Minister will Verkehrsbetriebe offenbar mit Energiewendekosten belasten

Die Ticketpreise im Öffentlichen Nahverkehr könnten wegen der Energiewende weiter steigen.
Christian Hinkelmann
Regionalzug im Bahnhof Horst in Schleswig-Holstein
Regionalzug im Bahnhof Horst in Schleswig-Holstein

Das berichtet der SPIEGEL und beruft sich dabei auf einen internen Vermerk im Bundeswirtschaftsministerium.

Demnach will Umweltminister Peter Altmaier (CDU) die deutschen Verkehrsbetriebe in Zukunft nicht mehr von der Zwangsumlage für die höheren Herstellungskosten für Ökostrom (EEG) befreien.

Diese Befreiung soll künftig nur noch für Unternehmen gelten, die im internationalen Wettbewerb stehen.

Laut SPIEGEL heißt es aus Koalitionskreisen, dass die Fahrkartenpreise für U- und S-Bahnen dann entsprechend steigen würden.

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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6 Antworten auf „Minister will Verkehrsbetriebe offenbar mit Energiewendekosten belasten“

Och, da habe ich hier ja einige in Wallung gebracht. Habt ihr in Erwägung gezogen, dass die Verwendung von „Europas feinstem PR-Euphemismus“® ironisch gemeint sein könnte? Nun, offenbar nicht. Daher entschuldige ich mich in aller Form und gebe noch einmal für alle zu Protokoll: Mein erster Kommentar war und ist eindeutig ironisch gemeint.

@Valentin: Wunderbar getrollt, wie im Lehrbuch.

Ansonsten ist die Aufhebung der EEG Ausnahme praktisch nur eine Verringerung der Subventionen auf Bundesebene. Wie stark die Stromkosten für den Fahrbetrieb beim ÖPNV in die Gesamtkosten eingehen kann ich allerdings auch nicht sagen. Interessanter ist meiner Meinung nach aber der Deutschland- und auch Europaweite Verkehr. Während dann Bahn, Bus und PKW die vollen Beträge auf Strom und Kraftstoff zahlen kommt der Luftverkehr mit Kerosin steuerfrei davon. Aber da traut sich anscheinend keiner anzupacken.

@ Valentin

Da haben die Stromkosten aber noch jede Menge Luft nach oben, um jemals die Betriebskosten pro Kopf beim Dieselbus zu erreichen. Und außerdem: Können Sie mir mal definieren, was ein „modernstes Busnetz Europas“ ausmacht, oder übernehmen Sie hier nur einen dämlichen PR-Spruch?

Kommentar zum Kommentar von Valentin: Ich glaube kaum, dass der Diesel für „Europas modernstes Busnetz“ (das ich bisher nicht ausmachen kann, denn ich fahre täglich in völlig überfüllten umweltunfreundlichen Diesel-Bussen) im Preis/Leistungsverhältinis pro Fahrgast günstiger ist als der Strom (selbst bei Preisanstieg desselben) für eine sinnvolle Stadtbahn.

@Valentin: Wie kurzsichtig von Ihnen. Erstens würde eine Straßenbahn wesentlich zu einer Entlastung der Umwelt beitragen wegen dem reduzierten Dieselausstoß durch weniger Busse (insbesondere auf der Linie 5, egal was der Herr Scholz behaupten mag), zweitens haben wir schon „Elektromobilitäts-Züge“ zu Genüge, oder laufen U- und S-Bahnen neuerdings mit Dampf aus einem kohlegeheizten Kessel statt mit Strom aus der Stromschiene bzw. Oberleitung?

Na, was ein Glück, dass wir hier in Hamburg nicht auf noch einen Elektromobilitäts-Zug ins Land der hohen Preise aufgesprungen sind. Mit dem modernsten Busnetz Europas bleiben wir Gott sei Dank verschont.

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