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LINKE: HVV-Seniorenticket verteuert sich doppelt so stark wie Rente

Die HVV-Preise für Senioren sind in Hamburg in den vergangenen neun Jahren doppelt so stark gestiegen wie die Renten. LINKE: "Ältere Menschen bleiben auf der Strecke".
Christian Hinkelmann
Fahrkartenautomat an Bushaltestelle in Hamburg
Fahrkartenautomat an Bushaltestelle in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

Seit vielen Jahre steigen die HVV-Fahrpreise deutlich stärker als die durchschnittlichen Verbraucherkosten. Zwischen 2008 und 2017 haben sie im Schnitt um 31,4 Prozent zugelegt.

Auch ältere Menschen sind von diesen Erhöhungen  betroffen. Das hat eine Antwort des rot-grünen Senats auf eine Anfrage der LINKEN-Fraktion ergeben (Drucksache 21/13319). Demnach haben die Preise für die HVV-Seniorenkarte zwischen 2008 und 2017 um durchschnittlich rund 28 Prozent zugelegt, während die Renteneinkünfte im Schnitt nur um 14,92 Prozent gestiegen sind, wie die LINKE mitteilte.

Damit sind die Preise für die HVV-Seniorenkarte laut LINKE rund doppelt so stark gestiegen wie die Renten.

LINKE bezeichnet Preispolitik des Senats als zynisch

„Angesichts der kürzlich vorgestellten Geschäftszahlen der Hochbahn kann man die Preispolitik des Senats nur noch als zynisch bezeichnen“, so die verkehrspolitische Sprecherin der LINKE, Heike Sudmann. „Mit Preiserhöhungen weit über der Einkommensentwicklung wird bei der städtischen Hochbahn AG ein Kostendeckungsgrad von 92,9% erreicht. Auf der Strecke bleiben die älteren Menschen, die für die Teilhabe am sozialen Leben auf einen gün…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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11 Antworten auf „LINKE: HVV-Seniorenticket verteuert sich doppelt so stark wie Rente“

wgr22453
Guter Kommentar, kann ich nur voll unterstützen.
Nur deine Satire habe ich nicht verstanden. Ist das nicht die offizielle Politik von vielen Hamburger Parteien, also keine Satire, voll ernst gemeint, wenn ich mir den Umbau, auch mit den Ampelschaltungen, für die neuen Fahrradwege auf Hamburgs Straßen anschaue, ist schon gefährlich.
Die regierenden in Hamburg sind auch nicht dumm, irgendwo muss man anfangen zu sparen (Seniorenticket) denn der neue Fernbahnhof wird sicherlich teurer als sie uns jetzt erzählen, wird der Zuschuss für das Stadtrad nicht auch geringer?
Dafür wird der neue Bahnhof noch schöner als die Elbphilharmonie, auch wenn ich ihn als Pendler nicht so häufig nutzen werde wie Altona.

Die hohen HVV-Ticketpreise sind kein Wunder, wählt man in Hamburg doch statt pragmatischer Lösungen (Straßenbahnbau) doch lieber exzessiv teure Varianten (Zickzack-U-Bahn U5), die ja irgendwie bezahlt werden muss. Notabene: U-Bahnen haben nicht nur 10x so hohe Investtionskosten wie eine Straßenbahn, sondern auch 5mal so hohe Betriebskosten. Ferner wirken solche Unsinnprojekte wie die Schließung und Verlagerung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona nach Diebsteich Ticketpreis treibend. Denn in Altlna sind die Stationsgebühren für Regionalzüge bei 12 EUR/Halt, in Diebsteich bei 32 EUR!!! Diese Mehrkosten für den Regionalverkehr von ca. EUR 2 Mio./Jahr werden natürlcih auf die HVV-Ticketpreise umgelegt. Was Wunder, wenn dann die HVV-Ticketpreise schneller steigen als die Realeinkommen und die Verbraucherpreise.

Und dann könnte man noch in den Rückbau von Strassen investieren und dann wär doch alles geritzt….
Wir sollen gefälligst zuhause bleiben…

Hamburgs ÖPNV befindet sich in Teilen bekanntlich an der Belastungsgrenze. Ausgebaut wird, allerdings werden nur an wenigen Stellen die Kapazitäten. Größere Erhöhung der Kapazität wird mit der S4 (2025?) und mit der U5 (2030er) erwartet. Mutmaßung: Hamburgs Politik kann sich einen noch größeren Umstieg auf den ÖPNV gar nicht leisten, daher darf die ÖPNV-Nutzung finanziell nicht zu attraktiv sein. Andere Städte, auch Großstädte in Deutschland sind da mit Überlegungen in Richtung 365-Euro-Abo deutlich weiter, mutiger.

S21- und U4-Verlängerungen werden auch noch etwas auf der Schiene reißen. Kapazitäten lassen sich aber auch durch Taktverdichtung und weiteren Optimierungen erhöhen. Der Preis des Tickets sagt auch erstmal wenig, wenn man sich nicht anschaut, welche Verkehrsmittel auf welcher Fläche bzw. zu welchen Zielen zur Verfügung stehen.

Aber ja, finanziell sollte es nicht zu attraktiv sein. Hohe Preise schützen Enkel vor zu häufigen Besuchen der Wangenkneifer. Wozu man ein Abo braucht, wenn man das halbe Jahr auf Kreuzfahrtschiffen ist, erschließt sich mir so wenig wie die Betrachtung eines krummen Zeitraums von neun Jahren. Wirkt willkürlich wie die Altersgrenze 63 für das Seniorenticket. So zahlt meine Frau als Geringverdienerin (ca. 2,5 netto) gut 90 Euro, da ihr AG keine Proficard ermöglicht. Ihr Vater als Pensionär im Eigenheim kommt auf verträgliche 4,0 und kriegt das stärker subventionierte Ticket. Das nennt man in linken Kreisen dann wohl Umfairteilung.

„So zahlt meine Frau als Geringverdienerin (ca. 2,5 netto) gut 90 Euro, da ihr AG keine Proficard ermöglicht.“

Hat Ihre Frau über den Sozialzuschuss nachgedacht?

Sehr schöne Nachricht für die S21Verlängerung.
Diese Nachricht als häufiger S21 Nutzer ist fantastisch.

Lokstedter: Bis wohin fährt dann die S21, bis Schwarzenbek oder Büchen und auf der anderen Seite bis Pinneberg oder Elmshorn, oder noch weiter, mein Vorschlag dann auch eine S-Bahn mit Toiletten.
Bitte um Auskunft, vielen vielen Dank…ahh… vergessen, wann soll es denn losgehen?

Wenn man aus Richtung Bergedorf kommt und der Horizont am Hbf endet, kann das schon mal untergehen. Über den aktuellen Stand der Verlängerung von Elbgaustraße bis Kaltenkirchen wird auf dieser Seite regelmäßig berichtet. Elmshorn dürfte eher ein Thema für die S4 West sein.

Es grüßt der SUV-fahrende Blogstudent der Deutschen Bahn.

Lokstedter
Mein Kompliment, immer gut informiert, tut mir leid, hatte ich total vergessen mit Kaltenkirchen, wann soll der Umbau denn losgehen, ich hoffe nicht erst in 20 Jahren, oder kann die Verlängerung noch irgendeine Seite verhindern?
Weitere Frage: In Richtung Büchen ist auch etwas geplant, oder auch nach Geesthacht, gibt es auch Planungen für Toiletten in den S-Bahnen bei diesen weiten Fahrten?
Wäre freundlich wenn Du mich mal schlau machen könntest.
Vielen Dank im Voraus.

@Wandsbeker: Interessanter Ansatz. Ja, da ist auch aus meiner Sicht was dran. Der Schienennetz-Ausbau in Hamburg geht viel zu langsam und man zementiert damit auf lange Sicht eine „Zurückgebliebenheit“ gegenüber anderen Städten, wo man (nicht nur dank Straßenbahn) jetzt schon weiter ist und wo man ein höheres Ausbautempo vorlegt als das, was in Hamburg für die nächsten Jahre angedacht ist. Da ist der Hebel „Preispolitik“ zur Vermeidung einer weiter erhöhten Auslastung naheliegend, wenn man so benebelt, kurzfristig, autofanatisch und unnachhaltig denkt wie unsere regierende Politik und Verwaltung!

Von dieser Motivation gehe ich ebenfalls klar aus.
Hamburgs Massenmobilitätskonzept ist völlig, aber wirklich völlig nicht auf Kollektivverkehr, sondern auf Individualmobilität bezogen.

Fragt sich, wie lange das gutgeht. Bestimmt lange, siehe 3.-Welt-Länder:
Wenn es für das Auto nicht reicht oder es man den Stau nicht mehr aushält (wird nicht passieren – dafür wird man immer fettleibiger), nehmen Menschen auch lange Fußmärsche auf sich.
Und in Hamburg tun sie das ja auch jetzt schon – in keiner Stadt sind die Entfernungen zu Schnellbahnstationen gefühlt und gemessen so weit. Da dauert der durchschnittliche Weg eben immer 30-50% länger als in anderen Städten
Fragt sich nur, wie man den volkswirtschaftlichen Schaden mal einfließen lässt: Diese Kennzahl geht nämlich in keine Schulter-Klopfer-Berechnung ein, die z. Zt. auch hier herumgeistern wie geil man doch ist.

Anders gesagt (man mag’s kaum glauben):
ÖPNV ist ein Luxusgut in Hamburg. Und dennoch armselig dabei.

@Lokstedter:
Tolles und repräsentatives Beispiel eines besorgten Bürgers.
Sinnvolle Pauschalgrenzen sind gar nicht so einfach, nicht wahr!?
Ich hoffe, der Vater leistet seinen gerechten und kräftigen Anteil wenigstens bei der Steuer.

Ansonsten: Alles Lügen…

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