Nach den deutlichen Kostensteigerungen bei den geplanten Hamburger S-Bahnlinien nach Bad Oldesloe (siehe hier) und Kaltenkirchen (siehe hier) wird nun das nächste Bahnprojekt im Norden deutlich teurer als geplant: Es geht um die 24 Kilometer lange Strecke zwischen Kiel und dem Schönberger Strand, die eigentlich bis 2020 für den regelmäßigen Personenverkehr reaktiviert werden sollte.
Bisher waren für den Ausbau, der bereits seit 2014 läuft (siehe hier), rund 35 Millionen Euro kalkuliert. Doch diese Summe ist jetzt nicht mehr zu halten. Bis zu 50 Millionen Euro soll das ÖPNV-Vorhaben nun kosten – weitere Preissteigerungen sind möglich. Das schreiben die Kieler Nachrichten und berufen sich dabei auf die AKN, die den Streckenausbau im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein verantwortet.
Lange Verzögerungen lassen Baukosten offenbar immer weiter steigen
Der Grund für die deutliche Kostensteigerung sind demnach die allgemein steigenden Baupreise sowie der schlechte Ober- und Unterbau der im Jahr 1897 eröffneten Strecke. Laut der Zeitung soll die Tragschicht unter den Gleisen teilweise aus Sand und nicht – wie üblich – aus Kies und Erde bestehen.
Verkehrsminister stellt Gesamtprojekt infrage
Das Land stellt aufgrund der Kostensteigerung jetzt das ganze Schienenprojekt infrage und droht, die Notbremse zu ziehen: „Wenn das Projekt über 40 Prozent teurer wird, dann muss man die grundsätzliche Frage nochmal stellen“, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presseagentur. Fraglich sei, ob das Projekt einen „vernünftigen Kosten-Nutzen-Faktor“ habe. „Nach einer Neuberechnung sind auch eine Reduzierung des Vorhabens oder ein Verzicht auf das Projekt mögliche Szenarien“, so Buchholz zu den Kieler Nachrichten.
6 Antworten auf „Kostensteigerung: Bahnstrecke Kiel – Schönberg droht das Aus“
Dieses wichtige Projekt zu stoppen, das der Verkehrswende dient und der besseren ÖPNV-Anbindung von Schönberg und Strand wäre ein Skandal und verkehrspolitische Dummheit zugleich. Alles wird teurer, warum soll gerade an Bahnprojekten gespart werden? Können Politiker nicht koordinieren, was wichtig ist und was nicht? Wie wäre es z.B. mit der Kürzung der hohen Abgeordnetendiäten und endlich der Einführung der PKW-Maut für ALLE bzw. der Verdoppelung der LKW-Maut, die sowohl der Umwelt, als auch Stärkung des Schienenverkehr beitragen würde, und Strassen entlasten? Soweit kann die Politik nicht denken, kein Wunder, die Auto-Partei FDP mischt mit!!! Ich würde nie mehr wählen gehen, wenn so eine wichtige Sache, die bereits begonnen hat, gestoppt würde. Spart bitte woanders, z.B. Geld ständig ins Ausland verschleudern, Gorsch-Fock, Auslandseinsätze, Gigaliner usw. Ja auch beim Straßenbau muß gespart werden. Aber lasst bitte Bahnprojekte von Sparmassnahmen unberührt, die Bahn Kiel-Schönberg m u ß reaktiviert werden. Dies läßt sich bestimmt kostengünstiger realisieren, es muß ja nicht alles hochmodern sein. Zur not müssen die Züge etwas langsamer fahren, das iost besser als garnicht. Und bitte nicht weiter hinauszögern, das hat die Sache auch teurer gemacht. Würde man nicht so viele kosten intensive Gutachten erstellen, sondern gleich reaktivieren, wäre das alles viel billiger.
Da die S21 nach Kaltenkirchen jetzt auch nicht so gut geplant wurde, wirft das ganze kein gutes Licht auf die AKN…
Ihr hättet ruhig wenigstens ein Bild von der Museumsr…straßenbahn hineinstellen können. ?
Das hätte bestimmt nicht nur mir gefallen 😉
Um genau welche Strecke geht es denn nun wirklich?
Meines Wissens wird die Strecke Schönberg – Schönberger Strand von der VVM Museumsbahn-Betriebsgesellschaft mbH betrieben:
Es soll die Gesamtstrecke bis Schönberger Strand reaktiviert und modernisiert werden.
Dass der Abschnitt von Schönberg nach Schönberger Strand der Museumsbahn gehört, macht nichts.
Die sind mit eingebunden und werden später einmal Trassengebühren für das Befahren ihrer Strecke bekommen.
Meine Meinung nach hätte es schon viel früher in fahrt gebracht werden müssen über all Wirt Geld ausgeben für die Gorch Fock und wo noch überall aber nicht für die Leute die es wollen.