Suche
Close this search box.
Suche
Close this search box.

Schleswig-Holstein erhöht Fahrkartenpreise im Nahverkehr

Trotz ausbleibender Fahrgäste: Der Nahverkehr in Schleswig-Holstein wird ab August auf kurzen Strecken teurer – trotz der gesenkten Mehrwertsteuer.
Christian Hinkelmann
Regionalbahn vom Typ LINT auf Fehmarn
Regionalbahn vom Typ LINT in der Nähe von Burg auf Fehmarn (Vogelfluglinie).
Foto: Christian Hinkelmann

Obwohl die Mehrwertsteuer auf Nahverkehrstickets vor wenigen Wochen gesunken ist, erhöht Schleswig-Holstein die Fahrkartenpreise bei Bahnen und Bussen.

Ab dem 1. August kosten Tickets auf Strecken bis 50 Kilometer Länge im Schnitt 0,77 Prozent mehr als bisher. Davon seien vor allem die Stadtverkehre betroffen, teilte die NSH Nahverkehr Schleswig-Holstein GmbH mit.

Eine Fahrt vom Lübecker Hauptbahnhof nach Travemünde verteuert sich beispielsweise von 3,20 auf 3,30 Euro. Wer von Kiel nach Neumünster fahren will, muss künftig pro Fahrt 8.90 statt bisher 8,80 Euro zahlen.

Corona spielt bei Preisanhebung keine Rolle

Der Grund für die Preisanhebung ist laut NSH-Chef René Reimers die allgemeine Kostensteigerung. Die Corona-Krise soll dabei keine Rolle spielen: „Die Preisanhebung auf kurzen Strecken dient ausdrücklich nicht dazu, Belastungen infolge der Corona-Pandemie zu finanzieren. Diese sollen durch den branchenweiten ÖPNV-Rettungsschirm der Bundesregierung und der Länder aufgefangen werden“, so Reimers. Während des Corona-Lockdowns waren die Fahrgastzahlen im schleswig-holsteinischen Nahverkehr um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

Spätere Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung?

Und wird die im Juli eingeführte Mehrwertsteuersenkung zu einem späteren Zeitpunkt an die Kundschaft weitergegeben?

Möglicherweise. Laut NSH werde dies „derzeit geprüft“. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. „Für die erforderlichen Prüfungen und Abstimmungen benötigen wir noch etwas Zeit“, so Reimers.

Mit der bisherigen Nicht-Weitergabe des aktuellen Steuervorteils widersetzt sich das Land Schleswig-Holstein dem ausdrücklichen Willen der Bundesregierung, die auf ihrer Website schreibt, dass Händler und Dienstleister „die niedrigere Mehrwertsteuer grundsätzlich an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben“ sollen, „so dass Waren und Dienstleistungen billiger werden“ (siehe hier).

Der öffentliche Nahverkehr in Schleswig-Holstein befindet damit in seiner Branche allerdings in guter Gesellschaft: Auch in Hamburg gibt kaum ein Mobilitätsanbieter die wegen Corona gesenkte Mehrwertsteuer vo…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Schnittig wie eine Yacht: Drei neue HADAG-Fähren sollen den ÖPNV auf dem Wasser auf ein neues Level heben. Sie bringen für Fahrgäste Verbesserungen - aber auch einen Nachteil.

Exklusiver Ausblick: Die Top-Mobilitätsthemen in Hamburg für 2024

Hamburgs Mobilitätsjahr 2024 verspricht viele Neuigkeiten und ein hohes Tempo. NAHVERKEHR HAMBURG wirft einen Blick auf die kommenden Monate – von neuen Fährschiffen über kostenlose HVV-Tickets, Meilensteine bei Bahn, autonomen Fahren, Radweg- und Straßenbau bis hin zu lang erwarteten Studienergebnissen. Das sollten Mobilitätsinteressierte wissen.

Emsiges Arbeiten im Gleisdreieck am S-Bahnhof Hasselbrook. Hier soll die S4 aus der S1-Strecke ausfädeln und Richtung Bad Oldesloe führen.

So weit sind die Bauarbeiten an der neuen S4 in Hamburg

Seit Tagen ist die S-Bahnlinie S1 im Hamburger Nordosten voll gesperrt, weil dort an der künftigen S4 gebaut wird. Was passiert da genau? Wir waren vor Ort und zeigen aktuelle Bilder vom S4-Baufortschritt. Langsam wird der Zeitplan sportlich.

Eine Antwort auf „Schleswig-Holstein erhöht Fahrkartenpreise im Nahverkehr“

Nah.SH ist schon ein seltsamer Verkehrsverbund: Einer der teuersten im Lande und dann noch mit unsinnigerweise viel zu vielen 1.-Klasse-Plätzen. Der Lübecker RE80 hat etwa 1/4 aller Plätze 1. Klasse. In Ostdeutschland reichen bei ähnlich langen Zügen ein paar 1.-Klasse-Sitze aus.

Für den Zustand ihrer RB81 interessieren die sich auch nicht. (Wie eigentlich alle anderen auch, nur Nah.SH ist eben für diese Linie verantwortlich.)

Und dann die ganzen Placebo-Aktionen bei Nah.SH und HVV: Desinfizieren ist ja gut und schön, aber eben nur zweitrangig. Entscheidend ist, dass sich die Leute nicht anatmen. Und da müsste erst einmal für häufige (und nicht 2 1/2 Monate oder mehr die Hälfte der Züge ausfallen lassen), nicht ausfallende und genug große Züge gesorgt werden. Und es müssten DB Sicherheit und Hochbahnwache sich eben auch als eine Art „Corona-Polizei“ blicken lassen und eingreifen, wenn sich jemand partout nicht an die Regeln hält.

Am besten einfach diesen gesundheitsschädlichen und teuren ÖPNV meiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert