Pro Bahn fordert weiteren Ausbau der Bahnstrecke Lübeck – Bad Kleinen

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert mit Blick auf die geplante Feste Fehmarnbeltquerung einen weiteren Ausbau der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Bad Kleinen – als Bypass für Hamburg.
Regionalexpress nach Lübeck im Hamburger Hauptbahnhof
Regionalexpress nach Lübeck im Hamburger Hauptbahnhof

Mit einer Sanierung und Elektrifizierung der Strecke sowie dem Bau einer Umfahrungskurve in Bad Kleinen können aus Schweden und Dänemark kommende Güterzüge ohne Lokwechsel und ohne Traktionswechsel von Lübeck aus über Schwerin und Wittenberge die neue östliche Nord-Süd-Magistrale Stendal – Magdeburg – Halle – Leipzig – Hof – Regensburg erreichen und somit sowohl den überlasteten Bahnknoten Hamburg als auch die überlastete bisherige Nord-Süd-Magistrale Hannover – Göttingen – Fulda – Würzburg umfahren, so der Verband.

Auch der Regionalverkehr zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern würde von dem Streckenausbau profitieren. “Mit dem Einsatz moderner Elektro-Triebwagen verkürzt sich einerseits die Fahrtzeit zwischen Lübeck und Bad Kleinen, andererseits ist die Einführung einer direkten Regionalbahn-Linie Lübeck – Wismar denkbar, so dass die beiden Hansestädte umsteigefrei mit der Bahn verbunden sind”, so der Vorsitzende des Pro Bahn Landesverbandes Mecklenburg-Vorp…

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6 Antworten auf „Pro Bahn fordert weiteren Ausbau der Bahnstrecke Lübeck – Bad Kleinen“

Alles nur Theorie: Güterzüge fahren dort wo sie bestellt werden und den Rangierbahnhof Maschen kann man nicht umfahren. Die Entlastung von Hamburg durch diese Strecke ist ein Märchen. Wenn die Skandinavier ihre Waren nicht in der Ostsee verschiffen sondern in Hamburg oder Rotterdam, fahren die Güterzüge nach Hamburg oder Maschen. Wenn die Skandinavier keine Ganzzüge schicken, müssen diese Züge in einem Rangierbahnhof zerlegt werden. Das ist fast immer Maschen, wenn die Züge Richtung Westdeutschland weiterfahren.
Der Ausbau über Bad Kleinen ist sinnvoll aber hauptsächlich aus anderen Gründen.

Achtung! Die Umfahrung im Osten würde schon von staatlicher Seite aus Berlin als Gegnargument zum Ausbau Hamburg – Lübeck benutzt, also gegen die Bundesunterstützung zur S4 (Ost). Also Vorsicht, so gut die Idee auch sonst ist.

Warum soll das für eine durchgehende Verbindung Lübeck-Wismar erforderlich sein (und wer soll die Verbindung nutzen)? Wohl eher für Lübeck-Schwerin und da wäre der Lückenschluss Schönberg-Rehna wohl sinnvoller, wenn denn der Regionalverkehr davon profitieren soll!

Ist die Umfahrung Bad Kleinen aber nicht bereits im BVWP enthalten, sogar im Rahmen des VDE1? Dann sollte man nicht so tun, als wäre das eine neue Idee, sondern Druck machen für eine konsequente Umsetzung des Vorhabens, sofern dieses denn wirklich wünschenswert ist. Aus Sicht des Regionalverkehrs ist es das nur für Grevesmühlen und das hat seinen Status als Kreisstadt nicht mehr inne. Aus Sicht des Güterverkehrs ist es, wie bereits geschrieben, ein Konkurrenzvorhaben zum Ausbau Lübeck-Hamburg bzw. auch Lübeck-Büchen.

Es soll sich jeder selbst ein Bild von der Region machen, aber als Bahnnutzer in Mecklenburg halte ich nicht viel von dem Konzept und auch nicht von Pro Bahn (in MV).

@Mecklenburger:
“Aus Sicht des Güterverkehrs ist es, wie bereits geschrieben, ein Konkurrenzvorhaben zum Ausbau Lübeck-Hamburg bzw. auch Lübeck-Büchen.”
Und worin besteht der Vorteil des Konkurrenzvorhabens Büchen-Lübeck? Streckenmäßig ist der Unterschied zwischen der Strecke Bad Kleinen-Lübeck und Lübeck-Büchen für Richtung Wittenberge fahrende Güterzüge (bzw. aus Richtung Wittenberge kommende Züge) nicht allzu groß (ich glaube, es waren gerade einmal 5 km). Fahrzeitunterschiede dürften also eher gering ausfallen. Wenn, dann müsste dafür schon die alte Kaiserbahn Hagenow Land- Ratzeburg reaktivieren. Für den Regionalverkehr bringt dieses Vorhaben (ohne Elektrifizierung Lüneburg-Büchen) nichts, wenn man nicht gerade Zweisystem-Triebwagen (Diesel+Elektro) beschafft. Bei einer Streckenhöchstgeschwindigkeit von 120 km/h wird man schließlich diese für den Güterverkehr wohl kaum anheben wollen. Die Strecke Büchen-Lübeck ist natürlich kürzer, das könnte also billiger zu realisieren sein. Andererseits hatte die Strecke Bad Kleinen-Lübeck einmal ein zweites Gleis, da dürfte also genügend Platz sein. In Mölln müsste man für einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Büchen-Lübeck wohl einen Teil der Vorgärten den Anwohnern wegnehmen.
Aus Sicht des Güterverkehres würde sicherlich ein Komplettausbau Lüneburg-Lübeck mit Verbindungskurve nach Westen in Lüneburg (für Güterzüge von/nach Maschen bspw.) am meisten bringen, aber dürfte auch teuer werden (neue Elbbrücke, Überwerfungsbauwerk in Büchen).

Im BVWP 2010 ist das Projekt “Ausbau Lübeck-Bad Kleinen” aufgeführt, aber da stehen auch viele Dinge drin, wenn der Tag lang ist. Wie viele dieser Projekte wurden / werden denn ernsthaft verfolgt? Insofern ist es doch verständlich, wenn Pro Bahn Druck macht. Dass das ganze neu sein soll, habe ich im Artikel jedenfalls nicht gefunden…

“Wohl eher für Lübeck-Schwerin und da wäre der Lückenschluss Schönberg-Rehna wohl sinnvoller, wenn denn der Regionalverkehr davon profitieren soll!”
Sinnvoller – weil kürzer & schneller – das mag vllt stimmen, aber sollte natürlich auch die Kosten berücksichtigen, die es dafür bedarf. Immerhin muss hier auf knapp 13 km eine ganz neue Bahnstrecke gebaut werden. Außerdem handelt es sich bei der Bahnstrecke Rehna-Schwerin nur um eine Nebenbahn – die Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen ist hingegen eine Hauptbahn. Welche Verbindung wäre denn da die schnellere im Vergleich zu den Kosten (das sollte man ja auch nicht außer Acht lassen)? Zum Vergleich: Nach heutigem Stand braucht man 1:10h von Lübeck Hbf nach Schwerin Hbf. Schönberg – Lübeck: 0:21 h, Rehna- Schwerin 0:44h. Die Strecke Schönberg-Rehna müsste man also in etwa 5 Minuten schaffen. Bei 13 km Streckenlänge wäre das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 156 km/h – das wäre also so nicht zu schaffen. Ohne einen weiteren Streckenausbau dürfte also die Fahrzeit über Rehna nicht kürzer sein.

Offenbar passt sich Pro Bahn längst überholten Forderungen an, statt offensiv den Ausbau der Eisenbahn zu fordern. Nötig wäre keine Kurve in Bad Kleinen sondern eine Regionallinie Schwerin _ Lübeck über Gadebusch. Die Planung war einst bereits sehr weit, wurde aber von dem Regensburger Ebnet als VM in MV zu Gunsten teurer Straßenbaumaßnahmen mit wenig Ertrag, siehe Stau auf Rügen trotz sündhaftteurer neuer Brücken, immer wieder vertagt. Und der Güterverkehr nach Süden könnte über Ratzeburg Zarrentin Hagenow laufen, aber dazu müsste man auch eine Lücke im Gleis zu den Kosten etwa der geplanten Ortsumgehung Neubukow im Zuge der B 105 zur Erleichterung des Mautfluchtverkehres von LKW bauen. Würden statt Maut für ausländische PKW, innländische Busse, auch die staatlichen Busse der DB bemautet,, würde erstens weniger Verkehr von der bemauteten weitgehend elektromobilen Eisenbahn (Trassengebühr) auf Dieselbusse umgelagert, es wäre auch Geld da für die beiden genannten Lückenschlüsse. Liebe Pro Bahner kämpft wieder für eine bessere Eisenbahn und nicht für den Mainstream in Sachen Schienenverkehr der niemandem wirklich nutzt außer den Politikern, die mit wenig Aufwand den Verkehrskollaps auf der Straße verhindern, nicht den Eisenbahnverkehr fördern wollen.

@green city: Bezüglich der Fahrzeit Lübeck Gadebusch Schwerin unterliegst Du einem Denkfehler. Es müsste nicht die Strecke Schönberg Rehna in 5 Min zurückgelegt werden, sondern es müsste die Stracke Schwerin _ Lübeck, bzw Schwerin – Schönberg, wenn man in Schwerin und Schönberg Anschlüsse beachten muß, mit nur 5 Min mehr Fahrzeit bewältigt werden. und das ist machbar, wenn man will. Außerdem muß eine Nebenbahn nicht eine Nebenbahn bleiben. Schwerin Rehna wäre mit relativ geringem Aufwand zur Hauptbahn auszubauen. Es wäre nicht die erste Nebenbahn die zur Hauptbahn wurde.

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