So soll die neue S-Bahnlinie S4 nach Bad Oldesloe aussehen

Die Deutsche Bahn hat erste Visualisierungen der geplanten S-Bahnlinie S4 nach Bad Oldesloe präsentiert. Die neuen Bahnhöfe in Wandsbek sollen hinter Wänden verschwinden.
Christian Hinkelmann
Visualisierung: So soll der neue S-Bahnhof Claudiusstrasse in Wandsbek aussehen
Visualisierung: So soll der neue S-Bahnhof Claudiusstrasse in Wandsbek aussehen
Foto: DB

In drei Jahren sollen die ersten Bauarbeiten für die lang geplante neue S-Bahnlinie S4 nach Bad Oldesloe beginnen – jetzt hat die Deutsche Bahn auf einer Informationsveranstaltung in Wandsbek Computersimulationen für die ersten beiden Bahnhöfe der Strecke vorgelegt. Es geht um die neuen Haltestellen Claudiusstraße und Bovestraße, die den derzeitigen Wandsbeker Bahnhof ersetzen sollen. Auffallend ist, dass beide Stationen hinter sechs Meter hohen Lärmschutzwänden verschwinden werden.

Insgesamt sollen im ersten 3 Kilometer langen Planungsabschnitt, der von Hasselbrook bis Wandsbek reicht, knapp 9 Kilometer Lärmschutzwände gebaut werden. Die S4 bekommt nördlich der bestehenden Bahnstrecke nach Lübeck zwei eigene neue Gleise. Dafür müssen acht Eisenbahnüberführungen und zwei Straßenüberführungen neu- und umgebaut werden – dazu gehört auch die gerade im Bau befindliche neue Bahnüberführung an der Hammer Straße.

Das Planfeststellungsverfahren für diesen ersten Abschnitt läuft seit August ver…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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17 Antworten auf „So soll die neue S-Bahnlinie S4 nach Bad Oldesloe aussehen“

Herr Hinkelmann darf doch auch mal ‘ne Woche (oder sogar zwei) Urlaub machen. Wir sollten ihm eher dafür danken, daß er uns seit Jahren mit derart gut auserarbeiteten Artikeln über den Hamburger Nahverkehr beglückt. Diese sind sehr wertvoll für jeden der sich für den Hamburger Nahverkehr interessiert, besonders wenn man fast ständig im Ausland lebt, und die Ereignisse nur aus der Ferne mitverfolgen kann.

Lärm macht krank und dementsprechend kann ich es nur befürworten, dass Bahn und Stadt alles dafür tun, dass die Auswirkungen so gering wie möglich bleiben. Allerdings ist es ein Hohn für die Menschen, die heute in dichtbesiedelsten Stadtteilen an Hauptverkehrsstrassen wohnen und unter Lärm und Luftwerten leiden, dass nun Einfamilienhaussiedlungen Schallschutzwände bekommen – so dass auch im hintersten Eck der teilweise sehr weitläufigen Gärten kein Mucks der Bahnstrecke zu hören ist, die seit 1865 ! dort besteht.

Wenigstens ist den Planern inzwischen aufgefallen, dass die im Bau befindliche Unterführung Hammer Straße für zwei weitere Gleise verbreitert werden muss. Mal sehen, ob das gleich in die aktuellen Baumaßnahmen integriert wird, oder später ein aufwändiger Umbau stattfinden wird.

Schön dass es mit der S4 endlich los gehen soll! Hätte man ja bereits Ende der 1980er haben können, hätte damals keine halbe Milliarde DM gekostet. Hatte man nicht gewollt.
Schade nur, dass die Planung auf Basis von Fahrgastprognosen erstellt wird, die in der Fachwelt als nicht zum richtigen Ergebnis führend bekannt sind. Beispiel dafür z.B. die S-Bahn nach Stade: Seit Inbetriebnahme kämpft man gegen die unerwartet hohen Fahrgastzahlen wenig erfolgreich gegenan.
Die Gleislage soll wohl überall 200m Bahnsteige für Langzüge zulassen, nur leider werden zumeist nur Bahnsteige für 133m Züge, also Vollzüge, gebaut. Auch die Signaltechnik wird nur auf einen 10min Takt ausgelegt. Schon gar nicht wird aktuelle, leicht erweiterbare Signaltechnik, wie ETCS, eingbaut.
D.h. kurz nach Inbetriebnahme werden die bisherigen und potentiellen ÖPNV-Nutzer speziell in Jenfeld, Hohenhorst Rahlstedt-Ost feststellen, dass ewiges Busgezottel über den überfüllten Wandsbek Markt gar nicht mehr not tut, und in Ahrensburg wird man feststellen, dass es einen akzeptablen Takt und zuverlässigen Betrieb gibt. Dann reichen die Vollzüge alle 10min nicht mehr aus und ganz viele der gleich wieder wegen Überfüllung vergrauleten Fahrgäste bleiben wieder weg.
Oder kurz nach Inbetriebnahme folgen gleich wieder Wochenendsperrungen und Betriebseinschränkungen um nunmehr die Bahnsteige in voller Länge herzustellen. Das kostet dann fünf mal so viel, aber vorausschauende Planung bei Großprojekten ist in Deutschland sehr aus der Mode gekommen…
Macht es doch einfach mal gleich anständig.
Gruß, Mathias

Bei der Planung der neuen Bahnhöfe haben wohl unterschiedliche Planer Ihre Hand angelegt; wie kann es angehen, daß die Bahnsteiglängen von Bove- und Claudiusstraße unterschiedliche Längen haben. Müssen Langzüge, die in “Claudiusstraße” (210 m) halten dürfen an der Bovestraße durchfahren (140), weil Teile des Langzuges außerhalb des Bahnsteigbereichs halten würden ?
Nachdem das Thema S4 seit mehreren Jahren auf der Tagesordnung steht sind jetzt beim Planfeststellungsverfahren wieder Amateure am Werk; so wird das nichts mit einem ordentlichen ÖPNV.

Und können Sie mir auch sagen auf wieviel Linie in Hamburg überhaupt ein standartmäßig Langzug fährt? Es reicht doch wenn eine spätere Erweiterung der Bahnsteige möglich ist. Das die Claudiusstraße jetzt schon für Langzüge geeignet ist, liegt wohl eher an ihrer Lage zwischen 2 Zugängen.

Ist schon Mal jemanden aufgefallen, das an der Strecke in den letzten Jahren viele, ca. 3 m hohe Wände gebaut wurden ? Diese und viele der fast neuen Oberleitungsmasten werden jetzt aufwändig wieder umgebaut. Langfristige Planung sieht anders aus.
Kostet Geld und besonders Zeit Sperrpausen für die Nutzer !

Assi! nciht jeder möchte seine doppeltgeglasten Fenster immer geschlossen halten! Aber dennoch frage ich mich, ob die Stromabnehmer solch einen Lärm erzeugen.

Das mit den Stromabnehmern war natürlich ironisch gemeint.
Tatsächlich verursachen Stromabnehmer mit Kohleschleifstücken, wie sie heute allgemein üblich sind, recht wenig Geräusche, bei Kupferschleifern wird es schon deutlich lauter (die werden heute fast ausschließlich noch zum Enteisen der Oberleitung verwendet). Was richtig laut war, waren die Rollenstromabnehmer der Straßenbahn, deren Schwingungen an die Häuser an denen die Oberleitung befestigt war, weitergegeben wurde. So etwas ist heutzutage natürlich nicht mehr akzeptabel, aber trotzdem muß es ein Maß der Dinge geben, man kann mitten in der Großstadt ganz einfach keine totale Stille erwarten (auf dem Land übrigens auch nicht).

Wände aber keinen unterstand für die Reisende, die dürfen ruhig nass werden wens regnet. Wie geil so eine Halbe Konstruktion.

Ich versteh nicht was die Aufregung soll. Die Bahnstrecke wurde 1875 (laut Wikipedia) gebaut. Also zu Zeiten der Dampflokomotiven. Ich denke nicht das es an der Stelle noch Häuser gibt die vorher gebaut wurden und wenn, dass in den Häusern keine Erben der einstigen Bewohner mehr wohnen.

Also mit was für einem Recht darf man sich über dort fahrende Züge aufregen? Es wurde sicher niemand gezwungen dort ein Haus zu bauen oder dort zu wohnen. Also nach dem Motto wer zuerst kommt, malt zuerst, war die Bahn zuerst da und darf auf weiter dort mit Zügen fahren.

Klar es fahren jetzt (und nach dem Ausbau sowieso) mehr Züge dort. Aber es sind Elektrozüge und eben keine Dampflokomotiven mehr 😉

6 Meter hohe Lärmschutzwände ? Ich fürchte, das reicht nicht aus um das Gekratze der Stromabnehmer an der Fahrleitung nicht zu hören !
Wo ist eigentlich noch das Maß der Dinge ? Diese eingepackten Bahnstrecken sind so deprimierend, schlimmer als Tunnelstrecken. Früher bin ich immer gerne mit der S1 von Barmbek zum Hauptbahnhof gefahren, heute passiert es sogar, daß ich in Barmbek in die Hochbahn umsteige um diese Wände nicht zu sehen. Und finden die Anrainer der Bahnstrecke es wirklich so toll, daß ihr Horizont an einer zwei-Stockwerke-hohen Mauer endet und die Sonne dadurch eine Stunde später aufgeht (bei der Ausrichtung der S4 zutreffend) ?
Wenn man bedenkt, daß 1 Meter hohe Schallschutzwände bereits 90 o/o der Geräuschemissionen absorbieren und daß alle heutzutage Thermopenfenster haben, die ebenfalls 95 o/o des Lärms gegenüber Einfachverglasung schlucken, kann man sich wirklich fragen, ob das ganze nicht reichlich übertrieben ist.

Mit den Lärmschutzwänden ist das dann sozusagen eine U-Bahn ohne Deckel über der Erde?
Für die Fahrgäste bleibt nur der Blick auf das Smartphone …

Das liegt ganz bei Ihnen. Sie können es aber mal mit der Kontaktaufnahme ihrer Platznachbarn versuchen. Was spricht gegen eine Konversation?

Es gibt aber immer etwas zu meckern.

Die Anwohner werden bestimmt gerne mehr Lärm in Kauf nehmen, damit die Fahrgäste ihnen auf der Terrasse auf den Teller gucken können 😉

Meterhohe Laermschutzwaende – selbst wo schon welche zeischen der Fernbahn und der S-Bahn stehen – aber fuer ein Dach fuer Fahrgaeste reicht es nicht…

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