Lange war es ruhig in den vergangenen Monaten um eines der größten Bahnprojekte im Raum Hamburg: die neue S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe.
In den vergangenen Tagen änderte sich das aber schlagartig: In zahlreichen Medienberichten schlugen Politikerinnen und Politiker im südlichen Schleswig-Holstein Alarm. Sie ärgern sich über die neuen Umbaupläne der DB für den Bahnhof Bargteheide: „inakzeptabel“, „magelhaft“, „Schildbürgerstreich“ und „Desaster“ waren nur einige der Ausdrücke vonseiten der CDU und der Grünen.
NAHVERKEHR HAMBURG erklärt, wie die neuen Umbaupläne der Deutschen Bahn im Detail aussehen, an welchen Punkten sich die örtliche Politik reibt, wann die Bauarbeiten in Bargteheide starten sollen und welche Vor- und Nachteile die aktuellen Pläne für Bahnfahrgäste bringen.
Außerdem zeigen wir hier Visualisierungen und Vorher-Nachher-Vergleichsbilder.
Vorgeschichte: Warum die Kritik so heftig ausfällt
Doch wer verstehen will, warum die Kritik so heftig ausfällt, muss zunächst einen Schritt zurückgehen. Denn das, was die Deutsche Bahn jetzt vorgestellt hat, ist keine komplett neue Planung – sondern im Kern die Weiterentwicklung eines Konzepts, das die DB-Verantwortlichen bereits vor zwei Jahren präsentiert hatten –, nachdem es vor Ort bereits heftige Kritik am ursprünglichen Umbaukonzept gab.
Das sah vor, dass die S4-Züge in Bargteheide an zwei hintereinanderliegenden Bahnsteigen an einem Ausweichgleis auf der Ostseite des Bahnhofs halten sollten. Diese Idee stieß vor Ort sauer auf, denn der Hauptteil des Bahnhofs mit seinem Empfangsgebäude, den Bushaltestellen und Parkplätzen befindet sich auf der Westseite der Bahntrasse. Die Stadt hätte für die S4 also ihre komplette Bahnhofsanbindung für …









3 Antworten auf „Neue Umbaupläne: So soll der Bahnhof Bargteheide in Zukunft aussehen“
Es ist schon erstaunlich wie kleinkariert sich die DB wegen des Einbaus eines Aufzuges – sollte bei ausreichender Standardisierung nicht mehr als 0,5 Mio. Euro kosten – bepisst, andererseits bei anderen Bauprojekten Kostennüberschreitungen in Milliardenhöhe (Stuttgart 21, Generalsanierung Hamburg-Berlin, 2. S-Bahnstammstrecke München) ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert und direkt wie indirekt aus Steuermitteln finanziert. Ohne auf die Details einzugehen, die Planung für den Bahnhof Bargteheide ist völlig vermurkst, und zur Begründung, warum nicht anders geplant werden kann, auf ein denkmalgeschütztes Stellwerk (was garantiert nicht mehr genutzt wird) zu verweisen, grenzt ans Lächerliche, wenn man sieht, wie die DB sonst mit denkmalgeschützter, beeindruckender Bausubstanz aus den Blütezeiten der Bahn umgeht (Sternbrücke, Bahnbrücken Luxembourger Straße in Köln). Insgesamt wäre Bargteheide gut beraten, sich komplett gegen den S4 Ausbau auszusprechen, d.h. S4 nur bis Rahlstedt und eine Verbesserung der Anbindung über eine verstärkte Frequenz der RB 81 abzusichern. Würde auch der Stadt viele Kosten ersparen.
Egal wie weit die S4 nach Abschluss der Generalsanierung ist, sieht es jetzt ja immer mehr danach aus, dass ab Dezember 2028 zumindest die RB 81 mit den S-Bahn-Zügen gefahren wird.
Denn Bad Oldesloe, Kupfermühle und Bargteheide werden dann wahrscheinlich umgebaut sein. Alle anderen Bahnsteige sind ja schon auf 76 cm Höhe, was mit den S-Bahnen ja (analog zur S5 nach Stade) machbar wäre.
Noch ein Hinweis: Das „Überholungsgleis“ in Bargteheide wird doch einen Großteil der Zeit sowieso von der dort wendenden RB 81 genutzt? Ich weiß nicht ob der Wegfall da so eine großartige „Verschlechterung“ im Vergleich zu vorher darstellen würde. Ein zusätzliches Überholungsgleis wäre natürlich trotzdem wünschenswert…
Ein Problem beim vorzeitigen Einsatz von S-Bahn-Zügen und gleichem Takt wie bisher wird sein, dass ein BR490-Langzug weniger Platz bietet, als ein Doppelstockzug mit 6 Wagen. Und solange diese Fahrten nichts anderes als die gegenwärtigen RB81-Fahrten sind, wird das so sein. Ohne S-Bahn-Infrastruktur womöglich bis Ahrensburg in der HVZ sogar noch schlechter, wenn dann nur noch 3 statt 4 Züge verkehren würden.
Bezüglich der neuen Perspektive „2030-2035“ wäre interessant, ob von der Verschiebung auch Teilinbetriebnahmen betroffen sind.
Ist dahingehend schon etwas bekannt?