Neuer Anlauf für zweiten S-Bahnhof in Wedel

Bekommt Wedel doch noch einen zweiten S-Bahnhof im Osten der Stadt? Nach einem vergeblichen Anlauf vor drei Jahren gibt es jetzt einen neuen Vorstoß von der FDP.
Von Christian Hinkelmann
S-Bahn im Endbahnhof Wedel bei Hamburg neben historischer Dampfbahn
Eine S-Bahn der Linie S1 neben einer historischen Dampfbahn in Wedel bei Hamburg

Können S-Bahn-Fahrgäste zwischen Rissen und dem Endbahnhof Wedel bald an einer ganz neuen Station in Höhe des Famila-Einkaufszentrums ein- und aussteigen?

Drei Jahre nach einem ersten vergeblichen Vorstoß gibt es in der Hamburger Nachbarstadt einen neuen Anlauf für einen zweiten S-Bahnhof in Wedel – und zwar auf Initiative der ortsansässigen FDP.

„Wir brauchen Wedel-Ost”, soll der Wedeler Politiker Martin Schumacher (FDP) kürzlich im Planungsausschuss der Stadt gefordert haben, schreibt das Hamburger Abendblatt.

Demnach sei die Station nicht nur für die umliegenden Geschäfte an der Rissener Straße sondern auch für den künftigen Businesspark sowie die Bewohner des geplanten Neubaugebiets Wedel-Nord wichtig.

Laut Gutachten aus 2014 ist zweiter Bahnhof zu teuer

Die Diskussion um einen zweiten Bahnhof in Wedel ist viele Jahre alt. 2013 hatte der Planungsausschuss der Stadt ein Gutachten dazu in Auftrag gegeben, das 2014 zu dem Ergebnis kam, dass ein zusätzliche Halt am Famila-Einkaufszentrum nur möglich sei, wenn die gesamte restliche eingleisige S-Bahnstrecke bis zum Endbahnhof Wedel (ca. 1,1 Km) zweigleisig ausgebaut werden würde.

Wegen dieser hohen Investitionskosten wurde das Projekt daraufhin nicht mehr weiter verfolgt.

Um die Realisierungschancen jetzt zu erhöhen, will der FPD-Politiker Schumacher laut Abendblatt die…

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18 Antworten auf „Neuer Anlauf für zweiten S-Bahnhof in Wedel“

Generell ist es sinnvoll durch zusätzliche Stationen an bestehenden S-Bahnstrecken die Nutzerfreundlichkeit der S-Bahn zu erhöhen und mehr Fahrgäste zu erreichen, um sie zur Nutzung des ÖPNV zu motivieren. Gleiches gilt die von der Politik und DB AG immer noch abgelehnte neue S-Bahn-Station Neue Mitte Altona in der Kurve zwischen Holstenstraße und dem Bahnhof Altona. sie würde hervorragend die S-Bahnanbindung der neuen Mittel Altona, Bauabschnitte I+II sowie für die künftigen Bewohner des Holstengeländes verbessern. Stattdessen werden hunderte von Millionen Stuergleder verschwendet, um den Fern- und Regionalbahnhof Altona zu schließen und in die Pampa an den Friedhof Diebsteich zu verlagern, dort wo keine Fahrgäste zu erwarten sind.

wieso muß da eine zweigleisiger Ausbau erfolgen? einfach ein Seitenbahnsteig bauen und dann steigen die Leute stadteinwärts links aus und stadtauswärts rechts (bzw. umgekehrt). Der Bau von S-Bahnhöfen in Hamburg ist wirklich eine reine Lachnummer (siehe auch Ottensen).

Sie haben Recht, dass hat alleine mit der DB zu tun, die es immer wieder schafft, 2 oder 3 stellige Millionenbeträge für kleinste Baumassnahmen zu verlangen.
Diese Strecke könnte eigentlich besser von der Hochbahn oder AKN betrieben werden, da sie ohnehin keine Trasse mit dem Fernverkehr teilt.

Wieder mal scheitert ein sinnvolles Projekt an dem kleinkarierten Denken, das die DB so prägt.
Selbst wenn zweigleisig – eines Tages wird man die Strecke ohnehin 2-gleisig ausbauen müssen, dafür ist die Strecke auch schon vorbereitet, und der eingleisige Abschnitt is wirklich nicht so lang. Trotzdem wir die Bahn es schaffen, dass es einen 3-stelligen Millionenbetrag kosten. Siehe auch die 22 Mio für einen einfachen Bahnsteig in Ottensen.

Für wie viel Geld stellst du denn einen einfachen Bahnsteig in ein bestehendes Netz? Wenn du das viel günstiger kannst, solltest du der Bahn mal ein Angebot machen. Mir scheint der Betrag immer noch vernünftig.

Und ich finde es auch nicht sinnvoll, jetzt einfach so Geld in den zweigleisigen Ausbau zu stecken. Nicht, weil ich das nicht auch gerne haben möchte. Aber man muss ja schon sehen, ob es nicht noch sinnvollere Projekte gibt.

Für nicht mehr als 5 Millionen.
Quelle: unzählige andere Projekte in Europa oder selbst DE.
Die interessantere Frage ist: inwieweit finden sie 22 Mio vernünftig? Ich nehme dann an, Sie zahlen keine Steuern? Denn die DB betreibt hier abzockerei an den Steuerzahler (auch mit dem Abbau des Bahnhofs Altona) und die Stadt HH lässt sich das gerne gefallen.

Gibt es dazu öffentliche Infos, welche S-Bahn-Station im laufenden Betrieb für 5 Mio gebaut worden ist?

Ich rechne mir bekannte Bauvorhaben hoch, z.B. ein kleines Mehrfamilienhaus in HH mit allen Innenausbauten, Gebühren usw. ca 2 Mio.

Das ist ein kleines Projekt gegenüber einem Bahnhofsbau im laufenden Betrieb, wo zuerst die Strecke gesichert werden muss, dann die Gleise verlegt inkl. Ersatzverkehre und provisorischen Bauwerken, dann der Rohbau inkl. eventuellen Grundstückskäufen, Gutachtern usw. und dann dem Innenausbau auf aktuellem barrierefreien Niveau. Da ist der zehnfache Preis sehr realistisch.

Gerne lasse ich mich von etwas besserem belehren, aber da muss es schon konkreter sein als der Verweis auf “unzählige” Projekte.

Es geht hier um ein grundsätzliches Problem: nämlich dass Sie 22 Mio EUR für den “Bahnhof” Ottensen (eigentlich ein Haltepunkt mit Minimalausstattung, kein vollwertiger “Bahnhof”) für vernünftig halten. Man sollte schon etwas Skeptizismus zeigen und nicht alles runterschlucken, was die DB oder die Politiker erzählen.

Aber wenn Sie so sehr darauf bestehen, hier ein kleiner Einblick in ähnliche Projekte:
http://www.stk.niedersachsen.de/download/92450/Bahngipfel.pdf

Da sehe ich meinen Skeptizismus mal bestätigt: Auf der Liste ist kein einziger Neubau, nur Erneuerungen und Ausbauten. Dass das viel billiger ist, glaube ich gerne.

Also: Wo gibt es einen Neubau eines S-Bahnhofes im laufenden Betrieb für 5 Mio? Inzwischen glaube ich nämlich, dass Sie einfach mal einen gegen die DB raushauen wollten. Ich finde ja, dass man vernünftige und fundierte Kritik üben sollte. Beides sehe ich hier nicht. Und ich finde, dass die DB da sicherlich genug Anlass für gibt. Aber hier sehe ich das nicht.

Und ich mache eine Korrektur meines Kommentars: Am Ende sind Neubauten auf dem Land von Seitenbahnsteigen. Insofern stimmt meine “nur Erneuerungen” nicht. Aber ein Blick auf google-Maps zeigt, warum Seitenbahnsteige in Visselhövede nicht das gleiche wie ein neuer Haltepunkt in Ottensen sind.

Richtig – und weil Seitenbahnsteige in Visselhövede nicht das gleiche wie ein neuer Haltepunkt in Ottensen sind, meine leicht Hochrechnung auf 5 Mio. Aber machen wird gerne auch mal 10, wenn Sie möchten. Dennoch niemals 22.

Ja, ich möchte gegen die DB raushauen – ich möchte für diese Preisexplosion, für die ich als Steuerzahler zahle (Sie vielliecht nicht?), eine Erklärung haben. Und ja, mich regt auf, dass die Stadt HH blind jede DB Rechnung zahlt, ohne sie in Frage zu stellen.

und mal ganz ehrlich – was ist ihre Definition von vernünftiger und fundierter Kritik? Ich habe mit klaren Zahlen gezeigt, dass die Kosten für den Haltepunkt Ottensen unverhälntismässig hoch sind. Wenn das für Sie nicht fundiert genug ist, dann muss ich meinerseits zum Schluss kommen, dass sie ein DB-fanboy sind, der keine Kritik an ihr Lieblingsunternehmen zulässt.

Visselhövede mal 10 erscheint mir eine gute Größenordnung. Darauf können wir uns einigen. Und: 2,533 Mio mal 10 = 25,33 Mio. Also mehr als 22 Mio. Ergo: Die Größenordnung finde ich ok.

Fundiert finde ich ein Beispiel, wo ein S-Bahnhof, -haltepunkt oder was auch immer im Bestandsnetz für deutlich weniger als 22 Mio gebaut wurde. Hat aber offenbar niemand. Und dann kann ich die Preisschätzung, die mit meinem Wissen über Baukosten in Hamburg zusammenpasst, leben. Ich hätte es natürlich auch gerne billiger. Wer das hin bekommt: Nichts wie los.

Übrigens: Laut der Liste soll in Braunschweig (das ist dann laufender Betrieb) die Renovierung der Mittelbahnsteige (Belag, Ausstattung, Beleuchtung) über 8 Mio kosten. Schon wieder finde ich den Neubau einer Station für 22 Mio in Relation nicht wahnsinnig überteuert (bis zum Beweis des Gegenteils)

“mal 10” als in “mal 10 Mio”… nicht als Multiplikation… #BangHeadAgainstWall.
Egal. Sie sind glücklich damit, ich nicht. Und daran wird keine Zahl von keinem der beiden was ändern. Also gehen wir lieber jeder sein Leben weiter.

Tja, das typische Problem bei eingleisiger Führung: Züge müssen auf Gegenverkehr warten. Funktioniert besonders toll bei 10 Minuten Takt – da wirds erst richtig spaßig mit dem Fahrplan. Wie gut das dann funktioniert, kann man an in der HVZ auf der Strecke BlankeneseWedel schon heute regelmäßig bestaunen.

Eine Frage an die Experten: War die im Artikel besprochene Strecke (RissenWedel) nicht sogar mal zweigleisig und wurde mit der Aufgabe des Güterverkehrs erst zurückgebaut? Über den Bahnübergang (Autal) gingen doch früher zwei Gleise…?

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