S-Bahn-Pannen: Verbesserungsmaßnahmen kommen nur langsam voran

Seit drei Jahren planen die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn eine Reihe von Maßnahmen, damit der Betrieb stabiler wird. Doch bis heute ist der Plan nicht abgearbeitet.
S-Bahn an den Elbbrücken in Hamburg
S-Bahn an den Elbbrücken in Hamburg

Nach den vielen Pannen und Ausfällen bei der Hamburger S-Bahn in den vergangenen Wochen steht die Frage im Raum, wie die Probleme in Zukunft nachhaltig gestoppt werden können. Pläne und Absichten gibt es genug: Seit drei Jahren arbeitet die Stadt Hamburg zusammen mit der Bahn an mehreren Maßnahmen, die den S-Bahn-Verkehr wieder zuverlässiger machen sollen.

Doch das Vorhaben kommt nur schleppend voran – bis heute ist der Plan nicht abgearbeitet. Wir zeichnen den Vorgang noch einmal nach.

Maßnahmen zur Verbesserung der S-Bahn – eine Chronik

Im April 2016 präsentierte die Stadt Hamburg der Bahn erstmals einen Acht-Punkte-Plan zur Verbesserung der S-Bahn-Betriebsqualität (siehe hier):

  1. Umbau der Stromspeiseanlage im Hauptbahnhof
  2. Neuordnung der Weichenverbindungen zwischen Rothenburgsort und Bergedorf
  3. Neue Weichenverbindungen und Signale zwischen Harburg Rathaus und Hammerbrook
  4. Sicherung der Bahnbetriebsanlagen, z.B. durch Zäune
  5. Bahnsteige verlängern (S1 Hauptbahnhof – Barmbek)
  6. Optimierungen S-Bahn-Signalsystem Harburg – Harburg Rathaus
  7. Verbesserung der Wendemöglichkeiten S-Bahnhof Sternschanze
  8. Kapazitätserhöhung der S-Bahn-Abstellanlage in Altona durch den Bau einer direkten Ausfahrmöglichkeit Richtung Norden (Holstenstraße).

Basis dieses Katalogs war das g…

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24 Antworten auf „S-Bahn-Pannen: Verbesserungsmaßnahmen kommen nur langsam voran“

Noh einmal deutlich gesagt:
Wenn Hamburg, Schleswig-Holöstein und Niedersachasen nicht Milliarden€ in die Hand nehmen, um eine richtige Wende zur Schiene zu finanzieren und zu planen, wird aus allen Plänen, die sie wunderbar aufzeigen , Nix richtiges !
Und wenn sie es zusammen machen, dann kann es was werden.
Ich schätze, die metropolregion braucht dazu 15 Milliarden Euro
Die schwarze Null muss gerade für Investitionen in die Zukunft Schiene und damit auch in Klimaschutz und Co2 Minderung gestrichen werden.
Denn das Geld ist da! Wandert sonst nur weiter in die Immobilienblase und treibt Mieten und Wohnungskosten in die Höhe.
Wer am Freitag zur Demo für mehr Klimaschutz geht, muss jetzt erst recht für Investitionen in die Schiene demonstrieren.

Sie wissen aber hoffentlich,
dass Eisenbahnen Bundesaufgabe sind.
Also der Bundes-Verkehrsminister muss
das Geld aus seinem Haushalt zur Verfügung stellen.
Da sind eben KEINE 15 Mrd. nur für Hamburg im Bahnbau-Etat,
sondern jährlich nur ein Bruchteil davon
für Baumaßnahmen in der ganzen Republik.

Deshalb hat z.B. der Bau der Strecke Bamberg – Erfurt
für 10 Milliarden Euro etwa 20 Jahre gedauert,
weil jedes Jahr nur ein Teilbetrag zur Verfügung stand.

Nuuur sooo maaal
zum drüber nachdenken!

Nicht ganz – Nahverkehr ist Laendersache, egal ob Busse oder Bahnen. Es stimmt natuerlich dass die DB dem Bund gehoert, und der Bund sich kaum um die Nahverkehrsstrecken und Nahverkehrszuege der DB kuemmert.

Aber da das nun wirklich schon lange bekannt ist muss auch mal gefragt werden warum die Stadt da nichts macht – z.B. mal den Bund und die DB auffordert die S-Bahn (mit Strecken, Stationen und Zuegen) herauszugeben damit Hamburg sie wie die U-Bahn betreiben kann…

Wenn ich das richtig gesehen habe,werden die alten SV-Signale Höhe Elbbrücken ersetzt. Und zwar nicht durch KS-Signale wie auf anderen Strecken, sondern durch SV-Signale.

Jep. Über neue Signaltechnik wurde nachgedacht und ohne diese funktioniert ein dichterer S-Bahn Takt nicht (aka S32). Weder Hamburg noch der Bund will zahlen. Stattdessen werden A1, A7, A252 deutlich verbreitert und die A26 hin zu gebaut.

Ich möchte hier ja nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Deutsche Bahn mit allem Drum
und Dran zu 100% dem BUND gehört. Es war die Politik, die eine börsenfähige Bahn wollten, in der das Wort der Betriebswirte mehr zählt, als das der Eisenbahner. Gepaart mit einer Landespolitik, bei der die SPD jeden Ausbau des ÖPSNV Verschlafen hat und nach wie vor Busse als Krone der Nahverkehrsschöpfung sieht führte das nun über die Jahre zu diesem Zustand.

Die Hamburger SPD hat den Ausbau nicht “verschlafen”. Tatsächlich war Jahrzehnte lang kein Bedarf da und gab es wichtigere Themen in der Stadt, bei denen der öffentliche Druck Geld in die Hand zu nehmen einfach größer war.

Zwischen 1974 und 2011 war Hamburg so hoch verschuldet, dass finanziell nichts ging. 1985 sah es außerdem noch so aus, als ob die Einwohner immer weiter sinken würden! Auf den Hamburger Straßen war damals viel Platz und Autos und Busse kamen meist sehr gut durch. Die City-S-Bahn wirkte damals überdimensioniert und unter der Woche an Vormittagen oft wie ausgestorben! Für neue U-Bahnen war die Nachfrage viel zu gering. Trotzdem hat der SPD-Senat noch (vergeblich) versucht, die Bramfelder Strecke (damals von Barmbek über Schwalbenplatz geplant) in ihrem Nutzen so zu steigern, so dass man die Strecke hätte finanzieren können!

Nach dem Fall der Mauer wuchs Hamburgs Einwohnerzahl zunächst auch nur mäßig. Erst mit dem Konzept “wachsende Stadt” kam Hamburg dann ab ca. 2004 langsam aus der Schuldenfalle. Voscherau ist ca. 1990 mehrfach von seinem Stab gewarnt worden, der Bevölkerung eine Stadtbahn zu versprechen, da diese frühestens ab 2001 finanzierbar sein würde! Als es soweit war stellte aber bekanntlich die CDU den Bürgermeister.

2011 war die Finanzlage noch düster, galt die Devise “wenn U4 Elbbrücken, dann sofort bauen” und waren S4 und S21 aufzugleisen. Da ging man noch von wesentlich niedrigeren Kosten aus und nicht einmal die schienen finanzierbar. Auch Holstein hatte nachvollziehbare Gründe, warum man bis 2008 die Gleichstrom-S-Bahn nicht über die Hamburger Staatsgrenze verlängern wollte.

Muss man alles nicht gut finden, aber der Begriff “verschlafen” ist einfach nicht zutreffend.

Welches waren denn die “nachvollziehbaren Gründe” von Schleswig-Holstein
gegen die Verlängerung der Hamburger S-Bahn?
Das Gleichstrom-System kann es nicht gewesen sein,
denn bereits seit 2007 verkehren Kombizüge nach Stade.

Man muss also nicht teuer neue Gleichstromstrecken bauen,
sondern kann vorhandene elektrifizierte Strecken nutzen.

Gleichstromstrecken erfordern eine eigene Trasse und viele Unterwerke. Die S4 ist in der heutigen Form inclusive einem BW in Gartenholz schon 1938 geplant gewesen! (Die S-Bahn ins holsteinische Dörfchen Aumühle gab es nur, weil die Berliner Strecke zu Zeiten der Teilung nur von wenigen Zügen befahren wurde und so die Stromschienen ab Berliner Tor an die Fernstrecke genagelt werden konnten. Für mehr hätte man Anfang der 1950er Jahre überhaupt keine Mittel gehabt.)

Die Förderfähigkeit solcher S-Bahntrassen durch Bundesmittel war unwahrscheinlich, solange sich die Fahrgastprognosen auf dem damaligen Niveau bewegten. Hamburg wiederum hatte als damals einwohnermäßig ausblutende Stadt in den 1970er und 1980er Jahren kein Interesse daran, die Flucht ins Umland noch zu erleichtern. Abgesehen davon, hätte die Stadt kein Geld gehabt bzw. wäre die U-Bahn nach Bramfeld dringender gewesen (und da die schon nicht förderfähig zu bekommen war, konnte man das für die S4 damals erst recht ausschließen).

Dass der Trassenbau in der Stadt teurer gewesen wäre als auf dem Land, liegt auf der Hand. Holstein als Nutznießer hätte sich an den Kosten der Hamburger Streckenteile beteiligen müssen. Für Holstein wäre also eine besonders teure Gleichstromstrecke auf seinem Territorium durch Beteiligung an den besonders hohen Baukosten in Hamburg viel teurer geworden als S-Bahnen nach Bad Vilbel, Plochingen oder Erding je waren; und diese S-Bahnen waren kompatibel zur Fernbahn und konnten so auch stückweise realisiert werden, während Gleichstrom-S-Bahnen immer am Stück gebaut werden mussten.

Erst mit dem sofortigen Erfolg der Zweisystem-S-Bahn auf der existierenden Fernbahnstrecke nach Stade erkannte Holsteins Verkehrsminister Austermann die historische Chance und schlug 2008 die schnelle Realisierung von einer S1 nach Kaltenkirchen und der S4 von Elmshorn nach Oldesloe bis 2015 (!) vor. Die grüne Hamburger Senatorin fand das dann aber nicht dringlich.

„Ertüchtigung der Harburger S-Bahn“ Das hört sich nach wochenlangen Sperrungen der S3-Strecke und SEV an. (wiedermal)

Noch schlimmer wird es wenn die Süderelbe-Brücke ersetzt wird. Dann fährt nicht mal der Metronom von Harburg nach Hamburg? Darüber will ich gar nicht nachdenken.

Schade, dass Politik und Bahn über Jahre hinweg alles verrotten liessen. Dafür kommt jetzt die Quittung, leider müssen die Fahrgäste am meisten darunter leiden.

Wie konnte es passieren, dass in einem Land wie Deutschland die Infrastruktur so heruntergekommen ist?

Das wird auch lustig, wenn der Tunnel für die A26 Ost unter den Gleisen in der Nähe der Kornweide gebaut wird. Glaubt mal nicht, dass man im laufenden Bahnbetrieb dort bündelt 😉

Schön übrigens dich wieder zu lesen! ?

Wer zahlt gerne Steuern?
10.000 Euro Aufpreis für einen stärkeren Motor beim Auto –
ja, da wird gerne der Geldbeutel aufgemacht.
Aber wenn es dann um die Einkommensteuererklärung geht,
da wird oft getrickst, um jeden einzelnen Euro zu sparen.

Und für ein tolles Auto braucht man “natürlich” auch gute Straßen.
Die Autoindustrie hat mehrere 100 Milliarden Umsatz,
die Bahnindustrie nur einen Bruchteil davon.
Wenn BMW in München beim Ministerpräsident anruft,
wird das direkt nach Berlin zum CSU-Verkehrsminister weitergeleitet
und der macht dann, was BMW will.

Allein der ADAC hat 20 Millionen Mitglieder, weitere Verbände kommen hinzu.
Wieviel Mitglieder hat Pro Bahn, der Verband der Nutzer des ÖV?
Nur einen winzigen Bruchteil davon.

Wofür werden in Stuttgart 10 Milliarden
“”in die Bahn investiert”” ? ?
Für einen Hauptbahnhof mit WENIGER Kapazität,
weil das u.a. der Autoindustrie gut ins Konzept passt.

Der Einfluss der Autoindustrie auf die Politik ist gigantisch,
dagegen wird die ganze Bahnbranche eher nur geduldet.
In Sonntagsreden wird von Verkehrspolitikern die Wichtigkeit der Bahn gelobt
und am Montag werden Anträge auf Straßenbau genehmigt.

Wenn Autos 10 Minuten im Stau stehen,
kommt das bereits im Radio als Verkehrsmeldung.

Wenn man an der Haltestelle 10 Minuten auf die nächste S-Bahn warten muss,
weil man die vorhergehende knapp verpasst hat,
denkt der Nutzer:
Das ist aber schön, dass da so schnell wieder eine kommt.

Autos sind halt auf dem Land ein ganz tolles Transportmittel.
Fahren genau dann und da, wo man hin will.
Sind aber in der Stadt absolut ungeeignet,
weil sie für die vielen Leute,
die da unterwegs sind, einfach zu viel Platz benötigen.

Hallo Herr Merz,
ich sehe das Problem jedoch darin, dass den Menschen zwar suggeriert wird, es müsste etwas (sehr untertrieben) getan werden, damit eine Verkehrs wende vollzogen wird, um das Klima zu retten, da wir ansonsten ja selbst als Spezies durch den Klimawandel… und so weiter. Ich mache keinen Hehl daraus, das ich zwar den Klimawandel nicht anzweifle, sondern sogar als Teil der gesamten evolutionären Entwicklung verstehe, jedoch das ganze Spektakel nur als eine prima Verkaufsveranstaltung für komplett neue, dann eben klimafreundliche Produkte sehe. Sonst kauft ja keiner mehr was, weil alle (die noch Geld zum konsumieren haben) ja alles schon zehnfach haben, außer eben klimagerechte Produkte.

Warum komme ich zu diesem Schluss: ich teile als momentaner Vertreter der autofahrenden Landbevölkerung vollkommen Ihre Ansichten über Sinn und Zweck von Autos in Stadt und Land. Jedoch stehen alle Befürworter (und da schließe ich mich nicht aus) einer Verkehrs wende vor dem maximalen Scherbenhaufen!

Nur einmal den Gedankengang, dass komplett alle Autofahrten nur innerhalb Hamburg aus welchen Gründen auch immer in sehr naher Zukunft unterlassen werden (ich denke dass sehr viele Fahrten aus den unterschiedlichsten Gründen jedoch auch in Zukunft im bestehenden System vorgenommen werden müssen und werden, da für sie immer noch keine adäquate Alternative existiert oder existieren wird).
Auch die S-Bahn müsste dafür wahrscheinlich auf fast allen Linien (und so einigen noch nicht gebauten oder durchgeplanten neuen Linien) mit ausnahmslos maximalen Langzügen im ca. 2 min Takt unterwegs sein, da sie schon ohne die nicht gerade unerheblich große Menge der im Stau stehenden Mitmenschen nicht nur zur Rushhour an ihrer Kapazitätsgrenze herum kratzt. Von einer attraktiven Alternative (Sitzplatz/Komfort/minimale Privatsphäre/Sauberkeit/Wetterschutz/Sicherheitsgefühl etc.) spreche ich mal lieber nicht und nehme einmal gütlich an, dass eben komplett alle Menschen (nicht nur die Bahn fahrenden Idealisten) gerne eine Existenz als Sardine anstreben und absolut niemand mehr transportieren muss, als sein Smartphone. Wie und vor allem wann dann dieses System S-Bahn dann gewartet und repariert werden kann, steht komplett in den Sternen, da dann ein Ausfall noch viel erheblichere Ersatzverkehre zur Folge hätte und es darum auch niemals ausfallen dürfte.

Nun hat jedoch Hamburg (nach Berlin und anderen Metropolregionen) erkennen müssen, dass das System S-Bahn nicht einmal mehr in der Lage ist, selbst die erwähnten Hardcore Idealisten durch die Stadt zu bewegen. Eben tot gespart durch die über alles stehende Wirtschaftslogik, die zwar nicht gottgegeben, aber von fast allen vollkommen Kritik frei als alternativlos hingenommen wird. In Stuttgart glauben die Menschen (na ja eher kompetente Sozialpädagogen) ja auch, dass deutlich weniger Bahnsteiggleise zu deutlich mehr Kapazitäten führt.

Und das alles unter dem Gesichtspunkt, das doch die Existenz der Menschheit zur Debatte steht. Dafür sind nicht nur die Gegebenheiten, Absichten und vor allem konkrete Umsetzungen schlichtweg erbärmlich und nicht einmal im Ansatz der vorgegaukelten Problematik entsprechend!
Es wird schon einen Grund haben, warum weiterhin weltweit in Küstennähe und nicht im doch sicherem Landesinneren investiert wird. Eben Hafencity und nicht Hoyerswerda oder Bad Hersfeld. Egal wo man hinein sticht, überall nur heiße Co2-Luft.

Das Szenario, dass immer mehr Autofahrer umsteigen müssen, ist jedoch keine Utopie durch die vorgenommenen Umweltauflagen, die kein Auto der Welt erfüllen kann (bzw. soll). Diese Vorgaben unterscheiden nicht einmal ansatzweise zwischen dem Einsatz auf dem Land und in der Stadt. Wie viel Sprengstoff in jedem(!) erdenklichen Szenario für die weitere Entwicklung der Gesellschaft sich darin verbirgt, denken sich nur die wenigsten aus.
Es wird nicht nur im Großen dem Wahnsinn gleich kommen, Symptome (Arbeit als Lebensgrundlage/vor allem Konsum/nicht unerheblich viel Freizeitbeschäftigung als Kompensation des Gaga-Lebens und die dafür jedes mal erforderliche Fortbewegung) zu bekämpfen, aber lustig das babylonische System des ewigen Wachstums und der prozentualen Steigerung (Ursache) komplett ungefragt weiter zu betreiben. An diesem Spagat wird sich die Menschheit (aufgehetzt von ihren Besitzern) nicht nur gegenseitig aufreiben sondern durch das erzeugte Gegeneinander Zugrundegehen. Auch deshalb ist der Klimazirkus (bitte nicht mit Umweltschutz verwechseln) nicht die Rettung, sondern eher ein Sargnagel für die Menschheit.

Na ja, wenn die S-Bahn nicht fährt, dann können ja alle auf die schönen Elektrobusse umsteigen. Damit kommen sie dann damit (sofern super voll geladen und einwandfreie, also eben nur nagelneue Batterietechnik) maximal noch 150 Kilometer – aber das wird sicher durch die fünf bis zehnfache Menge an Bussen kompensiert – und dann steht nur noch total ´wetterunabhängige´ Fortbewegung, wie z.B. die neuen E-Scooter oder zu Fuss gehen an (ich höre schon den Chef: Mensch, Herr Müller, da Sie hier repräsentative Aufgaben innehaben, können Sie hier nicht so verschwitzt und durch genäßt rumlaufen, bleiben Sie man ab morgen gleich zu hause)

So finde ich persönlich die Theorien glaubhafter, die annehmen, der Zirkus wird veranstaltet, damit Deutschland möglichst schnell seinen Außenhandelsüberschuss, der die globale Weltwirtschaft ernsthaft gefährdet, dadurch abbaut, dass alles als Klimaschädlich eingestuft wird und die Bewohner die Rückabwicklung zu einem unbedeutenden Argra- oder reinem Konsumentenland und damit der Demontage ihrer eigenen Lebensbedingungen mit einem freudigen ´Hurra, wir retten die Welt´ begleiten und fest davon überzeugt sind auch noch etwas gutes zu tun.
Aber das ist nur meine bescheidene Ansicht eines Verrückten.

Ich greife mal das Thema Wirtschaftlichkeit vor allem aus Sicht des urban Wohnenden (immerhin 1,8 Mio an dieser Stelle) und dann Reisenden aus ihren Ausführungen heraus:

In Hamburg sind die Kosten, ein Fahrzeug zu parken deutlichst geringer angepasst worden, als die Ticketpreise für den ÖPNV zu erhöhen (https://test.nahverkehrhamburg.de/hvv-preise-seit-1993-viermal-staerker-gestiegen-als-parkgebuehren-3378/).
Eine Tatsache und politische Entscheidung.

Warum 3,20€* für ein HVV-Ticket ausgeben (in Berlin übrigens nur 2,25€* und damit 30% -in Worten dreißig Prozent- billiger), wenn das Parken weniger kostet?
Das Auto ist bei den meisten ohnehin einer von diesen Soda-Gegenständen geworden. Das Thema Konsum schneide ich aber nicht an.

Geld hat immer den besten Lenkungseffekt – siehe Platiktüten im Einzelhandel.
Diese Tatsache alleine, zeigt doch wie Verkehrspolitik läuft in Hamburg; Zitat Senza Parole: “Das Ganze passt zur Verkehrspolitik in HH, Auto, Auto und nochmal Auto.”

Bei VW, BMW oder Bosch wird deshalb kein Arbeitsplatz abgebaut. Und was weiß ich, was laut ihren Ausführungen bei diesem Thema da noch mit dranhängen soll.

*) 3%-Rabatt bzw. Viererticket-Rabatt

Herr Merz:
Ich gebe ihnen Recht.

Ja was soll ich dazu schreiben: Sie beschreiben ebenso das Kernproblem des Irrenhauses. Noch ein Punkt wo scheinbar die Politik ihrem eigenen Fetisch (Klimawandel), den sie durch alle Propaganda-Talkshows der Republik schleppt und den Leuten so lange um die Ohren haut (Problem-Reaktion-Lösung), bis diese es wirklich selbst glauben, in den alltäglichen Entscheidungen diesen komplett ignoriert und genau das Gegenteil unternimmt.
Welches Thema wollen wir noch anschneiden: Hamburg als Kreuzfahrthauptstadt oder mittels mit Schweröl betriebener Containerkähne lustig globalisierte Waren und Müll um die Welt juckeln, welches ja eines der Hauptfelder des Hamburger Wohlstandes (naja einiger weniger) ist oder wie viele, auf gerade aus dem näheren bzw. weiteren Umland kommende Menschen ausgerichtete Freizeitveranstaltungen (Hafengeburtstag/Cruisedays/Motorradgottesdienst etc.) trotz kurz bevor stehendem Untergang der Menschheit, aber noch eben zur Zerstreuung der Menschen abgehalten werden. Müsste das alles nicht sofort(!) eingestellt werden? Warum wohl nicht?

Wie Sie geschrieben haben: Eine Tatsache und politische Entscheidung. Komisch. Auch auf die Gefahr hin, mich wie ein Evangelikaler anzuhören, aber an den Taten soll ihr sie erkennen. Und da klaffen wirklich Welten auseinander und werden von Niemanden(!) eben auch nicht von den Weltenrettern irgendwie thematisiert. Es werden nur ganz bestimmt Themen heraus gepickt. Diese werden allein für den Weltuntergang verantwortlich gemacht und somit wird SEHR lenkend eingegriffen.

Wirtschaften, konsumieren (verbrauchen hört sich neuerdings so negativ an), fliegen (speziell Urlaubsflüge) und coole Freizeitbeschäftigungen wie Festivals sind komplett ok, aber wehe ich versuche einer Arbeit nachzugehen und wäre dafür auf einen Diesel angewiesen oh,oh.
Es benötigt unbestritten neue und vor allem zuverlässigere Ansätze in der Fortbewegung und ich gehe mit vielen Ihrer Ansichten d´accord. Aber bevor man alle ´bösen´ Verhaltensweisen verbietet oder für die meisten dann wohl unbezahlbar macht, sollte man doch erst einmal eine funktionierende Alternative vorweisen können und da hapert es (siehe die vielen Artikel hier auf dem Portal) doch recht stark.

Wenn die Ursachen statt der Symptome wirklich bekämpft würden und eine attraktive, bezahlbare und zuverlässige Alternative angeboten würde, werden die Menschen automatisch und ohne Druck umsteigen. Die sind ja nicht blöd. Aber es ist wie beim Strom: erst alles ´doofe´kappen, keine belastbaren Alternativen vorweisen und am Ende wohl ohne ´Büchs un Jack´ dastehen. Wird lustig. Bitte anschnallen.

Die Infrastruktur ist Schrott. Da funktioniert nichts mehr wie es soll. Jahrelang wurde alles vernachlässigt. Nun wird versucht einen bereits halb Toten und nicht mehr lebensfähigen Patienten zu retten. Das führt nirgendwo hin. Hamburg hat fertig, genau wie der Rest der Republik. Man müsste schon alles platt machen und neu bauen, um mit anderen fortschrittlichen und modernen Städten im Ausland mithalten zu können.

Was soll man sagen, die S-Bahn passt im Grunde hervorragend zum Gesamtbild der rot grünen Stadt Hamburg. Dreckig, kaputt und verkommen. Viel Spaß in eurer “schönsten Stadt der Welt”

Willkommen in Stuttgart, da wird für 10 Milliarden
der gegenwärtig gut funktionierende Hauptbahnhof
platt gemacht und durch einen kleineren Tiefbahnhof ersetzt.
Dabei könnte man für einen Bruchteil des Geldes den gegenwärtigen modernisieren
und die Kapazitätsprobleme im S-Bahn-Netz lösen.

Puuuuh – sagt da der Bar!!!

Sehr geehrter Herr Hinkelmann,
hiermit möchte ich Ihre hervorragende alltägliche Berichterstattung und Wiedergabe des Istzustandes (siehe z.B. Protokoll des Grauens), sowie die parallel von Ihnen vorgenommene simple und sachliche Zusammenstellung der Absichten bzw. Versprechungen und Erklärungen der Verantwortlichen gerade im zeitlichen Kontext (siehe eben diesen Artikel) hervorheben, die der Leser dann selbst auf sich wirken lassen kann.

Für mich als jemanden, der sich gerne auch mit anderen (bzw. gegnerischen, aber auch für viele Mitmenschen befremdliche) Erklärungsmodellen beschäftigt, passen da immer und immer mehr Punkte zusammen, die den offiziellen Erklärungsmodellen klar widersprechen. So wirken auf mich die angesprochenen Berichte des Istzustandes einmal provokant formuliert ähnlich eines direkten Blickes in die ´volkseigenen Betriebe wo die Genossen und Genossinnen ihren Heldenhaften Einsatz für die Erfüllung des 10-Jahresplanes leisten´ oder besser nix klappt dort und alles ist marode bzw. noch krasser formuliert Aussagen eines Rückkehrers von der damaligen Ostfront der Klipp und Klar darlegt, dass der Allerwerteste lichterloh brennt.
Wenn Sie, wie hier offizielle Aussagen auflisten, könnte ich selbst als Bio-Wessi fast schon den Erich sagen hören, das den Sozialismus in seinem Lauf weder Ochs noch Esel aufhalten und infernalisch grölt der Volksempfänger, dass der Endsieg nahe und nur noch eine Frage von Stunden ist.

Ich weiß, dieser Vergleich ist für die meisten hier empörend oder grade zu lächerlich. Sei es drum. Für mich ist es jedoch äußerst interessant, die vielen Kommentare zu lesen, derjenigen (und ich hege hier gegen niemanden Groll oder Ablehnung), die sich felsenfest auf die ihnen zugetragenen Aussagen, Erkenntnisse, Vorgaben, Absichten und Rahmenbedingungen, die von offizieller Seite tagein tagaus gemacht werden verlassen, ohne diese auch nur im Ansatz wirklich kritisch zu hinterfragen. Die sich verbreitende kognitive Dissonanz ist sehr spannend zu beobachten.

Für alle, die jetzt messerscharf schließen, das ich so ein afd-naher, pedigarestker Verschwörungstheoretiker bin (wenn es denn hilft), hab ich noch einen schönen Filmtipp für heut Abend: einen alten Hercule Poirot Film mit Peter Ustinov oder besser Albert Finney. Da kann man lernen, wie man mit einer von ausnahmslos allen anerkannten und ewiglich wiederholten Darstellung der Geschehnisse umgehen sollte: selber denken und recherchieren, die möglicherweise entstehenden Widersprüche erkennen und daraus seine eignen Schlüsse ziehen, auch wenn die nicht allen gefallen.

Übrigens recherchieren: einige der oben vom Historiker gemachten Aussagen (06.06. 22:24) kann man z.B. selbst in einer 1987 von der CDU Bürgerschaftsfraktion (also nicht gerade SPD Fanclub) herausgebrachten Schrift nachlesen.
https://www.kas.de/c/document_library/get_file?uuid=9de08085-20d4-c4c0-dda6-2a86a5ddb335&groupId=252038

Aber die KAS ist auch nur Teil des ´Mensch ärgere dich nicht´ Spielbrettes.

Da pisst man sich bei Gesamtkosten von weniger als EUR 50 Mio. für dringend erfordleriche Erweiterungsmaßnahmen für die S-Bahninfrastruktur in die Hose. Keiner will zahlen! Aber für ein wirklich überflüssiges Projekt, das keiner braucht und mit dem Abbau von bis zu 2/3 aller Weichen und Signale verbunden ist ( und damit Verspätungen und Störungen vorprogrammiert), nämlich die Schließung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona und seine Verlagerung nach Diebsteich, da spielt plötzlich Geld keine Rolle mehr! Obwohl die bisher genannten Kosten von EUR 360 Mio. (aus dem Jahr 2013 und nur für die Schienenbaumapßnahmen) sich bis zur Fertigstellung locker auf EUR 1 Mrd. erhöhen dürften. Da ist irgendetwas faul im System Bahn. Klar am Bahnhof Diebsteich winken fette Spekulationsgewinne aus Grundstücksverkäufen, beim Einbau zusätzlicher Weichen und Signale für die S-Bahn nicht!

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