Beim Bau der neuen S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe gibt es weitere Verzögerungen.
Zwei dringend benötigte Baugenehmigungen für den größten Teil der 36 Kilometer langen Strecke verzögern sich weiter.
Die für Ende 2027 geplante Teileröffnung ist damit auf keinen Fall mehr zu schaffen.
NAHVERKEHR HAMBURG erklärt, wie groß die Verspätungen aktuell sind, was die Gründe dafür sind und wann eine Streckeneröffnung realistisch ist.
S4: Warum sich der Bau jetzt noch weiter verzögert
Seit Jahrzehnten wird über die S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe gesprochen, seit rund 15 Jahren laufen die konkreten Planungen, seit fünf Jahren die Bauarbeiten für die neue Bahnverbindung, von der künftig rund 250.000 Menschen im Hamburger Nordosten und im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn profitieren sollen.
Eigentlich sollte in ziemlich genau zwei Jahren der Eröffnungszug von Hamburg bis Rahlstedt fahren – und zwei Jahre später die Weiterführung bis nach Bad Oldesloe folgen. Doch schon länger zeichnet sich ab, dass diese Termine nicht mehr zu halten sind, auch wenn die Deutsche Bahn dies bisher nicht bestätigen will.
Jetzt gibt es eine neue Entwicklung, die eindrücklich zeigt, dass es wohl noch sehr lange dauern wird, bis die ersten S4-Züge tatsächlich fahren. Im Mittelpunkt stehen die beiden noch offenen Planfeststellungsverfahren – zwei der insgesamt drei Planungsabschnitte.
Diese…









15 Antworten auf „S4-Eröffnung rutscht möglicherweise um Jahre nach hinten“
Hmm, bei Buschhüter steht dass der Verkehrsbedarf gesetzlich festgestellt ist, und nicht gerichtlich nachgeprüft werden kann. Ich sehe dementsprechend nicht wie eine Klage gegen die 2 weiteren Gleise erfolgreich sein könnte, oder auch nur aufschiebende Wirkung haben könnte?
Das Hauptproblem ist doch, dass offensichtlich der Zeitrahmen für die Realisierung zu ambitioniert war. Seit Jahrzehnten ist die neue S4 im Gespräch. Da spielt es doch eigentlich keine Rolle, ob es am Ende drei oder vier Jahre länger dauert.
Niemand beschwert sich hier, dass die S4 kommen wird. Es beschweren sich nur alle darüber, dass sie später kommen wird als ursprünglich angekündigt.
Wegen dieser paar Jahre nun zu sagen, man sollte das Projekt am besten sofort begraben, käme doch einer Aufgabe kurz vor dem Ziel gleich. Nie zuvor waren wir so nah an der Fertigstellung der neuen S4 wie heute.
Endlich mal eine Artikel, der den ganzen S4 Hype mit der Realität konfrontiert. Traurig, dass die Hamburger Politik gemäß ihrer „Vogel-Strauss-Politik“ den Kopf in den Sand steckt und beharrlich die Realitäten ignoriert. Dabei gibt es seit zwei Jahen eine detaillierte Studie „S4 neo“, die aufzeigt, wie der S4 Bau auf die Strecke bis Rahlstedt begrenzt und der weiter Streckenabschnitt bis Bad Oldesloe durch eine Verbesserung des Regionalverkehrs besser erschlossen werden kann. Gemäß dieser Studie würde ein aufwendiger Umbau des Bahnhofs Rahlstedt entfallen und es bestünde auch keine Notwendigkeit für dne Einsatz der (teuren) Zweisystemfahrzeuge, weil bis Rahlstedt mit 3. Schiene gefahren werden könnte. Hätten Befürworter und Gegner des S4 Projektes sich frühzeitig auf dieses Konzept verständigt, könnte die S4 schon bald bis Rahlstedt fahren. Die Fahrgäste würden es zu schätzen wissen.
Dann erklären Sie uns einmal wie 2040 die zusätzlichen 24 Hochgeschwindigkeitzüge aus Skandinavien pro Tag (ich gehe davon aus, daß es eher 30 bis 40 pro Richtung sein werden) ohne den jetzt geplanten Ausbau bewerkstelligt werden sollen? Tatsächlich müßt man die Strecke von Hamburg bis Lübeck viergleisig ausbauen oder wie auch Prellbock angeregt hat, eine zusätzliche zweigleisige Strecke entlang der A1. Die Zweistromzüge sind längst beauftragt und werden ausgeliefert.
Der Ausbau der S4 ergibt bis Bargteheide Sinn. Ein 10 Minuten Takt bis Ahrensburg auf den bestehenden Fernbahngleisen zu fahren ist unmöglich und die Entlastungswirkung durch die S4 am HBF und auf der Bahnstrecke wäre stark minimiert durch S4neo. Man sollte eher kritisieren, dass keine neuen Gleise bis Bargteheide gebaut werden.
Es reicht! Das deutsche Planungsrecht muss dringend gestrafft werden. Wenn die Politik keine Ideen hat sollte eine der so beliebten Kommissionen berufen werden um konkrete Vorschläge zu machen!
Traurige Nachrichten. Leider nicht nur ein DB-Thema. Andere Player sind ja auch überfordert. AKN mit der S5 oder auch die U5-Verlängerung in Frankfurt (auch schon Zeitpläne gerissen.) Ich bin da etwas ratlos, finde aber die Planungsansprüche bzw. den Umfang der da benötigt wird zu komplex. Vielleicht etwas mehr Agilität in die ganze Systematik.
Was die S4 betrifft, will ich aber nicht die Hoffnung aufgeben. Herr Ruge, bei der Eröffnungsfahrt spendiere ich Ihnen einen Kaffee! Wann auch immer das sein mag.
Bei der S5 zeigt sich der ganze Wahnsinn: Verkehrsminister Meyer und die DB wollten in Ellerau unbedingt die Machtprobe mit der Bürgerinitiative. Die BI hatte damals schon eine Lösung wie die S5 vorgeschlagen, um das zweite Gleis zu vermeiden! Mit dieser Netzänderung wäre das Hauptproblem sofort gelöst gewesen. Aber die Bahn bestand stur auf der S21 (S2). Meyers Nachfolger erkannte, dass die BI Fehler der Behörden nachweisen konnte und einen Rechtsstreit gewinnen würde. Also handelte er drei Jahre einen Kompromiss aus.
Vorletztes Jahr der Knaller: Ein neues Linien-Netz mit einer S5 wie von der BI vorgeschlagen! Warum nicht gleich so? Man hätte sich mindestens drei Jahre mühseliger Umplanung gespart! Die S5 könnte längst fahren.
Ein Beweis, warum Bürgerinitiativen nötig sind! Der Widerstand kommt oft daher, dass die Bahn mit dem Kopf durch die Wand will und gerne Bürger platt macht. Dagegen zeigt die Hochbahn, dass Projekte durch Einbinden der Bürger oft viel besser werden können!
Das Problem ist das respektlos wirkende Auftreten der Bahn-Vertreter: „Wir wissen alles besser, Bürger sind nur lästig!“ Auch die sog. Bürgerbeiteiligung der AKN zur S5 lief so oder Online-Veranstaltungen mit der damaligen S4-Bauleiterin. Wie viele kleine Hindernisse wären durch professionelleren Umgang mit den Bürgern im Vorfeld längst aufgelöst…
Lieber Herr Hinkelmann, danke, dass Sie das Thema aufgreifen!
Dann fange ich mal von hinten an:
Um überhaupt etwas zu nutzen, gibt es wirklich nur die Möglichkeit, am Ende des PFA 1, d.h. hinter der dort vorgesehenen Systemwechselstelle, auf die Fernbahngleise einzufädeln. Und das wird wohl auch der Zustand für viele Jahre, wenn nicht sogar für immer werden.
Doch dann müssen wir uns auch im klaren sein, dass es durch den (unzuverlässigen) Mischbetrieb keinen dichteren Takt als den gegenwärtigen geben kann. Da aber das Schnellbahnnetz in HH „10er Rhythmus“ hat und zudem die ausgefädelten S-Bahn-Züge in den DB-Regio-Takt integriert werden müssen, kann es nur einen 20-Minuten-Takt geben. Das ist zwar außerhalb der HVZ mehr als bisher, in der HVZ (wenn es keine Ausfälle gibt) aber weniger (3 statt 4 Züge in der Stunde). Und weiter: Ein S-Bahn-Langzug hat weniger Sitzplätze als ein 6-Wagen-Dosto.
Damit kann man zwar den S-Bahn-Takt in der City und nach Altona verstärken, aber bei uns im Bezirk keine Menschen für den ÖPNV gewinnen, sondern eher noch mehr Auto fahren lassen.
Aber, wie gesagt: Ich sehe auch keine andere realistische Möglichkeit für die S4, außer, es bleibt generell alles beim alten, und die RB81 fährt bis in alle Ewigkeit und das bisher Gebaute bleibt als Investruine stehen.
Ich persönlich habe für mich mit der S4 abgeschlossen. Mit zunehmendem Alter wird man nun mal konservativer. Vielleicht wäre es besser, dass die Hochbahn die U1 zwischen Buchenkamp und Ahrensburg West zweigleisig ausbaut und dort ein Kehrgleis baut. Dann könnte bis dorthin ein 10-Minuten-Takt gefahren werden. In Ahrensburg müsste dann ein optimaler Zubringerbusverkehr eingerichtet werden.
Es ist offenbar sehr schwer, dort, wo es keine schon bestehende Infrastruktur gibt, wie Schnellbahnen im Bezirk Wandsbek, etwas Neues grundlegend zu bauen. (Wenn schon etwas da ist, dann gehen Erweiterungen viel problemloser.)
Es bleibt also für den Bezirk Wandsbek nur ein wie auch immer geartetes Busnetz mit irgendwelchen Notlösungen wie z.B. im Umfeld des Bahnhofs Tonndorf. Das Verkehrssystem, über das in Hamburg nicht gesprochen werden darf, ist nicht gewollt und vermutlich im doch eher konservativen Wandsbek am wenigsten. Und es bleibt weiterhin bei uns bei viel Autoverkehr.
Vielleicht ist es auch besser so, wenn die S4 so schnell wie möglich beerdigt wird.
Immer im Hinterkopf behalten: Offiziell geplant wird der S4-Bau jetzt schon mit knapp 2 Milliarden Euro. Reell werden es sicher schon bedeutend mehr sein. Und, was sehr oft in der Kommunikation vergessen wird, die S4 kann maximal nur alle 10 Minuten fahren.
Guten Tag,
ich kann Ihren Frust wirklich gut nachvollziehen, da es mir jedes mal wenn ich an der (nicht) Baustelle vorbei fahre genauso geht. Dennoch denke ich, dass wir die Hoffnung nicht Aufgeben dürfen. Das Projekt S4 ist für den Osten extrem wichtig und kann in meinen Augen auch nicht durch Bussysteme ersetzt werden.
So hart es für uns jetzt gerade auch ist, in 50 Jahren, wenn die S4 ein integraler Bestandteil des Hamburger ÖPNV-Netzes ist, wird sich niemand mehr dafür interessieren, ob sie 5 Jahre früher oder später fertig wurde, wenn man den Bau jetzt aber abbricht, wird man die negativen Konsequenzen dann noch immer spüren.
Hallo Hendrik, danke schön für Ihre netten Worte!
Außerdem denke ich schon das man den Takt der S4 später mal mit Verstärkerzügen zwischen Berliner Tor und Rahlstedt verbessern könnte. Die grundlegenden Voraussetzungen dafür sind am Berliner Tor schon vorhanden und könnten mit ein paar zusätzlichen weichen sicherlich verbessert werden. Wenn in Rahlstedt ebenfalls ein dreigleisiger Bahnhof zum Kehren nötig sein sollte, ließe sich dieser vermutlich relativ einfach in Meiendorf (wo ich mir sowieso eine Haltestelle wünschen würde) umsetzen.
Berliner Tor als Endhaltestelle ist natürlich nicht gleichwertig mit einer Fahrt im Citytunnel, aber es gäbe trotzdem extrem viele nützliche Umsteigemöglichkeiten und selbst wer weiter in die Innenstadt will, wäre mit einem Umstieg zur S1 immer noch schneller als ohne Verstärkerzüge.
Daran merkt man, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer weiter nach hinten durchgereicht wird. Hier geht wirklich gar nichts mehr. Ein wesentlicher Schritt zur Besserung wäre es, Bürgerinitiativen und das daraus resultierende Recht, zu klagen, ausnahmslos zu verbieten. Mitbestimmung ist mittlerweile das Synonym für Stilstand. Die DB gehört vollständig verkauft und abgewickelt an private Investoren. Der Staat – zumindest unser Staat- kann es einfach nicht.
naja das Problem sind ja nicht wirklich die Bürgerinitiativen bzw. mimbys, sondern eine Verwaltung, die offensichtlich keine Bauprojekte umsetzen kann oder will. Und als Krönung die Deutsche Bahn, die eigentlich aufgelöst gehörte. Schlimm ist, daß die Politik dies hinnimmt und die Medien (mit Ausnahmen) sich nicht wirklich mit diesen Themen auseinandersetzen. Da wird jede neue Ernennung eines C-level bei der DB hochgejubelt bzw. nicht hinterfragt und dann wundert man sich nach ein paar Jahren, warum Bauprojekte teilweise jahrzehntelange Verzögerungen haben.
Geht gar nicht! Wir können unsere demokratischen Regeln nicht einfach mal so untergraben, weil es gerade jemandem so passt. Da wird es dann andere mit anderen Interessen geben, die wiederum andere Regeln außer Kraft setzen wollen. Und am Ende sind die Rechte von jedem beschnitten. Ich finde ein solches Ansinnen höchst gefährlich.