Radfahrer sollen künftig öfter auf der Fahrbahn fahren

Radfahrer in Hamburg sollen in Zukunft öfter zusammen mit dem Autoverkehr auf der auf der Fahrbahn fahren. Das hat die Hamburgische Bürgerschaft gestern beschlossen.
Christian Hinkelmann
Fahrradfahrer fahren auf einer vom Autoverkehr abgetrennten Radspur in Hamburg
Fahrradfahrer fahren auf einer vom Autoverkehr abgetrennten Radspur in Hamburg

Der SPD-Senat hatte beantragt, dass das bestehende Radwegenetz dahin gehend geprüft werden soll, welche Radwege erhalten bleiben und welche durch neue Radfahrstreifen auf der Fahrbahn ersetzt werden können. (Drucksache: 20/9679).

Laut Antrag sei das Radfahren auf der Fahrbahn vor allem in Nebenstraßen und tempo-30-Zonen für alle Radler die sicherste Variante, eine Radwegebenutzungspflicht gebe es dort in der Regel nicht mehr. Trotzdem komme es nach Angaben der SPD immer wieder zu Konflikten: Fußgänger und Radfahrer kämen sich auf viel zu engen Wegen in die Quere, motorisierte Verkehrsteilnehmer würden Radfahrer gern auf die Radwege verweisen, obwohl diese berechtigt seien, die Fahrbahn zu benutzen. Zudem würden die nicht mehr benutzungspflichtigen Radwege den Fußgängern unnötig Platz wegnehmen.

Eine Verbreiterung der Radwege auf heutige Standards wäre nach SPD-Angaben vielerorts nur zulasten der Fußgänger möglich und daher nicht sinnvoll.

Überall dort, wo Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Fahrbahn fahren dürfen sollen daher die überflüssigen Radwege zurückgebaut werden, wenn eine Sanierung oder Instandsetzung der Straße geplant ist.

Außerdem hat die Bürgerschaft beschlossen, stark belastete Fahrradwege, wie zum…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

„Geringverdiener brauchen mehr als ein günstiges HVV-Ticket“

Viele Menschen in Armut können sich Fahrten mit dem HVV nicht leisten – trotz Sozialrabatt. Das hat eine neue Studie der TU Hamburg ergeben. Interview mit Projektleiter Prof. Carsten Gertz über Lösungsmöglichkeiten und in welchen Stadtteilen Geringverdiener mit einer unterdurchschnittlichen HVV-Anbindung leben.

Fotomontage: Stadtbahn am U-Bahnhof Hoheluftbrücke in Hamburg

LINKE-Studie favorisiert Straßenbahn statt U5

Ungünstig gelegene Stationen, lange Fußwege und am Bedarf vorbei: Eine neue Studie im Auftrag der Hamburger LINKE lässt kein gutes Haar an der geplanten U-Bahnlinie U5 und fordert stattdessen ein Straßenbahnnetz, das günstiger und effizienter sein soll. Eine Analyse, was an der Kritik dran ist und welche Schwachpunkte sie an der U5 aufdeckt.

Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke.

Auf diesen Hamburger S-Bahnlinien könnten in Zukunft XXL-Züge fahren

Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke im Interview darüber, auf welchen zusätzlichen S-Bahn-Strecken in Zukunft längere Züge möglich wären, was deren Einsatz einschränkt und warum die künftige neue S-Bahn-Strecke nach Kaltenkirchen von der Linie S21 und nicht mit der Linie S3 befahren werden soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.