S-Bahn-Erweiterung im Hamburger Süden bringt zu wenig Vorteile

Eine Erweiterung der Hamburger S-Bahn Richtung Lüneburg und Tostedt bringt zu wenig Vorteile. Eine Vorprüfung des HVV hat ergeben, dass sich keine relevanten Reisezeitverkürzungen für die Fahrgäste ergeben und dass die Kapazitäten der S-Bahnen nicht ausreichen. Jetzt soll der Regionalverkehr optimiert werden.
Zweisystem-S-Bahn auf Fernbahnstrecke zwischen Hamburg und Stade
Zweisystem-S-Bahn auf Fernbahnstrecke zwischen Hamburg und Stade

Mit der S-Bahn umsteigefrei von Lüneburg oder Tostedt bis zum Hamburger Jungfernstieg? Daraus wird wohl nichts. Eine HVV-Untersuchung hat zu viele Nachteile ergeben.

“Laut unserer ‘Vorprüfung der Perspektiven einer S-Bahn in Richtung Lüneburg und Tostedt’ bringt die S-Bahn weder die dringend benötigte Kapazitätserhöhung noch relevante Fahrzeitverkürzungen”, so HVV-Sprecher Rainer Vohl zu NahverkehrHAMBURG. Der verkehrliche Nutzen beschränkt sich demnach auf die neuen Direktfahrmöglichkeiten zwischen Niedersachsen und den S-Bahn-Stationen in Hamburg sowie die Reisezeitverkürzungen durch das wegfallende Umsteigen im Hamburger Hauptbahnhof. “Hiervon profitiert aber nur ein Teil der Fahrgäste”, so Vohl.

Diese Gründe sprechen laut HVV gegen eine S-Bahn-Erweiterung:

  • Systemwechselstelle:
    Für eine S-Bahn-Abzweigung Richtung Süden müsste zwischen dem Bahnhof Wilhelmsburg und den Süderelbbrücken bei laufendem Betrieb eine Systemwechselstelle von den S-Bahngleisen auf die Fernbahngleise gebaut werden. Kostenpunkt: Mehr als 100 Millionen Euro und eine mehrjährige Baustelle auf einem stark befahrenen Streckenabschnitt.
  • Fahrplanprobleme:
    Die S-Bahnen müssten sich auf den dicht befahrenen Strecken nach Lüneburg und Tostedt die Gleise mit dem Fern- und Regionalverkehr teilen. Damit die S-Bahnen keine Verspätungen von dort ins eng getaktete S-Bahnnetz schleppen, müssten entsprechende Reserven in den Fahrplan eingebaut werden. Das verlängert die Fahrzeiten.

Auch interessant

Bahnhof Hamburg-Altona im Abendlicht

Stadt Hamburg kauft Bahnhof Altona

Die Stadt Hamburg will den Bahnhof Altona kaufen und hat sich Grundstück und Empfangsgebäude per Vorkaufsrecht gesichert. Areal soll nach Bahnhofsumzug wichtige Rolle spielen.

18 Antworten auf „S-Bahn-Erweiterung im Hamburger Süden bringt zu wenig Vorteile“

“… und dass die Kapazitäten der S-Bahnen nicht ausreichen.”

So so, dann macht man lieber praktisch gar nichts, außer ein bisschen am Fahrplan in gewohnter HVV-Manier rumzuspielen.

” Die S-Bahnen müssten sich auf den dicht befahrenen Strecken nach Lüneburg und Tostedt die Gleise mit dem Fern- und Regionalverkehr teilen.”

Nein ? Wirklich ? Meine Güte, man hat endlich das Prinzip einer Regional-S-Bahn beim HVV verstanden und beweist gleichzeitig die Inkonpetenz, da man ja lieber ganz die Finger davon lassen will. Schaut’s mal nach Minga !

“Eine S-Bahn-Direktverbindung von Lüneburg und Tostedt bis in die Hamburger City macht die Strecke attraktiver”

Ah geh, da schau her ! Warum moacht’s ihr des dann nicht ?

“Für die benötigte Kapazitätserhöhung wäre eine siebente Zugfahrt erforderlich”

Das beweist doch eigentlich nur, dass man hier nur seit Jahrzehnten geschlafen hat – vermutlich sogar vorsätzlich, wie man es jetzt auch wieder tun möchte- anstatt die Strecken auszubauen, drittes Gleis etc.

Wie will Hamburg es denn zur 2.000.000 Stadt schaffen (in Worten: Zweimillionenstadt) ohne endlich die längst überfälligen Infrastrukturprobleme zu beseitigen. Die Taktik des Aussitzens bis zur nächsten Bürgerschaftswahl haben wir hier schon seit den 70er Jahren. Wenn man in der Hamburger Metropolregion politisch gewollt nichts in Infrastruktur investieren möchte, muss man aber fairer Weise auch einen Wohnungsbaustopp mit sofortiger Wirkung verhängen, natürlich bei verordneter Mietdeckelung. Nur so wird das nichts ! Hamburg ist jetzt schon Staustadt Nr. 2. Aber wahrscheinlich will man politisch noch Platz 1 erreichen.

HAMBURG – Die Stadt die nicht funzt !
HAMBURG – Das Tor zum Stau !

Da könnten dann Regio-S-Bahn-Züge verkehren, die ausschließlich auf Regional- und Fernbahngleisen verkehren können. Sei es von/bis Harburg aus und bei großer Nachfrage von/bis Hamburg-Hauptbahnhof.

Hmm, Punkt 1 ist essentiell der selbe wie Punkt 4.

Bei Punkt 2 fragt man sich dann nur wie die in Muenchen es ueber Jahrzehnte geschafft haben…

Bei Punkte 3 macht meine Mathe nicht mit, 7 (Zuege in Zukunft) – 5 (Zuege jetzt) = 4 (Extra Zuege)???

So etwas macht nur Sinn wenn man die vorhandene Abzweigstelle im Harburger S-Bahn Tunnel nutzt und somit den Bf Hamburg-Harburf (fern) masiv entlastet. Diese Option besteht seit dem Bau der Harburger S-Bahn in den 1980er Jahre, allerdings würde diese Variante wohl noch erheblich teurer.

Was macht es denn eigentlich für ein unterschied, ob man jetzt RB oder S-Bahn an den Zug schreibt? Kaum einer wird/will von Lüneburg nach Hamburg-/WasAuchImmer/ z.b. Hamburg-Jungfernstieg mit der RB fahren. Die leute würden trotzdem mit dem RE bis zum Hbf fahren (weils einfach schneller geht, und das zigmalige anhalten die Fahrdauer einfach subjetiv länger macht)

Also warum nicht einfch das 4. Gleis (ja die Anwohner werden zetern, aber Gemeinwohl vor Eigenwohl) und diese dann bis Altona bzw Diebsteich (oder warum nicht Flesburg, Itzehoe, etc).
Der ganze Plan mit Zweisystemzügen und Wechselstellen etc etc ist verständlicherweise nicht Kostengünstig.

Durch die geplane S4 wird bekanntlich der Hauptbahnhof entlastet. So kann man doch relativ problemlos den Regionalverkehr aus Richtung Süden verstärken.
Und wenn man jetzt die Politikerbrille absetzt stellt man fest, dass die S4 leider doch keine Entlastung des Hauptbahnhofes schafft, die durch den Regionalverkehr aus Richtung Süden genutzt werden kann….

Viel wichtiger als eine unbequeme S-Bahn in die südlichen Landkreise ist eine Erweiterung des HVV-Tarifs dorthin, notfalls erst einmal “nur mit dem Zug” wie früher nach Elmshorn oder wie heute nach Dannenberg-Ost.
Oder eine “Soltau- bzw. Amt Neuhaus” – Regelung.
In der Lüneburger Landeszeitung oder der Uelzener AZ stand ein entsprechender Artikel, wonach eine entsprechende Prüfung läuft. Leider habe ich den Link nicht mehr.
Man muss den Gedanken der Metropolregion Hamburg umsetzen. Es bringt doch nichts immer mehr Leute ins verstopfte Hamburg reinzubringen.

Auch der Vergleich nur der Sitzplätze ist zu hinterfragen. Klar, es sollen auf längeren Strecken möglichst viele Leute einen Sitzplatz erhalten. Da sind die Dostos im Vorteil. Aber maßgeblich ist die Gesamtkapazität incl. der Stehplätze. Und die Reisezeit – die Dosto-Züge sind viel “lahmer”, die S-Bahn-Züge beschleunigen viel schneller. Die Untersuchung gibt selbst zu, dass sich eine Steigerung der Attraktivität ergibt. Und die Kosten müssen mit diesem gesteigerten Nutzen ins Verhältnis gesetzt werden, dieser Nutzen-Kosten-Faktor entscheidet.

Eine S-Bahn nach Lüneburg/Tostedt ist auch Blödsinn, solange sie nicht auf eigenen Gleisen fährt.
Eine Taktverdichtung der RB auf 4 Züge die Stunde UND Richtung plus die fahrenden RE´s ist völlig ausreichend. Da die Metronom Züge schneller fahren, gibt es auch keine Fahrzeitersparnis durch S-Bahnen.

Ein Problem mit mehr RB/RE sind die langen Stand-/Wendezeiten in Hamburg Hbf. Hier müssten die Wenden entweder in Altona erfolgen (wäre Altona mal ausgelastet, ach geht ja nicht lange, weil Altona-Nord ja zu wenig Gleise hat….) oder jede 2te RB müsste in Harburg wenden.

Auf jeden Fall müssen S-Bahnen und Regional-S-Bahnen streng getrennt bleiben. An alle, die sich so für München begeistern, möchte ich kontern: München ist auch ein Dorf im Vergleich zu Hamburg und deren S-Bahn ist doch keine S-bahn, sondern eine Regionalbahn mit Triebwagen, die total vom Verkehr auf den Fern- und Regionalstrecken abhängig ist. Ewig steht man im Stau vor deren Innenstadttunnel.
Für Hamburg wäre eine gute Lösung: Alle richtigen S-Bahnen durch den City-Tunnel schicken und daneben ein Regional-S-Bahnnetz aufbauen, das nur über die Verbindungsbahn (S-Bahngleise) verkehrt. So bleibt die eigentliche S-Bahn unberührt von den Unregelmäßigkeiten der Fern- und Regionalstrecken, und die Regional-S-Bahnen bieten gute Umsteigemöglichkeiten und entlasten gleichzeitig den Hauptbahnhof und die Verbindungsbahn (Fernbahngleise).

Zum Problem der in Hamburg Hbf. und Altona herumstehenden Züge : Warum werden die Züge nicht durchgebunden ? Dem Fahrgast ist es doch egal ob der mit einem niedersächsischen oder holsteinischem Unternehmen fährt. Statt dessen Chaos am Hbf. Gleise 13/14 wenn die Fernzüge hinzukommen.
In Altona sehe ich nur noch grau/grüne Nordbahn – Triebwagen überall. Und die wollen den Bahnhof aufgeben bzw. verkleinern ? Ha, ha, ha !
Aber nein – dem steht der Länder-Partikularismus dagegen damit auch ja jeder Politiker und Verwaltungsbeamte seinen Job behält. Das werden wir uns eines Tages nicht mehr leisten können.
München hat das Problem nicht.
Notfalls könnten die Unternehmen im Kilometerausgleich verkehren.

Auf keinen Fall sollte man die S-Bahn ausbauen! Grund: Diese Züge haben keine Toiletten. Also sollte man die S-Bahn im Dorf lassen. Mehr nicht!

Der Metronom ist eine Katastrophe: immer unpünktlich und schlecht getaktet. Der Süden Hamburgs gehört auf jeden Fall besser per Bahn angebunden. Wenn die Verbindungen in die Stadt und zurück attraktiver werden würden, würden auch A1/A7 besser entlastet werden.

Wenn sich die Fahrgastzuwächse in den nächsten Jahren weiterhin so entwickeln wie bisher (und hier sollte man den starken Zustrom der Flüchtlinge und Asylbewerber als künftige ÖPN-Nutzer keinesfalls ausser acht lassen), wird schon bald zwischen Harburg Rathaus und Innenstadt ein ganztägiger 3-Minuten-Takt mit Langzügen erforderlich werden, wenn man die S3/S31 nicht völlig im Überfüllungschaos versinken lassen möchte!! Von Lüneburg bzw. Tostedt sollten die Metronom-Züge dann im optimalen Fall alle 15 Minuten mindestens bis Harburg pendeln und ihre Fahrgäste auf die S-Bahn übergeben. Alles andere dürfte schon in sehr wenigen Jahren zu chaotischen Zuständen im Nah- und Regionalverkehr führen!! Die z.T. recht schmalen Bahnsteige im Hbf zur Westseite zwischen Gl. 3 +4 sind meiner Beobachtung nach schon jetzt bei der derzeitigen Taktfolge an ihrem Limit angekommen, das Gedränge dort ist oft fürchterlich! Aber wahrscheinlich muss das Kind erst in den Brunnen fallen, bevor etwas geschieht bzw. vorausschauend eine grössere Anzahl von neuen Zügen geordert wird!

Die Pünktlichkeit der Züge kann man mit einer S-Bahn nicht verbessern. Für einen eigenen Gleiskörper der Stromschienen-S-Bahn gibt es nicht genügend dichte Besiedelung. Die Dostos haben mehr Kapazitäten, die Strecke wurde ja gerade erst 3-gleisig ausgebaut. Da sollte eigentlich genügend Kapas für weitere Dosto-Züge frei sein. Für schnellere Beschleunigung könnte man eine zweite Lok ankuppeln. Es gibt auch schon Dosto-Triebwagen: u.a. Wittenberge-Berlin (Lieferzeit??).
Die mangelnde Kapazität des Hbf wurde schon anderswo viel beklagt. Es bietet viele Vorteile, alle Umsteigevorgänge auf einem Hub zu konzentieren, doch wenn er voll ist, muss man dezentralisieren.

Kurz und bündig:

-Man kann Doppelstocktriebwagen bestellen, die von der Beschleunigung her den S-Bahn gleichen (vgl. Nordbahn-
Flirt). Was Christoph Strebel nebenbei benannte, wäre der Stadler KISS welcher in der Schweiz bereits schon als S-Bahn verkehrt und schon recht verbreitet ist.
-Man müsste separate Gleise errichten, damit die Zuverlässigkeit steigt.
-Man müsste die S-Bahnen entsprechend komfortabel haben. Schließlich hat der Metronom bequemere Sitze und Toiletten.
-Man müsste dafür sorgen, dass entsprechend Kapazitäten herrschen.
-Man kann nur eine Richtung nehmen, also Lüneburg und Tostedt, weil in Zukunft die beiden Stammstrecken sowieso ausgelastet sein werden.
-Man müsste die S-Bahnen auf 160 km/h laufen lassen können, wie es der Metronom aktuell tut.

Dementsprechend stimme ich der Politik zu, dass es eher Nonsense ist, die S-Bahn bis dorthin zu leiten. Genauso aber jedoch es Nonsense ist, die S-Bahn bis Itzehoe und Wrist zu leiten…!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.