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So reagieren Bahn und Verkehrsbehörde auf Verspätungs-Rekord bei der S-Bahn

Verkehrsbehörde wünscht sich pünktlichere Züge, Bahn zeigt sich selbstkritisch. Kann ein längerer Einsatz von alten Zügen den Betrieb mehr stabilisieren? Diese S-Bahnlinien sind derzeit am unzuverlässigsten.
Christian Hinkelmann
Ein Zug der neuen S-Bahn-Baureihe 490 mit Graffiti beschmiert am Bahnhof Elbbrücken.
Ein Zug der neuen S-Bahn-Baureihe 490 mit Graffiti beschmiert am Bahnhof Elbbrücken.

Rekord-Ausfälle und -Verspätungen im vergangenen Jahr (siehe hier), ein Modernisierungsprogramm, das den S-Bahn-Betrieb stabiler machen soll aber nur langsam vorankommt (siehe hier) und fast täglich neue Störungen. Bei der S-Bahn in Hamburg läuft es seit längerer Zeit nicht wirklich rund. In den vergangenen Tagen hatten wir wiederholt darüber berichtet.

Jetzt haben sich die Deutsche Bahn und die Hamburger Verkehrsbehörde gegenüber NahverkehrHAMBURG zu den Problemen geäußert und erklärt, welche Konsequenzen wegen der verfehlten Pünktlichkeitsziele im vergangenen Jahr drohen, wie es im aktuellen Jahr um die Pünktlichkeit bestellt ist und inwiefern es möglich wäre, die kurz vor Stilllegung stehenden Züge der alten Baureihe 472 doch noch länger einzusetzen, um den Betriebs zu stabilisieren.

Pünktlichkeitswerte bei der Hamburger S-Bahn in Prozent. Daten aus dem Jahr 2020 sind vorläufig (Stand: Nov. 2020). Quelle: Parlamentsdatenbank Hamburg, Drucksache: 22/1972 und Angaben der DB.
NahverkehrHAMBURG Pünktlichkeitswerte bei der Hamburger S-Bahn in Prozent. Daten aus dem Jahr 2020 sind vorläufig (Stand: Nov. 2020). Quelle: Parlamentsdatenbank Hamburg, Drucksache: 22/1972 und Angaben der DB.

Außerdem erklärte die Verkehrsbehörde, was eigentlich aus dem „Runden Tisch“ geworden ist, der vor anderthalb Jahren vom damaligen Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) ins Leben gerufen wurde, um die Zuverlässigkeitsprobleme bei der Hamburger S-Bahn mit verschiedenen Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

Das sagt die Verkehrsbehörde zu Leistung der S-Bahn

„Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wünscht sich, dass die S-Bahn pünktlicher wird und weniger Züge ausfallen, sagte Pressesprecher Dennis Krämer auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage. Die Behörde sei überzeugt, dass die S-Bahn die vereinbarten Inhalte des laufenden Verkehrsvertrags und die Zielvorgaben erreichen könne. „Die Behörde möchte die S-Bahn neben der U-Bahn als tragende Säule des Öffentlichen Verkehrs und der Mobilitätswende in und um Hamburg weiter stärken. Eine hohe Zuverlässigkeit ist dabei einer der Kernbausteine.“

Krämer verwies auf zwei Hauptgründe für die Verspätungen und Störungen seit dem vergangenen Jahr: „Im Jahr 2019 führte eine langwierige Einschränkungen (ein Brückenschaden führte zu einer mehrwöchigen Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Linien S2/S21) im Bereich Rothenburgsort zu einer grundsätzlichen Erschwernis, die sich auf das weitere Netz übertrug“, so Krämer. „Die Herausforderung, dass sich Verspätungen und Störungen von einem Streckenast auf a…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „So reagieren Bahn und Verkehrsbehörde auf Verspätungs-Rekord bei der S-Bahn“

Wann gelten Züge als „ausgefallen“? Wie gehen z.B. Züge der S3 in die Ausfall- und Verspätungsstatistiken ein, wenn die Bahnen Richtung Pinneberg in Atona enden oder Richtung Neugraben in Hammerbrook enden?

Also externe Einflüsse wie Personen im Gleis sind definitiv ein großes Problem. Dazu kommen natürlich noch die Probleme der Strecke von DB Netz nach Stade raus. Was zur Zeit aber ganz besonders auffällt sind die Störungen an den 490. Seit dem letzten Softwareupdate verliert ein Zug bei schlüpfrigen schienen Bremshundertstel. Nach zwei bis drei solcher Einwirkungen bekommt der Zug eine Zwangsbremsung und lässt sich nur not mit 4-5 kmh fahren bis eine volle. Bremsprobe durchgeführt wurde, was gerne 10-12 Minuten dauert. Und das geschieht überall, also auch mitten auf der Strecke und wenn dies am Hauptbahnhof oder auf der Dammtorstrecke passiert, sind die Auswirkungen immens.
Bombardier mal wieder…

Die hier zitierten Aussagen des Pressesprechers sind im Grunde nur Allgemeinplätze.
Dass die Behörde an einem zuverlässigen ÖPNV interessiert sein sollte, ist klar; dass die S-Bahn stärker verzahnt ist, als die U-Bahn, ist nun auch schon seit fast 100 Jahren so, und einen Brückenschaden von 2019 als Grund für die schon seit Jahren steigenden Verspätungen zu nennen, ist ebenfalls zu kurz gesprungen.
Zusammengefasst könnte man sagen, die Behörde weiß nichts genaueres.

Und selbst, wenn akut keine Lösung in Sicht ist, dann könnte sich die Behörde zumindest bei der S-Bahn für eine bessere Information der Fahrgäste einsetzen. Gutes Beispiel ist dafür die RegioSH, die nahezu jede Verspätung per Twitter bekanntmacht, die Hochbahn ist da ebenfalls sehr offen. Auf dem Twitter-Account der S-Bahn hingegen gibts bestenfalls Infos über Streckensperrungen und Bauarbeiten, ansonsten Schweigen.

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