S-Bahnhof Ottensen kommt später und wird teurer

Der lang geplante S-Bahnhof Ottensen wird voraussichtlich mehrere Monate später eröffnet als zuletzt avisiert. Vermutlich erst ab Sommer 2020 können die S-Bahnen der Linien S1 und S11 dort halten. Der Bau soll zwei Jahre zuvor beginnen – und wird teurer als bisher geplant. Noch ist die Finanzierung nicht endgültig geklärt.
S-Bahn am geplanten neuen Bahnhof Ottensen zwischen Bahrenfeld und Altona in Hamburg
Genau hier, am Bahrenfelder Steindamm, soll der neue S-Bahnhof Ottensen gebaut werden

Seit vielen Jahren träumt Hamburg von einer zusätzlichen S-Bahnhaltestelle in Ottensen. Doch das Projekt kommt nur schleppend voran und verzögert sich immer weiter.

Ursprünglich war von einer Eröffnung im Jahr 2017 die Rede, zuletzt wurde als Termin “Anfang 2020” genannt (siehe hier).

Jetzt gibt es einen neuen avisierten Fertigstellungstermin: Sommer 2020. Das teilte die Deutsche Bahn auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage mit.

Demnach läuft das Planfeststellungsverfahren bereits seit längerer Zeit. “Wir gehen davon aus, dass das Planrecht im günstigsten Fall Ende April 2017 vorliegt”, so Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis.

Der Baubeginn ist laut Bahn für das 2. Quartal 2018 geplant, die Gesamtkosten der Station sollen über 20 Millionen Euro liegen. Das ist teurer als ursprünglich veranschlagt. Im Sommer 2012 hatte der Hamburger Senat noch mit 16 Millionen Euro gerechnet.

Doch bevor gebaut werden kann, gibt es noch einen weiteren Knackpunt: Die Finanzierung. Sie ist noch immer nicht endgültig geklärt. Seit Jahren streiten die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn um die Kostenaufteilung. “Aktuell laufen intensive Gespräche mit der Stadt Hamburg, mit dem Ziel eine Finanzierungsvereinbarung für die konkrete bauliche Umsetzung abzuschließen”, so Meyer-Lovis.

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19 Antworten auf „S-Bahnhof Ottensen kommt später und wird teurer“

das passt aber irgendwie auch…anstatt das Hamburg diesen sinnvollen Anschluß halt selber finanziert, wird beim Bund betteln gegangen, aber 600 Mio für die Oper, das wird mal eben nebenher ausgegeben.

wenn das bei S4, U5 ähnlich von statten geht, dann wird niemand von uns die Fahrt mit diesen neuen Linien noch machen können, es sei denn er/sie ist nicht älter als 5.

Und warum gleich 20 Mio…es reichen 2 Seitenbahnsteige, 2Fahrstühle eine Füßgängerbrücke oder auch Tunnel und 4 Ausgänge…aber in Hamburg muss ja jeder Bahnhof aussehen wie ein architektonisches Wunderwerk.

Wenn unsere Stadtväter Anfang des 20. Jahrhunderts so widerherzig ans Werk gegangen wären, hätten wir heute wahrscheinlich weder die S-Bahn noch die U-Bahn. Aber das paßt so richtig in die heutige Mentalität: wer nichts unternimmt, kann auch nichts verkehrtmachen.
Pragmatische Politiker hätten jetzt gesagt: Wir nutzen die geplante wochenlange Sperrung der Strecke wegen der Sanierung des Lessingtunnels um alles für die neue Haltestelle Ottensen vorzubereiten.
Noch intelligentere Politiker hätten gesagt: Wir geben diese Planung auf und nehmen die Gelegenheit wahr, um eine noch viel sinnvollere Umsteigestation Altona Neue Mitte zu planen, mit gleichzeitiger Korrektur der Gleislage um die vielen Kreischkurven zwischen Bahrenfeld und Holstenstraße einerseits, und Altona und Diebsteich andererseits zu beseitigen.

Der beste Satz des Artikels ist gleich der erste: “Seit vielen Jahren träumt Hamburg von …”
Danach kommt nur noch die bekannte Armutszeugnisbeschreibung, was im Hamburger ÖPNV so geht.

Es scheint sich abzuzeichnen, dass jede Seite der Beteiligten die “schwarze Null” für sich alleine haben will. Öffentliche Investitionen tätigt man womöglich nicht mehr so einfach wie vor 40 Jahren. Dieses Bauprojekt erinnert mich an eine Auktion, der meist Bietende darf für Hamburg eine neue Station ersteigern. Die DB ist ein seltsames Konstrukt. Der Bund ist 100 % Aktionär und erwartet Gewinne. Die Bahn muss dann sehen, wie sie die erwirtschaftet. Auf Kosten der Fahrgäste verschlechtern man den Service und mauert bei Investitionskosten. Die Stadt folgt einer Schuldenbremse. Wie lange sollen die Ottensener denn bei dieser Ausgangslage noch auf ihren Anschluss warten?

Als direkter Anwohner in der Bahrenf. Str. neben der Brücke, bin ich nicht begeistert von diesem Bauvorhaben. Lärm, Dreck, Erschütterungen der alten Bausubstanz werden nicht weg zu diskutieren sein, sondern müssen von den Anwohnern ertragen werden. Und, in der Folge des neuen Bahnhofes, die Ansiedlung eines bestimmten Milieus-Klientel das ich nicht vor meiner Haustüre haben will. Siehe Alma-Wartenberg-Pl. (Unrat, Urin, Belästigungen verbal u. physisch). Alle anderen scheinen aus der Ferne zu diskutieren.
Von mir aus kann die Stadt das Geld (~20Mio. €?) lieber in Kitas u. Bücherhallen-Turnhallen investieren.

Es ist eine Farce. Eigentlich ist es ein recht einfaches und unkompliziertes Projekt. Habe das Gefühl, Herr Horch hat seinen Laden nicht im Griff. Immerhin ist er seit 5 Jahren der verantwortliche Senator.

Der Bahnhof verbessert für einige tausend Anwohner die Verkehrsanbindgung, weiterhin wird es eine geradezu geniale Umsteigeverbindung von der Metrobuslinie 2 geben. Insofern sind 20 Mio echt “Peanuts” (die U-Bahn zur Horner Geest mit zwei neuen Haltestellen wird schätzungsweise das zehnfache kosten!).

@Ottensen63: normalerweise ist jeder froh, wenn er direkt in der Nähe eine Schnellbahnhaltestelle bekommt. Denk doch auch mal an die Pendler in Deiner Nachbarschaft, die jeden Tag Zeit einsparen werden.

@Ottensen63: So ist das in der Großstadt. Da muss man auch mal Bauvorhaben ertragen und andere Menschen. Aber sei beruhigt: In der Regel bringt ein S-Bahnhof kein schwieriges Klientel mit sich, sondern macht die Gegend attraktiver.

Die S-Bahn Hamburg hat noch weitere Bauprojekte in der Schublade zu liegen.
Zum Einem: Die Verlängerung der S21 von Eidelstedt nach Kaltenkirchen, die Verlegung des Fernbahnhofs Altona zum Diebsteich (auch hier ist die S-Bahn mitbeteiligt) und die neue S-Bahnlinie S4 von Altona bis Bad Oldesloe zu planen und evtl. zu bauen. Da ist der Einbau der neuen S-Bahnstation Ottensen nebensächlich.

@Ottensen63: Dein Beitrag ist ja die klassische “Kita-Keule”. Natürlich könnte man für jeden öffentlichen Cent neue Kitas, Bücherhallen oder Turnhallen bauen. Dann bräuchte man sich ja um nichts mehr Gedanken machen.

Lieber Ottensen63,

wir in Tonndorf oder Rahlstedt hätten liebend gern eine S-Bahn, die mindestens alle 10 Minuten fährt, und natürlich auch die für eine attraktive Anbindung notwendigen Haltestellen hat.
Und Sie haben die besten Bedingungen dafür und bekommen bald eine Haltestelle vor der Tür und sind unzufrieden. Dann kann ich Ihnen nur mal eine zünftige Hamburger Busfahrt empfehlen. Oder fahren Sie nur Auto?

PS: Die S1 ist übrigens die S-Bahn mit dem besten und saubersten Wagenmaterial.

@flieg wech: oh jetzt kommt wieder Elbphilharmonie Keule (es ist ein Konzerthaus und kein Opernhaus) gefolgt von der KITA Keule von Ottense63.
Es ist beschämend, wie die Deutsche Bahn mit dem Öffentlichen Nahverkehr in Hamburg umgeht, wenn man die Hochbahn als direkten vergleich hat. Einige Stationen haben gar keine Überdachung (S3 nach Pinneberg), die Stationen der S1/S3 befinden sich seit mehr als 10 Jahren in einer Baustelle. Die Deckenverkleidung fehlt. Umbau Altona zieht sich ins endlose, Fernbahnhof Diebsteich wird das billigste vom billigsten geplant. Währenddessen baut die Hochbahn eine tollere Station nach der nächsten – im Zeit- & Kostenrahmen (Überseequartier, Elbbrücken etc)
Liebe Deutsche Bahn, ziehen Sie sich aus Hamburg zurück. Denn die Kette an Unfähigkeit zu Lasten der Bahnfahrer ist nicht mehr auszuhalten. Fahren mit der S Bahn ist inzwischen eine Strafe. Aber davon kriegen Sie in Berlin nichts mit. Ich vermute, dass die Hamburger Einnahmen umgehend nach Berlin fließen und für andere Projekte genutzt werden.

@ flieg wech:
Welche S-Bahn-Stationen bezeichnen Sie eigentlich als “architektonische Wunderwerke”? Tiefstack? Diebsteich? Berliner Tor? Königstraße? Stadthausbrücke? Jungfernstieg? …

Es ist in HH sowas von deutlich zu sehen, dass gerade die Haltestellen der S-Bahn gelinde gesagt: lediglich pragmatisch hergestellt werden. Ausnahmen gibt es, aber nur sehr wenige. Ein Vergleich mit den meist liebevollen U-Bahn-Haltestellen unterstreicht diese These.

Und auch Ihnen sei gesagt: die Kosten für eine S-Bahn-Station beinhaltet deutlich mehr als die von Ihnen geschilderten “2 Seitenbahnsteige, 2Fahrstühle eine Füßgängerbrücke oder auch Tunnel und 4 Ausgänge”. Gerade diese simple Denkweise ist die Ursache von “Mehrkosten”.

@HVV-Kritiker @Hohenfelder Jung
Lieber HVV-Kritiker u. Hohenfelder Jung, an genau dieser Stelle, der winzig kleinen Seitenstraße (Thomasstr., einfach mal Google mappen) liegt eine Bushaltestelle, in ca. 500 Meter Entfernung die nächste Buslinie. Der Bhf. Altona ist drei Bushalte entfernt. Und nein, ich fahre (habe) kein Auto.
Nur auf der Playstation..ansonsten Fahrrad.
@bicyclerepairman: attraktiver bedeutet meistens teurer…ich bin Geringverdiener. Daher hab‘ ich Angst vor Verdrängung durch das dicke Geld. Das hat in meiner Sichtweite schon Einzug gehalten.
@moddel: Die Kita-keule steht stellvertretend für sinnvollere ausgaben. Könnte man ganz aktuell auch für Kriegs-Flüchtlinge ausgeben, die Millionen.
Ansonsten erfreue ich mich an einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema und den vorzüglichen Umgangsformen hier. Danke dafür.

@Ottensen63:

Sie nennen doch selbst die besten Argumente. Die Buslinie (M2) fährt heute und braucht 8 Minuten zum Bahnhof Altona. Da müssen Sie umsteigen, 5 Minuten Zeitverlust. Ein direkter S-Bahn-Anschluss würde die Fahrtzeit mit dem HVV aus Ihrer dicht bebauten Gegend in weite Teile Hamburgs um etwa 10 Minuten verkürzen. Die S-Bahn wäre nach 2 Minuten in Altona und würde ohne weitere Wartezeit weiter fahren.

Ob das “dicke Geld” jetzt unbedingt mit dem HVV anreist oder darauf Wert legt, würde ich an Ihrer Stelle mal bezweifeln.

Der letzte Artikel zum Ottenser Bahnhof wurde im Februar 2016 geschrieben. Die Überlegungen, einen solchen Bahnhof einzurichten, gibt es schon seit Jahrzehnten. Die Berichterstattung konzentriert sich überwiegend darauf, die Verzögerungen und alle paar Monate bekannst zu geben. Dahinter dürfte aber doch mehr stecken.
Wie wäre es, wenn Journalisten der Geschichte der Pläne und der Verschiebungen nachgehen würden? Es muss politische und verkehrliche Rahmenbedingungen geben, die das Vorhaben, das für die Bevölkerung und für Verkehrsinfrasturktur von Bedeutung sind, immer wieder ins Hintertreffen geraten lassen. Vielleicht ließe sich an einem kleinen Projekt leichter etwas von der Wirklichkeit der Verkehrspolitik zeigen als an den ohnhin unübersichtlichen Großprojekten (U-Bahn, Hauptbahnhof, Altonaer Bahnhof)

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