Schiebt Schleswig-Holstein die geplante S4 aufs Abstellgleis?

Bremst die neue Regierung in Schleswig-Holstein die lang geplante S-Bahn nach Bad Oldesloe aus, um stattdessen eine Stadtbahn in Kiel zu bauen? Das deutet der Verkehrsexperte der holsteinischen Grünen, Andreas Tietze, in einem Zeitungsbericht an. Der Landrat des Kreises Stormarn spricht von einer Kampfansage.
Von Christian Hinkelmann
Fotomontage: Zug auf der geplanten S-Bahnlinie S4 mit Ziel Bad Oldesloe
Fotomontage: Zug auf der geplanten S-Bahnlinie S4 mit Ziel Bad Oldesloe

Die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein will die lang geplante S-Bahn nach Ahrensburg und Bad Oldesloe (S4) möglicherweise ausbremsen und stattdessen den Bau einer Stadt-Regionalbahn im Raum Kiel (SRB) sowie den Umbau der AKN-Strecke nach Kaltenkirchen zu einer S-Bahn (S21) forcieren.

“Wir haben in der Priorität die SRB und die S21” erklärte der Verkehrsexperte der schleswig-holsteinische Grünen, Andreas Tietze, im Hamburger Abendblatt und bestätigte gegenüber der Zeitung, dass es mit Stadt-Regional-Bahn, S21 und S4 zurzeit mehr Bahnprojekte als Geld gebe. Bedeutet: Wenn die Stadtbahn in Kiel und die S-Bahn nach Kaltenkirchen zuerst gebaut werden sollen, bleibt die S4 auf der Strecke.

Ersten Protest gegen diese neue Prioritätenverschiebung gibt es laut Hamburger Abendblatt bereits entlang der geplanten S4 im Südosten Schleswig-Holsteins. Stormarns Landrat Klaus Plöger (SPD) zu der Zeitung: “Wenn die Kieler Regierung die S4 kippen möchte, dann soll sie das offen sagen. Das wäre allerdings eine Kampfansage an Stormarn, Lübeck und Hamburg.

Nach Abendblatt-Informationen bekommt Schleswig-Holstein vom Bund pro Jahr gut 43 Millionen Euro Fördergeld für kommunale Verkehrsprojekte. Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode in Schleswig-Holstein (2017) wären das 216 Milli…

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