverkehr braucht dort auch mal Entlastung.

Viele Grüße

Die Entscheidung ob Hamburg und Kiel die Olympischen Spiele 2024 austragen wird fällt 2017.
Es bleibt also nicht viel Zeit für lange Diskussionen und Planspielen jeglicher Art. Die dringlichste 1. Strecke
Linie 1 – Suchsdorf-Universität- Holtenauer Str. -Centrum- Hbf- Gaarden-Diedrichsdorf sollte kurzfristig realisiert werden.
Optional die Verlängerung nach Schilksee bei Olympia- Entscheidung für Kiel. Die Strecke nach Schönberg wird von der RB hoffentlich bald bedient. Danach die Linie 2- Mettenhof- Kronshagen-Exer- Hbf – Elmschenhagen.
Dazu kommt noch eine Neuordnung des vorhandenen Busnetzes mit ensprechender Verknüpfung und Taktung mit Stadtbahn und den RB-Linien. Eine völlig ausreichende erweiterungsfähige Lösung für die Monokultur Bus könnte hier für Jahre den ÖPNV bereichern und verbessern.

Bräuchte Kiel nicht erstmal ein besseres Busnetz? Ist ja ganz schön, dass an jeder Ecke eine Haltestelle ist. Aber was nützt die, wenn dort nur alle halbe Stunde (vor allem am Wochenende) ein Bus vorbeikommt? Liniennetz verschlanken und die Takte verdichten hätte doch zunächst auch schon mal was…

@Jan-Christian: Naja, Kiel hat ja auch keine S- oder U-Bahn — in Kiel wird die Stadtbahn eher den Bedarf einer derartigen Bahn übernehmen. Hamburg hat S, U und Metrobuslinien

@Aus_Norderstedt: Das Problem ist halt wieder die Frage, wo du denn dein Busnetz haben willst. In den Gebieten Uni, Innenstadt, Wik, Projensdorf, Dreiecksplatz, Exerzierplatz, Gaarden-Ost hast du gewöhnlich selbst am Abend am Wochenende Busse fast alle 5 Minuten (bedenke, dass oft mehrere Linien sich eine Strecke durch die Stadt teilen, und nur die Regionaläste unterschiedlich sind). Da noch was zu verbessern in einer Stadt, wo der Busverkehr grade recht unprofitabel ist, ist nicht politisch machbar.

Es gibt ja fertige Planungen für die Stadt Regionalbahn. Wenn man jetzt in Kiel die ja auch so sinnvollen innerstädtischen Strecken baut, möglicherweise unter Berücksichtigung olympischer Belange, kann man relativ kurzfristig mit dem Straßenbahnnetz beginnen ohne jetzt erneute unendliche Trassendebatten. Diese Debatten bedrohen das Projekt und haben das Umland abspringen lassen.
Erreicht der erste Stadtbahnzug die Kieler Stadtgrenze dauert es erfahrungsgemäß nicht lange, bis auch ins Umland verlängert wird. Aber sehen wollen die Leute die Stadtbahn und nicht nur die Politikerblasen a la Donald Duck. Ach wäre die Stadtbahn eine Straße für VWs und Audis etc, wie lange führe sie dann schon.

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