Hamburg soll Fahrradstadt werden. Ein Viertel aller Wege, die die Hamburgerinnen und Hamburger unternehmen, sollen mit dem Fahrrad erledigt werden. Das war das erklärte Ziel, das sich der rot-grüne Senat bis zum vergangenen Jahr selbst gesetzt hatte.
Doch die Realität ist eine andere. Bis 2023 kam der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr laut einer Studie des Bundesverkehrsministeriums, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, nur auf magere 16 Prozent.
Und auch beim Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur klaffen Anspruch und Realität weit auseinander: Der Radwegeausbau lag seit 2015 in vielen Jahren unter den Zielmarken, die sich der Senat selbst gesetzt hatte.
Mehr noch: Im vergangenen Jahr verlor der Radwegebau – e…









2 Antworten auf „Langzeitanalyse: Warum der Hamburger Senat beim Radwegebau an Tempo verliert“
Das nicht eingehaltene Radwegeausbauziel passt in die Reihe der Wortbrüche (siehe Elbtower) des jetzigen Senats. Die grenzenlose Mogelei zwischen echtem Radwegeausbau als Hochbordradweg oder separater Radweg gegenüber der bloßen Abmarkierung eines Radwegestreifens tut ein übriges. Man könnte zumindest durch die Ausschilderung und, hier würde eine Markierung reichen, der Führung Radwegen durch Wohngebiete ganz schnell eine durchgängiges Radwegenetz gestalten ohne kostspielige und konfliktträchtige Neubauten. Der Parkplatzstreit zeigt aufs Beste, wie wenig die SPD an einer echten Verkehrswende interessiert ist. Schade und schon wieder vertut Hamburg riesige Chancen. Dafür werden jetzt Millionen für eine Pro Olympia-Werbekampagne verausgabt, statt dieses Geld für den beschleunigten Radwegeausbau zu verwenden. Anstatt in dieser Frage den Konflikt zu wagen, kneifen die Grünen jetzt und wundern sich dann, dass sie rapide an Wählerzustimmung verlieren.
Mit dem knapp zwei Jahre andauerndem Moratorium sowie dem Durchzählen von Parkständen wird viel Zeit und Geld verschenkt. Ein Stillstand von fertig geplanten Projekten ist rational nicht begründbar und wird einer Metropole nicht gerecht.
Besonders betroffen sind ökonomisch schwache Menschen ohne Auto, da diese überproportional auf sichere Fuß- und Radwegeinfrastruktur angewiesen sind. Damit werden Ungleichheiten in der Verkehrsteilhabe perpetuiert. Dies steht in direktem Widerspruch zum Motto der SPD: „Soziale Politik für dich“.