Erst war es tagelang heiß und schwül, dann überspülte sintflutartiger Regen Hamburgs Straßen. Der Mühlenkamp in Winterhude verwandelte sich im Juni binnen kürzester Zeit in einen Fluss und auch in Barmbek, Wandsbek, Lohbrügge und Bergedorf wurden Straßen, Keller und Tiefgaragen geflutet.
Hamburg ist kein Einzelfall. Bundesweit werden die Stadtstraßen in Zeiten des Klimawandels zunehmend zum Sorgenkind der Stadtplaner. Im Sommer heizt sich ihr Asphalt überdurchschnittlich stark und gibt bis spät in die Nacht Wärme ab. Bei Starkregen sind die Abwasserkanäle zunehmend überfordert, und es kann zu Überschwemmungen kommen.
Klimaforscher, Verkehrsplaner und Geologen sind sich schon lange einig: Ein „Weiter-wie-bisher“ funktioniert in der Stadt- und Verkehrsplanung nicht mehr. Sie empfehlen, Straßen und Plätze zügig an das veränderte Klima anzupassen, um die Lebensqualität für die Menschen in den Zentren zu sichern. Einer von ihnen ist Dr. Michael Richter. Der Geoökologe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HafenCity Universität (HCU) in Hamburg und Experte für Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung. An der HCU erforscht er, wie die klimagerechte Straße aussehen kann. In den vergangenen Jahren hat er mit seinen KollegInnen im Rahmen des „BlueGreenStreets“-Projekts verschiedene Werkzeuge und Methoden entwickelt, um Städte gezielt abzukühlen. Der Fachbegriff BlueGreenStreets meint die blau-grüne Infrastruktur in den Kommunen, wobei blau für Wasser und grün für Pflanzen und Bäume steht. Blau-grüne-Straßen haben Grünflächen, die Regenwasser aufnehmen und speichern können.
Einige der Elemente werden im Rahmen von „Blau-Grünen-Straßen“-Projekten in der Königstraße in Hamburg-Altona umgesetzt. Dort begleiten die Wissenschaftler den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beim Umbau der Königstraße zur „Straße der Zukunft“. Für Hamburg ist das ein Leuchtturmprojekt.
Auf der 1,2 Kilometer langen Straße zwischen Reeperbahn und dem Altonaer Rathaus verknüpft die Hansestadt Klimaschutz und Klimaanpassung mit der Mobilitätswende. Die neuen Pflanzen, Sträucher und Bäume…
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