S4 in Hamburg: Planunterlagen müssen teilweise neu ausgelegt werden

Rückschlag für die zukünftige S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe. Nachdem NAHVERKEHR HAMBURG bereits Ende letzten Jahres erfuhr, dass Teile der Planungen verändert worden sind, gibt es jetzt Gewissheit: Die aktualisierten Pläne müssen noch einmal neu öffentlich ausgelegt werden. Was das bedeutet.
Christian Hinkelmann
S4-Sonderfahrt im Hamburger Hauptbahnhof
Sonderfahrt auf geplanter Linie S4 im Herbst 2011 im Hamburger Hauptbahnhof

Nur noch knapp drei Jahre, dann sollen die ersten S-Bahnen auf der neuen Linie S4 zwischen Hamburg und Rahlstedt fahren, zwei Jahre später dann sogar weiter nach Bad Oldesloe.

Es ist ein Mammutprojekt, an dem seit 14 Jahren geplant und seit vier Jahren gebaut wird. 1,85 Milliarden Euro teuer, Grundvoraussetzung für den erwarteten Mehrverkehr nach Eröffnung des Fehmarnbelttunnels und wichtiger Baustein, um den Hamburger Hauptbahnhof zu entlasten.

Doch die Realisierung zieht sich. Von der insgesamt 17 Kilometer langen Strecke, auf der die S4 auf eigenen Gleisen parallel zur Bahnverbindung Hamburg – Lübeck verlaufen soll, darf aktuell nur auf einem knapp drei Kilometer kurzen Abschnitt innerhalb Hamburgs gebaut werden. Auf der restlichen Strecke, die sich in zwei Planabschnitte unterteilt, wartet die Deutsche Bahn seit inzwischen mehr als sieben Jahren (!) …

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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6 Antworten auf „S4 in Hamburg: Planunterlagen müssen teilweise neu ausgelegt werden“

Diese ewigen Verzögerungen – Kaltenkirchen, Rahlstedt, Geesthacht – nerven mich ungemein. Ich kann das einfach nicht mehr lesen!

Könnten Sie, liebes Nahverkehrhamburg-Team, wenigstens jeweils alle zwei Wochen einen rein positiven Artikel veröffentlichen? Es muss doch auch schöne Dinge von Relevanz geben, worüber Sie schreiben könnten. Das würde mir und hoffentlich auch den vielen anderen Leserinnen und Lesern richtig guttun.

Hallo,

vielen Dank für das Feedback und die Anregung. Das nehmen wir gerne mit.
Und ja: Auch wir sind genervt von den ganzen schlechten Nachrichten, die in diesen Tagen wirklich gehäuft um die Ecke kommen.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Es handelt sich bei der BWI natürlich nicht um die Innen-, sondern die Wirtschaftsbehörde – aber das dürfte wohl ein Vertipper gewesen sein 😉

Ich wage jetzt mal die steile These, dass sich die Eröffnung verspäten wird.

Ich finde es so schade, dass die Bahn immer so lange damit wartet, zu bestätigen, was eigentlich schon jedem klar ist und dann noch ewig öffentlich abstreitet, dass es z.B. zu einer Verspätung kommt, bevor sie es dann zugibt. Ehrliche und respektvolle Kommunikation geht anders.

Das war wirklich zu erwarten.
Als ich nach fast einem Jahr wieder einen Bericht zum S4-Bau für die HN&HB Ausgabe 4/2024 schreiben wollte, wusste ich zuerst gar nicht, was ich überhaupt Neues schreiben kann. So wenig hatte sich in der langen Zeit auf dieser relativ kleinen Baustelle verändert.
Sicherlich werden die Grünschnittarbeiten dieses Jahr beginnen, aber eben erst mit nächstem Winteranfang. Zum Vergleich: Die Trassenberäumung für den kurzen PFA 1 begann im Winter 2021/22, mit einigen Stellen, die erst Ende 2022 rückgeschnitten wurden. Das heißt, Ende diesen Jahres sind dann 4 Jahre vergangen, bis Ende 2027 wäre nur noch die Hälfte dieser Zeit für den gesamten PFA 2 verfügbar.
Es ist trotz etwaiger „Vertröstung“ auf die Generalsanierung nicht mehr in dieser Zeit realisierbar.

Bin ja gespannt, was wir am 11. Februar dazu erfahren werden.
Übrigens ein Tipp, falls jemand auch Nutzungsprobleme mit MS Teams hatte, und das installierte Programm benutzte: Vielleicht klappt es über die Browseranwendung besser. Ich werde Letztere bei der nächsten Veranstaltung verwenden.

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