Sechs fast unbekannte Fakten zum neuen S-Bahnhof Ottensen

In zwei Jahren soll der Bau des neuen S-Bahnhofs Ottensen starten. Die Planfeststellungsunterlagen lagen in den vergangenen Wochen aus. Darin sind einige Überraschungen.
S-Bahn am geplanten neuen Bahnhof Ottensen zwischen Bahrenfeld und Altona in Hamburg
Genau hier, am Bahrenfelder Steindamm, soll der neue S-Bahnhof Ottensen gebaut werden

660 Seiten, vollgestopft mit Zeichnungen, Studien und Analysen: Die Planfeststellungsunterlagen für die zukünftige S-Bahnstation Ottensen sind äußerst umfangreich. In ihnen wird jedes einzelne Detail der Haltestelle erklärt: Wie soll der neue Bahnhof genau aussehen? Was bedeutet der Bau für die Anwohner und die Umwelt? Und wie sieht die Lärmbelastung aus?

NahverkehrHAMBURG hat die Unterlagen studiert und erklärt auf der Basis sechs Fakten, die bisher eher unbekannt waren.

Kurz & Kompakt: Das ist der neue S-Bahnhof Ottensen:
Die neue Haltestelle soll zwischen den Bahnhöfen Bahrenfeld und Altona der Linien S1 und S11 entstehen. Der Haupteingang wird sich an der Straßenüberführung “Bahrenfelder Steindamm” befinden (Zugang Ost), dazu kommt noch ein Nebeneingang aus Richtung Thomasstraße und Gaußstraße (Zugang West). Der Bau soll im Jahr 2018 beginnen, die Eröffnung ist für 2020 geplant. Die Kosten liegen bei rund 22 Millionen Euro.

Fakt 1: Nur 20 Prozent des Bahnsteigs sind überdacht

Größte Auffälligkeit am neuen S-Bahnhof: Das Dach! Mit einer Länge von gerade einmal 28 Meter deckt es nur ein Fünftel des insgesamt 140 Meter langen Bahnsteigs ab. Das war Hamburger Wirtschaftsbehörde zu wenig, wie aus den Planfeststellungsunterlagen hervorgeht. In einem Schreiben vom 8. März 2016 an die zuständige…

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10 Antworten auf „Sechs fast unbekannte Fakten zum neuen S-Bahnhof Ottensen“

S-Bahnhof Ottensen, nicht Richtiges, nur Schmalspurkost.
Barrierefrei nicht richtig, alles billig und wenig attraktiv.
Warum?
Total unverständlich
Warum baut eigentlich die Stadt und die Bahn das nicht zusammen und macht es dann richtig.
Zukunftsweisend!
Mehr Geld wäre doch sehr gut für die nächsten 100 Jahre angelegt.
Ihre 6 Fakten sprechen für sich.

natürlich ist es schade, dass nur die “Mindeststandards” eingehalten werden, aber warum gibt es “Mindeststandards” wenn man sie nicht ausreichend sind?! Also dann sollte man mal schleunigst an den “Mindeststandards” arbeiten, bzw diese heraufsetzen 😉

Spannend währen die Details zu den anderen Bahnhöfen auf diesen Ast (Bahrenfeld, Othmaschen …) zu kennen. Garnicht um diesen Artikel zu revidieren o.ä. sondern vielmehr damit man ein Vergleich hat von z.b. Bahnsteigbreite und Dachlänge etc….

Unverständlich, insbesondere das fehlende Dach, die fehlenden Rolltreppen, die schmale Treppe, der schmale Fahrstuhl und die fehlende Barrierefreiheit auf der Westseite. Angeblich soll der ÖPNV weitere Fahrgäste gewinnen, so wird das schwer. Politisch enttäuschend. Barrierefreiheit wird für die kommenden Jahrzehnte ein zentraler Punkt sein in einer alternden Bevölkerung. Aber den Betonköpfen ist das zu teuer. Die entstehenden Kosten, dadurch dass nicht oder weniger ÖPNV benutzt wird, sind die auch berücksichtigt?

Gibt es inzwischen neues zum Finanzierungskonzept?
Gemäß Drucksache 21/5873 sollte dieses noch in 2016 der Bürgerschaft zugeleitet werden

Vor fünf Jahren war ich noch ein großer Freund eines Bahnhofes Ottensen.

Seitdem ich weiß, dass die Neue Mitte Altona keinen Schnellbahnanschluss bekommt, obwohl die S-Bahn direkt daran vorbei fährt, würde ich mich sehr freuen, wenn die Planer einen S-Bahnhof planen könnten, der Ottensen und der Neuen Mitte Altona Vorteile bringt. Heißt konkret, dass der Bahnhof weiter im Osten gebaut werden muss. Da wäre derzeit auch noch Platz für die Infrastruktur, die aus Platzgründen jetzt nicht gebaut werden kann.

Ottern kann sich glücklich schätzen immerhin einen Zugang Barrierefrei zu bekommen, das Verkehrsaufkommen ist geringer als Wandsbek Markt oder Berne. Beide Haltestellen besitzen auch nur einen Fahrstuhl. Berne hat auch nur ein Dach dass nur 2,5 Wagen schützt.

@Walddörfer: Stimmt, es ist unglaublich, dass einer der größten Busbahnhöfe Europas nur einen Fahrstuhl zum U-Bahnübergang besitzt. Dieser stellt noch einen Rekord dar: Es ist wohl auch einer der langsamsten Fahrstühle Europas – allerdings dicht gefolgt von diversen anderen HVV-Fahrstühlen.

Ich vermute ja, dass die Hochbahn die Fahrstühle derart langsam fahren lässt, damit sie möglichst wenig genutzt werden. Kann dies jemand bestätigen oder dementieren?

@ Walddoerfer & Wandsbeker

Ja, das ist die leidige HVV-Politik gegenüber dem Bez. Wandsbek, die ich hier schon oft kritisiert habe.
Benachteiligungen in jeglicher Hinsicht, z.B. unattraktive Situation – und unattraktive Planung (S4) – im Nahverkehr entlang der Siedlungsachse “Lübecker Bahn / B75” oder die Nichtaufnahme der Linie 9 in das Busbeschleunigungsprogramm usw.

Ironisch sage ich schon: Eher wird der Samstagverstärker bis Norderstedt Mitte verlängert als nach Osten über Wandsbek Markt hinaus. (Das der Hamburger Westen immer im Denken der verantwortlichen Leute Vorrang hat, zeigt sich schon an kleinen “Freudschen Dingen”, wie, dass die Hochbahn ihre Wagen 1 immer Richtung Westen hat und die Linienverläufe (Beginn-Ende) immer aus Sicht des Westens genannt werden.

Ich würde mich ja überhaupt nicht beschweren, wenn die Wandsbeker einen niedrigeren Fahrpreis bezahlen bräuchten, sozusagen einen “Benachteiligten-Bonus”. Aber so finde ich das als eine Missachtung der betroffenen Fahrgäste.

Ja, die Hochbahn-Fahrstühle sind lahm und “geschwätzig”, nicht nur in MW. Die Türen öffnen sich erst, wenn der ganze Sermon gesprochen ist… und dann kann man schon schnell mal gerade die gewünschte Bahn verpassen.

Der S-Bahnhof Ottensen in seiner Sparausstattung gibt ein Beispiel dafür, was für eine sparvaiante der neue Bahnhof Diebsteich wird. Besser auf dieses überflüssige Projekt verzichten und den S-Bahnhof Ottensen richtig ausstatten. Es ist schon peinlich, dass nachdem sich durch die Verzögerungstaktik der DB AG der Bau im Preis sich schon fast verdoppelt hat, jetzt über EUR 250.000 für eine längeres Bahnsteigdach rumgezuockert wird. Die Bahnhofsauslegung mit 2 Seitenbahnsteigen, die können schnell in Fertigteilbauweise errichtet werden, ist garantiert billiger als die jetzt gewählte Variante mit Mitelbahnsteig. Der Trick ist nur wieder hier: Eine der Unterführungen muss erneuert werden. Das müsste die DB AG bezahlen, wird aber die Erneuerung Bestandteil des Bahnhofsprojektes, was bei der Mittelbahnsteigsvariante zwingend ist, kann man der Stadt Hamburg und/oder dem Bund in die Tasche greifen. Dass nicht beide Zugänge barrierefrei ausgebaut werden ist schon ein Skandal, aber der Senat redet groß von Inklusion. Das ist Exklusion!

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