Versiegelte Straßen, Plätze, Schulhöfe und Parkplätze zwischen Häusern bestimmen das Bild in den Stadtzentren. Etwa 44 Prozent der Siedlungsfläche sind laut einer Untersuchung des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) von 2023 versiegelt. Zu viel, finden die GDV-Experten. Denn bei Starkregen führt das zu Überschwemmungen und wirtschaftlichen Schäden. Hamburg liegt diesen Berechnungen zufolge mit 45 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt.
Dabei kam die Hansestadt eigenen Angaben zufolge 2021 noch auf einen Anteil von 39 Prozent. Aber mit jedem Haus- oder Straßenbau werden mehr Grünflächen verdichtet und asphaltiert – seit 2018 betrifft das in Hamburg eine Fläche, die etwa fünfmal so groß ist wie der Stadtteil St. Pauli, wie eine Correctiv-Satellitenrecherche zeigt. Die stetig wachsende Asphaltfläche macht dem Klima Probleme, aber auch den Menschen und der Biodiversität, also der Vielfalt von Arten, Genen und Ökosystemen. Im September hat die Umweltbehörde deshalb ein Förderprogramm aufgesetzt, um Privatleuten und Unternehmern das Entsiegeln ihrer Grundstücke schmackhaft zu machen. Der Blick nach Zürich in die Schweiz zeigt, dass das Entsiegeln von Parkplätzen durchaus funktioniert.
Dort haben im Herbst 2022 die beiden Umwelt-Journalistinnen Isabella Sedivy und Bettina Walch ihr Projekt die „Asphaltknackerinnen“ gestartet. Sie beraten und helfen Privatleuten und Unternehmen dabei, die Asphaltdecke ihrer Parkplätze, Innenhöfe, kleinen Zufahrtsstraßen oder Firmenarealen aufzubrechen und durch klimaangepasste Beläge zu ersetzen.
Das Geld dafür hatten sie zuvor mit ihrer Projektidee „Asphaltknackerinnen“ in einem Wettbewerb gewonnen. Mit ihrem Projekt wollen sie unnötige Versiegelungen beseitigen und das Klima und die Biodiversität in der Stadt verbessern. Rund 1200 Quadratmeter haben die beiden Frauen in zehn Projekten mithilfe des Preisgelds entsiegelt. Ihr bislang größtes Projekt ist der Umbau eines Parkplatzes in der Größe von zwei Tennisplätzen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Zu den kleineren gehört ein 75 quadratmetergroßer Privatparkplatz.

„Wir nehmen niemanden den Parkplatz weg, wir entsiegeln ihn nur“, betont Isabella Sedivy. Autos, Fahrräder und selbst schwere Fahrzeuge könnten die Flächen nach wie vor befahren oder auf ihnen parken. Der Unterschied ist: Der neue Belag kann mehr als der alte.
Der Hitze trotzen
In den neuen Oberflächen aus Sand, Splitt und Schotter kann das Regenwasser leicht versickern und es können auch Pflanzen wachsen. Das verbessert das Mikroklima vor Ort. „Durchlässige…
NAHVERKEHR HAMBURG unterstützen und weiterlesen
NAHVERKEHR HAMBURG erklärt Mobilität in Hamburg unabhängig, kritisch und aus Sicht der Fahrgäste. Mit Ihrer Mitgliedschaft ermöglichen Sie Recherchen, Hintergründe und Einordnung, die über Meldungen und Pressemitteilungen hinausgehen.
- Ein personalisierter Zugang zu allen Inhalten.
- Zugriff auf unser Archiv.
- Zahlung per Paypal/Kreditkarte/Bankeinzug.
- Keinen Sammel-Mailadressen erlaubt.
- Zwei personalisierte Zugänge zu allen Inhalten.
- Zugriff auf unser Archiv.
- Eine Abrechnung für beide Accounts.
- Zahlung per Paypal/Kreditkarte/Bankeinzug.
- Keine Sammel-Mailadressen erlaubt.
Für berufliche Nutzerinnen und Nutzer gibt es gesonderte Unternehmensangebote. Mehr erfahren
Bereits Mitglied? Mit Steady anmelden







