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Neues Homeoffice-Ticket im HVV: Verkaufszahlen sind überschaubar

Seit knapp fünf Monaten gibt es im HVV testweise ein neues 10er-Ticket – speziell für ehemalige Abo-Kunden, die aktuell viel im Homeoffice arbeiten. Die Verkaufszahlen sind allerdings überschaubar. So viele Menschen nutzen die neue Karte und diesen Punkt bemängeln die Fahrgäste besonders häufig.
Lars Hansen
Ein U-Bahn-Zug vom Typ DT5 auf einem Viadukt im Hamburger Hafen am Baumwall
Ein U-Bahn-Zug vom Typ DT5 auf einem Viadukt im Hamburger Hafen am Baumwall
Foto: Christian Hinkelmann

Die Corona-Pandemie hat den Hamburger Verkehrsverbund stark getroffen. Innerhalb des ersten Corona-Jahres 2020 verlor er 387 Millionen Fahrgäste und im Jahr darauf noch einmal 36 weitere Millionen Menschen im Vergleich zu 2019.  

Vor allem für Leute, die seit Corona ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten, lohnen sich die bisherigen HVV-Abokarten (ProfiTickets, Vollzeit- und Teilzeit-Abos, Schüler- und Seniorenabos, Semestertickets) oft nicht mehr. Die Folge: Der Verkehrsverbund hat seit Ausbruch der Pandemie 16 Prozent seiner treuen Stammfahrgäste verloren, wie der Verbund auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage erklärte. 

Das ist ein harter Schlag für den vormals erfolgsverwöhnten Verkehrsverbund. Um diese Menschen zurückzugewinnen, hatte der HVV nach fast einjähriger Vorbereitungszeit im vergangenen Oktober ein neues Ticket speziell für diese Zielgruppe eingeführt – testweise bis Mitte April und auch nur in der HVV-App erhältlich (siehe hier). Das Ticket umfasst ein preisreduziertes Bündel von 10 Tageskarten, die innerhalb eines Monats abgefahren werden müssen. 

Nur 1.250 verkaufte Tickets pro Monat 

Doch die Verkaufszahlen sind überschaubar, wie NAHVERKEHR HAMBURG vom HVV erfuhr. Demnach hat der Verbund bis Mitte Februar lediglich 5.000 dieser neuen Tickets verkauft. Das sind pro Monat im Durchschnitt nur 1.250 verkaufte Karten.  

Zum Vergleich: Die Zahl der monatlich verkauften regu…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Lars Hansen wuchs im ländlichen Raum nahe der dänischen Grenze auf. Daher kann er sehr gut nachvollziehen wie sich ländliche Mobilität ohne Auto anfühlt. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Transformation der Mobilität und studierte interdisziplinär Philosophie, Politik, Wirtschaft und Informatik in Hamburg, München und London.

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6 Antworten auf „Neues Homeoffice-Ticket im HVV: Verkaufszahlen sind überschaubar“

Was noch beim 10er-Ticket dazu kommt: einmal eine Woche krank, und die Wirtschaftlichkeit geht nicht mehr auf. Die Fahrten verfallen. Und rund um Urlaube muss man auch vorher nachrechnen, ob es noch passt. Der Zeitraum für die Gültigkeit muss unbedingt länger sein, 60 Tage würden dabei schon deutlich reichen. Oder zumindest eine Möglichkeit, sich rückwirkend das nicht voll genutzte 10er-Ticket in einzelne Tageskarten zu wandeln und zumindest die Differenz erstattet zu bekommen (ähnlich der Kündigung eines Abos vor Ablauf von einem Jahr).

Sofern man sie überhaupt zeitlich binden muss. Aus Erfahrung wissen andere Städte ja, dass solche Bündel die Fahrten erhöhen, insb. ohne Personenbindung. Da kann dann eine Familie mit Rabatt eine Anzahl an Tickets kaufen. Und wenn die Tickets dann eh schon in der Kommode bei der Wohnungstür sind, neigt man zu häufigsten Fahrten als bei Einzeltickets.

Wenn hier Leute sagen, „alle mit Hamburg vergleichbaren Städte haben Straßenbahnen“ wird von dir entgegnet: „Nur weil andere Städte das haben, heißt es nicht, dass es für Hamburg auch sinnvoll ist. Der Verweis auf andere Städte ist überhaupt kein Argument“.

Wenn es ums 365€-Ticket geht, kommt hingegen von deiner Seite aus Mantra-artig: „In Wien hat es nicht den Effekt, den sich die Leute in Hamburg davon erhoffen. Und weil es in Wien so ist, ist es deswegen grundsätzlich sinnlos und bringt nichts.“

Vielleicht kommt ja irgendwann der Tag, an dem dir deine intellektuellen Unzulänglichkeiten mal selbst auffallen. Ich wünsche es dir jedenfalls ?

Du hast Recht, in Hamburg würde es nämlich noch weniger funktionieren, als in Wien. Hamburg war und ist eine Autofahrerstadt-Wien ist das schon seit 40 Jahren nicht mehr und hat den Umstieg von Auto auf ÖPNV dadurch erzielt, dass man Autofahrern einfach Platz weggenommen hat. Man hat Parkraum umgewandelt und Einbahnstraßen sowie Durchfahrtssperren gebaut. Gleichzeitig hat man den ÖPNV ausgebaut Das war also eher ein Push-Effekt, kein Pull-Effekt.
Und dann zu deiner Argumentationsstruktur:
Ja, das Verhalten der Menschen ist innerhalb von Europa nicht so unterschiedlich. Billige Karten alleine bringen es nicht, weil das Kostenargument normalerweise schon jetzt, selbst bei den relativ hohen Preisen im HVV, ziehen müsste, weil ein Auto mindestens das Dreifache kostet. Man fährt in HH aber immer noch lieber Auto statt ÖPNV, weil man in HH immer noch recht gut Auto fahren kann. Man kommt überall hin und kann fast überall kostenlos am Straßenrand parken und Falschparker werden kaum sanktioniert.
Bei der Stadtbahn ist es schon anders, da kann man in der Tat nicht sagen, dass es auch in jeder Stadt den gewünschten Effekt bringt bzw dass ein Neubau nicht viel mehr negative Auswirkungen hätte, als man positive gewinnt. Das hat man ja ganz deutlich gesehen, als die HOCHBAHN die Planungen veröffentlichte. Das war politisch nicht durchsetzbar. Ich war übrigens immer für die Stadtbahn, insofern ist das kein „strategisches“ Argument.

Eine wirkliche Attraktivitätssteigerung im Ticketing ist nur durch die Einführung des 365 Euro Jahrestickets zu erreichen. Dieses müsste angesichts der Größe des HVV-Gebietes auf das Stadtgebiet Hamburg beschränkt sein. Und für das gesamte HVV-Gebiet könnte so ein Ticket durchaus 500,- Euro kosten um immer noch attraktiv zu sein. Es ist unverständlich, warum sich der HVV hier so lange ziert. Wenn man wirklich die Verkehrswende will, daran gibt es trotz eines Grünen Verkehrssenators mittlerweile Zweifel, dann muss man mit mutigen Schritten voran gehen. Angesichts der derzeit hohen Spritpreise, wäre dies ein starkes Signal zum Umsteigen.

Der HVV entscheidet das nicht, sondern die Politik. Und da weiß man, dass ein noch billigerer ÖPNV nichts bringt. Sieht man ja in Wien. Durch die Einführung des Billigtickets kamen die Wiener Linien zu einer Stagnation im Modal Split, nachdem man in den 20 Jahren zuvor viele neue Fahrgäste durch den Ausbau des Angebots gewinnen konnte. Vor Corona ist der Modal Split in Wien sogar noch gesunken, was nicht überrascht, wenn man für Betrieb und Ausbau kaum noch Mittel hat. Wer heute 300, 400 Euro im Monat für seinen Pkw ausgibt, wird nicht umsteigen, wenn das Profiticket nicht mehr 55, sondern nur noch 30 Euro kostet. Aber zum Glück haben wir mit dem Hamburg-Takt und vielen Schnellbahnmaßnahmen (U5, S4, S21, U4, …) eine gute Grundlage für die Verkehrswende.

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