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Schüler in Berlin dürfen bald kostenlos Bus und Bahn fahren

Berlin macht den Öffentlichen Nahverkehr für Schüler bald kostenlos, Azubis sollen künftig für 1 Euro pro Tag fahren dürfen. Auch Pendler sollen spürbar entlastet werden.
Christian Hinkelmann
Eine U-Bahn am Berliner Hauptbahnhof
Eine U-Bahn am Brandenburger Tor in Berlin

Während Hamburg noch über einzelne Vergünstigungen für Schüler und Azubis im HVV nachdenkt, hat Berlin einen radikalen Beschluss gefasst:

Noch in diesem Jahr sollen Firmen- und Azubi-Tickets im Berliner Nahverkehr deutlich günstiger werden und Schüler dürfen spätestens ab 2020 komplett kostenlos mit Bahnen und Bussen durch die Hauptstadt fahren.

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung will der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg schon bald grünes Licht für die ersten Tarifneuerungen geben.

Gratis-Schülerticket in Berlin könnte schon im Sommer kommen

Dass Berliner Schüler innerhalb ihrer Stadt zum Nulltarif fahren, stehe bereits fest, schreibt die Zeitung weiter. Jetzt gehe es darum, wann sich dieses Ziel der rot-rot-grünen Regierung umsetzen lasse.

Laut dem Bericht ist geplant, dass alle Schüler weiterhin ein Ticket mit sich führen müssen – auch wenn diese gratis seien,. Nur so könne der Berliner Senat die Fahrten mit den Verkehrsbetrieben abrechnen.

Der Zeitung zufolge könnte die Gratis-Karte für Berliner Schüler schon nach den Sommerferien 2019 oder im kommenden Jahr eingeführt werden.

365-Euro-Jahreskarte für Azubis in Berlin und…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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23 Antworten auf „Schüler in Berlin dürfen bald kostenlos Bus und Bahn fahren“

Die Kosten im ÖPNV sind relativ Fix. Das Personal will entlohnt werden der Strom/Diesel zum fahren muss bezahlt werden und die Züge/Busse angeschafft und gewartet werden. Und so lässt sich die Liste fortschreiben.
Die Frage die sich die Gesellschaft/Bevölkerung stellen muss aus welchem Topf soll das Geld kommen?! Klar kann man den ÖPNV kostenfrei machen wie in Luxemburg oder Tallinn aber dann sind es halt Steuermittel die dafür aufgewendet werden müssen und nicht an anderer Stelle ausgegeben werden können.
Wenn man es wie im HVV zu einem möglichst hohen Satz durch die Nutzer direkt bezahlen lassen will führt das zu hohen Ticketpreisen oder man macht es wie Wien und nimmt niedrige Ticketpreise dafür müssen halt im Rahmen der Solidargemeinschaft die Arbeitgeber (Dienstgeberabgabe) / Autofahrer (Parkgebühren) / Bürger (Steuern) das System mit tragen auch wenn sie es nicht nutzen. Aber Polizei / Feuerwehr / KatSchutz nutzt der normal Bürger auch selten würde aber nie die Finanzierung in Frage stellen. Frei nach dem Motto… „Polizei Notruf…. bitte halten sie ihre Kreditkartennummer bereit… der nächste freie Streifenwagen steht dann in Kürze für sie zur Verfügung.“
Das will keiner also gibt’s auch keine Diskussion ob die Innenbehörde zu Recht ihre Steuergelder bekommt. Beim ÖPNV sieht es anders aus der jenige der nie einen Fuss in eine U oder S Bahn setzen würde sieht es halt nicht ein warum er dafür dann etwas zahlen soll, was schert es ihn ob seine Putzkraft dann etwas mehr vom Lohn behalten darf oder sein Gärtner mehr Zeit mit der Familie hat, weil die Busse öfter fahren.
Einzig der Politische Wille und die Mehrheiten entscheiden darüber. Welche Art der Finanzierung man möchte Berlin verfolgt hat den Sozialen Ansatz und nimmt Steuergelder in die Hand.

Berlin nimmt Steuergeld in die Hand? Seit Kaisers Zeiten tut Berlin das. Nur dass das Steuergeld im ganzen Land erarbeitet wird und nicht in Berlin.

Ich denke, dass die Rentner zukünftig durch die Aufhebung der Sperrzeit nicht die Busse und Bahnen nun zu genau dieser verstopfen werden – frei dem Motto »endlich einen Stehplatz mit 80!«. Meinen Gedanken nach werden sich die Damen und Herren die sich im Ruhstand wähnen vielmehr überlegen ob die Notwendigkeit wirklich gegeben ist, sich mit den gehetzten Berufspendlern und Schülern in die stark frequentierten Busse und Bahnen zu setzen oder sich lieber bei einem zweiten Kaffee am Frühstückstisch sich diesem Spektakel zu entziehen.

Für Azubis sollte ebenfalls – genau wie in Berlin – endlich Gerechtigkeit gegenüber den Studenten zu Teil werden und ein deutlich vergünstigtes Ticket angeboten werden.

Ebenfalls begrüße ich die angestrebte Berliner Regelung für Schüler sehr. So werden auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien weniger benachteiligt und haben die Möglichkeit ohne wenn und aber mobil zu sein.

Wenn es schon nur lachhaft umgesetzte Diesel-Fahrverbote gibt und kein Mut zur Durchsetzung von konsequentem Vorrang von ÖPNV und unmotorisiertem Individual-Verkehr vor dem PKW, dann ist der Weg die Angbotsverfügbarkeit und -attraktivität zu steigern ein richtiger, wenn auch deutlich weniger druckvoll um ein Umdenken herbeizuführen. Dennoch sollte der rot-grüne Senat bei der Subeventionierung des HVV endlich Umdenken und nicht nur den Autofahrer im Visier haben, sondern auch seine bereits vorhanden Kunden für die, die Nutzung alternativlos ist. Dies gilt vor allem, wenn die Kosten für Fahrkarten jeden Monat einen beträchtlichen Anteil im Haushaltsbuch ausmachen.

Die Gerechtigkeit ist erstens immer sehr subjektiv, aber zweitens der Schüler/Azubis ggü. Studenten durchaus gegeben. Denn wer ein Schüler/Azubi Ticket kauft, nutzt es auch. Bei den Studenten ist das eine quasi Zwangsabgabe über alle Studenten, aber einige nutzen dies dann gar nicht. D.h. es wird dort ermittelt wie häufig die Studenten „im Durchschnitt“ fahren und dafür ein Fahrpreis errechnet. Der ist übrigens pro ermittelter Fahrt nicht geringer als für die Azubis.

Wenn sie also Gerechtigkeit für jeden Einzelnen wollen, dann müssten sie das Solidarmodell SemesterTicket kippen, einige zahlen dann gar nichts mehr und andere müssten dann doch ein wenig mehr berappen. Viel Spaß mit den Asten.

Ihre Argumentation mit dem Haushaltsbuch ist auch abenteuerlich. Wenn also jmd. wenig Einkommen (ob selbst erarbeitet oder als Transferempfänger) hat, dann muss also der Staat (also die Gesellschaft, also der Nettosteuerzahler), diesen Menschen zusätzlich zu allen bestehenden Unterstützungen wie Sozialkartenrabatt noch weitere Unterstützung für den Mobilitätsbereich zukommen lassen? Wo soll man da anfangen und wo aufhören? Sollen diese Menschen auch 1h pro Tag kostenlos Car-sharen können? Oder sollen diese Menschen auch nur 25% für die Platzreservierung im ICE bezahlen? Muss diesen Menschen, weil sie sich es ja nicht selbst leisten können, nicht durch die Allgemeinheit auch ein Jahresurlaub auf Mallorca finanziert werden? Fragen über Fragen. Solidarität ist ja schon und gut, aber sollte man nicht eher daran ansetzen, dass Menschen sich auch das was sie fürs Leben brauchen dann auch leisten können? D.h. Löhne die bei Vollzeitarbeit eine Familie ernähren können usw. Ansonsten kommen wir aus der Subventionierungsspirale irgendwann nicht mehr heraus und dann sind wir praktisch auf dem Weg in die sozialistische Bundesrepublik. Das hat in der Vergangenheit auch schon zweimal (national und international) auf deutschem Boden super funktioniert.

Ob das der richtige Weg ist ?? Was nichts kostet – ist nichts wert. Zweifelsfrei ist es richtig den ÖV für Schüler attraktiv zu machen, aber nur über den Preis?? Wenn mit 365 € im Jahr ein Beitrag zu einem verbesserten Angebot geliefert würde,dann haben alle mehr davon

„Was nichts kostet – ist nichts wert.“

Für wie viele Euro hast du einen Abschluss an einer Schule gekauft oder an einer Universität erworben?

Nichts?

Dann ist der Abschluss wohl nichts wert.

Spaß bei Seite: der Spruch ist und bleibt dämlich.

Endlich Bewegung in der Debatte. Aber man muß auch darauf achten, daß die Verkehrsmittel im Berufsverkehr nicht ständig jenseits der Belastungsgrenze genutzt werden. Da ist z.B. die Nachricht, der Senst plane die ganztägige Gültigkeit der Seniorenkarten zwar ein toller Wahlkampfkracher, der die Alten einseitig bevorzugt, weil sie viele sind und noch immer brav wählen, aber für den HVV und die Berufspendler ein Alptraum.

Hamburger Schüler könnten ja mal dafür demonstrieren. Das ist schließlich auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Im Ernst: derartige Vorschläge gibt längst es auch in Hamburg (z. B. vom VCD). Der Senat ist jedoch auf finanziell risikoreiche Projekte fixiert (z. B. E-Mobilität bei Bussen ab 2020, die 5 Mrd. Euro teure neue U 5), dass es offensichtlich keinen Spielraum für Preissenkungen gibt. Ziel der Hamburger Verkehrspolitik ist es, dass das jährliche Defizit trotz steigender Fahrgast- und Einwohnerzahlen nicht steigt.

Hallo, auf meine Anfrage im Feb 2018 an die Hochbahn bzgl. Plänen zu Fahrpreissenkungen a la Wien, Stuttgart, Frankfurt, Hannover verbunden mit der Chance diese neue Entwicklung Reputations-steigernd
als Trend Setter massgeblich mit zu gestalten im Vorfeld der Weltkonferenz für Mobilität 2021 „City of solutions“ bekam ich zur Antwort:
Die Kosten der Verkehrsunternehmen im HVV werden nicht durch die Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen gedeckt. Ein großer Teil der Kosten der Verkehrsunternehmen (ca. 30%) muss von der öffentlichen Hand getragen werden. Gewinne können die Verkehrsunternehmen mit unseren Fahrpreisen daher nicht erzielen.
Wir müssen auch darauf achten, dass unser Angebot finanzierbar bleibt. Investitionen in moderne und sichere Fahrzeuge und in gut geschultes Personal verursachen bei den Verkehrsunternehmen im HVV Kosten, die von den Fahrgästen mitgetragen werden müssen. Günstigere Fahrpreise sind leider nicht finanzierbar.
Die Preishöhe spielt bei der Entscheidung der Kunden für den HVV bei heutigem Preisniveau nicht die zentrale Rolle. Viel wichtiger sind andere Faktoren wie Parkplatzkosten, HVV-Angebotsqualität, Fahrplanangebot. Nur bei guter Angebotsverfügbarkeit (Fahrplantakt, dichtes Verkehrsnetz), schnellen und zuverlässigen Verbindungen, ausreichender Fahrzeugkapazität und mit zeitgemäß komfortablen Fahrzeugen können zusätzliche Fahrgäste für den HVV gewonnen werden. Hierfür sind ausreichende Fahrgeldeinnahmen sehr wichtig, da sonst Finanzierungsmittel für eine attraktive Angebotsqualität fehlen würden.
Fahrpreissenkungen sind daher nicht geplant.

Wie können wir sicher gehen, dass die Entscheider nun endlich aufgewacht sind???
Vorsorglich habe ich grad eben nochmal nachgefragt beim HVV…

Da hat die Hochbahn absolut Recht. ÖPNV ist stark defizitär. Dass die Hochbahn dennoch relativ gut dasteht verdankt sie zusätzlichen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Aber auch die Hochbahn bekommt irgendwas bei 50-60 Millionen Euro pro Jahr als Defizitausgleich durch die Stadt Hamburg finanziert, andere Verkehrsunternehmen wie die S-Bahn oder VHH noch nicht berücksichtigt. Jede Absenkung der Fahrpreise bedeutet weitere Millionen Euro die gegenfinanziert werden müssen. Wenn dann noch mehr Fahrgäste den HVV nutzen würden, stiegen sogar gleichzeitig noch die Kosten für Fahrzeuge, Personal, Wartung usw, , d.h. es werden mittlere zweistellige Mio.-Beträge zusätzlich im Jahr durch die FHH für den ÖPNV in Hamburg benötigt. Woher nehmen? Grundsteuer anheben, Parkplatzgebühren anheben, City-Maut, Abgaben für Gehwegsreinigung anheben usw.? Sehr viele Optionen hat die FHH dort nicht, im Grund trifft es dann die meisten Bürger wieder an anderer Stelle, 48 Euro im Jahr für den ÖPNV gespart und 53 Euro an anderer Stelle mehr an Gebühren bezahlt, irgendwie so läuft es doch immer … Wien ist auch so ein Beispiel, dort wurde z.B. die Arbeitgeberabgabe deutlich erhöht, sowas gibt es in HH gar nicht. (googlen sie gern mal nach „Bremen Wiener Modell,“ dort gibt es eine ganz interessante Präsentation des Wiener Modells vor dem Senat in Bremen).

Sehr sehr lobenswert!
Hamburg wird da aber keinesfalls nachziehen und etwas vergleichbares anbieten, weder jetzt oder in den nächsten Jahren!
Dazu sind die hier zu hochtrabend und raffgierig….

Hamburg ist ne Kaufmannsstadt, hier kann man noch einigermaßen rechnen. D.h. man kann jeden Groschen nur einmal ausgeben. Spielt in Berlin weniger eine Rolle, man ist halt arm aber sexy, die Party wird doch durch andere bezahlt. Aber seien sie sicher, für die Azubis- und Schüler kommt auch bestimmt im HVV etwas. Es ist ja schließlich bald Wahl und wir wollen doch alle, dass wirklich alle das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen, egal was insgesamt in den letzten 30 Jahren (nicht) geschafft wurde oder wie insgesamt Zukunftskonzepte der Parteien aussehen bzw. wie tatkräftig und kompetent generell Parteien und Politiker so rüberkommen.

Wenn der HVV ebenso wenig auf Wirtschaftlichkeit zu achten brauchte wie die BVG in unserer
(Subventions)-Hauptstadt, wäre so etwas auch hier möglich. Also immer schön die Voraussetzungen
mit erwähnen!

Absolut richtig. Koste es was es wolle, ist ja die Hauptstadt und wird eh durch Bayern oder Hamburg bezuschusst. Genau wie der ÖPNV insgesamt, alles nur Zuschussgeschäft, nur rund 60% aller Kosten werden durch Fahrkartenverkäufe erzielt, das gilt auch für den HVV. Wer Preisabsenkungen möchte, der soll auch die Gegenfinanzierung auf den Tisch legen.

Bei aller Liebe zu unserer Vaterstadt: da beneide ich die Zone. Berlin führt einen Weltfrauentag ein, hat hervorragende Unis und lässt Schüler umsonst fahren. Thüringen hat eine grandiose Betreuung von Kita bis Hochschulen und führt den Weltkindertag ein.

Und Hamburg? Martin Luther abfeiern und Greise zur HVZ die Busse und Bahnen für wenige Euro unabhängig der Bedürftigkeit verstopfen lassen.

Aber nun gut, letzteres wird kaum auffallen, weil die Generation sich eh nicht an die 9 Uhr hält, auch werktags um 17 Uhr mit zehn Rädern mit der S3 vom Hbf zur Veddel fahren muss und mit drei, vier Kreuzfahrten im Jahr häufig nicht in der Stadt ist.

Ihr „Beitrag“ ist nicht nur vorurteilsgeladen. Er ist menschenverachtend! Wenn es Mitmenschen gibt, derer man sich schämen muss, dann gehören Sie dazu!

Ich betreue diverse Rentner mit geringem Einkommen. Diesen Menschen wünsche ich, dass sie einmal in ihrem Leben noch einen Urlaub machen zu können, und sei es nur für ein paar Tage. Sie sind die Generation, die die Basis für unser komfortables Leben legten. Mich freut, wenn sie bald gleichberechtigt den HVV nutzen können, auch wenn sie sich nur eine Seniorenkarte leisten können. Gleiches gilt für Schüler und Azubis, denen ich bessere Angebote wünsche.

Die Fahrradsperrzeit zu vermitteln ist im übrigen Sache der Verkehrsbetriebe. Das klappt in der Regel auch. Und ehrlich gesagt: Warum bei leeren Zügen die Sperrzeit – teilweise mit sehr unschönen Ansagen – durchgesetzt wird, das entzieht sich meinem Verständnis. Wobei: S3 stadtauswärts zur nachmittäglichen HVZ ist eindeutig…

„Ich betreue diverse Rentner mit geringem Einkommen.“

Und welchen Teil von „unabhängig der Bedürftigkeit“ hast Du wieder nicht verstanden? Da erwähnt man extra, dass es ums Einkommen und nicht ums Alter geht, aber irgendwer kommt wieder angerannt und kriegt Schnappatmungen. Na klasse.

„Sie sind die Generation, die die Basis für unser komfortables Leben legten.“

Schön pauschalisiert, aber die „Ich geb Gas, ich will Spaß“-Fraktion ist ins Wirtschaftswunder hineingeboren ohne etwas dazu beizutragen.

„auch wenn sie sich nur eine Seniorenkarte leisten können“

Jetzt wird es ja völlig wirr. Selbst wenn sie sich ein normales Ticket leisten können, holen die sich das billige Seniorenticket.

„Die Fahrradsperrzeit zu vermitteln ist im übrigen Sache der Verkehrsbetriebe.“

Nicht vermittelbar.

“ Warum bei leeren Zügen die Sperrzeit – teilweise mit sehr unschönen Ansagen – durchgesetzt wird, das entzieht sich meinem Verständnis.“

Welche leeren Züge sind denn in der HVZ werktags unterwegs?

„Wobei: S3 stadtauswärts zur nachmittäglichen HVZ ist eindeutig…“

Was daran eindeutig ist, wird man ohne Vorurteile sicherlich noch erfahren. So als Menschenfreund.

Sehr geehrter Herr Lostedter, Ihre wiederholten zur „Rumpelbahn“ kann man ja noch lustig finden – diese pauschale Verunglimpfung von Menscjen über 62 in unserer Stadt nicht.
Mit freundlichen Grüßen

Lieber Gerd, über die Rumpelbahn habe ich gar kein Wort verloren und lustig ist das natürlich nie gemeint. Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Aber wie wäre es mit Fakten anstelle von gestellter Empörung? Alter ist übrigens so wenig wie Jugend ein Verdienst.

Ich spüre eine Abkehr vom rechten Glauben, Herr Nachbar. Solange wir stolzen Hamburger vom klappernden Unfug der Rumpelbahn verschont werden, besteht kein Anlass zum Neid auf die Zone. Sollen die Ossis doch für kleines Geld aus dem Länderfinanzausgleich quietschen und bimmeln.

Die in unserer Stadt verbleibenden Rabiatrentner kriegen wir weg: mit der bezuschussten AIDA-Seniorenkarte für 1 € pro Tag heißt es Bahamas statt Blankenese, selbstverständlich unabhängig von Bedürftigkeit. Da bleibt mehr Platz in unseren weltweit geschätzten Innovationslinien. Eine echte Hamburger Lösung. Von Deck lässt es sich ohnehin besser herabschauen.

Lieber Genosse, ja, das ist nicht ganz verkehrt wie einige verkehrt verkehrenden Verkehre. Nur weil man etwas lobt und nachahmenswert findet, heißt es natürlich nicht, dass alles gut ist. Mir tun die Ostberliner natürlich weiterhin leid, weil sie ein prekäres U-Bahnnetz haben und zugleich unter einer monströsen Rumpelbahn leiden. Dennoch darf man ja Entwicklungen in die richtige Richtung zur Kenntnis nehmen und sie beim Namen nennen, denn das wird man doch wohl noch sagen dürfen! Mit Hunde-Krawatte und Deutschland-Anglerhut wollte ich deshalb aber nicht herumlaufen.

Aber davon ab: die LFA-Zahlungen sind ja überschaubar. Der Umsatzsteuerausgleich ist sehr hoch, die Bundesergänzungszahlungen sowieso und die EU schießt neben einigen Ministerien auch noch Milliarden dazu. Daher ist es kein Wunder, wenn Länder wie Sachsen gerade mal 40% ihrer Ausgaben selbst erwirtschaften können und das ähnlich große Düsseldorf im Vergleich zu Dresden rund viermal so viele Gewerbesteuern einnimmt. Aber da bin ich bei allem Fortschrittsoptimismus mal konservativ und zitiere den korrupten Strauß:

„Ich habe es immer als beschämend angesehen – so wenig man gern von armen Verwandten spricht –, wenn von armen und reichen Ländern gesprochen wird, obwohl doch alle Bürger in allen Ländern der Bundesrepublik die gleichen Steuern zahlen. Mit Recht fordern diese Bürger auch gleiche öffentliche Leistungen. Unsere Zeit nimmt es einfach nicht mehr hin, daß in einem Lande Schulen oder Krankenhäuser schlechter ausgestattet sein sollen als in einem anderen, nur weil die wirtschaftliche Tätigkeit in den einzelnen Teilen der Bundesrepublik verschieden angelegt ist und Zufälligkeiten der Unternehmenskonzentration und technisch bedingte Konsequenzen der Steuerabführung zu weiterem Steuergefälle führen.“

Der Sozialstaat ist schon in Ordnung, aber heißt eben nicht, dass die Nimmersatten bzw. die Generation Bildungskatastrophe auf Dauer immer mehr auf Kosten anderer beanspruchen kann. Da muss man auch mal Grenzen ziehen, denn sonst ist der Damm gebrochen.

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