S-Bahnhof Elbbrücken wird teuer – Baubeginn im September 2017

Wichtiger Hürdensprung für den geplanten S-Bahnhof an den Elbbrücken. Nach langen Verhandlungen haben sich die Stadt und die Deutsche Bahn auf einen Finanzierungsvertrag für die weitere Planung geeinigt. Jetzt kann das Planfeststellungsverfahren vorbereitet werden. Der Bau soll 2017 beginnen – und wird teuer.
Geplante U- und S-Bahnhaltestelle Elbbrücken mit Verbindungssteg
Geplante U- und S-Bahnhaltestelle Elbbrücken mit Verbindungssteg
Foto: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Der geplante S-Bahnhof an den Elbbrücken ist einen wichtigen Schritt weiter. Nach langen Verhandlungen haben die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn für die weitere Planung einen gemeinsamen Finanzierungsvertrag abgeschlossen, der NahverkehrHAMBURG vorliegt. Damit kann jetzt das Planfeststellungverfahren vorbereitet werden.

Günstig wird der neue S-Bahnhof allerdings nicht. Laut Vertragsunterlagen sollen Planung und Bau insgesamt 34,7 Millionen Euro kosten. Davon entfallen voraussichtlich 2,5 Millionen Euro auf die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, die komplett von der Stadt Hamburg finanziert wird. Das Geld ist demnach bereits bewilligt.

Auch den Bau der Station soll Hamburg nach Angaben der Deutschen Bahn vollständig aus eigener Tasche bezahlen. Allerdings gibt es laut Vertrag aber noch keine endgültige Entscheidung über den Bau und dessen Finanzierung.

Start der Entwurfs- und Genehmigungsplanung – also die Erstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren – soll im Juni kommenden Jahres sein.

Läuft das Planfeststellungsverfahren reibungslos, könnte der Bau im September 2017 beginnen. Die ersten S-Bahnen würden dann ab Dezember 2018 am neuen Bahnhof Elbbrücken halten – pünktlich zur angepeilten Eröffnung der benachbarten U-Bahn-Station Elbbrücken. Die Bahnhofshalle (“Galeriehalle”) wird allerdings erst ein Jahr später fertig – im Dezember 2019.

Zusammen mit dem ebenfalls geplanten S-Bahnhof Ottensen sowie den U-Bahnstationen Elbbrücken und Oldenfelde baut Hamburg bis zum Jahr 2020 voraussichtlich vier neue Schnellbahnstationen.

NahverkehrHAMBURG erklärt, wie der S-Bahnhof Elbbrücken aussehen soll:

  • Die Station soll sich von den Elbbrücken bis zur Billhafenbrücke erstrecken. Geplant sind zwei Seitenbahnsteige mit jeweils 210 Metern Länge und sechs Metern Breite. Insgesamt sollen 40 Prozent der Bahnsteige überdacht werden.
  • Da sich die Station in einem starken Gefälle befindet, sollen z.B. für Rollstuhlfahrer, so genannte “ebene Ruhezonen” eingerichtet werden.
  • Die S-Bahngleise sollen in Lage und Höhe unverändert bleiben.

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14 Antworten auf „S-Bahnhof Elbbrücken wird teuer – Baubeginn im September 2017“

Super Idee. 35 Millionen Euro für die Möglichkeit, aus einer Bahn, die zum Jungfernstieg fährt, in eine andere Bahn, die zum Jungfernstieg fährt, umzusteigen. Freue mich auch schon sehr auf das sicherlich problemlose Anfahren einer überbesetzten S-Bahn am Hang.

@Bert: Es wird nicht nur eine Möglichkeit zum Umstieg sein, sondern auch Fahrtziel einiger Fahrgäste. Als die Berliner Ringbahn gebaut wurde, lag sie an vielen Stellen abseits bestehender Bebauung, und heute mitten in der Stadt. Wenn man die geplante Bebauung an den Elbbrücken als Modell sieht, wird sofort der Nutzen beider Stationen klar.

@max Da fehlt mir dann doch die Phantasie. 13000 Arbeitsplätze auf 21 ha? Die City Nord hat 30000 Arbeitsplätze auf der 5 fachen Fläche. Und 13.500 Parkplätze. Wo bringt man die ca. 5000 Autos unter, die zusätzlich in der HafenCity parken wollen? Sind wirklich Firmen bereit, ihre Mitarbeiter zwischen Autobahn und einer der meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands anzusiedeln? Wenn es tatsächlich soweit kommt (die Elbbrücken sind ja auch das letzte Bausegment der Hafencity), kann man die S-Bahn Station ja immer noch bauen. Bis dahin gibt es sicherlich sehr viel wichtigere Projekte in der Infrastuktur Hamburgs.

@Max:
DIe Berliner Ringbahn wurde 1877 fertig gebaut.
Die Bevölkerung Berlins ist seitdem von knapp 1Mio. (1875) auf heute knapp 3,5Mio. angestiegen.

Erwarten sie (und die sogenannten “Experten” bei Stadt und HVV) ebenfalls eine solche Entwicklung – selbst lokal?!

Und das vor dem Hintergrund, daß ganze Siedlungsgebiete wie Steilshoop, Osdorf, … bis heute gar keinen Schnellbahnanschluß, und -mit Ausnahme der Innenstadt- der Rest Hamburgs nur ein Schnienenbahnnetz mit der Feinheit eines völlig durchlöcherten Nudelsiebs besitzen?
In Hamburg gilt eine Entfernung von 1000m zur nächsten U/S-Bahn als “nah”. Das ist ein Witz. Bzw. zum erbrechen.

Tatsache ist, daß Hamburg und seine Politiker und(!) Planer es seit gefühlt 30 oder mehr Jahren nicht gesch…en kriegen, irgend etwas zukunftsfähiges und geeignetes für den ÖPNV einer 1,8Mio.-Metropole zu realisieren, außer zwei U-Bahnstationen und neuer Sitzbezüge für Busse.

Und dafür nehmen sie noch mit die höchsten Preise für Tickets. Über den HVV und sein Angebot kann man nur noch lachen oder weinen. Es ist einfach schlecht.

Wenn die Stadt den Bau der Bahnhöfe hauptsächlich finanzieren sollte, kassiert sie eigentlich als Eigentümerin dann Nutzungsgebühren von der DB?

Es ist sicher richtig für einen gemeinsam gebauten Bahnhof ein gemeinsames Design zu entwickeln. Am besten man nimmt den Architekten der Elbphilharmonie., dann gibt es für die nächsten Jahrzehnte sicher kein Geld für weiteren ÖPNV Ausbau. Am vorgestellten Bild kann ich jedenfalls kein einheitliches Design der beiden Stationen U Bahn S Bahn feststellen. Und dass moderne Züge bei gewisser Witterung, im Gegensatz zu früher, nicht mehr anfahren und bremsen können, ist ja nicht nur in Hamburg der Fall. In Würzburg können Frühling, Sommer, Herbst und Winter Straßenbahnen auf 10 %o Steigung Bremsen und Anfahren, Nahverkehrstriebwagen der DB auf 0 %o gegebenenfalls nicht. Es liegt also nicht am System Rad Schiene.

Ich bin ein großer Befürworter des ÖPNV-Ausbaus, aber in dieser Maßnahme erkenne ich den Sinn nicht. Ich gebe somit allen Skeptikern Recht:
1. Wenn schon die U4 zwingend einen S-Bahnanschluss haben muss, dann doch bitte an der bestehenden Station Veddel, eigentlich sollte meiner Meinung die U4 bis Harburg oder Harburg-Rathaus verlängert werden und dort den Anschluss sicherstellen.
2. Es gibt tatsächlich zahlreiche wichtigere Projekte als diese S-Bahnstation, z.B. Bau der U5, Ausbau der Lübecker Strecke und S4, Bau einer Stadtbahn (und zwar nicht als Alternative zur U5, sondern sowohl als auch!), Verlängerung der U4 durch Alt-Wilhelmsburg, Harbuger Hafen bis Harburg(-Rathaus)
3. Ich kann mir nur schlecht vorstellen, wie bei einem derartigen Gefälle Rollstuhlfahrer diese Station benutzen sollen, selbst wenn entsprechende Zonen eingerichtet werden soll.
4. Das einheitliche Design kann ich auch nicht so wirklich erkennen, aber warum soll man sich bei überflüssigen Bahnhöfen mit Designfragen rumschlagen?

@Hamburger: Ich vermute mal das die Dringlichkeit dieser Strecke bis zu den Elbbrücken daher kommt das dieses Stück wenn es denn gebaut werden soll dann am besten jetzt gebaut werden sollte. Noch kann man ja das billigere Schachtverfahren einsetzen. Die Station Elbbrücken wirkt da in der Tat wie ein irgendwie angesetztes Endstück das da jetzt hin muss damit die Strecke einen irgendwie sinnvollen Abschluss hat.

Natürlich wäre es besser gleich über die Elbe zu springen aber wenn das nicht ausreichend Priorität im Budget hat um jetzt zu geschehen ist diese Lösung immer noch besser als jetzt erst mal gar nicht und später dann noch teurer zu bauen.

Gibt es denn Erfahrungsberichte von anderen Bahnhöfen mit großen Steigungen hinsichtlich Benutzbarkeit für Rollstuhlfahrer? Z.B. Ingolstadt Nord (NBS)? Hier wäre wohl ein Erfahrungsaustausch sehr sinnvoll. Der dortige Bahnhof (vor einer Tunneleinfahrt, ebenfalls zwei Außenbahnsteige) ist ja sicherlich in einigen Punkten vergleichbar.

Bahnhöfe mit Längsneigung wie z.B. Ingolstadt Nord werden nach der DB RiL 813 gebaut und betrieben. Die hier für den Bf. Elbbrücken beschriebenen Maßnahmen entsprechen denen in der Richtlinie. Ich nehme an, dass die Sicherheit der Fahrgäste (auch mit eingeschränkter Mobilität) schon gewährleistet ist. Interessanter ist da schon, wie sich Verzögerungen, die beim Bremsen bzw. Anfahren in der Neigung wahrscheinlich entstehen, sich auf den Fahrplan auswirken.

@ Johannes: Das mit dem Erfahrungsaustausch wird gemacht. Dafür hat man doch Planer. (Aber kommen Sie mir nicht mit den sattsam bekannten Beispielen von Fehlplanungen. Ja, die gibt es. Aber es gibt immer noch viel mehr Gelungenes, worüber die Medien jedoch nicht berichten, da sich schlechte Nachrichten nunmal besser verkaufen. Nicht umsonst ist die Dings das größte Drecksblatt Europas.)
@ W. Klingbiel: Die Mehrkosten der Elbphilharmonie sind nicht dem Archtiekten zuzuschieben, sondern dem Bauherrn, der bestellt hat, was gebaut wurde. Also Vorsicht mit solchen Aussagen. Und: die Darstellung der Bahnhofshallen ist doch erst noch eine Vorstudie. Lassen Sie die Leute erstmal den Entwurf machen, dann werden wir (sehr wahrscheinlich) sehen, dass beide Hallen zueinander passen.
@ bert: die S31 fährt nicht zum Jungfernstieg. Die Verknüfung an den Elbbrücken ist auf jeden Fall wünschenswert. Und allemal besser ist es, der S-ÖPNV wird JETZT gebaut als dann, wenn alles voll mit Gebäuden steht. Denn das wird auf jeden Fall in den nächsten Jahren passieren.
@ Hamburger: die U-Bahn sollte sofort nach den Elbbrücken nach Westen Richtung Veringstraße abbiegen. Daher ist die Verknüpfung mit dem neuen Halt Elbbrücken sinnvoll.

DB Netz läßt sich also den Bau dieser neuen Station, für die sie später für jeden Zug Stationsgebühren kassiert, komplett von der Stadt bezahlen. Vermutlich verdienen andere DB Gesellschaften wie DB Projektbau auch noch an dem Projekt mit.

Unglaublich dreist ist da die Aussage:
“Nach Angaben der Deutschen Bahn handelt es sich bei der Galeriehalle um “eine städtebauliche Geste””

Wo geht die DB hier ein Zugeständnis ein? Will man die Wartungskosten für die geschenkte Station auch noch möglichst gering halten? Wenn U und S Bahnstation dereinst mal fertiggestellt sind, wird man sehr gut vergleichen können, wie gut Hochbahn und DB Ihre Infrastruktur pflegen, z.B. auch, wie oft die Glasfassade gereinigt wird. Ich wage vorherzusagen, dass die DB Ihre geschenkte Station solange nicht pflegen wird, bis Stadt oder Bund mit einem Infrastrukturprogramm unter die Arme greifen.

@ F-P Kayser: Wie gut oder schlecht die Betreiber mit ihren Stationen umgehen, lässt sich jetzt schon sehr schön sehen am Bahnhof Sternschanze: Liebevoll die U-Bahn, plump die S-Bahn. So zieht es sich eigentlich durch die ganze Stadt.

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