Verspätete S-Bahnen sind bei HVV-Fahrgästen ein Dauer-Ärgernis. Und schon bald könnte sich die Situation noch weiter verschärfen. Der Grund dafür findet sich allerdings nicht direkt in Hamburg, sondern 40 Kilometer jenseits der Stadtgrenze. Genauer gesagt: in Lübeck.
Zwischen dem dortigen Hauptbahnhof und Bad Schwartau in Ostholstein liegt ein rund fünf Kilometer langer zweigleisiger Streckenabschnitt, der sich in den kommenden Jahren zu einem zentralen Nadelöhr im norddeutschen Bahnnetz entwickeln könnte – mit Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr im Norden. Und damit auch auf die Hamburger S-Bahn.
Der Abschnitt befindet sich auf der Zulaufstrecke zur künftigen festen Fehmarnbeltquerung nach Dänemark sowie zu den Lübecker Häfen. Sobald der Ostseetunnel in Betrieb geht, kann genau hier zusätzlicher Fern- und Güterverkehr zu einem Problem werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kapazitätsstudie der Technischen Universität Braunschweig im Auftrag der Lübecker Hafen-Gesellschaft, die…









12 Antworten auf „Lübeck als Risiko für die S4? Eine neue Studie stellt Planungen infrage“
Die Lösung für eine pünktliche S4 sehe ich nicht in der Begrenzung auf Gartenholz oder gar nur Rahlstedt (was für eine wirre Idee), denn die bestehende Infrastruktur (d. h. die zweigleisige Fernstrecke und insb. der Hauptbahnhof) sind ungeeignet, um zusätzliche Regionalverkehre auf Ferngleisen in einer Taktfrequenz zu bedienen, die das Land als angemessen für diesen Verdichtungsraum ansieht.
Das wahre Problem liegt doch im geplanten 20-min-Takt zwischen Gartenholz und Bargteheide auf den Ferngleisen, sogar mit höhengleicher Kreuzung! Und seitdem der Umbau des Bahnhofs Bargteheide von DB InfraGO umgeplant wurde, mit einem separaten S-Bahnsteig auf der Nordseite, ist doch die Antwort klar: Es braucht für einen stabilen und schnellen Betrieb bis Bargteheide ein separates Gleis von Gartenholz, einschließlich Kreuzungsbahnhof in Delingsdorf, auf der Nordwestseite der Ferngleise. Sogar die Lage dieses Bahnhofs, mittig zwischen den beiden Wohngebieten an den Gleisen, mit genug Platz für ein Neubaugebiet in Bahnhofsnähe, ist offensichtlich.
Für die stündliche Weiterführung nach Bad Oldesloe sollten die bestehenden Ferngleise reichen.
Ich verstehe nicht, wie man sich im Land mit anderen Projekten so verzetteln kann. Geesthacht zweigleisig, elektrifiziert, mit Verbindungskurve nach Bergedorf…
Die S4 hätte vor 40 Jahren gebaut werden müssen, direkt nach Fertigstellung der S3. Dann wäre sie eine „ganz normale“ Hamburger S-Bahn geworden, finanziell in den Kosten, aber auch in der Taktung und Einbindung in das Bestandsnetz.
Jetzt werden die Kosten mit den derzeit kommunizierten knapp 2 Milliarden Euro exorbitant, für eine S-Bahn die vom Takt her, aber auch von der Infrastruktur her eingeschränkt sein wird.
Damit der NKF knapp über 1 gehalten werden kann, werden eben kein eigentlich notwendiges drittes Gleis bis Bargteheide, keine Einfädelungen in das Bestandsnetz über Überwerfungsbauwerke gebaut. Und es wird deshalb sogar die U4-Verlängerung nur bis in die Horner Geest gebaut und eben nicht bis Jenfeld Zentrum, wie es sinnvoll wäre. Wegen des geringen NKF der S4 wird deshalb kommuniziert, dass „Jenfeld mit der S4 angebundenen wird“. (Um die geografischen Realitäten zu sehen, genügt ein Blick auf einen x-beliebigen Stadtplan.)
Das Nadelöhr im Großraum Hamburg ließe sich einfach beseitigen, wenn man den S4-Ausbau auf die Strecke Hamburg Hbf. bis nach Rahlstedt begrenzen würde und die anderen Stationen nördlich davon im verstärkten Regionalverkehr bedienen würde. Dann ergäbe sich keine Verspätungseintragungen in das Hamburger S-Bahn-Netz und würde aufgrund attraktiverer Reisezeiten von Bad Oldesloe und Ahrensburg nach Hamburg City auch den Fahrgästen zu Gute kommen. Um die Güterverkehrsbelastung im Hamburger Stadtgebiet in Grenzen zu halten, ist ein Ausbau (zweigleisig und Elektrifizierung) der Strecken Lübeck – Grevesmühlen – Bad Kleinen vordringlch, um alle Güterverkehre, die nicht nach Maschen müssen, direkt nach Osten abzuleiten. Gleichermaßen ist die derzeit nur eingleisige Bahnstrecke Kiel – Lübeck – Büchen – Lauenburg – Lüneburg zweigleisig auszubauen, zu elektrifizieren und mit einem Überwerfungsbauwerk über die Strecke Hamburg – Berlin in Büchen zu versehen. Das wäre ein zukunftsträchtiges Bahnkonzept für den Fehmarnbelt-Hinterlandverkehr. Aber die DB und die Politik haben immer die Präferenz für teure, wenig durchdachte Porjekte, die letztendlich keinen Kapazitätszuwachs bringen.
Damit sind weitere verkehrliche Probleme voher zu sehen. Denn genauso war es damals mit dem „Neuen Elbtunnel“ in Hamburg, auch ein sehr bekanntes Nadelöhr, damals als der eigendliche Elbtunnel gebaut wurde (lange bevor es diesen Newsletter gab), wurde immer wieder gesagt das drei Röhren zu wenig sind, alleine wegen der Nord/Skandinavien und dem Süden, der ständig zu nahm, weil immer mehr Güter auf die Strasse ging als „Just in Tieme“, dann musste für sehr teures Geld die vierte Röhre gebaut werden, denn da ja bekanntlich diese Röhre genauso Teuer war wie die älteren Röhren. Das alles Passiert, weil die Politik nicht richtig Arbeitet. Denn die Politik sieht nur bis zur Nächsten Wahl, was dann kommt ist ja egal wie Teuer es dann wird. Da wir als Deutsche leider nichts aus unsere Geschichte Lernen. Denn was ich immer noch icht verstehe: WARUM wird die S-Bahn nicht gleich bis Lübek ausgebaut weerden, was eh kommen wird in einiger Zeit. Denn wenn die S-Bahn die gesamt Strecke auf eigenen Gleisen bis Lübek fährt. Aber man tut immer noch so, das der HVV als Insel Dauerhaft übeleben kann. Denn warum gelten nicht Einzelfahrscheine nicht bis Cuxhaven, nein da muss wieder Extra Überwachungs Bürokratie Stadtfinden. Denn um Kosten zu Sparen sollte NahSH und der VBN, der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), wie damals kurz vor der Wende als der Nordstaat Diskutiert wurde (Schleswig Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg), denn somit können Millionen eingespart werden. Darum würde es auch Zeit diesen Nordstadt inkl. Meklenburg Vorpommern, da würden Synergien frei werden und wäre auch mehr Geld für alle da. Aber keinen stört es das hier Millionen von Steuergelder verbrand wird, auch diese unsägliche „Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.“ sagt dazu wieder einmal nichts.
Und noch was zur Strecke Ahrensburg – Bad Oldesloe:
Die in der Verkehrsmengenprognose 2037 für die Strecke Lübeck – Bad Schwartau avisierten 7 bis 8 Güterzüge dürften wohl fast ausschließlich von bzw. nach Hamburg fahren. Das gilt sicherlich auch für die 2 Fernzüge. Dazu kämen 3 Nahverkehrszüge (2 RE Lübeck, 1 RE Kiel) und die 3 S-Bahnzüge. So kämen wir auf 15 bis 16 Züge je Richtung. Damit dürfte doch zwischen Ahrensburg und Bad-Oldesloe ein weiterer Engpass entstehen.
Den Teil dieser Züge, die nicht über Hamburg müssen, könnte man sicherlich über Lübeck – Lüneburg ableiten. Leider ist auf der Strecke keine Elektrifizierung mehr vorgesehen…
Wäre das Problem der S4 nicht vielmehr der Umstand, dass zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe keine separaten Gleise geplant sind?
Ich habe ein richtig schlechtes Gefühl, wenn eine S-Bahn eine vielbefahrende, international bedeutende Bahnstrecke, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten (80 – 160 km/h) von unterschiedlichsten Zügen befahren wird, nutzen soll. Dazu käme auch noch das niveaugleiche Kreuzen der Gleise der Gegenrichtung. Ich erkenne da eine deutlich erhöhte Unfallgefahr.
Ich hätte ein mulmiges Gefühl, wenn ich dort jeden Tag mit der S-Bahn fahren müsste.
Dass de facto von einem Rückgang des SGV ausgegangen wird, verwundert doch sehr. Zum einen hat sich Deutschland nach Staatsvertrag verpflichtet, bis Hamburg die Infrastruktur für die in Schweden üblichen 835m-Güterzüge auszubauen (siehe aktuelle Baumaßnahme in Oldesloe). Es ist also mit mehr Güterzügen von/nach Fehmarn zu rechnen. Zum anderen ist ja nicht davon auszugehen, dass der Zugverkehr Richtungen Hafen in Travemünde (und weiter Richtung Finnland/Baltikum) zurückgehen wird, eher im Gegenteil. Zumal die Fähren hier in der Regel nachts ankommen und Güterzüge entsprechend morgens zur HVZ Richtung Süden starten.
Man sollte sich jetzt wirklich endlich ehrlich machen: Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende.
In einem Stadtbezirk, der nur am Rande ein kurzes Stück S-Bahn hat, das zudem offenbar offiziell auch als nachrangig gegenüber dem „Airport“ angesehen wird, und der nur eine alte, schon vor hundert Jahren gebaute U-Bahn hat, ist es einfach unmöglich ein neues S- oder U-Bahn-Netz aufzubauen, oder auch nur eine einzelne neue Linie.
Das ist in Stadtbezirken, die schienenseitig immer alles bekommen haben, natürlich einfacher. Da braucht nur dort oder dort ein bisschen verlängert werden, oder an anderer Stelle eine Querverbindung eingebaut werden, und schon wird das gute Netz noch besser. Das schlägt dann auch sogar bis in die anschließenden außerhamburgischen Bereiche durch, wie gerade gegenwärtig die heißesten Diskussionen zur U1-Verlängerung in Norderstedt oder eines Haltepunktes „Henstedt-Ulzburg West“ zeigen. Da wird diskutiert „wie nichts Gutes“, das interessiert die Fans und die Aktivistis. Und deshalb kann man dann dort auch schnell „abgespeckte“ Planungen „umleiten“, wie ich es kürzlich mit der S6 gemacht hatte. Einfach als Linie von Harburg nach Elmshorn und einfach in S4 umbenennen, und schon hat man neben der noch besseren Anbindung der Süderelbe auch die gewünschte bessere Anbindung von Elmshorn und eine nochnoch bessere für Altona!!! oder die Schanze (bitte jetzt nicht streiten, wer was zusätzlich bekommt. 😉).
Außerdem könnten bei uns auf dieser Strecke nicht mal zum VHT Altfahrzeuge fahren, außer natürlich auf den Straßen daneben Busse, Busse, Busse. Und reisende Omas haben auch besser erreichbare Ziele in Wedel. Und selbst ein bestimmtes Fotorätsel kann nun nicht mehr gemacht werden, da jetzt tatsächlich das Schild, das an einer seit über vier Jahren geschlossenen Bahnstation auf eine RB und eine zu seiner Zeit dort niemals gefahrene S-Bahn verwiesen hatte, endlich entfernt wurde.
Wie gesagt, diese Linie wäre sowieso nur zu einem Placebo geworden, und dazu zu einem besonders teuren, mit einem Placebo-Takt und mit Placebo-Einbindungen ins Bestandsnetz, nicht nur am Ende, auch auf die GUB. Wie das meiste bei uns, z.B. Placebo-Fahrradwegabgrenzungen, die Schäden verursacht hatten und deshalb wieder abgebaut werden mussten.
Und da in unserem Bezirk vermutlich am entschiedensten eine Straßenbahn abgelehnt würde, bleibt es dabei:
Wandsbeker, fahrt Auto!
(Und für den, der sich das nicht leisten kann oder tatsächlich klimabewusst sein sollte, bleiben eben Busse, Busse, Busse.)
Wer jetzt Ironie, Sarkasmus oder Resignation herausgelesen hat, kann das gern behalten.
Hmm, das klingt alles ziemlich ärgerlich. Einerseits redet man überall von Engpassauflösung, aber dann baut man sich gleich zwei neue dazu. Hoffentlich kommen die Verantwortlichen schnell zu dem Schluss, dass der viergleisige Ausbau dringend notwendig ist.
Die ganze Planung war schon immer unterdimensioniert. Der Verkehr aus Skandinavien wird uns überrollen.
stimmt, es wird auch um Militärtransporte gehen und dann auch den Güterverkehr und alles durch das Nadelöhr Hamburg und Deutschland schläft munter durch. Warum plant man nicht bereits entweder den viergleisigen Ausbau bis Lübeck oder alternativ eine Neubaustrecke an der A1. Aber ich bin jetzt 60 und muß mich darüber nicht mehr aufregen.