Mehr als 220.000 Hamburger fahren mit Leihrädern

Das Hamburger Leihradsystem StadtRad boomt. 221.000 Nutzer haben sich inzwischen registriert. Am häufigsten werden die insgesamt 1.650 Räder im Sommerhalbjahr zwischen April und Oktober ausgeliehen.
StadtRad-Mietstation in der HafenCity in Hamburg
Eine StadtRad-Mietstation in der HafenCity in Hamburg

Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Till Steffen hervor. Demnach haben in den Wintermonaten 2013 um die 20.000 Kunden pro Monat das System genutzt. Im Sommerhalbjahr schnellte die Zahl auf bis zu 48.000 (August) hoch.

Die Grünen wollen das Leihradsystem nun weiter ankurbeln. Morgen Nachmittag berät die Hamburgischen Bürgerschaft über einen Grünen-Antrag auf 50 zusätzliche StadtRad-Verleihstationen in Hamburg. Bislang gibt es in der Hansestadt 129 StadtRad-Stationen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels waren die oben genannten Nutzungszahlen falsch zugeordnet. Wir bitten dies zu entschuldigen.

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9 Antworten auf „Mehr als 220.000 Hamburger fahren mit Leihrädern“

Ja und? Dafür hätte ich keinen Cent übrig. Wenn man schon das Radfahren subventionieren muss, dann subventionieren wir demnächst auch noch das Zufußgehen oder wie?! Für mich ist das ohnehin eine beinahe pathologische Ideologie. 10 Radfahrer behindern den Verkehr mehr als 100 Autos. Mir ist das schon lange ein Dorn im Auge, dass aus jeder Ecke tieffliegende Radler rausgeschossen kommen und sich benehmen, wie die Axt im Walde und auf Regeln sch***.
Ja, ja-ich weiß. Ich bin ein Populist und andere Verkehrsteilnehmer fallen auch negativ auf…
…wie der Pferdeapfel: der fällt auch negativ auf…

Radverkehr ist grundsätzlich eine tolle, stadtverträgliche Sache, besonders auch im Vergleich zum Autoverkehr.

Was jedoch die Leihräder betrifft: Offenbar wird, wenn man die Zahlen durchkalkuliert, jedes Leihrad im Schnitt weniger als 1 Mal am Tag ausgeliehen (bei im Mittel offenbar um die 30.000 Entleihvorgängen pro Monat und 1600 Rädern).

Und mit Leihrädern werden rund 0,015% aller Wege in Hamburg zurück gelegt.

Das klingt nach einem ähnlich durchschlagendem Erfolg wie beim Carsharing – wobei dort werden ja bereits ganze 0,03% aller Wege bzw. um die 0,05% der Autofahrten durchs Carsharing ersetzt.

@ Busfahrer: Vorsicht, Ihr Dorn im Auge sind nicht “die Radfahrer” sondern “rücksichtslose Verkehrsteilnehmer”. Und die gibt es auch unter 100 Autofahrern und nerven dort genauso. Jedoch können sie mehr Schaden anrichten und benötigen mehr Infrastruktur.

Allerdings halte ich es für keinen großen Aufreger, das Stadtrad erst mal so belassen. Wenn ich das Rad in der Stadt brauche, nehme ich es in der Bahn mit oder organisiere wegen der Sperrzeiten mir ein Rad anderweitig.

@TransitPlanner: Die Rechnung geht so nicht auf, ein Kunde kann ein Rad auch mehrfach im Monat nutzen. Im Sommer wird jedes StadtRad bis zu 10 Mal am Tag genutzt.

@Busfahrer: Autofahrten werden in Deutschland seit Jahrzehnten subventioniert, gelöst hat das die Verkehrsprobleme bisher nicht.

@Josef,@ KK
Autofahrer werden subventioniert? Hihi. Das erzähl mal einem Speditionsbesitzer oder einem Taxiunternehmer, die hauen dir das um die Ohren, das kannst mal glauben.
Ein ordenliches Rad bekomme ich ab 400€, da muss ich nix subventionieren. Wer Rad fahren will, der soll das machen,aber auf eigene Kosten! Zudem werden Autos nicht subventioniert, sondern Autofahrer subventionieren alle anderen Verkehrsteilnehemer noch mit!! Als Radler zahle ich keine Kfz-Steuer, keine Kraftstoffsteuer, keine Anmeldegebühren und ich brauche noch nicht einmal eine Versicherung. Wenn ich das noch subventionieren muss, dann aber Gute Nacht, Deutschland.

Man darf hier folgendes nicht durcheinander bringen:
natürlich ist ein Fahrrad für die Umwelt besser als ein Auto und auch die Betriebsgefahr eines Fahrrades ist deutlich geringer, als die eines Kfz. und grundsätzlich ist es natürlich auf dem Rad gefährlicher, als in einem Auto, und Räder verschleissen die Verkehrsinfrastruktur nur geringfügig, keine Frage.Darum geht es mir auch nicht, das ist unumstritten. Ebenso habe ich nichts dagegen, wenn wir ein paar Räder mehr und ein paar Autos weniger hätten..wenns denn so einfach wäre… Die Verherrlichung einer gerade in Mode befindlichen Ideologie hat in den letzten 20 Jahren unerträgliche Ausmaße angenommen und die Fakten werden verdreht, wo es nur geht. Natürlich kann ein Rad nicht das Auto zu Tode fahren. Diesen Umstand nehmen allerdings immer mehr Radfahrer zum Anlass, einfach die Vorfahrt zu nehmen, die Ampelkreuzung bei rot zu passieren oder durch Busanlagen zu brettern, wie sie lustig sind. So nach dem Motto:”Das Kfz darf mich ja nicht einfach um fahren, also kann ich auch fahren,wie ich will. Die Autos haben zu bremsen, basta” (Aber wehe ein Autofahrer übersieht den Radler beim Abbiegen) Die genannten Beispiele treffen (fast) nur auf Radfahrer zu und werden idR von keiner anderen Teilnehmerart derart-sagen wir-praktiziert. Diese Mentalität ist unter Radfahrern sehr verbreitet und eigentlich weiss das auch fast jeder, der mit offenen Augen im Straßenverkehr unterwegs ist. Mindestens 30% der Radfahrer fahren chronisch und voll absichtlich bei rot. Das stelle man sich mal bei Autofahrern vor..wie viele Tote wir dann wohl pro Tag hätten?!Man will sich hier offenbar Verkehrsraum “erstehlen” weil selbiger angeblich nicht für Radfahrer zur Verfügung steht. Deswegen werden auch Benutzungspflichten missachtet oder Einbahnstraßen in falscher Richtung befahren oder durch Fußgängerzonen und Haltestellenbereiche gebrettert. Die Ausreden von angeblich zu schlechten Radwegen ist ohnehin lächerlich, weil die meisten Straßen viel schlechter sind, als die meisten Radwege. Ich kann das beurteilen, weil ich jedes Jahr 60.000km mit dem Bus oder Auto(in der Stadt!) unterwegs bin und mindestens 1500km mit dem Rad. Hierzu kann ich noch sagen, dass ich als Radfahrer öfter von anderen Radfahrern gefährdet werde, als von Autofahrern. Man kann kaum 100m fahren, ohne dass einem ein Geisterfahrer entgegen kommt, man rücksichtslos überholt und geschnitten wird oder abgestellte Räder den Radweg blockieren, sodass man über Gehwege ausweichen muss.
Ebenso ist immer häufiger zu beobachten, dass bewusst Berufskraftfahrer wie Bus-Taxie-oder LKW-Fahrer provoziert werden, damit sich selbige zu einer “Sanktionsmaßnahme” hinreissen lassen um deren vermeintlich aggressives Fahrverhalten zu belegen. So wird dann mal eben das Kennzeichen aufgeschrieben oder der Fahrer fotografiert und natürlich eine Beschwerde beim betreffenden Unternehmen eingereicht. Zum Glück ist das von den Betrieben längst durchschaut worden und man geht entsprechend damit um. Auch bei der Hamburger Staatsanwaltschaft ist bekannt, dass “erfundene” Tatbestände angezeigt werden und so mancher Amtsanwalt hat den Spieß umgedreht und der Radler zahlt jetzt an den Kraftfahrzeugführer:-)
Von den Kurier-Radlern rede ich noch gar nicht. Ich glaube auch, dass jeder, der das hier liest weiss, was ich meine:-)
Damit wir uns nicht falsch verstehen, Leute: ja, ich weiss!! Auch Unter Auto-Bus-Taxie-und LKW-Fahrern gibt es unverantwortliche Vollidioten und auch ich finde Autos wie Q7, Toureg oder andere Monsterkisten überflüssig und nervig, aber insgesamt ist nicht abstreitbar, dass Radfahrer überdurchschnittlich oft Verkehrsregeln bewusst missachten, weil sie sich im Recht fühlen und man sich darauf beruft ja schliesslich der Schwächere zu sein und zudem noch der angeblich moralisch bessere Teilnehmer sei, der mit “gutem” Beispiel vorrangeht…schön wärs!!

Hallo Busfahrer,

zu den volkswirtschaftlichen Gesamtkosten der KFZ-Nutzung gibt es eine interessante Studie der TU Dresden (nachzulesen hier http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/vkw/ivs/oeko/dateien/The_true_costs_of_cars_DE.pdf ). Das Fazit: Die Kosten sind nicht durch das Gesamtaufkommen von KFZ-Steuer, Mineralölsteuer, Straßennutzungsabgaben ect. gedeckt. Das bedeutet, diese Kosten trägt jemand anderes, ich habe das oben flapsig als Subvention bezeichnet. In der Folge passiert das “Weil „Andere“ für große Teile
der Verkehrskosten bezahlen, nutzen Europäer das Auto zu häufig.” – so die Studie der TU Dresden.

@ KK
das akzeptiere ich auch. Alles in allem sind Autos sicher keine Heilsbringer. Dennoch sind sie innerhalb unserer Kultur tief verwurzelt, sorgen für Wohlstand und Arbeistplätze (Industrie, Logistik, Tourismus etc).
Außerdem sind Millionen von Menschen auf die Mobilität angewiesen, die sie teilweise und regional abhängig, nur mit dem eigenen PKW bekommen. Hinzu kommt, dass das eigene Auto immer teurer wird. Insofern finde ich es nicht gerechtfertig zu sagen, dass Autos unterm Strich einen Schaden anrichten, der gegenüber anderen Verkehrsmitteln angeblich zu hoch ist. Richtig ist, dass die Steuern für PKW stark gesunken sind.(Steuer je PKW) Das liegt aber nicht daran, dass man Autofahrer subventioniert, sondern dass man die Technologie subventioniert, die dazu geführt hat, dass ein Auto heutzutage immer weniger Schadstoffe ausstößt, weniger Kraftstoff verbraucht und leiser ist als früher. Wenn wir noch heute das System von früher hätten (Steuer abhängig von der Größe der Maschine) würde Deutschland in Geld schwimmen und könnte goldene Leitplanken bauen.
Ich als Busfahrer befürworte doch erst recht, dass es weniger Autos auf der Straße geben sollte. Aber meine Erfahrungen aus dem täglichen Alltag, die ich w.o. geschildert habe zeigt schon, dass die Welt nicht gerettet wird, wenn wir alle Rad fahren.

Hallo Busfahrer,

das klingt schon deutlich differenzierter 🙂
Persönlich finde ich trotz der genannten Gründe (Wirtschaftsfaktor Autoindustrie, fehlende Alternativen vor allem auf dem platten Land) das wir gerade in Großstädten wie Hamburg dem MIV zu viel Raum geben (wörtlich und finanziell).
Leider ist auf vielen Relationen der ÖPNV in Hamburg keine vernünftige Alternative und durch das Stückwerk der Fahrradinfrastruktur in Hamburg auch das Radfahren nicht risikolos möglich.
Ich fahre normalerweise zwischen 4000 und 6000km in Hamburg Rad, habe ein Semesterticket (was ich einer Verletzung wegen in den vergangenen 6 Wochen intensiv nutzen musste) und fahre ab und an mit dem Auto meines Mitbewohners. Aber trotz meines rechtswissenschaftlichen Studiums ist es mir als Radfahrer in Hamburg oft nicht möglich, zu erkennen, was die rechtlich korrekte Lösung zur Überquerung einer Kreuzung ist, zu abstrus sind die Regelungen in Hamburg. Mittlerweile weiß ich auch um die Benutzungspflichtproblematik gut Bescheid, wenn es einen benutzbaren Radweg gibt nutze ich den auch, nur was hilft einem ein Radweg für 30 oder 50 Meter, wenn man nicht auffahren oder abfahren kann, weil alles zugeparkt ist, was helfen Radspuren wie am Stefansplatz Richtung Oper, die im Türbereich der Parkplätze daneben geführt und als Taxihaltebereich dauerzweckentfremdet werden oder Konstruktionen, wo man auf der “Autospur” direkt abbiegen und zwei Ampeln mit grüner Welle hat, während man als Radfahrer auf dem Radweg 4x grün an einer Bedarfsampel anfordern muss (ob Bettelampeln auf benutzungspflichtigen Radwegen überhaupt rechtmäßig sind, ist juristisch noch umstritten)? Klar, ich ärgere mich auch sehr über Radfahrer in der falschen Richtung oder auf dem Gehweg, aber dieses Verhalten züchtet die Stadt Hamburg auch heran, indem sie unzählige Fußwege für Fahrräder freigibt, und Radwege für die Gegenrichtung, weil es am Mut oder am Geld für eine vernünftige Lösung fehlt. Ob Radfahrer überdurchschnittlich oft Verkehrsregeln brechen, weiß ich nicht, dazu gibt es keine vernünftige statistische Grundlage, wenn man 10 km/h drüber im Auto auch als Bruch sieht, bezweifle ich es. Statistisch belegt ist allerdings, das Radfahrer an ihren Unfällen mit Fremdbeteiligung mehrheitlich nicht Schuld sind.
Man sollte hier auch nicht wie die Grünen den ÖPNV und den Radverkehr gegeneinander ausspielen, die Verkehrsprobleme Hamburgs lassen sich meiner Meinung nach nur lösen, wenn beide Verkehrsarten gestärkt werden, sie ergänzen sich auch sehr gut. Das klappt aber nicht, wenn Hamburg weiterhin beiden nur dann helfen will, wenn es nicht zulasten des MIV geht, dazu gibt es zwischen den Häusern nicht genug Platz. Dann ließen sich auch vernünftige Lösungen schaffen, ohne das Fahrräder die Busse aufhalten oder umgekehrt.
Gerade das StadtRad-System mag ich trotz eigener Räder aber sehr gerne und finde es unvernünftig, die Förderung zu streichen. Die StadtRad-Fahrer fahren zwar teilweise wie die Car2Go-Pendants so, als säßen sie zum ersten Mal in diesem Jahrtausend auf einem Rad bzw. hinter einem Lenkrad, aber es bringt in meinem Bekanntenkreis viele Leute zum nachdenken, ob es nicht geschickter ist, mit dem HVV in die Stadt und dort mit einem StadtRad weiterzufahren, als das Auto für die ganze Strecke zu nehmen.

@KK
Sie haben da sehr viel Richtiges und Vernünftiges geschildert. Ich will hier auch keine polemische Diskussion über Radfahrer führen. Mir ging es bei meiner Kritik an Radfahrer auch nicht um Details, wie unklare Regelungen und Vorschriften in der StvO. Ebenso habe ich meines Erachtens klar dargestellt, dass es quer durch alle Gruppen Missetäter gibt. Sie müssen aber auch -gerade als Jurastudent- sehen, dass unsere Justiz vorsieht, dass ich nicht selber zu entscheiden habe, wann ich zB eine Benutzungspflicht ignorieren darf und wann nicht. Nur weil ein Radweg punktuell zugeparkt ist, kann ich deshalb nicht grundsätzlich auf der Straße fahren. Oder nur weil gewisse Ampelschaltungen Radfahrer benachteiligt, kann ich doch nicht einfach bei rot weiterradeln. Natürlich muss man für Radfahrer mehr tun, aber wenn ich bei jeder Haltestelle, die zugeparkt ist, einfach auf dem Radweg nebenan halten würde, dann hätte ich sicherlich schnell das eine oder andere Problem:-)
Mir geht es wie gesagt nicht um kleine Ordnungswidrigkeiten, sondern um die krassen Verstöße: Rotlichtverstöße, Vorfahrtregelung, oder das Befahren von anderen Fahrbahnarten. Ich glaube kaum, dass bei diesen Verstößen die Radfahrer zu toppen sind. Wenn wir beide mal Langeweile haben, können wir uns ja mal an eine Kreuzung stellen und die Sache untersuchen…:-)

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