Sicherheit im HVV: Warum dieser Tunnel Fahrgäste kostet

Schlecht beleuchtet, ungepflegt, gemieden: Der Zugang zum U-Bahnhof Steinstraße ist für viele ein Angstraum. Die Stadt Hamburg nimmt dem HVV damit Fahrgäste – und schadet der Verkehrswende. Das sind die Gründe.
Christian Hinkelmann
Dunkel, dreckig, siffig: Der Zugang zum U-Bahnhof Steinstraße mitten in Hamburg ist ein Angsttunnel. (Foto: Thomas Röbke)
Dunkel, dreckig, siffig: Der Zugang zum U-Bahnhof Steinstraße mitten in Hamburg ist ein Angsttunnel. (Foto: Thomas Röbke)

Wer von den Deichtorhallen oder vom Johann Kontor zur U-Bahn will, muss durch diesen Tunnel: dreckig, düster, stinkend. Schlecht beleuchtet, beschmierte Wände. Es kostet Überwindung, die Treppenstufen hinunterzugehen – vor allem allein, in den Abendstunden. Die Schritte hallen laut, man geht unweigerlich etwas schneller. Andere Menschen sieht man hier meist selten.

Es geht nicht um einen abgelegenen Ort irgendwo am Hamburger Stadtrand. Der Tunnel liegt zentral in Hamburgs Mitte, keine 300 Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Er ist einer der beiden Zugänge zum U-Bahnhof Steinstraße unter dem Deichtorplatz. Und er ist für viele Menschen ein Angstraum – ein Ort, den man möglichst schnell hinter sich lassen will oder gleich ganz meidet.

Schon vor drei Jahren hatte NAHVERKEHR HAMBURG über diesen Tunnel und sein desolates Erscheinungsbild berichtet und bei den Verantwortlichen nachgefr…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Sicherheit im HVV: Warum dieser Tunnel Fahrgäste kostet“

Fehlende Gesamtverantwortung ist ein Thema was man allenthalben an allen Bahnhöfen in Hamburg antrifft, da ist der Tunnel an der Steinstraße keine Ausnahme. Gleiches erlebt man derzeit am Bahnhof Altona, wo sich DB als faktischer Hausherr, die Sprinkenhof GmbH als Eigner der Gebäude und das Bezirksamt, veranwortlcih für das Bahnhofsumfeld, trefflich darüber streiten, wer nun den Schnee bzw. die Schneereste zu beseitigen hat. Dem Bahnkunden sind die filigranen Verantwortungsstreitereien weder bekannt noch interessiert er sich dafür. Was zählt ist der Gesamteindruck und der ist siffig, vewahrlost aber vor allem keine Visitenkarte für den Bahnhof. Und dass ein dreckiger Bahnhof keine vielbeschworene Aufenthaltsqualität hat, dürfte mehr als einsichtig sein. So wie der Zustand vieler S-, U- und Fern-/Regionalbahnhöfe in Hamburg ist, laden diese zumindest nicht zur Nutzung des ÖPNV ein. Einfacher ist es bei einer Straßenbahn. Nur einfache Haltestellen, leicht zu reinigen, kaum Flächen für Graffitti und vor allem oberirdisch, keine Angsträume. Es wäre mal einer Untersuchung wert, wie sich das subjektive Sciherheitsempfinden zwischen einer Straßenbahn und einer U-Bahn unterscheidet. Aber Straßenbahn ist ja wieder ein Thema mit Denkverbot in Hamburg.

Wir müssen unterscheiden zwischen der subjektiven und objektiven Sicherheit. Gab es denn hier in den letzten Jahren tatsächlich Übergriffe auf Personen?

Schmutz und beschmierte Wände haben eigentlich keinen Einfluss auf die Sicherheit. Gestank könnte sich sogar positiv auswirken, denn dann hielten sich dort auch die bösen Menschen nicht gern auf. Nur eine schlechte Beleuchtung wäre in der Tat ein Problem, was sich leicht ändern ließe.

Die Aussage des Bezirksamts, dass Graffitti zu entfernen sinnlos ist, ist ja ganz offensichtlich falsch. Denn 10 Meter weiter, im Einzugsbereich der Hochbahn, sind keine Graffitti zu sehen, weil die eben doch regelmäßig und relativ schnell von der Hochbahn entfernt werden.
Es scheint also eher ein gewisses Desinteresse des Bezirksamts vorzuliegen, hier dauerhaft etwas ändern zu wollen.

Ja, der Gedanke kam mir auch.

Eine interessante Frage wäre mal doch ob die Hochbahn mal versucht hat den Tunnel zu übernehmen, und wenn ja was passierte, und wenn nein warum nicht? Es gibt doch genug ähnliche Tunnel die sowohl Straßenunterführung sind als auch Zugang zur U-Bahn, und die von der Hochbahn gewartet werden. Es ist doch kein Naturgesetz dass dieser Tunnel unbedingt von Bezirk betrieben werden muss…

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