S-Bahnhof Ottensen: Noch sechs Monate bis zur Eröffnung

So weit ist der Bau an der neuen S-Bahn-Haltestelle in Ottensen inzwischen, das muss bis Dezember noch erledigt werden und auf diese Sperrungen müssen sich Fahrgäste in den nächsten Monaten einstellen. Ein Fotobericht.
Christian Hinkelmann
Die Baustelle am künftigen S-Bahnhof Ottensen. Bis zur Eröffnung im Dezember ist hier noch eine Menge zu tun.
Die Baustelle am künftigen S-Bahnhof Ottensen. Bis zur Eröffnung im Dezember ist hier noch eine Menge zu tun.
Foto: Christian Hinkelmann

Schlussspurt: In nicht einmal sechs Monaten soll endlich der neue S-Bahnhof Ottensen eröffnet werden. Nach mehr als 20 Jahren Planung, Bauproblemen, Kostenexplosionen und immer neuen Verzögerungen bekommen die rund 5.000 Menschen im Einzugsgebiet der Haltestelle dann ihren lang versprochenen Direktzugang zum S-Bahn-Netz.

Wie weit ist der Bau inzwischen? Wie sieht es dort aus? Was ist schon fertig? Was muss bis zur Eröffnung noch getan werden? Und: Auf welche Sperrungen müssen sich die Fahrgäste der Linien S1 und S1 in den nächsten Monaten rund um die neue Station einstellen?

NAHVERKEHR HAMBURG war auf der Baustelle unterwegs und hat mit der Deutschen Bahn über die bisher erreichten Ziele und die noch anstehenden Arbeiten gesprochen.

Der Bahnsteig steht

So langsam wird der künftige Bahnhof als solcher erkennbar, wenn man mit der S-Bahn zwischen den Stationen Bahrenfeld und Altona an der Baustelle vorbeifährt. Nachdem die Bahn im vergangenen Jahr fast ausschließlich damit beschäftigt war, die beiden Gleise der S-Bahnstrecke auseinanderzuziehen und die Bahnbrücke über dem Bahrenfelder Steindamm entsprechend anzupassen (siehe hier), wird in diesen Tagen hauptsächlich am zukünftigen Bahnsteig gebaut, der zwischen den beiden S-Bahn-Gleisen wächst.140 Meter lang soll er werden. Ausreichend für die typischen Vollzüge auf der S1 mit ihren sechs Wagen. Für extralange Langzüge mit 9 Wagen, wie sie beispielsweise im Berufsverkehr auf der S3 fahren, wird der neue Bahnsteig zu ku…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Eine der neuen provisorischen Treppen von der Steintorbrücke zu den Bahnsteigen am Hamburger Hauptbahnhof.

Provisorische Treppen am Hauptbahnhof: Verpasste Aufstiegschance

Der Bau von fünf provisorischen Fußgängertreppen am Hamburger Hauptbahnhof gerät zur Posse: Nach jahrelanger Planung und monatelangem Bau kann die Deutsche Bahn derzeit nicht sagen, wann das Projekt komplett fertig wird. Ein Treppenwitz, meint NAHVERKEHR HAMBURG-Redakteur Thomas Röbke. Ein Zwischenruf.

S-Bahnen am Hamburger Hauptbahnhof

Neues Liniennetz für die Hamburger S-Bahn?

Seit 40 Jahren ist das S-Bahnliniennetz in Hamburg fast unverändert. SPD und Grüne wollen es jetzt auf den Prüfstand stellen. Kommt eine große Reform? Das sind die Hintergründe.

Eine Regionalbahn auf Fehmarn

Personalnot im Norden: 1.228 Zugausfälle in einem Monat

NAHVERKEHR HAMBURG-Datenrecherche zeigt, dass im Juni täglich 41 Züge in Schleswig-Holstein ausgefallen sind – meist, weil nicht genug Personal da war. Eine Strecke stach dabei besonders negativ hervor. Das sind die Hintergründe und das sagen Bahn und Auftraggeber dazu.

9 Antworten auf „S-Bahnhof Ottensen: Noch sechs Monate bis zur Eröffnung“

Sollte der S-Bahnhof in Ottensen erst in 6 Moanten fertig sein, das wäre Ende des Jahres und damit die nächste Verspätung, da üblichweise neue Bahnprojekete zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember in Betrieb gehen. Die Bilddokumentation zeigt wunderbar die Fehlkonzeption des Bahnhofs. Nur ein kleiner Aufzug, der bekanntermaßen zu 1/3 der Zeit nicht funktioniert und ansonsten nur Treppen. Keine Rolltreppen! Ganz besodners schlimm am WEstzugang, dort muss man über eine Treppe auf die Gleisbrücke hochsgteigen und von dieser auf den Bahnsteig hinabsteigen. Alles ohne Fahrstuhl oder Rolltreppen. Was sollen Mügter mit Kinderwagen oder mobilitäseingeschränkte Passagiere machen? Und das alles für mehr als 40 Mio. Euro ++. Ein nicht voll barrierefreier Bahnhof im Jahr 2022 muss einfach anders aussehen. Dabei wäre eine barrierefreier Bahnhof über Rampen für deutlich weniger Geld zu bauen gewesen, wenn man statt des Mittelbahnsteigs zwei Außenbahnsteige errrichtet hätte. Dies hätte die Gleisbrücke und den Aufzug gespart, ebenso wie die Verbreiterung der Brücke am Bahrenfelder Steindamm, die maßgeblich zu den Verzögerungen beigetragen hat. Aber bei der DB gilt: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Hintergrund der verkorksten Bahnhofsplanung sind die zwei Abstellgleise für die S4 (die Ottensen überhaupt nicht anfährt), für die durch das ebenfalls fehlkonzipierte Bahnhofsprojekt Diebsteich dort kein Platz ist. Somit zeigt sich wieder ein vermurkstes Projekt (Verlagerung Bahnhof Altona nach Diebsteich) zieht das nächste Morkelprojekt nach sich. Und der Dumme ist der Fahrgast und Steuerzahler.

Dann fordern Sie doch bitte einfach die sofortige Einstellung der Bauarbeiten zur S4, wenn die das Problem ist und Sie die sowieso nicht mögen!

Außerdem bin ich jetzt doch ganz froh, dass Wandsbek nicht durch die Partei vertreten wird, die auch “S4-kritisch” ist. Nach all den empathielosen Einlassungen auf dem Parteitag am letzten Wochenende, besonders von einer gewissen “studentischen Gruppe”. War einfach nur zum Fremdschämen!

Lieber Herr Jung,

ich versuche es mal wieder. Aber ich finde, dass Sie sich in letzter Zeit hier mit einigen Äußerungen derart daneben lagen (Stichwort: ein Dieselbus = zwei Elektrobusse, Busfahrer*innen Gehalt etc.) Warum sollte ich ihnen glauben, dass die von Ihnen hier vorgeschlagenen Bauänderungen durchführbar, sinnvoller und günstiger sind, als die jetzt durchgeführte Planung? Was ich jetzt wirklich lustig finde: Auf Drehscheibe-Online wird bei jeder Streckenstillegung eines seit 20 Jahren nicht mehr genutzten Güteranschlusses der Untergang der Verkehrswende eingeleitet, jetzt baut man hier zwei Abstellgleise, um etwas flexibler zu sein, und das ist Ihnen auch wieder nicht recht.

Ich bin übrigens über Ihre Pressemitteilung zur Elektrifizierung Stade – Cuxhaven gestoßen. Bitte nicht böse gemeint, aber ich finde, dass Ihre Forderungen inkonsistent ist. Einerseits erstmal bis 2025 elektrifizieren und nach der intensiven Analyse der verschieden en Projektalternativen ggf. nochmal bauen, weil 160 km/h dann doch sinnvoller ist und dann die Brücke zweigleisig? Und auch der Hinweis auf Bremerhaven – Cuxhaven in der Pressemitteilung ist auch von Ahnungslosigkeit geprägt. Sie vergleichen hier zwei Bahnstrecken anhand der Anzahl der Zugpaare und nicht anhand des eingesetzten Materials (ein Lint 47 ist schon ein Unterschied zu einer 246 mit 5 Dostos.) Zu gute Halten möchte ich aber, dass Sie darauf verzichtet haben, direkt wieder die zweite Elbquerung mit in die Diskussion zu bringen.

Ein Hauptgrund für die letzten Inbetriebnahmeverschiebungen waren ja die Schäden an einem der drei Brückenüberbauten. Wieso waren die nur an einem der gleichalten und gleichartigen Segmente aufgetreten und warum konnte kein “Ringtausch” durchgeführt werden? Schließlich musste doch sowieso eines der drei Brückenteile “daran glauben”, da künftig überflüssig. Wieso musste hier umfangreich und mit Zeitverzug saniert werden?

Wird da jemals eine Erweiterung auf 180m möglich sein, oder müsste dann die Brücke verlegt werden (oder auch die Gleise)?

Also wenn man sich die Pläne so ansieht, müsste es von den Gleisen und der Brücke her möglich sein. Allerdings steht da noch dieses Schalthaus im Weg. Und ich gehe mal stark davon aus, dass das so gebaut ist, dass man nicht einfach rundherum einen Bahnsteig bauen kann. Die Bahn hat es ja nicht so mit vorausschauenden Planungen…

Komisch wie sich die Bilder zur S4 in Wandsbek gleichen, man sieht da nirgends wirklich Arbeiten. Kein wunder das jedes Projekt der Bahn hier in Hamburg immer Extreme Überlänge hat. Genauso wie bei der Hochbahn, denn am Hauptbahnhof Süd sind die nach bald zehn Jahren immer noch nicht fertig

Schön das das Ottensen endlich fertig wird. Unschön bzw. skandalös sind die Umstände des Baus (Zeit, Kosten, Aufwand). Ich kann nur hoffen, daß insb. am Ende nicht doch vom Bund bzw. von der FHH übernommen werden (müssen), sondern das die Bahn das aus eigener Tasche tragen muß.

Vielen Dank für diesen Artikel. Dass der neue Bahnhof für “Langzüge” zu kurz sein wird, hatte ich bereits befürchtet, nun schreiben Sie es auch.
Schauen Sie sich mal die Bahnhöfe Klein Flottbek und Hochkamp an. Dort wurde vor ca. 20 Jahren die Bahnhofslänge verkürzt (auf “Vollzuglänge”), die alten Bahnsteige kann man teilweise noch erkennen bzw. erahnen. Othmarschen und Bahnrenfeld wurden aufgrund der beidseitigen Ausgänge nicht gekürzt.
Es wäre sicherlich ohne viel Aufwand möglich, Klein Flottbek und Hochkamp wieder zu verlängern, die Gleise liegen dafür ja noch weit genau auseinander. Damit wären Langzüge bis Blankenese möglich. Eine sehr einfache, günstige und schnelle Möglichkeit, Kapazitäten signifikant zu erhöhen.
Mit dem neuen – kurzen – Bahnhof Ottensen wird diese Option aber unmöglich. Was meinen Sie dazu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.