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Nach Anwohner-Protest: Hochbahn legt neue U5-Pläne für Barmbek vor

Nach lauter Kritik von Anwohnern hat die Hochbahn alternative Pläne für den Verlauf der künftigen U-Bahnlinie U5 im Norden Barmbeks vorgelegt. Es geht vor allem um fünf Haltestellenvarianten.
Christian Hinkelmann
Fotomontage: Ein Zug der Linie U5 Richtung Bramfeld
Fotomontage: Ein Zug der Linie U5 Richtung Bramfeld

Nachdem die Pläne der Hochbahn für eine U5-Haltestelle im Bereich Barmbek-Nord auf lautstarken Anwohnerprotest gestoßen waren, hat die Hochbahn in einer Bürgerversammlung vorgestern Abend (14. Dezember) überraschend Alternativen vorgelegt.

Statt einer bisher favorisierten Haltestelle unter der Anwohnerstraße „Hartzloh“ (östlich der Fuhlsbütteler Straße) erläuterten die Planer, dass sie elf weitere Standorte näher nach verkehrlichen Kriterien untersucht hätten. Dabei gab es gleich eine Absage: Eine Haltestelle in Nord-Süd-Richtung unter der Fuhlsbüttler Straße passe nicht in die geplante Strecke („trassierungstechnisch nicht machbar“) und scheide somit generell aus.

Die übrigen Standorte hätte die Hochbahn nach sieben Kriterien verkehrlich bewertet:

  • Anbindung der Einwohner an das Schnellbahnnetz
  • Vermeiden einer Doppel- oder Mehrfachanbindung von Einwohnern an das Schnellbahnnetz
  • Kurze fußläufige Anbindung der Schulstandorte
  • Anbindung von Arbeitsplätzen und Einzelhandel in der nördlichen Fuhlsbüttler Straße
  • Kurze Fahrzeiten
  • Einfacher Umstieg in Busse
  • Nutzerfreundliche Haltestelle

Grundsätzlich könnten je nach Haltestellenlage 9.900 bis 16.300 Einwohner erschlossen werden. Allerdings würden auch je nach Lage 1.500 bis 9.500 Bürger doppelt oder mehrfach mit Schnellbahnen angebunden.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „Nach Anwohner-Protest: Hochbahn legt neue U5-Pläne für Barmbek vor“

14.07.2017
„Neue U 5 könnte 1,2 Kilometer kürzer werden. Die Hochbahn prüft eine alternative Streckenführung zwischen Steilshoop und City Nord mit vier statt fünf Haltestellen.“
https://t.co/db9iCzEXPH

„U5: Suchraum-Erweiterung in Barmbek-Nord“
http://dialog.hochbahn.de/u-bahn-heute-und-morgen/u5-suchraum-erweiterung-in-barmbek-nord/

Ha! Das kann ich mir jetzt nicht verkneifen… Die Hochbahn holt doch nicht ein halbes Jahr später komplett neue Pläne aus der Schublade, wenn es die nicht vorher schon gegeben hätte?! Diese Kurvenstrecke wurde denen doch von irgendwelchen Politicos vorgeschlagen…? Und nachdem die von vielen für blöde erklärt worden sind und dann auch noch die Anwohner keine Stationen vor der Haustür oder der eigenen Straße haben wollten, haben die jetzt keinen Bock mehr gehabt und Plan A wieder aus dem Archiv geholt!

Sehr gut!

Nun denn, es wird wohl nichts, ausser man holt die gute alte TRUDE (tiefrunterunterderelbe) wieder her.
So wie in Moskau. Scheisse tief, aber keiner bekommt etwas mit, beklagt sich über Baulärm etc. hat dann aber Rolltreppen und Treppen, die die tiefste deutsche U-Bahn-Station „Messehallen“ toppen.

Ist sicher die beste und auch teuerste Version.
Ich bin gespannt. Muss sicher auch auf der U5-West „Osdorfer Born“ schon mal einkalkuliert werden. Zentral, klar. Aber offene Bauweise? Will keiner.

Die Protestierenden sind gegen jede U-Bahn, die ihr angebliches Idyll mit Steilshoop verbindet. Da geht man bei jeder Probebohrung schon auf die Barrikaden. Einfach mal auf die verlinkte Seite gehen, wo sofort „Eilmeldungen“ herumgeschickt werden, wenn irgendwo Vermesser zu sehen sind. Blöd nur, dass sie nicht von der Hochbahn waren bzw. nichts mit der U5 zu tun hatten. Da wäre schon ein Loch für einen Zugang zu viel „Lärm“ für die Autofahrer, die kein Problem damit haben, die halbe Stadt jährlich mit ihren Karren mit Verkehrslärm zu belästigen.

@Laurentius
Vor 100 Jahren hatten wir eine Monarchie, wenn ich richtig rechne. Da war das gut, was die Obrigkeit für gut hielt. So mag auch heute noch manch einer denken. Allerdings leben wir heute – glücklicherweise – in einer Demokratie und da muß sich die ‚Obrigkeit‘ dem Protest stellen. Und das ist gut so. Außerdem ist nicht nachweisbar, daß damals alle Anlieger der Isestraße oder des Barmbeker Marktes und dem Rest der Ringstrecke erfreut waren ob des Verlaufs der Ringlinie und der damit verbundenen Unannehmlichkeiten wie Dreck, Lärm etc.

Es gab schon vor 100 Jahren Proteste! Als die Hochbahn in den 1910er Jahren die Idee einer Hochbahnstrecke durch die Eiffestraße hatte, bildete sich sofort das Äquivalent einer Bürgerinitiative! Verschattung, Ruhestörung, Entwertung der Wohnungen waren die Argumente. Auch beim Bau der Walddörferbahn musste bereits eine Siedlung etwas umfahren werden, weil man den Lärm nicht wollte. Und nicht zuletzt haben die Anwohner der Oderfelder Straße erfolgreich dafür gesorgt, dass heute die U1 am Klosterstern Achterbahn fahren muss.

Der Unterschied zu heute ist aber, dass die Bürger ihre Interessen viel besser verteidigen können und wollen , weil sie sich über Internet und Klagen auch Gehör verschaffen können. In Berlin wurde übrigens schon Ende des 19. Jahrhunderts eine Hochbahn verhindert, weil man Kaiser Wilhelm damit empörte, dass dann der Pöbel aus der Hochbahn in die Wohnstuben schauen würde. Aber das blieb denen vorbehalten, die bis in den Thronsaal Seiner Majestät vordringen konnten.

Sehr lustig finde ich übrigens, dass sich auf dieser Seite beklagt wird, dass die Anwohner die Planungen kritisieren. Viele Kommentare auf dieser Seite tun doch genau das…

Kritiker müssen Kritik abkönnen, auch wenn sie gerne nur austeilen statt einstecken. Ansonsten landen wir noch auf dem Niveau der Rechtspopulisten, die sich mit den vulgärsten Parolen gegenseitig überbieten, aber sofort zart besaitet herumschreien, wenn man ihnen nicht den roten Teppich ausrollt.

Und vor 100 Jahren schrie auch niemand in Hamburg, seine Kirche würdet entweiht werden, wenn eine U-Bahn durch deren Vorgarten verläuft. Was sich die „Wir haben ja als Autofahrer nichts gegen die U5, aber bitte nicht bei uns“-Aktivisten alles einfallen ließen, war wirklich sehr skurril und darf in einer Demokratie auch so genannt werden. Oder man denke an die besorgten Bürger, die glauben, Baugruben würden Kinder verschlingen. Passiert ja täglich in Hamburg und eine Parallelstraße weiter interessiert es einen nicht mehr, weil da der Horizont endet. Das ist wirklich sehr lustig.

Letztendlich ist es aber gut, wenn die Aktivisten keine bessere Anbindung auf Staatskosten erhalten. Da denkt man nämlich auch nicht in Infrastrukturen für Jahrhunderte, sondern nur an temporären Baulärm tagsüber, der aufgrund teurer Maßnahmen eh kaum wahrnehmbar sein wird.

Egal, über welches Objekt abgestimmt werden soll, es finden sich überall Querulanten, die gegen alles sind. Wenn man vor 100 Jahren die Anwohner von Isestraße oder Barmbeker Markt zum U-Bahn-Bau befragt hätte, wir hätten heute noch keinen U-Bahn-Ring.

wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man drüber lachen. Geht es hier eigentlich um den Bau einer Modelleisenbahn oder soll hier tatsächlich eine U Bahn gebaut werden?

Die Frage, ob „müsste beim Bau in Eigentum eingegriffen werden?“ ist bisher noch nicht einmal geprüft worden, obwohl gerade dieser Fragenkomplex sowohl die Baukosten als auch die Bauzeit entscheidend beeinflußt. Hamburg macht sich wirklich lächerlich mit der nie gebauten U Bahn 5.

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