Metrobuslinie 3: Kürzere Fahrzeiten und Elektrobusse

Neue E-Busse, Millioneninvestitionen in Werkstätte und kürzere Fahrzeiten auf der Vorzeigelinie M3: Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein stehen vor einem heißen Herbst mit vielen Neuerungen.
Neuer Elektro-Gelenkbus der VHH
Neuer Elektro-Gelenkbus der VHH
Foto: VHH

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) starten mit vielen Neuheiten und kräftigen Investitionen in den Herbst: Im September erwartet der Betrieb seine ersten beiden Elektro-Gelenkbusse, die rein mit Batteriekraft fahren werden – bislang ein Novum in Hamburg. Die Busse 18 Meter langen Busse (Typ: ExquiCity 18) stammen vom belgischen Hersteller Van Hool.

Zunächst sollen die beiden neuen Fahrzeuge über mehrere Wochen ausgiebig getestet werden – möglicherweise auch schon mit Fahrgästen. Erst zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember soll dann der reguläre Einsatz auf der knapp 20 Kilometer langen Metrobuslinie 3 zwischen dem Schenefelder Platz und Tiefstack beginnen. Extra dafür lassen die VHH derzeit zwei Schnelladesäulen in Tiefstack und an der Stadionstraße in Bahrenfeld bauen. Dort sollen die neuen Elektrobusse während der üblichen Wendepausen jeweils zehn Minuten lang Strom nachtanken. Nachts werden die Fahrzeuge im Betriebshof Schenefeld aufgeladen.

“Unsere Fahrer sind die neuen Busse schon Probe gefahren und sind begeistert”, erklärte VHH-Geschäftsführer Toralf Müller gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

20 Millionen Euro für Modernisierung der Werkstätten

Demnach investiert der Betrieb nicht nur kräftig in neue E-Busse, sondern auch in die Werkstätten: Allein zehn Millionen Euro fließen derzeit in die Modernisierung des VHH-Standortes in Bergedorf – davon 600.000 Euro für neue Elektrobus-Infrastruktur. Eine ähnlich hohe Summe soll auch in den Betriebshof Schenefeld investiert werden, der bislang nur für maximal vier E-Busse gerüstet ist. Zwei Plätze sind dort bereits durch die beiden “Elektro-Bergziegen” der VHH belegt. Diese Kleinbusse fahren auf der Ringlinie 48 durch das Blankeneser Treppenviertel.

Und die VHH haben noch eine weitere Verbesserung parat: Nach jahrelangen Bauarbeiten wird Anfang September endlich die Busbeschleunigung auf den Metrobuslinien 2 und 3 “scharf geschaltet…

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9 Antworten auf „Metrobuslinie 3: Kürzere Fahrzeiten und Elektrobusse“

Na, dann wünsche ich den VHH ganz viel Glück mit den Bussen des belgischen Herstellers.

Schade ist, dass die Fenster so sinnlos zugeklebt werden. Das ist aus Fahrgastsicht nervig.

Ich sehe es schon, wie schnell das vorne einsteigen durch einen (!!!) Türflügel funktionieren wird.
Und dann der extreme Abstand zwischen Tür 2 und Tür 3. Wer denkt sich sowas aus?!

Paranoia: Das sind Metrobusse. Ist bei denen nicht eh das vorne einsteigen nur bei Ticketkauf erwünscht? Ich kenn diese Busse hier aus Salzburg, es ist kein Problem, viele Leute einsteigen zu lassen… wenn die Fahrgäste mal daran denken, dass ein Bus mehr als eine Tür hat 😉

Hamburg ist so “fortschrittlich”, dass man bei allen Bussen generell vorne einsteigen muss und mindestens ein Stück Papier, was so aussieht wie eine Fahrkarte egal ob orangefarbend -wie hier die Einzelfahrkarten aussehen- oder auch mal irgend einen Papierfetzen in blauer Farbe (hab das alles schon beobachtet !), vorzeigen muss.

Einzige Ausnahme: Die Metrobuslinien 4, 5 und 6 in der Zeit von 7:00 bis 21:00 Uhr an den Tagen von Montag bis Samstag. Behinderte Fahrgäste mit einem Rollstuhl oder Rollator, sowie Fahrgäste mit Kinderwagen dürfen auf allen Linien hinten einsteigen, anders würde es ja auch nicht gehen, bzw. wenn doch dann würde der HVV das bestimmt auch verbieten !

Ich bin seit der Regelung mit dem “Vorne Einsteigen” seit 2012 bisher niemals in Bussen kontrolliert worden. Und da wundert sich der HVV über so viele Schwarzfahrer, wenn die vorne meistens nur irgendetwas vorzeigen müssen und nicht unbedingt die gültige Fahrkarte. Habs schon erlebt, da konnte jemand bei einem sehr tüchtigen Busfahrer dann doch nicht eine gültige Fahrkarte vorzeigen, mit der Konsequenz, das dieser dann einfach so austeigen konnte, obwohl dieses ja eigentlich der Versuch der Erschleichung dieser Dienstleistung war.

§265a StGB Erschleichen von Leistungen. (2) Der Versuch ist strafbar.
Aber was soll der Busfahrer auch machen, wenn der Bus brechend voll ist und Zeitdruck hoch ?

Aus meiner Sicht ist das “Vorne Einsteigen” absolut gescheitert. Häufige Fahrkartenkontrollen müssten wieder eingeführt werden und die Einnahmen durch ein absinken der Schwarzfahrerquote an die ehrlichen Kunden weitergegeben werden. Aber man erhöht in Hamburg -mittlerweile ja sogar traditionell- lieber jedes Jahr die Fahrpreise für die zahlenden Kunden mit so fadenscheinigen Begründungen wie die Dieselpreise hätten sich ja auch erhöht etc. etc. etc.

Die Schwarzfahrerquote in HH ist ziemlich durchschnittlich, bezogen auf Deutschland. Und mit ca. 2.6% überraschend niedrig. Also stimmt Ihre Aussage, dass sich “der HVV über so viele Schwarzfahrer wundert” nicht so richtig.

Wie stellt man denn die Schwarzfahrerquote fest? Indem man Fahrscheine kontrolliert.
Wer als Verkehrsunternehmen keine regelmäßigen und über den gesamten Verkehrszeitraum verteilten Kontrollen durchführt, macht das, was man einen “systematischen Fehler nennt. Man
hat dann eigentlich keine verlässliche Grundlage für die Berechnung einer Schwarzfahrerquote und bekommt in aller Regel niedrigere Werte als in der Realität – und merkt höchstens dann etwas, wenn man trotz voller Fahrzeuge nur mäßige Fahrgeldeinnahmen hat…

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