Nach einer Woche Schnee: Radwege teilweise noch immer unbenutzbar

Die Fahrradstadt Hamburg macht bei Schneefall  offenbar Pause. Seit einer Woche sind Radwege und Radfahrstreifen teilweise ungeräumt und mit gefährlichem Glatteis überzogen.
Christian Hinkelmann
Gefährliches Glatteis auf Fahrrad-Schutzstreifen in der Alte Wöhr
Gefährliches Glatteis auf Fahrrad-Schutzstreifen in der Alte Wöhr

Seit einer Woche liegt Hamburg unter einer Schneedecke. Während die Straßen für den Autoverkehr schnell geräumt wurden, sind viele Radwege und Fahrradspuren noch immer unbefahrbar. Auf ihnen liegt teilweise ein gefährlicher Glatteispanzer.

Zum Beispiel in der Alte Wöhr und in der Beethovenstraße in Barmbek.

Hat Winterdienst auf Hamburgs Radwegen versagt?

Hat der vom Hamburger Senat versprochene Winterdienst in der selbsternannten Fahrradstadt versagt?

„Wir tun was wir können“, sagte ein Sprecher der Stadtreinigung kürzlich zur Hamburger Morgenpost. Rund 340 Kilometer Radwegenetz würden freigeräumt. „Das Problem ist, dass bei den Fahrradstreifen die sogenannte Walkwirkung der Autos fehlt“, so der Sprecher zu der Zeitung (siehe hier).

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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17 Antworten auf „Nach einer Woche Schnee: Radwege teilweise noch immer unbenutzbar“

„Das Problem ist, dass bei den Fahrradstreifen die sogenannte Walkwirkung der Autos fehlt“ — Welch ein geistiges Armutszeugnis der verantwortlichen. Man weiß doch schon vorher, das die “fehlen” wird, sogar schon bevor der Fahrradstreifen gebaut ist. Warum werden Fahrradstreifen angelegt, ohne dass gleichzeitig für adäquaten Winterdienst gesorgt wird?

Hamburg ist ein Autostadt und keiner soll somit auch nur ein Fünkchen schlechtes Gewissen haben und zögern, auch mit dem ältesten Diesel in die Stadt zu fahren.
Radfahrer sind nicht gewollt, und dieses dumme Gelaber von wegen “Fahrradstadt” sollte man endlich lassen, es nervt !!!!
Aber bitte nicht wagen, auch nur im entferntesten über Fahrverbote auch nur nachdenken.
Einfach sonst auch auf den Radwegen Salz streuen, nebenbei sind auch viele Fußwege einfach nur gefroren gewesen: Sand bringt nicht viel: Am Ende des Tages ist der Sand am Wegesrand, während in der Sonne der Schnee schmilzt, und dann auf der Wegmitte in der Dämmerung wieder bestes Eis bildet…

In der HafenCity werden die dortigen Radwege und -streifen bei Schnee kurzerhand als Parkplatz umgenutzt. Durch die Gewöhnung regt das auch keinen mehr auf – außer vielleicht die Radfahrer.

Es ist halt Winter. Soll die Stadtreinigung jetzt mit Eispickel anrücken? So ein Aufreger wegen einer Woche zu machen. Da gibt es sicherlich Wichtigeres.

Die Fahrradstadt fängt definitiv in den Behörden, in der Verwaltung aber auch bei den städtischen Unternehmen an. Wer allein sieht, wie die Fahrer_innen in ihren Fahrzeugen bei Polizei, Stadtreinigung oder Hochbahn bzw. VHH mit Fahrradfahrer_innen und ihren Wegen umgehen, sieht, dass da noch Einiges im Argen ist.
Schon mal mit dem Rad die Lange Reihe entlang gefahren mit einem 6er-Bus im Nacken? Stossstange an Schutzblech!

Meine Beobachtungen gehen noch weiter. Die Stadtreinigung hat nicht nur nicht geräumt, teilweise ist der Abraum auf den Radweg gelandet, so dass dort riesige Berge Schnell sind, die jetzt beim Tauwetter auch am längsten verbleiben. Diese Stadt, ihre Autofahrer und die Stadtreinigung will hier keine Radfahrer haben. Das erlebe ich jeden Tag am eigene Leib. Gott sei Dank lebe ich immer noch…

Problem ???
Die Nutzung der Radwege gilt dann und NUR dann, wenn der Radweg auch nutzbar ist.

Ergo: Ich Fahre auf der Fahrbahn.
Dort habe ich kein Problem. Vielleicht haben einzelne Autofahrer mit mir ein Problem.

Mache ich im Allgemeinen auch, nur auf der Langenhorner Chausse sollte man sich das mehr als 2 mal überlegen!!!
Da würde ich dann auch nicht mehr von “einzelnen” Autofahrern sprechen wollen.

Ich weiss auch nicht was dann wirklich als ungefährlicher anzusehen ist……

Bei uns in Ottensen sieht es genau so aus wie überall in HH.
Der Fahrradweg befindet sich meist hinterm Kantstein und verläuft direkt neben dem Gehweg. Dort wird zwar auch nur abschnittsweise geräumt + gestreut -also meistens garnicht. Aber immerhin bildet sich durch die hohe Fußgängerfrequenz im Viertel ein schneefreier Streifen, der dann auch gerne von Fahrradfahrern mitbenutzt wird. Dadurch kommt es -selber erlebt- zu gefährlichen Situationen. Mittlerweile beobachte ich Fußgänger, die auf den vereisten Radweg ausweichen, um Radfahrern Platz zu machen, die keine Anstalten machen, den eisfreien Streifen auf dem Gehweg zu verlassen. Es gilt also das Recht des Stärkeren, pure Anarchie anstelle einer professionellen und einer Großstadt würdigen Wegereinigung.

Sorry, aber wer bei diesem Wetter mit dem Rad fährt, ist meines Erachtens lebensmüde. Gerade heute bei Glatteis ist es viel zu gefährlich mit dem Rad zu fahren.

Hunderttausende Kopenhagener, alle lebensmüde? Wie ich bereits schrieb: Radfahren auf der Fahrbahn war problemlos möglich.

Ich verstehe die Argumentation nicht. Wer bei ungeräumten Radwegen fährt, muss lebensmüde sein, also muss man nicht räumen, weil eh nur lebensmüde unterwegs sind?

Typisch deutsch und typisch Hamburg!
Was soll man da eigentlich noch sagen ausser, dass man als Radfahrer ja auch Steuern zahlt, die aber in solchen Fällen nur dem Autoverkehr zu Gute kommen…….

Als Autofahrer zahlt man mehr Steuern als ein Radfahrer. Und Rentner zahlen auch Steuern und dürfen trotzdem keine Grundschule besuchen

Ja ist schon ein Problem mit den Steuern: bis vor kurzem zahlte ich 330 Euro Steuern, nun mit neuem Auto nur noch 120 Euro: Muss ich nun eigentlich an jeder dritten Kreuzung trotz Vorfahrt die anderen vrobeilassen, da dieser mehr Steuern als ich zahle? Oder muss ich jedesmal bei der Frage, wer Vorfahrt hat, erst mit dem anderen die Kfz-Steuerbescheide vergleichen? Mir tun die armen i3 und Tesla-Fahrere leid, wo man schon sofort sieht, dass diese keine Kfz-Steuer zahlen und diese stets warten müssten. Und treffen diese aufeinander, entscheidet dann das Los?

Halten Sie mal auf, dem Senat den nicht zutreffenden Begriff “Fahrradstadt” nachzubeten. Die innere Stadt HH ist eine Großstadt für alle anderen Verkehrsmittel, nur nicht für Fahrräder. Wer radeln möchte, soll dafür in die Außenbezirke gehen, wenn kein Schnee liegt.
Laurentius

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