Schleswig-Holsteiner fahren immer öfter und länger Bahn

Die Schleswig-Holsteiner fahren immer öfter und immer längere Strecken mit der Bahn. Seit 1996 ist die Nachfrage um 44 Prozent gestiegen. Das Angebot kommt kaum hinterher. Die größten Fahrgastzuwächse gibt es auf den Strecken rund um Hamburg – mit einer Ausnahme: Dort haben sich die Passagierzahlen in sieben Jahren glatt halbiert.
Christian Hinkelmann
Fahrgäste warten in Hamburg-Tonndorf auf einen Zug der Linie RB81
Fahrgäste warten in Hamburg-Tonndorf auf einen Zug der Linie RB81

Die Menschen in Schleswig-Holstein nutzen immer öfter und intensiver die Bahn. Zwischen 1996 und 2012 ist die Zahl der so genannten Personenkilometer (Fahrgastzahl x zurückgelegte Kilometer) von 1,17 auf 1,69 Milliarden Kilometer gestiegen. Das ist ein Plus von 44 Prozent, wie aus dem neuen Landesweiten Nahverkehrsplan der Landesregierung hervor geht.

Das Angebot (Zugkilometer) der Bahnen in Schleswig-Holstein ist im selben Zeitraum dagegen nur um 29 Prozent angestiegen und hinkt damit der Nachfrage inzwischen deutlich hinterher.

Fahrgastzahlen: Hamburger Umland ist Spitzenreiter

Insgesamt wurden in den Nahverkehrszügen in Schleswig-Holstein im Jahr 2012 knapp 53 Millionen Fahrgäste befördert. Die größten Fahrgastzahlen im Land verzeichnet laut Nahverkehrsplan der Bahnabschnitt zwischen Pinneberg und Tornesch mit 27.680 Fahrgästen am Tag – dicht gefolgt vom Abschnitt Hamburg-Ahrensburg mit durchschnittlich 27.050 Fahrgästen am Tag.

Auf Platz drei der meistgenutzten Bahnstrecken in Schleswig-Holstein folgen die Abschnitte Tornesch-Elmshorn (25.660 Fahrgäste) und Hamburg-Pinneberg (25.640), wobei hier die Fahrgastzahlen der parallel fahrenden S-Bahn nicht mitberechnet wurden.

Die Bahnstrecke mit der geringsten Nachfrage ist die Verbindung zwischen Niebüll und dem dänischen Tønder. Hier fahren an einem durchschnittlichen Tag nur 160 Menschen mit. Auf Platz zwei der schwächsten Bahnstrecken folgt die nördliche Vogelfluglinie zwischen Neustadt und Fehmarn mit 270 Fahrgästen am Tag. Ebenfalls sehr niedrig sind di…

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Ein U-Bahn-Zug vom Typ DT5 auf einem Viadukt im Hamburger Hafen am Baumwall

Neues Homeoffice-Ticket im HVV: Verkaufszahlen sind überschaubar

Seit knapp fünf Monaten gibt es im HVV testweise ein neues 10er-Ticket – speziell für ehemalige Abo-Kunden, die aktuell viel im Homeoffice arbeiten. Die Verkaufszahlen sind allerdings überschaubar. So viele Menschen nutzen die neue Karte und diesen Punkt bemängeln die Fahrgäste besonders häufig.

Dicht gedrängte Menschen in einem HVV-Regionalzug während der Corona-Pandemie.

Mehr Abstand in Zügen auch nach Corona?

Social Distance könnte auch nach der Pandemie ein dauerhaft wichtiges Qualitätskriterium bei Fahrgästen bleiben. Wie Verkehrsunternehmen und Fahrzeugdesigner darauf reagieren und warum der Nahverkehrsverbund in Schleswig-Holstein kapitulieren muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.