Neuer Bahnhof Altona: Hamburg scheitert mit Wunsch nach Hallendach

Der neue Fernbahnhof Altona am Diebsteich wird kein Hallendach bekommen. Die Stadt Hamburg ist mit ihrem Wunsch bei der Deutschen Bahn abgeblitzt. "Nicht erforderlich".
Hier am Diebsteich soll bis 2023 der neue Bahnhof Altona entstehen
Hier am Diebsteich soll bis 2023 der neue Bahnhof Altona entstehen

Der zukünftige Fernbahnhof Altona wird definitiv keine Bahnhofshalle bekommen, die alle Gleise und Bahnsteige überspannt. Die Stadt Hamburg ist mit ihrer entsprechenden Forderung sowohl im laufenden Planfeststellungsverfahren als auch in direkten Verhandlungen mit der Deutschen Bahn gescheitert.

Das geht aus einer Mitteilung des rot-grünen Senats an die Hamburgische Bürgerschaft zum aktuellen Planungsstand des neuen Bahnhofs hervor.

Demnach hält die Bahn so eine Halle für den Bahnbetrieb für “nicht erforderlich” und lehnt sie grundsätzlich ab. Das heißt: Würde die Stadt Hamburg weiterhin auf das Hallendach bestehen, müsste sie die 170 Meter lange und 85 Meter breite Konstruktion komplett selber zahlen. Kostenpunkt: Mindestens 36 Millionen Euro.

Außerdem würde ein nachträglich eingeplantes Hallendach die Baupläne und den Bauablauf laut Bahn so stark verändern, dass ein neues Planfeststellungsverfahren nötig wäre. Das könnte die geplante Eröffnung des neuen Bahnhofs im Jahr 2023 verzögern. Dieses Risiko müsste ebenfalls die Stadt Hamburg übernehmen.

Kompromiss: Mehr als die Hälfte der Bahnsteige wird überdacht

“Nach Abwägung der voraussichtlichen Kosten und Risiken mit dem Nutzen, den eine solche Überbauung im Hinblick auf den Wetterschutz und ein repräsentativeres Erscheinungsbild des Bahnhofs stiften würde, hat der Senat entschieden, eine Kompromisslösung (…) anzustreben”, heißt es in…

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22 Antworten auf „Neuer Bahnhof Altona: Hamburg scheitert mit Wunsch nach Hallendach“

Ach halb so schlimm.
Das wird doch dadurch kompensiert, daß man bald, hoffentlich dann irgendwann, in naher bzw. ferner Zukunft, in einer noch-nicht-so-ganz absehbare Zeit, mittel- bis lang- bis undendlich langfristig, endlich mal auch mit EC-Kartenzahlung ein HVV-Ticket am Automaten erwerben kann.

Das hat nämlich sonst keiner!

Und genug Fanboys & -girls hat der HVV / die Hochbahn auch.

Klar: Für die Bahn ist das Dach nicht erforderlich. Da ist es nachvollziehbar, dass sie die günstigste Lösung präferiert. Letztendlich ist es aber mal wieder sehr peinlich für die Stadt, dass sie es nicht hinbekommen hat, sich mit der Bahn rechtzeitig – also VOR Einreichen der Planfeststellungsunterlagen – auf ein Konzept zu einigen. Auch hier zeigt sich, dass ein ÖPNV-Gremium hilfreich gewesen wäre.
Immerhin: Eine Art Bahnhofsvorplatz inkl. wahrnehmbares Gebäude und – sehr futuristisch: eine S-Bahn-Station mit ZWEI Zugängen. Wow!

Unglaublich, daß man noch dieser nobelpreisverdächtig anspruchsvolle Lösung mit dem zweiten S-Bahn-Zugang zwecks besserer Erschließung und damit Akzeptanz gefunden hat.
War bestimmt nicht einfach!

Das sieht auf dem Plan ja alles ganz nett aus… Aber wie wird es nach der Umsetzung funktionieren? Die Umgebung lässt einen Bahnhof dieser Größe eigentlich nicht zu. Friedhof, viel Gewerbe und eine kleine Wohnstraße – die Anwohner werden sich auch noch zu Wort melden – stehen den Planungen an vielen Stellen im Wege. Gibt es eine Übersicht Anbindung via Bus und Pkw, Stellplätze für DriveNow o.ä.? Oder werden die Fern- bzw. Regionalreisenden via Altona-Mitte und S-Bahn dort hingeschleust?

Kann man nicht einem Investor für die Hochhäuser die Kosten für eine Bahnhofshalle mit in das Lastenheft schreiben?

Werden die Geschäfte da mit einziehen?

Ich frage mich wie dieser Bereich dann später aussehen soll wo eigentlich nicht grad viel Platz vorhanden ist.
Für die Marschbahn wäre das optimal die zwischen HH-Altona und Westerland auf Sylt fährt.
Selbst “allein” für die S-Bahn sollten pro Richtung zwei Gleise also insgesamt vier im neuen Bahnhof liegen.
Zumal wenn man an die geplanten Linien S4-West sowie die Verstärkerlinie S32 denkt fahren die Bahnen den Bahnhof genauso an wie es im derzeitigen S-Bahnhof Altona wo dort drei Linien fahren oft an. Und da fahren sie über HH-Dammtor in Richtung Hauptbahnhof und durch den City-Tunnel über Reeperbahn und Landungsbrücken wo sie ebenfalls den Hauptbahnhof passieren.

Eventuell nochmal alles bedenken und dann bauen.

Für die die sagen “Du hast eine wilde Fantasie ” nein ich denke einfach für mich und versuche diesen Gedanken zu teilen.

Liebe Grüße an die Planer.

Die erste Klasse-Wagen befinden sich im ICE ganz vorne bzw ganz hinten. Bei trockenem Wetter kein wesentlicher Unterschied zur zweiten Klasse. Erst bei Regen machen sich die Mehrkosten für die Fahrkarte bezahlt: da ist eine Dusche inklusive!
(Übrigens nix neues, hatte man in Köln und in Stuttgart auch schon mal)

Es ist sehr schade, daß man auf ein vernünftiges Dach verzichtet.
Das größte Problem dieses Bahnhofes bleibt aber, daß nur zwei Gleise für die S-Bahn vorgesehen sind. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll ? Auf der einen Seite kommen die Züge von den zwei Stammstrecken, Verbindungsbahn und City-S-Bahn, und diese müssen dann aufgeteilt werden auf die verschiedenen Streckenäste, Pinneberg, Kaltenkirchen, eventuell Lurup. Von dem Gespenst der S4-West ganz zu schweigen. Ein Umsteigebahnhof mit 4 Gleisen, wie Hauptbahnhof oder Altona, wäre notwendig, einerseits um ideale Umsteigebedingungen zu schaffen, vor allem aber auch um eventuelle Verspätungen der einzelnen Strecken aufzufangen.
Hoffentlich werden die sogenannten Verkehrsexperten und Planer bis dahin einsehen, daß Bahnen, die bis zu 58 Km (Kellinghusen), bzw. 68 Km (Itzehoe) aus der Stadt herausfahren, nichts auf der S-Bahn zu suchen haben. Die können doch nicht wirklich so naiv sein zu glauben, daß in 15 Jahren alle Pünktlichkeitsprobleme der Fern- und Regionalbahnen Vergangenheit sein werden. Man sieht es heute bereits an der S3 : seitdem diese sich die Gleise der Niederelbebahn mit den Regional- und Güterzügen teilt, ist die Pünktlichkeit deutlich gesunken, und das obwohl auf der Niederelbebahn kein allzu dichter Verkehr herrscht. Ganz anders sieht es aber auf den Bahnstrecken nach Lübeck, Kiel und Itzehoe aus. Dort sind die Zugfolgen so dicht, daß keinerlei Garantie für einen pünktlichen S-Bahnverkehr besteht. Itzehoe und Kellinghusen, aber auch Ahrensburg – Bad Oldesloe sollten daher reine Regionalbahnen bleiben und das S-Bahnnetz nicht berühren.

Ein echtes Hamburgisches Trauerspiel. Kein Dach, kein Busbahnhof, kein U-Bahn-Anschluss, kein bisschen an die Zukunft gedacht. Selbst die Namenswahl ist zum Kopfschütteln. Hamburg-Altona und Hamburg-Altona-Mitte? Denkt hier eigentlich noch irgendjemand mit? Das ist ein waschechter Westbahnhof!

Ich lach mich schlapp…

Kein Hallendach ist ja noch okay, aber so kurze Dächer? Erinnert an die Fehlkonstruktion Mehdornium(Berlin Lehrter Bahnhof)…

Hauptsache die Kunden dürfen im Zug(^^) und in der Regen auf Ihren ICE warten.

Vielleicht sollte die Bahn nochmal in die Unterlagen schauen, nicht das die Bahnsteige zu kurz geplant sind…

Hamburg kann also nur billig und misserabel

Na, da sind ja mal wieder alle Meckerer und Nöler mit dabei.

Es gibt auch bei diesem Projekt sicherlich Verbesserungspotential, aber wieder alles als ganz großen Mist darzustellen, entbehrt jeder Grundlage.

Dieses Projekt ist für Hamburg KEIN Bahnprojekt. Die DB möchte ihren Durchfahrbahnhof, soll sie haben. Für Hamburg bedeutet dies, dass die Stadtteile Altona, Ottensen und Bahrenfeld nicht mehr durchtrennt sind. Es ergeben sich schier unendliche Möglichkeiten für Stadtentwicklung.. perspektivisch auch für das Gelände rund um den Diebsteich. Und an der Stelle, wo mal ein wunderschöner Bahnhof stand (Hbf Altona), steht jetzt dieser architektonisch seiner Entstehungszeit verpflichtete Funktionsbau, der einem Gebäude Platz machen kann, das Altona als alter dänischer / preußischer Stadt würdig ist..

Aber man kann natürlich auch alles durch die eigene, rosarote Bahnliebhaber-Brille sehen und jedwede Veränderung am Schienennetz schlecht finden.

Wichtig wäre m.E. im Untergeschoss (tief genug um von Süden mit einer Schildvortriebmaschine anschließen zu können und hoch genug um auf die Postbahngleise nach Norden anschließen zu können) einen S-Bahnhof zunächst als Rohbau mit zu errichten. Damit hätte man dann das Potential um den Westen (Arenen und Lurup) mit einer S-Bahn zu erschließen. Machen wir uns nichts vor: Die Weststrecke der geplanten U5 vom Siemersplatz bis zu den Arenen und Osdorf wird wegen der viel zu geringen Erschließung von Fahrgästen auch bis 2040 nie in Bundeszuschussfähig werden.

Die Unverfrorenheit, mit der die Deutsche Bahn sich an dem orientiert, was für ihre Betriebsabläufe gut ist und wenig kostet, aber nicht an den Bedürfnissen ihrer Kunden, ist immer wieder beeindruckend. Trocken und windgeschützt auf seinen Zug zu warten, sollte eigentlich gar keiner Diskussion bedürfen, sondern eine Grundvoraussetzung jeder Bahnhofsplanung sein. Die jetzt vorgesehenen Dächer sind reine Kosmetik – wenn der Niederschlag da nicht schnurgerade von oben kommt, sondern der Wind nur ein bisschen von der Seite bläst, steht man buchstäblich im Regen. Und diejenigen, deren Wagen außerhalb des überdachten Bereichs halten, haben sowieso Pech gehabt. Und die Vertreter der Stadt klopfen sich wie immer auf die Schulter – zwar für die Fahrgäste nichts erreicht und einen weiteren Schritt vom Bahnhof zur Haltestelle getan, aber wenn die neuen Dächer doch von preisgekrönten Architekten stammen, da muss man doch zufrieden sein. Das setzt Hamburg jeden Tag ein Stückchen mehr auf die internationale Landkarte!

Der vom Senat als Verhandlungserfolg gefeierte Kompromiss der längeren Bahnsteigdächer wird am Ende der Tage die HVV-Nutzer teuer zu stehen kommen. Statt der billigen Bahnsteigdächer Marke Zwiesel, die die DB AG, weil ja sowieso keiner den Bahnhof nutzen wird, vorgesehen hatte, werden jetzt durch eine edlere Version, wie im Dammtorbahnhof realisiert, ersetzt und ein wenig verlängert. Mehrkosten EUR 35 Mio. Und die sollen lt. Senatsdrucksache 21/8161 vom 28.2.2017 durch höheren Stationsentgelte bezahlt werden. Da die Masse der am künftigen Bahnhof Diebsteich haltenden Züge Regionalzüge sein werden, die der HVV und Nah-SH bestellen, werden die auch dafür mehr zahlen müssen. Und was werden die Aufgabenträger machen: Die Mehrkosten auf die Tiecktpreise umlegen. Und die zahlt jeder ÖPNV-Nutzer! So sieht Rot-Grüne Nahverkehrspolitik aus!

Zitat: “Mehrkosten EUR 35 Mio.”
Hier sind Ihnen offenbar einige Fakten durcheinander geraten. Die 35 Mio. waren oben im Text “mindestens 36 Mio.” und bezogen sich auf ein Hallendach über den Bahnhof, nicht auf die verlängerten Bahnsteigüberdachungen.

Die Haltung der Bahn ist doch unfassbar! Der Hanseat wünscht sich eine repräsentative Bahnhofshalle, dann soll er sie doch bekommen. Das Gebäude wird dort sicher einige Jahrhunderte stehen und die Bahn verspielt Chancen, die im späteren Verlauf schwierig bis unmöglich nachzuholen sind.

Wer zufriedene und vor allem mehr Kunden will, der muss auch auf sie eingehen und sollte in einer Großstadt keine Provinzbahnhöfe bauen. Wenn ein Gebäude nur den Charme einer S-Bahn ausstrahlt, fehlt etwas am cosmopolitanen Reisegefühl, wie es der Anspruch und die Stärke der Bahn sein sollte

Die Haltung der Bahn ist doch völlig verständlich. Für deren Aufgabe (nämlich der Bahnbetrieb) ist ein Hallendach nicht notwendig. Wenn die Stadt eine Halle haben will, soll sie sie bekommen (und muss sie natürlich auch bezahlen).

Dass die Stadt es versäumt hat, diese Halle in die Planfeststellungsunterlagen des neuen Bahnhofs zu bekommen, lässt den Schluss zu, dass die Angestellten der Stadt sich lieber mit anderen Sachen (vielleicht: Mails schreiben, Feierabend machen, über Kollegen lästern?) beschäftigen.

Weil die Bahn für ihre Zwecke keine Baugenehmigung vom Bezirk bzw. von der FHH braucht. Die Arbeiten nach dem AEG (“Allgemeines Eisenbahngesetz”) und machen entsprechend nur ein Planfeststellungsverfahren, insoweit können die “Arschloch hoch” spielen.

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