Private Dienste erleichtern Fahrgeld-Rückerstattung bei Bahn-Verspätungen

Ab 60 Minuten Verspätung bekommen Bahnfahrer im Regional- und Fernverkehr Geld zurück. Doch der Prozess dauert Wochen. Immer mehr Online-Dienste vereinfachen den mühsamen Weg.
Anzeigetafel: Verspätungen und Ausfälle bei der Bahn
Anzeigetafel: Verspätungen und Ausfälle bei der Bahn

Wenn ein Regional- oder Fernzug in Deutschland mindestens 60 Minuten Verspätung hat, können sich Fahrgäste ein Viertel des Fahrpreises zurückerstatten lassen. Ab 120 Minuten Verspätung gibt es sogar die Hälfte zurück.

Doch der Prozess ist langwierig und kompliziert: Wer seine Ansprüche geltend machen will, muss ein doppelseitiges Papierformular mit 54 Feldern ausfüllen und persönlich mit seiner Fahrkarte in einem Reisezentrum abgeben oder per Post an das “Servicecenter Fahrgastrechte” der Deutschen Bahn in Frankfurt schicken. Die Bearbeitung und Auszahlung dauert oft mehrere Wochen.

Trotz des komplizierten Vorgangs nutzen immer mehr Bahn-Kunden diese Möglichkeit: 53,6 Millionen Euro zahlte die Bahn im Jahr 2018 an ihre Fahrgäste zurück. Im Jahr 2014 waren es laut Berliner Morgenpost noch 27 Millionen.

Private Dienste vereinfachen Rückerstattungen

Inzwischen gibt es immer mehr kleine Start-Ups, die den aufwändigen Entschädigungsprozess vereinfachen und die alten Papierformulare durch zeitgemäßere Handy-Apps ersetzen. „refundrebel“, „RE.X“ und „zug-erstattung.de“ sind die bekanntesten Dienste dieser Art, die sich ihre Arbeit allerdings gut bezahlen lassen, indem sie meist pro Rückerstattung eine Provision kassieren. Sie nutzen damit die Langsamkeit der Deutschen Bahn aus, die schon seit längerer Zeit an einer Digitalisierung ihres Entschädigungs-Managements arbeitet – bislang ohne Ergebnis (

Auch interessant

3 Antworten auf „Private Dienste erleichtern Fahrgeld-Rückerstattung bei Bahn-Verspätungen“

Ein Schelm ist, wer böses denkt! Bei den langwierigen und aufwendigen Verfahren der Betreiber.

Seit man die HVV-Garantie per Drittanbieter-App gebührenlos und schnell einreichen kann. (Nutze Lateback)
Nun holt man alle 3 Monate seinen Freimonat ab.
Leider muss man trotz Abo dennoch mit Ausdrücken bewaffnet zu einer Servicestelle, aber man hat immerhin weniger das Gefühl noch mehr Zeit zu opfern, nachdem man schon 20 Min. bis teils Stunden länger unterwegs war.

Ich kann die Kritik an den Verfahren der DB bei der Erstattung von Verspätungen nur bedingt nachvollziehen. Ich habe in den letzten Jahren wohl ein Dutzend mal damit zu tun gehabt: Man füllt das Formular aus (kann man online herunterladen, wenn man es nicht schon im Zug erhalten hat), indem man angibt, wie man hätte fahren sollen, wie man tatsächlich gefahren ist und dazu die Adress- und Bankdaten, packt die Fahrkarte dazu (ggfs. auch nur eine Kopie, wenn noch die Erstattung der übrigen Reisekosten aussteht) und schickt es weg. Ist das unzumutbar? Die Bearbeitung hat bei mir nie länger als 3 Wochen gedauert, abgelehnt wurde eine Erstattung auch noch nie.

Bei mir hat sowas mal anderthalb Jahre gebraucht. Trotz regelmäßigen Nachhakens, was stets per Post stattfinden musste, da die DB keine Mailadresse angibt. Das Porto hat mir die Bahn dann auch tatsächlich nicht zurückgegeben. Wirklich, ein Super-Service!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.