Länge der Fahrradwege ist seit 2008 deutlich gestiegen

In Hamburg gibt es immer mehr neu ausgebaute oder instandgesetzt Fahrradwege. Seit 2008 ist die Zahl der neu angelegten oder instandgesetzten Routen von 8,7 auf 22,2 Kilometer in 2012 gestiegen.
Christian Hinkelmann
Fahrradfahrer fahren auf einem modernen Radweg in Hamburg
Fahrradfahrer fahren auf einem modernen Radweg in Hamburg

Das geht aus dem aktuellen Fahrradverkehr-Fortschrittsbericht des Hamburger Senats hervor, der alle zwei Jahre erstellt wird.

Demnach sollen in den kommenden vier Jahren mehr als 100 weitere Kilometer Radweg neugebaut oder saniert werden.

Außerdem steigen laut dem Bericht immer mehr Hamburger von anderen Verkehrsmitteln aufs Fahrrad um. So ist der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr 9 Prozent im Jahr 2002 auf 12,2 Prozent im Jahr 2008 gestiegen. Ziel ist ein Anteil von 18 Prozent. Bis wann dieser Zielwert erreicht werden soll, nennt der SPD-Senat in seinem Bericht nicht.

Den Hamburger Grünen geht der Radwege-Ausbau nicht weit und schnell genug. Die Partei will in der heutigen Bürgerschaftssitzung einen Antrag stellen, in dem mehr Fahrradstraßen, Fahrradampeln und Radfahrstreifen gefordert werden.

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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2 Antworten auf „Länge der Fahrradwege ist seit 2008 deutlich gestiegen“

Sind die Fahrradwege seit 2008 alle ein wenig länger geworden oder ist die Länge des Radwegenetzes gestiegen?

Übrigens wird gar nicht gegengerechnet, wieviele Kilometer Radverkehrsanlagen ständig wegfallen. In letzter Zeit sind einige Kilometer in der Hallerstraße weggefallen. Auf den dortigen Gehwegen darf nicht mehr geradelt werden. Gleiches gilt für Teile der Ohlsdorfer Straße: Früher Kombiwege, dann Gehweg mit Radfahrerfreigabe, dann Fahrbahnradeln. In der Heimfelder Straße wurden Radwege abgebaut – ersatzlos. Das Befahren des Gehwegs in der Edmund-Siemers-Allee auf der Bahnseite, eine wichtige Verbindung, wurde mittlerweile verboten, weil zwischenzeitlich die Autofahrspuren verbreitert wurden – auch etwas weniger Radverkehrsnetz. Am Neuen Jungfernstieg unter der Bahnlinie hattes es bis zum Veloroutenbau in beiden Tunnelröhren je einen Einrichtungsradweg, später wurde der gesamte Radverkehr auf die westliche Tunnelseite auf einen einzigen Zweirichtungsradweg verbannt, für eine extra Autofahrspur.

Darüberhinaus sollte die FHH die märchenhafte Zahl, die für das Radwegenetz angegeben wird, plausibilisieren. Etwa die Hälfte der Radwege sind nur virtuelle Radwege, weil dauerhaft unbenutzbar. “Radwege” wie in der Langenhorner Chaussee sind keine Radwege. Dort müssen Radfahrer trotz Radwegzwang auf der Fahrbahn fahren, auf fast gesamter Strecke. Alle Radwege, die im Dooringbereich der angrenzenden legalisierten Parkplätze sind, sind virtuelle Radwege. Andere “Radwege” sind dauerhaft seit Jahren verlandet und mit Wildgehölzen bewachsen.
In aller Regel fahren Hamburgs Radler dort regelwidrig auf den Gehwegen. Denn Radfahrer müssen den Sicherheitsabstand zu parkenden Autos von mind. einem Meter einhalten, damit sie nicht gegen die Türen krachen, ansonsten tragen sie eine Mitschuld beim Unfall. Da Hamburgs ältere “Radwege” nur die Standardbreite von einem Meter haben und meistens direkt daneben geparkt werden darf, existieren diese “Radwege” nur für die Radwegestatistik der Behörde oder das Statistikportal der Länder, z.B. für Bewerbungen um Umwelthauptstadttitel . . .

Nett, dass man sich auch um die Radler kümmert. Spätestens, wenn die jetzigen Busfahrer zu großen Teilen auf das Fahrrad umsteigen, wird Scholz vielleicht mal an eine Stadtbahn denken^^.

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