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Schleswig-Holstein: Keine HVV-Erweiterungen mehr, dafür Semesterticket

Der HVV soll in Schleswig-Holstein nicht mehr erweitert werden. Nach dem Beitritt des Kreises Steinburg ist Schluss. Das hat Verkehrsminister Buchholz noch einmal klar gemacht.
Christian Hinkelmann
Menschen steigen am Hamburger Hauptbahnhof in Regionalexpress nach Lübeck
Menschen steigen am Hamburger Hauptbahnhof in Regionalexpress nach Lübeck

Der Hamburger Verkehrsverbund soll nicht weiter nach Schleswig-Holstein erweitert werden. Nach der geplanten Aufnahme des Landkreises Steinburg in den Hamburger Verkehrsverbund soll Schluss sein.

Das hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) vor wenigen Tagen im Kieler Landtag deutlich gemacht, schreiben die Lübecker Nachrichten.

Kosten für weitere HVV-Beitritte sind offenbar zu hoch

Als Grund gab der Politiker dem Bericht zufolge die hohen Kosten an. Weil Fahrkarten im HVV-Tarif deutlich günstiger sind als im Schleswig-Holstein-Tarif, würden allein für den Kreis Steinburg jährliche Kosten von 2,5 Millionen Euro entstehen, die vom Land ausgeglichen werden.

Auch einen HVV-Beitritt der Hansestadt Lübeck lehnt Buchholz ab. „Ein Beitritt Lübecks in den HVV würde das Land jährlich zwischen fünf und sechs Millionen Euro kosten, so der FDP-Politiker laut Lübecker Nachrichten. Außerdem befürchtet er, dass ein Beitritt Lübecks Begehrlichkeiten in Ostholstein wecken könnte. „Dann wäre der HVV bis Puttgarden gültig“.

DGB kritisiert Entscheidung des Verkehrsministers

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die ablehnende Haltung des Verkehrsministers und betont in den Lübecker Nachrichten, dass jedes Jahr rund 170.000 Arbeitnehmer aus Schleswig-Holstein nach Hamburg pendeln würden. „Für diese Pendle…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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15 Antworten auf „Schleswig-Holstein: Keine HVV-Erweiterungen mehr, dafür Semesterticket“

Eines sollte man auch nicht vergessen: Jede subventionierte Fahrkarte erhöht den Pendleranteil, leitet Arbeitsplätze und Kaufkraft, Steueraufkommen Richtung Hamburg: Warum soll SH dieses also subventionieren?
Diese Fokussierung der Jobs auf Zentren ist doch genau der Verkehrsproblem. Um die Staus zu vermeiden, hilft s nicht, wenn immer mehr Jobs in Hamburg entstehen: Verkehr vermeidet man mit Jobs in der Fläche….

„Verkehr vermeidet man mit Jobs in der Fläche“. Vermutlich nicht ganz. Das erzeugt ggf. Verkehr in der/die Fläche. Verkehr vermeidet man, wenn beim Bau der Infrastruktur am Wohnort die Vermeidung von Verkehr mitgedacht wird. Leider wird das immer noch nicht bedacht.
Von der Verkehrsvermeidung ist die Nachverdichtung ein großes Glück für Hamburg (wie sie konkret vor Ort gestaltet wird, mag im Einzelfall nicht optimal sein). Für Hamburg wären subventionierte in SH auch ein Glück, weil es Anreize schafft, Wohnorte in der Fläche zu wählen, in denen nicht mit dem Auto gependelt wird. Denkt man dies zuende sollte HH ernsthaft über eine Citymaut nachdenken und die Einnahmen in den Ausbau des Umweltverbundes stecken. Leider möchte der autozentrierte Senat immer nur mit (kleinsten) Verbesserungen den ÖPNV Autofahrern schmackhaft machen, ohne den größten Kostenverursacher, den privaten KFZ-Nutzer, an den Kosten angemessen zu beteiligen. Sticks and Carrots, Push and Pull – das ist andernorts erfolgreich.

Welche Unternehmen zahlen denn heute noch viele Steuern? Ist es nicht daher eher so, dass durch die zusätzlichen Pendler, also Menschen, die sich das Wohnen in HH nicht mehr leisten können/wollen, das Steueraufkommen sowie die Kaufkraft in der Fläche vergrößert wird. Einkommenssteuer ist an den Wohnort gebunden und die täglichen Besorgungen inkl. Arztbesuche usw. finden meist auch wohnortnah statt.

Sicher würde der Verkehr und auch die Kilometerleistung von Kleinkleckersdorf nach Großkleckersdorf sich meinetwegen verdoppeln: Aber ob 1000 oder 2000 Autos ist über den Tag dort nicht viel. Aber in HH machen weniger Autos aus, ob man dort einen Verkehrskollaps hat oder nicht.
Typischerweise liegen draußen eher kleinere und mittlere Firma, welche nur seltenst Gewinne zwischen Deutschland und Holland verschieben können. Selbst wenn diese keine Steuern zahlen ,müssen, so investieren diese ihre Gewinne und das Geld bleibt dann eher in der Region.
Wird das Pendeln teurer gibt es auch die Chance , dass die besseren Leute nicht abwandern oder wegpendeln, weil die Reise nach HH außer Zeit nicht so teuer ist.
Und beim ÖPNV sind nicht die Kosten das Entscheidende sondern die Fahrzeit und Flexibilität, weswegen nutzen trotz Staus so viele das Auto..

Übrigens bin ich gerade auf etwas Schönes zum Thema „Hamburgensie vs. attraktiven ÖPNV“ gestoßen (nein, nein, diesmal keine Schnellbusse):
Im Hochbahn-Blog gab es kürzlich eine Diskussion zum (Un)sinn der Bahnsteigkarte im HVV. Lesenswert!

Es ist alles so typisch. Sowohl für S-H, als auch für HH und HVV.

Nach Itzehoe den HVV erweitern, damit wirklich noch dieser Quatsch „S4-West“ mit allen Konsequenzen für die Pünktlichkeit des Hamburger S-Bahn-Systems durchgezogen wird. Dann kann man auch die notwendige S4-Ost vergessen, denn die wird dann genau so „pünktlich und zuverlässig“ wie die heutige RB81 sein.
Aber keine Erweiterung des HVV bis Lübeck, die wirklich sinnvoll wäre. Nicht einmal über eine einzige kleine Erweiterung wird nachgedacht: Den Einbezug der einen einzigen Bahnstation Lübeck Hbf in den HVV. Weiteres muss ja nicht sein, wenn es angeblich so teuer sein soll. Das wird ja z.B. auch auf der Wendlandbahn so gemacht. Dort sind auch nicht die Busse mit einbezogen.
Mit der Zugehörigkeit des Lübecker Hbf zum HVV könnten ProfiCard- und Abokarten-Inhaber am WE/Feiertag nach Lübeck fahren und das im Vergleich zum S-H-Ticket erheblich preiswertere M-V-Ticket zur Weiterfahrt nutzen, ohne mind. 3,60€ (BC) pro Strecke zuzahlen zu müssen. Denn leider bekommt man es in HH nicht hin, beide Strecken aus M-V nach HH in das M-V-Ticket einzubeziehen. Es bleibt immer diese blöde Lücke Reinfeld-Lübeck Hbf. Selbst jetzt, wo die Strecke Schwerin-Bad Kleinen noch weiterhin gesperrt ist, macht man keine kundenfreundliche Ausnahme, und lässt das Ticket nicht über Lübeck gelten. Auch wenn die Strecke wieder frei wäre, müssten die Leute aus dem Nordosten Hamburgs den längeren Umweg über Hbf und Büchen nehmen, um nichts zuzahlen zu müssen.
Und wenn jetzt jemand fragt: Warum nicht das S-H-Ticket? Dann sage ich: Für ein S-H-Ticket kann ich fast ein M-V-Ticket 1. Klasse lösen. (Was ich auf jeden Fall machen würde, wenn z.B. demnächst dann der HSV gegen Hansa gerade an meinem Reisewochenende spielen würde 😉 Das einzige Risiko, was man umgehen sollte, wäre dann nur eine Toilettenbenutzung.)

Aber was hat alles ab dem 2. Absatz mit Hamburg/ dem HVV zu tun? Die Themen, die du ansprichst, sind durchaus bedenkenswert. Aber sie sind in der Zuständigkeit entweder von S-H oder MV. Und warum sollte HH dafür bezahlen (und darum geht es), dass die Menschen aus Lübeck preiswerter nach Hamburg kommen? Das politische System in D ist nun mal u.a. nach Bundesländern aufgestellt. Und der HVV führt nur durch, was die Besteller (also die Bundesländer) vorgeben. Das ist seine Aufgabe. Und nichts anderes.

Ich finde, man muss Kritik dahin adressieren, wo sie hingehört.

Hallo Bicyclerepairman,

ich denke schon, dass das alles zusammenhängt, wenn es um einen attraktiven ÖPNV gehen soll. Und meine Kritik richtet sich ja nicht nur an den HVV (der ja auch mal wegen Lübeck Hbf – OK, der Flughafen müsste auch noch mit rein, wg. dem RE83 – „Druck“ machen könnte), sondern vor allem an S-H und HH.
Falls Du aber wg. meines Nicknames eine ausschließliche Kritik am HVV vermuten solltest: Ich nenne mich immer so.

Ein Beitritt Lübecks zum HVV kostet also 5-6 Mio. Pro Jahr, das sind pro Einwohner Lübecks und Monat sagenhafte 2 Euro bzw. pro Tag unglaubliche 7 Cent. Klar, so etwas ist nicht zu finanzieren, dann doch lieber die Blechlawinen ertragen. Oder man subventioniert einfach den Kauf von E-Autos als Zweitwagen, dafür ist ja immer Geld da.

Als ehemaliger Student an der CAU Kiel kann ich sagen: Der derzeitige Status quo ist ein Witz. Sobald man die Stadtgrenzen überschreitet, zahlt man ordentlich, denn NAH.sh ist teuer – und dabei gibt es viele schöne Städte und Orte in SH teilweise auch im direkten Umland. Dazu kommt der Umstand, dass viele Studenten in Kiel aus HH bzw. der Umgebung von HH pendeln. Der Monatspreis dafür lag, wenn ich mich recht erinnere, bei über 200€.

Hamburg AB wäre natürlich traumhaft, dürfte für das Land aber extrem teuer werden, so wie ich die Preisgestaltung des HVV kenne. Alternativ könnte man auch einfach nur die SH + die Regiostrecke nach Hamburg anbieten. Auch damit wäre vielen geholfen. Grundsätzlich sollte SH aber einiges tun, um ihre Unis etwas zu pushen – gerade Kiel hat außer einer soliden Lehre nicht viel zu bieten (und das können andere Unis auch). Lübeck hingegen hat einen recht guten Ruf, die samtweichen NCs zeigen aber: Das interessiert kaum jemanden. Wenn SH sich Hoffnungen auf eine Zukunft als Standort für Spitzenforschung macht (und das wird seitens der Landesregierung ja immer wieder betont), dann müssen die Hochschulstandorte in SH attraktiver gestaltet werden. Für die Stadt zieht sicher niemand nach Kiel.

Nun ja, so ist das doch schon lange. Diese Mitnehmeefekte gab es in Berlin (West) schon in den 80ern. Das Abitur als Fahrtkostenbremse …

Damit gibt es für 219,50 EUR Semesterbeitrag an der CAU Kiel das Semesterticket. 36,60 €/Monat FLATRATE für ganz SH und HH – das ist ein wahnsinnig genialer Preis. Kann man kaum nein sagen.

Ich informiere mich mal, ob das gewiss fantastisch gute Studium der evangelischen Theologen in Kiel berufsbegleitend möglich ist. Prähistorische und Historische Archäologie sollen auch gut sein.

Lol! Bin gespannt, ob sie in Kiel wegen hoher Nachfrage auf ihre Studienplätze einen flächendeckenden NC einführen müssen, wenn auch der letzte gerade eben durch’s Abitur gekommene Küstenbewohner mitbekommt, dass bloßes Einschreiben für Prähistorische und Historische Archäologie ein Ticket beschert, bei dem 6 Monate Netzkarte im ganzen Norden soviel kostet wie 3 Fahrten HH-KI zum Normaltarif.

Dass solche Mitnahmeeffekte kommen, ist ja wohl klar – Billig-Semesterticket trifft auf den SH-Hochtarif.

naja man kann sich auch schon immer einfach in Hamburg einschreiben und bekommt dafür ein Gesamtbereichs Ticket (also Ringe ABCDE) für 6 Monate für 200-300€
Ebenso bei längen günstiger als Monatskarten.

Der Azubi im Handwerk mit 400€ Gehalt bekommt übrigens 0€ Rabatt im HVV 😉

Also diese Art der „Ungerechtigkeit“ gibt es schon immer und ewig.

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