Neue Lösung für die verflixte letzte Meile

Hamburg hat schon viel versucht, die Wege zwischen HVV-Haltestelle und eigener Haustür am Stadtrand zu verbessern. Kann der neue Taxi-Dienst HUUS das Problem lösen, an dem Moia und Sharingdienste bisher gescheitert sind? Drei Faktoren werden entscheidend sein.
Christian Hinkelmann
Ein Taxi in Hamburg. (Foto: Christian Hinkelmann)
Ein Taxi in Hamburg. (Foto: Christian Hinkelmann)

Der S-Bahnhof Rissen am Hamburger Stadtrand. Spätabends. Dunkle Straßen, kaum Menschen. Und der Weg nach Hause: kilometerweit.

Seit Dienstag gibt es dafür eine neue Lösung: Taxis zum Festpreis – von ausgewählten Bahnstationen am Hamburger Stadtrand bis vor die eigene Haustür (oder umgekehrt).

HUUS heißt der neue Service, den Hansa Taxi und Freenow gemeinsam anbieten. Er fährt sonntags bis donnerstags zwischen 21 und 0:30 Uhr, in den Nächten auf Samstag, Sonntag und an Feiertagen sogar bis 5 Uhr morgens.

Buchbar sind die Fahrten ausschließlich von oder zu folgenden Bahnstationen:

  • S1: Rissen, Sülldorf, Iserbrook, Blankenese, Hochkamp, Poppenbüttel
  • S2/S7: Billwerder-Moorfleet, Mittlerer Landweg, Allermöhe, Nettelnburg, Bergedorf
  • U1: Langenhorn Markt, …

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Neue Lösung für die verflixte letzte Meile“

2 km mit dem Taxi kosten in Hamburg mindestens 9,90 Euro. Da erscheint die 6-Euro-Pauschale günstig. Für jede einzelne „teilnehmende“ Bahnstation müsste es aber ein festgelegtes Bediengebiet geben. Wo erfährt man, welche Adressen bedient werden?

Da von den meisten „teilnehmenden“ Bahnstationen auch Busse fahren, dürften diese in den Abendstunden noch weniger genutzt werden. HUUS ist also nicht nur eine Ergänzung, sondern in vielen Fällen auch eine Kannibalisierung.

Die 6 Euro erscheinen zwar günstig für ein Taxi, aber regelmäßig würde sich das wohl kaum einer leisten können. Wer bspw. täglich spät von der Arbeit kommt, würde 20 x 6 = 120 Euro pro Monat zusätzlich bezahlen.

Meine Prognose: Auch HUUS dürfte in absehbarer Zeit wieder eingestellt werden.

Es gibt in Hamburg auch das Anruf-Sammel-Taxi in den Vier- und Marschlanden! Das ist aber auch ein sehr geheim gehaltenes Angebot, viel Spaß dazu was auf den HVV-Internetseiten zu finden.

Und seit vielen Jahren fährt es ja nur noch sehr spät Abends und Nachts – am früheren Abend war es halt, wie so viele On-Demand-Angebote, zu erfolgreich. Es kamen zu viele Leute, es kostete deshalb zu viel pro Fahrgast, und es war günstiger normal Buslinien einzurichten.

Und das wird halt das Problem mit HUUS sein: Genau wie alle anderen On-Demand-Angebote bleibt es entweder ein Nischenprodukt oder es wird zu teuer…

An dem Start von HUUS zeigt sich, wie unkoordiniert die Verkehrsbehörde oft agiert. Die im Artikel verlinkte Pressemitteilung ist vom 13.04., der Dienst selbst startete am 14.04., der Senator hat dazu auch einen Insta.-Beitrag gepostet, aber wenn man Tage nach Start des Services nirgendwo den Link zum Angebot findet, auf hvv.de nichts dazu online ist, die Switch-App das Angebot nicht eingebunden hat, erscheint das wie ein Angebot unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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