S-Bahn nach Kaltenkirchen: Planungsunterlagen liegen aus

Ab heute sind sämtliche Planungsunterlagen für die künftige S-Bahnlinie nach Kaltenkirchen öffentlich einsehbar. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens liegen die Unterlagen einen Monat lang in mehreren Ämtern aus und sind zusätzlich auch online verfügbar. Hier geht es zum Download.
Fotomontage: S-Bahn am AKN-Haltepunkt Burgwedel in Hamburg
Fotomontage: S-Bahn am AKN-Haltepunkt Burgwedel in Hamburg

Nächster Schritt für die lang geplante S-Bahn nach Kaltenkirchen: Nachdem für den Hamburger Abschnitt vor rund einem Monat offiziell das Planfeststellungsverfahren begonnen hatte, liegen ab sofort sämtliche Pläne öffentlich aus.

Die Akten sind in den Bezirksämtern Altona, Eimsbüttel, sowie im Rathaus der Stadt Quickborn, im Amt Pinnau und in der Stadt Norderstedt einsehbar. Außerdem sind die Unterlagen auch im Internet veröffentlicht.

In rund 160 Einzeldokumenten wird der rund 6,5 Kilometer lange Streckenteil auf Hamburger Stadtgebiet bis ins kleinste Detail erläutert – dazu gehören Lagepläne, Bauwerksverzeichnisse, Umweltverträglichkeitsstudien und Lärmgutachten.

Bis zum 5. Juli sind die Pläne öffentlich ausgelegt, bis zum 19. Juni können betroffene Anwohner ihre Einwände bei der zuständigen Verkehrsbehörde in Hamburg einreichen.

Für den Streckenteil auf schleswig-holsteinischem Gebiet hat das Planfeststellungsverfahren noch nicht begonnen. Hier ist noch nicht bekannt, wann die S-Bahn-Pläne öffentlich ausliegen werden.

Die geplante S-Bahn nach Kaltenkirchen soll auf der bisherigen AKN-Linie A1 verlaufen. Dafür soll die Strecke mit Oberleitungen elektrifiziert und durchgehend zweigleisig ausgebaut werden. Außerdem müssen an sämtlichen Haltestellen die Bahnsteige verlängert werden, weil die Hamburger S-Bahnen deutlich länger sind als die bisherigen AKN-Dieseltriebwagen. Kostenpunkt: Insgesamt rund 90 Millionen Euro.

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11 Antworten auf „S-Bahn nach Kaltenkirchen: Planungsunterlagen liegen aus“

Die Elektrifizierung bis Kaki, der durchgehend zweispurige Ausbau und die Vertiefung des Tunnels bei Henstedt-Ulzburg sind ein bedeutender Schritt. Danach fehlt nur noch die Elektrifizierung bis Neumünster und schon hat man eine neue (Ausweich-)Trasse für den Güterverkehr zwischen Hamburg und Skandinavien. Natürlich nur nachts, tagsüber läuft da ja Personenverkehr. Mein herzlicher Glückwunsch geht an Neumünster-Süd, Bad Bramstedt, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Ellerau, Quickborn, HH-Schnellsen und so weiter …

@hjm:

Glaubst du wirklich, die Politiker würden solche Dinge im Schilde führen? Jetzt sei nicht so pessimistisch 😉

Zumal es da wohl eher sich lohnt, die Bestandstrasse mindestens bis Elmshorn einfach auf 3, 4 Gleise auszubauen.

Da liegt das Nadelöhr, da dort die Strecken aus Sylt und Neumünster zusammenlaufen.

Zumal wird die Ausweichstrecke mit der festen Fehmarnbeltquerung obsolet.

Es werden wie bei der S4 wieder wenige Jahre alte Bauwerke umfangreich umgebaut. Die Umrüstung auf eine S Bahn steht seit mind. 15 Jahren im Raum, aber am Bahnhof Eidelstedt Mitte passt weder die. Lichte Höhe, noch das Treppenhaus. Auch die Brücke der A 23 muss tiefergelegt werden.
Mit minimalem Mehrkosten hätte das gleich richtig gebaut werden können.
Aber deutsche Politiker denken immer nur 4 Jahre voraus, ausser bei Jahrhundertprojekten wie der Elbphil oder BER.

Das Güterzug-Gespenst auf der AKN gehört zu den Irrtümern der Bürgerinitiative Ellerau. Grund: die Oberleitung endet hundert Meter VOR dem Bahnhof Eidelstedt (spart Umbau der Einfädelung zur S-Bahn), es gibt dort keine Gleisverbindung zu den Ferngleisen und an der Strecke entstehen 96 cm hohe Bahnsteige, wo jeder ordentliche Güterwagen dann entlangschrammt. Ein Umbau der Station Eitelstedt auf Oberleitung und Stromschiene wäre sehr schwierig. Kenner wissen außerdem, dass Schleswig-Holstein schon beschlossen hat, Oberleitungen im Land nur äußerst sparsam zu verlegen. Es gibt viele Strecken, wo der Draht für das Land viel wichtiger ist.

Wenn die AKN-Strecke übrigens irgendwie für den Güterverkehr befahrbar wäre, dann würden schon heute viele private Bahnunternehmen längst mit Güterzügen über die Strecke dieseln, denn im Güterverkehr zählt jeder eingesparte Kilometer.

Schöne Grüße
Otto B. Hinz

Baubeginn soll 2018 sein, Eröffnung soll 2020 sein…

Wer´s glaubt. 1 oder 2 Jahre Verzögerung ist schon fast normal und die gebe ich der S21 auch.

Schade, daß man die AKN nicht schon vor 30 Jahren, wie damals geplant, elektrifiziert hat. Dann würde die S-Bahn heute mit Gleichstrom und Stromschiene bis Kaltenkirchen fahren und die ganze Diskussion um die Stromart würde entfallen. Im Erläuterungsbericht werden natürlich nur die Vorteile der Oberleitung schöngeredet, die Argumente für eine Stromschiene werden ebenso natürlich totgeschwiegen. Daß jeder Umschaltvorgang Gleichstrom/Wechselstrom einen Risikofaktor für zusätzliche Störungen mit sich bringt und daß die teuren Zweisystemzüge ständig tonnenschwere Umwandlungstechnik mit sich herfahren wird verschwiegen. Die Stromschiene hätte zumindest bis Burgwedel reichen müssen, damit wenigstens der Hamburger Abschnitt flexibel mit allen Zügen befahren werden könnte. Das Geld, das jetzt in die Tieferlegung sämtlicher Brückenunterführungen und Tunnel investiert wird, hätte man besser in die Beseitigung der 11 Bahnübergänge auf Hamburger Gebiet investiert, denn wie lange denkt man noch im 20-Minutentakt zu fahren ? Bis Burgwedel ist der ständige 10-Minutentakt heute schon überfällig, viele Leute weichen auf den Bus 5 aus, weil der Takt auf der AKN zu gering ist. Bei einem ständigen 10-Minutentakt wären die Bahnübergänge allerdings öfter geschlossen als geöffnet !

Sowieso handelt es sich deutlich nur um eine Elektrifizierung der AKN, von einem Ausbau zum Hamburger S-Bahnstandard kann keine Rede sein, mit den vielen niveaugleichen gleisüberquerenden Zugängen. Man hat Angst, daß ein paar Menschen (die dort nichts zu suchen haben) die Stromschiene berühren könnten, nimmt es aber hin, daß hunderte Fahrgäste an den niveaugleichen Zugängen von den schnell heranfahrenden (deutlich leiseren) elektrischen S-Bahnzügen erfaßt werden.

Sobald die S4-Ost fertig ist, sollte auf jeden Fall die S4 die AKN-Strecke übernehmen, die S21 könnte somit wieder zu einer reinen Gleichstromlinie werden, Elbgaustraße wieder bedienen und somit das Gespenst der S32 begraben. Außerdem stünde die S21 somit wieder zur Verfügung, für eine eventuelle Strecke nach Lurup (die dann hoffentlich mit Stromschiene und nach S-Bahnstandard gebaut wird).

@ Tj1:
Es wäre schön, wenn Medien und vor allem Politiker die gleiche Weitsicht hätten wie Sie und nicht ständig mit so dämlich unrealistischen Zeiten und Zahlen hantieren. Man kann sie einfach nicht mehr ernst nehmen, was am Ende zu den unglaublich niedrigen Wahlbeteiligungen der letzten Zeit führt. Und das ist schade.

@ spm9153: Viel Zustimmung! Schön, dass es hier Beiträge mit so klarem Blick gibt.

Die jetzt geplante Elektrifizierung finde ich auch nicht optimal. Besser hätte ich eine DC-Elektrifizierung bis Quickborn gefunden mit zusätzlicher Wendeanlage in Burgwedel (Letzteres ein großes Versäumnis beim zweigleisigen Ausbau!). Ganztägig 10-min-Takt nach Burgwedel, nach Quickborn in HVZ im 10-, sonst 20-min-Takt. Bedienung (NMS-)Kaki-Altona(-Hbf) in Dieseltraktion mit Standardfahrzeugen (also ohne extra Stromschiene), ab Quickborn nur noch mit Halt vielleicht in Schnelsen, Eidelstedt Zentrum und Eidelstedt (bevor auf Ferngleise gewechselt wird). Würde mich brennend interessieren, ob dieses Paket ein höheres oder niedrigeres NKV erhalten würde als die jetzt geplante Variante.

Aber: Wir sollten froh sein, wenn der Ausbau zur S-Bahn überhaupt kommt!

Vor 30 Jahren wäre die AKN nur elektrifiziert worden, wenn der Flughafen Kaltenkirchen kommen wäre.

Auf freiem Feld kostet eine Bahnunterführung um die 7 Mio. Euro. Wir reden über 11 Bahnübergänge in teils schwierigem städtischem Umfeld. 100 Mio. wären wohl nicht ganz unrealistisch dafür. Nur die Aufhebung der 11 Bahnübergänge hätte also schon mehr gekostet als die ganze Elektrifizierung, Bahnhofsumbauten und Tieferlegungen in den Tunneln. Für Ellerau kündigt sich nun eine Lösung an, weil Quickborn einen neuen Anlauf für den Autobahnzubringer macht und damit eine Umgehungsstraße schaffen würde.

Für eine Stromschiene muss man jede achte Schwelle unter laufendem Betrieb austauschen und an den Abschnitten mit Y-Schwellen der AKN wird es noch schwerer. Da entstehen hohe Kosten.

Der 10-Minutentakt bis Burgwedel ist tagsüber nicht nötig. Man bräuchte dann auch tagsüber die S32 für die Bedienung von Elbgaustraße, die der größte Kostentreiber ist.

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