Mal eben mit dem Laptop oder Tablet in der U-Bahn die Mails checken, im Bus die neusten Songs aus dem Internet laden oder im Zug nach Neumünster die letzte Ausgabe der Tagesschau gucken. Das mobile Internet per Handynetz breitet sich in Deutschland rasant aus – auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Allerdings hat nicht jeder Fahrgast etwas davon, denn nach aktuellen Angaben des Branchenverbands Bitkom hat „nur“ jeder dritte Deutsche ein internetfähiges Smartphone in der Tasche, außerdem ist das Datenvolumen der meisten Handy-Flatrates limitiert und Touristen aus dem Ausland verzichten wegen der hohen Roaminggebühren lieber ganz aufs Handy-Internet.
Immer mehr europäische Nahverkehrsbetriebe kommen dem entgegen und bieten ihren Kunden kostenlose W-LAN-Hotspots in ihren Fahrzeugen an. Beispiel Basel (Schweiz): Dort haben seit Anfang Februar zehn Straßenbahnen Gratis-Internet an Bord. Der Erfolg ist groß. Nach einem Bericht der Zeitung „20 Minuten“ haben sich innerhalb weniger Tage 4.700 User registriert. Zu den Stoßzeiten surfen bis zu 25 Fahrgäste gleichzeitig im Netz. Das ist dem Bericht nach fast doppelt so viel wie erwartet. Finanziert wird das Projekt über zusätzliche Werbung auf den Bahnen. Zudem werden zurzeit 300 Postbusse in der Schweiz mit W-LAN-Technik ausgestattet. Danach sollen monatlich weitere 100 Busse folgen. Bis 2013 werden 70 Prozent aller Postbusse in der Schweiz einen Internetzugang haben. Ähnliche Projekte bei Bus und Bahn gibt es in Großbritannien, Florenz und Bergen (Norwegen).
In Deutschland ist man davon noch weit entfernt. Bislang gibt es bundesweit nur einen einzigen Nahverkehrsbetrieb mit Gratis-W-LAN in seinen Fahrzeugen: Die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) in Nordrhein-Westfahlen, die im vergangenen September einige Schnellbusse mit W-LAN-Routern ausgerüstet hatte und von der Nachfrage überwältigt ist. VKU-Marketingleiter Frank Severin zu NahverkehrHAMBURG: „Der Zuspruch unserer Fahrgäste ist so groß, dass wir das Projekt jetzt ausbauen werden.“ Den Grund sieht Severin in den deutlichen Vorteilen gegenüber einer üblichen Handy-Datenflatrate: „Bei uns gibt es keine Volumenbegrenzung und auch keine Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit. So schonen unsere Kunden ihr Volumenbudget. Außerdem bieten wir dank einer starken Dachantenne auch während der Fahrt eine stabile Internetverbindung.“ Die Kosten für die Ausrüstung der Busse und den W-LAN-Betrieb beziffert Severin als gering. Mittlerweile bekomme die VKU aus ganz Deutschland Anfragen von Verkehrsunternehmen, die sich ebenfalls für die Technik interessieren würden, so Severin.
Doch trotz der positiven Erfahrungen im In- und Ausland kann sich im Hamburger Raum kaum ein Verkehrsunternehmen für ein kostenloses Kunden-W-LAN erwärmen. Lediglich die Eisenbahngesellschaft Metronom und der Busbetreiber VHHPVG diskutieren das Thema zurzeit aktiv.
Lesen Sie hier, wie die einzelnen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger in der Metropolregion Hamburg zum Thema „Gratis-W-LAN“ stehen:
Hamburger Verkehrsverbund
Der HVV hat sich nach eigenen Angaben noch gar nicht mit dem Thema „Gratis-W-LAN für Kunden“ befasst. Sprecherin Giesela Becker zu NahverkehrHAMBURG: „Uns ist bisher keine Anregung von Kunden bekannt. In der Marktforschung haben wir das Thema auch noch nicht erfragt.“ Die Sprecherin betont aber, dass es im ganzen HVV eine durchgängige Handy-Netzversorgung geben würde – auch in den Tunneln.
Hamburger Hochbahn
Für die Hochbahn steht ein kostenloser Internetzugang in den Fahrzeugen nicht zur Debatte. Pressesprecherin Maja Weihgold zu NahverkehrHAMBURG: „Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würde.“ Laut der Sprecherin hat die Hochbahn bislang noch keine Marktforschung zu dem Thema betrieben, allerdings sei der Wunsch nach kostenlosem Internet bei Kundenbefragungen auch nie genannt worden. Dementsprechend sei in Hamburgs neusten U-Bahnen vom
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